Tag Archive: Qualitätsjournalismus


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Screenshot Focus Online vom Freitag, den 24 März 2017, 12:29 Uhr -- +++ Bundestagswahl im News-Ticker +++ Schulz im Deutschlandtrend 'vorn', Merkel holt auf

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Übrigens, werte Qualitätsjournalisten (nicht nur bei dieser Bildzeitung mit Schlips): Die Verblödung und Entpolitisierung der Wahlberechtigten in der BRD ist euer Werk.

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Fahnenschwenkende Gespenster

Nachdem den letzte gedruckte Zeitung untergegangen ist, wird sie noch als spukhafte Erscheinung über ihrem Grabe dünsteln; und sie wird in dieser Gestalt unentwegt das lächerlicherliche Fähnchen mit dem ©-Symbol durch den warmen Wind schwenken; und sie wird in dieser Haltung jedem Vorübergehenden mit gruselig gewordener Stimme zurufen, dass sie doch wenigstens im Recht war.

Es ist doch egal, was er twittert

Wenn man die gegenwärtige contentindustrielle Berichterstattung über die Twitter- und Facebookunlust des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück betrachtet, bekommt man den Eindruck, es sei aus der Sicht der Autoren vollkommen gleichgültig, was der Kandidat sage, so lange es nur über die beiden kommerziellen Websites Facebook und Twitter geschehe — denn dann, so die „Logik“ dieser Autoren, werde ihn die „Netzgemeinde“ (ein Wort der Presse, das schon nach einer verschrobenen, weltfremden Sekte klingt) schon wählen. Auf drängende inhaltliche Fragen wie Netzneutralität, Urheberrecht, Abmahnungen als Geschäftsmodell, Tracking durch die Betreiber von Social-Media-Sites und Werbeunternehmen, Datenschutz, Privatsphäre, staatliche und contentindustrielle Überwachungs- und Zensurbegehrlichkeiten oder die Gewährleistung des Rechtes auf anonyme Nutzungsformen kommt es aus der Sicht dieser „Qualitätsjournalisten“ nicht an, deshalb spielen solche Themen in dem twitterbesoffenen Geschreibsel der „Qualitätsjournalisten“ auch keine Rolle. In der Form, in der diese professionellen Schreiber einen Politiker zur Teilhabe am Internet zu drängen suchen und ihn für seine Nichtteilhabe teils scharf kritisieren, teils offen verspotten, spiegelt sich sehr deutlich wider, dass diesen Schreibern das Internet fremd ist — und dieses Fremdeln scheint, wie sich an der blinden Betrachtung „Wenn er twittert, wird er als einer von ihnen wahrgenommen“ zeigt, in einer tiefen Verachtung der Intelligenz und Würde der Internetnutzer zu wurzeln.

Wenn diese breit verabreichte Verachtung von den Nutzern und Gestaltern des Internet zurückgegeben wird, sollten sich solche „Qualitätsjournalisten“ nicht darüber verwundern.

Die Bildzeitung

„Die Bildzeitung“, sagte der Vorübergehende zu seiner Begleiterin, „wäre viel harmloser, wenn sie von anderen ‚Qualitätsjournalisten‘ aus Presse, ARD und ZDF nicht immer wieder so ernst genommen würde, dass ihre Schlachtzeilen in scheinbar seriöser Einkleidung wiederholt würden. Unverkleidet ist dieses Machwerk doch von beinahe jedem als das zu erkennen, was es ist: An die unterdrückenswertesten psychischen Regungen appellierender Müll, jeden Tag altneu aus der Rotationsmaschine.“