Tag Archive: Rückblick


Deutsche WordPress-Community…

Der Tag, an dem mich die “deutsche WP Community” endgültig verloren hat, der Tag, an dem ich beschlosen habe, niemals wieder eine Zeile Code für diese “Community” der Inpsyde GmbH zur Verfügung zu stellen und niemals wieder einen konstruktiven Beitrag zum dort betriebenen Forum zu leisten, ist mir heute noch bekannt: Es war der 26. September 2007. Der verlinkte Thread im Forum lohnt das Blättern durch (fast) alle seine Seiten, insbesondere auch wegen der Verwendung des Begriffs “Community” durch Leute, die für die Inpsyde GmbH tätig sind (und natürlich dabei auch gern mal so tun, als ob sie auch den Code von WordPress geschrieben hätten, wo sie im Wesentlichen “nur” eine deutsche Sprachdatei erstellt haben) – und im Rückzug auf irgendwelche »Firmengeheimnisse«, wenns dann mal um Fragen von Nutzern geht.

Wenn heute jemand beklagt, dass nur noch daran gedacht wird, ein “bisschen” Coding für WordPress zu monetarisieren, dann sollte er auch betrachten, von welcher Seite derartige Bestrebungen mit welchen halbseidenen Mitteln erstmals begonnen wurden. Dieser Rückblick kann den Scharfsinn schulen. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (die mit der Absicht der Gewinnerzielung betrieben wird) als Grundlage einer “Community” führt schnell in ein “Miteinander” mit bescheidener Hoffnung.

10. September 2006

Wer in der Piratenpartei nach der mittlerweile vollzogenen Umwandlung in ein berlin­ver­giftetes troll­feministisch-pseudo­linkes¹ Tollhaus heute nicht mehr weiß, wofür die Piraten­partei einmal gegründet wurde und mit welchen politischen Forderungen sie auch ohne allumfassendes Programm nach dem Vorbild der so genannten “Volksparteien” ihre beachtlichen Anfangs­erfolge feiern konnte, opfere bitte nur zehn Minuten seiner Lebenszeit und lies nach, was Heise Online am 10. September 2006 anlässlich der Gründung der Piraten­partei Deutschland berichtet hat.

Und nun, Piratenparteimitglied an deinem Platz zwischen den dauerbeleidigten Gendertröten im Kreischmodus: Viel Spaß noch in der Bedeutungslosigkeit!

¹Menschen, die ihre politische Positionierung “links” nennen und nicht etwa als “Sozialismus”, “Kommunismus”, “Anarchismus”, “Syndikalismus” oder dergleichen bezeichnen, machen völlig klar, worauf es ihnen ankommt: Auf das Erreichen des mit Pfründen bequem gemachten Sitzplatzes im Parlament der Bourgeoisie, ganz ohne analytisch-politische Tätigkeit. Eine solche analytische Tätigkeit würde vielleicht auch Gedanken dazu hervorbringen, was bei der bourgeoisen Transformation feministischer Forderungen herausgekommen ist und warum das Ergebnis dieser Transformation so schlecht wie die Herrschaft selbst geworden ist.

Nur zur Erinnerung, SPD!

Nur zur Erinnerung, SPD!

So mit einem Mund voller Menschenrechte, wie es in diesem kommentierten Screenshot dokumentiert ist, habt ihr auf der Website eurer Bundestagsfraktion über die Frau Bundeskanzlerin und die Überwachung aller Kommunikation durch die NSA gepoltert — damals, als im Juli dieses Jahres noch früher Wahlkampf war und ihr nicht in einem Koalitionsvertrag mit der CDU die so genannte “Vorratsdatenspeicherung” einführen wolltet, die anlasslose, verdachtsunabhängige und vollständige Überwachung der Kommunikation aller Menschen in der BRD.

Ihr seid eben ein ganz verlogenes, lichtscheues Gesindel, das die Intelligenz, das Gedächtnis und die Würde aller Menschen offen verachtet.

SPD-Mitgliedern, die besser sind als ihr Parteivorstand und die sich von solchen Rückblicken gekränkt fühlen, lege ich nahe, gegen die Koalition mit der CDU/CSU zu stimmen.

So zielstrebig und unbeirrt

Wie zielstrebig und unbeirrt doch die SPD-Prominenz nach dem zweitschlechtesten Wahlergebnis der Parteigeschichte in der BRD auf die Ministersitze in einer vor der Wahl lautstark abgelehnten “großen Koalition” zusteuert! Wie gleichgültig das doch für die meisten Mitglieder dieser Partei ist! Es gibt Menschen, deren Rückgrat so unterentwickelt ist, dass man sich unwillkürlich fragt, ob sie überhaupt noch zu den Wirbeltieren gezählt werden sollten.

Auswärtiges Denken

Wenn Wahlen nur noch die bestehenden Verhältnisse reproduzieren, wird Nichtwählen zu einer echten Option

Marcus Klöckner in der Telepolis — Apologie des Nichtwählens

Auch weiterhin gilt für mich: Einen Wahlschein werde ich mir erst dann abholen […], wenn darauf ein weiteres Feld für die Stimmenthaltung vorgesehen wird, damit ich amtlich dokumentieren kann, dass ich mich von keinem dieser Wahlvereine und von niemandem aus dem in diesen Wahlvereinen großwerdenden Gesäuge vertreten lassen will. Ungültig wählen ist nur für diejenigen kurzdenkenden Dünnbrettbohrer eine Alternative, die sich nicht daran stören, dass ihre ungültige Stimme in die Wahlbeteiligung einfließt und hinterher von den korrupten Arschgesichtern aus der classe politique noch dafür instrumentalisiert wird, in jede bereitgestellte Kamera und in jedes Mikrofon von einer großen Zufriedenheit der Menschen mit der “Demokratie” in der BRD zu faseln. Wer so doof ist, dass er sich selbst verspottet, sei so doof! Ich kann es nicht ändern.

Kurzer Hinweis der Überwacher

THE GAME IS WATCHING YOU

Anzeigefeld des Flippers “Fun House” von Williams. Bei der Pinball Machine Database gibts auch einen Scan der damaligen Werbung.

Чернобыль / Tschernobyl

Möge niemals vergessen werden, welchen “Wert” das Reden der classe politique in einer Krise hat!

Soundcloud-Direktlink

Für Deutschland und Europa

Wahlkampfmaterial der NPD aus dem Jahr 1966: Silbermedaille mit Prägung auf der Vorderseite 'Für Deutschland und Europa NPD'

Wahlkampfmaterial der NPD aus dem Jahr 1966: Silbermedaille mit Prägung auf der Rückseite, die Grenzen des Deutschen Reiches vor Adolf Hitler

Es ist ein Fund aus einem Haushalt, der nach einem Todesfall aufgelöst wird. Die Medaille ist aus Silber (und etwas mühsam zu reinigen). Der Wahlwerbespruch der NPD aus dem Jahr 1966 “Für Deutschland und Europa” dokumentiert die fünfzigjährige Kontinuität hohler Phrasen in der Wahlwerbung der politischen Parteien der BRD; Phrasen, die mit jeden beliebigen Inhalt aufgeladen werden können, zum Beispiel auch mal mit den Grenzen des Deutschen Reiches vor dem verlorenen Zweiten Weltkrieg. Auch ein Bild des gewünschten Europa…

Jim Fixx

Jim Fixx (1932-1984) war Autor des Buches The Complete Book of Running, das im Jahr 1977 für elf Wochen die Bestsellerlisten anführte. Diesem Buch ist der Anfang der US-amerikanischen Fittness-Bewegung zu verdanken, ebenso die Popularisierung des Laufsports und der allgemeine Glaube an die gesundheitlichen Vorzüge regelmäßigen Joggens. Jim Fixx starb am 20. Juli 1984 im Alter von 52 Jahren an einem plötzlichen Herzinfarkt, unmittelbar nach seinem täglichen Lauf.

Annette Schavan

Wer Wahlen gewinnen will, muss sich vom Pöbel wählen lassen, nicht von Gebildeten

T.U.

Die Dissertationen der Besitzenden und der zufällig günstig Geborenen, die es mangels nützlicher Fähigkeiten später so feist und vielfach in die classe politique zieht; sie sind aus der Sicht dieser Menschen nichts als lästige Verwaltungsvorgänge, damit der durch gesellschaftlichen Status zustehende akademische Grad vor den Namen geschrieben werden kann. Und. Sie werden nicht allein dadurch zu wissenschaftlichen Arbeiten, dass diese Verwaltungsvorgänge unter der Mimikry einer Universität stattfinden.

CDU-Wahlplakat Annette Schavan aus dem Jahr 2009: Wir haben die Kraft für gute Bildung

Was sich hinter den photoshopretuschierten Fassaden dieses Geschmeißes verbirgt, die anlässlich jeder Wahl so obszön allgegenwärtig in den öffentlichen Blickraum gestellt werden, dass es bei diesem Anblick auch friedlicheren Menschen zuweilen in der Handfeuerwaffe juckt, zeigt sich leider viel zu selten so deutlich wie bei Frau Dr. Annette Schavan aus der CDU. Diese kann sich jetzt zum Herrn Dr. von und zu aus der CSU und zu Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin aus der FDP gesellen, damit auch noch dem geistblindesten Zeitgenossen klar wird, welcher Schlag Mensch in der kryptokratisch von Lobbyisten gesteuerten Parteienoligarchie der BRD zu Ansehen, Amt und Einfluss kommt. Wieso es in Deutschland so aussieht, wie es eben aussieht, klärt sich bei diesem Haufen Gesichter von alleine, da helfen auch die surrealen Sprechakte der Vasallen von Angela Honnecker nicht mehr:

Gute Nacht, Deutschland!

TCP/IP

Der Vorübergehende sagte zu seiner Begleiterin: “Vor etwas mehr als dreißig Jahren wurde TCP/IP spezifiziert, das grundlegende Protokoll des Internet. Es ist ein Glück für jeden heute lebenden Menschen, dass diese Entwicklung in eine Zeit fiel, in der es keinen Massenmarkt für Computer gab. Würde ein solches Protokoll heute entwickelt, dann würde sich eine Unternehmung alles daran patentieren lassen. Es könnte keine freie Software geschrieben werden, die dieses Protokoll nutzt, weil die Verwendung des Protokolls durch ein gesetzlich vorgesehenes Monopolrecht künstlich verteuert worden wäre. Das Internet könnte gar nicht erst entstehen. Und. In alledem würde ein von Milliardären besoldetes Heer von Verlegern, Politikern und Rundfunkanstalten seine Stiefel im Schnee erproben und den Menschen an den Volksempfängern und den Zeitungskiosken erzählen, dass das Patentwesen, das Urheberrecht — und ganz allgemein die analsadistisch-kopfkranke Idee des ‘Geistigen Eigentums’ — ein Innovationsmotor von herausragender Bedeutung für unsere gesamte Gesellschaft sei.”

Microsoft BOB

Microsoft BOB aus dem Jahr 1995 ist ein interessanter (und völlig gescheiterter) Versuch, den Computer “benutzerfreundlicher” zu machen, indem eine Benutzerschnittstelle geschaffen wird, die alle Arbeiten trivialisiert. Es war dem Anwender möglich, Briefe zu schreiben (und natürlich auch zu drucken), E-Mail (über einen kostenpflichtigen Dienst, der nicht mehr existiert) zu versenden und zu empfangen, seine Termine, Finanzen und Haushaltsangelegenheiten zu verwalten und ein mitgeliefertes Geografie-Quiz zu spielen. Bei alledem musste er nichts vom Dateisystem oder dem darunterliegenden Computer verstehen.

BOB ist eine 16-Bit-Windowsanwendung, die als Standarddesktop anstelle von Windows 95 ode Windows 3.1 verwendet werden konnte. Auch technisch wurde bei der Gestaltung des Desktops Neuland betreten, denn die gesamte graphische Darstellung ist mit Vektorgrafiken realisiert und kann sich somit an jede Bildschirmauflösung anpassen.

Weil die Jüngeren gar nichts mehr davon zu wissen scheinen, habe ich ein Video einer BOB-Sitzung angefertigt. Von den BOB-Anwendungen zeige ich allerdings nur die Textverarbeitung, den Kalender, das Adressbuch und das Geografie-Quiz. Auf der anderen Seite lasse ich kaum eine der vielen “Spielereien” in BOB aus und zeige, wie man Assistenten und Räume wechselt oder die Einrichtung eines Raumes bearbeitet; zwei Dinge, die für die Anwendungen völlig unerheblich sind.

Auch, wenn heute rückblickend ein anderer Eindruck entsteht: BOB richtete sich nicht in erster Linie an Kinder oder Idioten. Bedient werden sollten damit Heimanwender, während sich die parallel laufende Entwicklung von Windows 95 an professionellere Anwender richtete. (Nein, das ist kein Witz, das ist Microsoft.) Die BOB-Anwendungen sind für einen exquisit häuslichen Kontext gemacht, und die gesamte Umgebung sollte offenbar eine gewisse “Gemütlichkeit” ausstrahlen.

Microsoft BOB wurde ein völliger Fehlschlag. Es wurde einfach nicht gekauft. Auch die Heimanwender bevorzugten das nahezu zeitgleich erscheinende “professionelle” Windows 95, das ihre Computernutzung nicht durch gnadenlose Trivialisierung einschränkte. Während die Menschen wegen Windows 95 Schlange vor den Fachgeschäften standen, blieb das Paket mit Microsoft BOB wie Blei in den Regalen liegen. Es gab meines Wissens nicht einmal eine deutsche Übersetzung, so grandios war die Ablehnung durch die Menschen, die es eigentlich kaufen sollten. Angesichts der Tatsache, dass der Entwicklungsaufwand für diese GUI monströs und auch recht teuer gewesen sein muss, war es vermutlich der bislang größte geschäftliche Fehlschlag für Microsoft — da half es auch nicht, dass einige Elemente aus BOB später etwas gezwungen und gewaltsam in anderen Microsoft-Anwendungen zweitverwertet wurden, etwa die Assistenten. Ganz im Gegenteil, auch Karl Klammer hat es nicht zu wirklicher Beliebtheit bei Computernutzern gebracht, und wer regelmäßig mit MS Office arbeiten musste, vermisste die Tötungssequenzen für das nervige, vorlaute Stück Draht, das so oft die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Arbeit abzog.

Mir persönlich kommt Windows 8 wie das Microsoft BOB der Zehner Jahre vor. Auch hier wurde eine Benutzerschnittstelle geschaffen, die viele Tätigkeiten am Computer trivialisieren soll und Menschen mit einem Minimum an Erfahrung einfach nur nervt. Obwohl Microsoft zumindest aus dem BOB-Fehlschlag gelernt zu haben scheint und deshalb auch noch einen konventionelleren Desktop für “richtige” Anwendungen anbietet, scheint mir dieses Nebeneinander zweier semantisch inkompatibler Konzepte — einer einfachen Wisch-App-Schnittstelle und einem als App innerhalb dieser Schnittstelle realisierten Desktop — wegen seiner Missverständlichkeit und mentalen Schwergängigkeit zum Scheitern verurteilt. Dass das neue Verfahren zum Programmstart über die “Modern UI” ohne technische Not als alternativlos präsentiert wird (man beachte: Windows 95 kam noch mit dem alten Programmmanager neben dem neuen Startmenü!), fügt diesen Problemen noch einen Eindruck von Verachtung und mutwilliger Verärgerung der Nutzer hinzu. Ich prophezeihe als ganz schlechter Prophet, dass BOB spätestens im nächsten Jahr als das dann zweitgrößte Desaster aus dem Hause Microsoft feststehen wird…

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