Tag Archive: Schreiben


Stil

„Denk an deinen Stil“, sagte der Vorübergehende zum Zeitgenossen, der drängend etwas schreiben wollte, „denn wenn du deinen Stil verbesserst und dabei über deinen Stil, seine Schwächen, seine Stärken, seine Tricks nachdenkst, verbessern sich auch die dargelegten Gedanken, weil du sie unabhängig von ihrer Einkleidung betrachtest. Aber fall nicht in die Falle! Stil ist zwar wichtig, aber nicht die Hauptsache. Ein guter Gedanke, in schlechtem Stil kommuniziert, wird vom Leser oft nicht als solcher wahrgenommen und verstanden, aber ein schlechter oder dummer Gedanke in gutem Stil ist leeres Gefasel, das keiner mehr freiwillig hören will, weil wir alle längst satt daran geworden sind“.

Lesen und schreiben

„Hören und sprechen, lesen und schreiben zu können ist für Menschen sehr nützlich, denn es hilft, festgehaltene Gedanken anderer Menschen wahrzunehmen und eigene Gedanken mitzuteilen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Feind, dem Lehrer. Und. Er setzte fort: „Aber denen, die niemals gelernt haben, selbst zu lernen und zu denken, nützt es gar nichts. Diese tragen mit der an sich nützlichen Kulturtechnik nur die für sie produzierten Belanglosigkeiten, Befehle, Fehlinformationen, Ängste, Durchhalteparolen und Vergewisserungen der individuellen Ohnmacht weiter, bis sie allesamt im Schall ihres eigenen Chores dermaßen fest daran glauben, dass es sich dabei um jedem Menschen bekannte Tatsachen handele, dass daraus schließlich Tatsachen werden. Eine Bildung, die nicht die Fähigkeit und Lust zum Lernen und zum Denken vermittelt, ist eine Bildung, die Sklaven nur noch etwas nützlicher machen soll“.

Vom Schreiben

Und der Nachtwächter sagte: Es ist gar nicht so schwierig, zu schreiben, denn die Wörter sind allesamt schon da, wenn im Strom des bullshit die klareren unter ihnen auch schon etwas vergessen sind. Sie müssen nur noch in die richtige Reihenfolge gebracht werden, damit sie die Wirklichkeit wiedergeben. Das ist alles.