Tag Archive: Psyche


Der Blick nach unten

Wer dumm ist, schaut sich gern noch Dümmere an, um über ihre Dummheit zu lachen, um sich daran zu erheitern, um zu sehen, wie sie wegen ihrer Dummheit gedemütigt werden und um mit diesem nährstofflosen Fraß seinen Narzissmus zu ernähren — es gibt ganze Showformate bei den Trashsendern im Fernsehen, die nur diesen Mechanismus bedienen. Wer klug ist, ist nur noch traurig über das ungenutzte Potenzial der vielen brachliegenden Gehirne und kann sich bestenfalls mit Zynismus vor der Depression bewahren…

Weltverbesserer

Dem aufgeregten Wahlberechtigten sagte der Vorübergehende: „Du verbesserst die Welt nicht durch Wahlen, sondern ganz im Gegenteil, du machst sie sogar schlechter, wenn du ihren schlechten Zustand mit deiner Stimme legitimierst. Du verbesserst die Welt mit Empathie, Ehrlichkeit, Respekt, Angstfreiheit und Vernunft, also mit dem genauen Gegenteil des gesamten politischen Betriebes in allen seinen schillernden Farben als Anstrich über der gleichen kranken Machtsucht und narzisstischen Selbstverherrlichung. Und nicht anders“.

Politische Zeitalter

Politische Zeitalter werden beinahe nur durch Fanatiker und Psychopathen bestimmt.

Grund

Menschen sind religiös, um keine Einsicht in ihre völlige Bedeutungslosigkeit zu erhalten. Religion ist eine Abwehr der Möglichkeit narzisstischer Kränkungen, und die ganze eiskalte Hölle der Psyche bricht sich jedes Mal Bahn, wenn diese Abwehr angegriffen ist und aufrecht erhalten werden soll.

Politische Ideologien sind aus dem gleichen Stoff gewoben.

Wahrheitssucher

Das größte Problem fast aller Menschen, die nach „der Wahrheit“ suchen, ist, dass sie in Wirklichkeit nach einer Bestätigung dessen suchen, was sie schon zu wissen glauben. Eine mindestens leicht verzerrte Wahrnehmung stellt sich dann von ganz alleine ein.

Spukschloss

„Es ist keine Achterbahn der Gefühle, was wir hier erleben“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „sondern eine Geisterbahn“.

Allmachtsgewebe

Die gefährlichsten und mörderischsten Menschen auf dieser Welt sind die Menschen, die fest und unverrückbar davon überzeugt sind, dass sie den Willen Gottes tun. Sie werden unmittelbar von denen gefolgt, die zwar keine tief verwurzelte Religion haben, aber dafür einer Ideologie, in der sie ebenso fest und unverrückbar davon überzeugt sind, dass die das Gute, Gerechte und Nötige tun. Die Empathielosigkeit, der moralisch verbrämte Hass und die Verachtung sind so tief in beiden drin, dass es im ersten Moment schwer fällt, sie zu unterscheiden. Religion und Ideologie sind aus dem gleichen psychischen Stoff gewebt, und sie sind genau das gleiche Gift.

„Denk“ nicht mit der Psyche!

Nichts wird allein davon richtiger, dass es von deinen Gegnern zurückgewiesen wird, und nichts wird allein davon falscher, dass es von deinen Gegnern angenommen wird. Nichts wird allein davon richtiger, dass es in dir Wohlgefallen auslöst, und nichts wird allein davon falscher, dass es dir nicht gefällt oder dich gar kränkt. Erst, wenn du aufhörst, mit der Psyche zu „denken“, fängst du mit dem Denken an — und stellst fest, dass es viel anstrengender und zeitraubender ist, als nur eine Meinung zu haben oder zu übernehmen.

Destruktiv geisteskranke Menschen

„Destruktiv geisteskranke Menschen in ihrer unerschütterlichen Selbstliebe“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „bringen dich mit ausgefeilter psychischer Manipulation dazu, dass du deine Gedanken und deine Reaktion für das Problem hältst, und nicht ihr asoziales bis offen kriminelles Verhalten. Damit kann man es weit bringen. Die Politik ist genau so voll davon wie die Führung der großen Wirtschaftsunternehmen“.

„Zurück zur Normalität“

Das „zurück zur Normalität“, das von Gegnern der Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung eingefordert wird, ist eine völlig unreflektiete Forderung, in der sich allerdings eine Tatsache sehr deutlich widerspiegelt: „Normalität“ ist ein Durchschnittswert des Verhaltens, mehr nicht. Und so wandelbar ist die „Normalität“ auch. Unter den Bedingungen der Coronaseuche ist es zum Glück normal geworden, dass die meisten Menschen ein hoffentlich vernünftiges und wirksames persönliches Risikomanagement betreiben, um ihr individuelles Risiko zu senken; und es ist auch normal, dass sie Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, damit diese als mögliche Seuchenherde andere weder der Gefahr noch der Furcht vor einer Infektion aussetzen. Nur völlig asoziale Menschen, viele von ihnen mit einem bereits sichtbar werdenden Alkoholproblem, entziehen sich dieser Normalität. Wenn es die Coronaseuche nicht gäbe, wären die Vorkehrungen des persönlichen Risikomanagemens und der angemessenen Rücksichtnahme nicht nötig. Die Forderung nach „Normalität“ ist in Wirklichkeit eine Forderung des dummen, psychischen und antizivilisatorischen Bedürfnisses nach einer zügellosen Rücksichtslosigkeit, und genau so sehen die von Polizeien ungewöhnlich weich behätschelten Demonstrationen dieser Forderer auch aus. Noch in der Behätschelung dieser Fordernden durch die Polizei — die im Kontext von mit Wasserwerfern ausgeschossenen Augen bei friedlichen S21-Gegendemonstranten wie eine Liebeserklärung anmutet — zeigt sich ein Spiegelbild. In dieser ungewöhnlichen Milde der unmittelbar und sonst auch recht grob die Herrschaftsgewalt ausübenden Beamten spiegelt sich, dass die Forderung der Demonstranten nach unendlicher Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit ganz genau der Grundpfeiler jener notdürftig verlarvten rücksichtslosen Gier ist, die als so genannter „Kapitalismus“ nach Auffassung der Herrschenden und Besitzenden das gesamte Miteinander der Menschen durchwalten soll und die sich ebenfalls in der praktisch wirkungslosen und manifest irrsinnigen „marktkonformen Seuchenbekämpfung“ von Politik und Verwaltung widerspiegelt.

Minderwertigkeitskomplexe

Das größte Problem bei Minderwertigkeitskomplexen ist es vermutlich, dass es meistens die falschen Menschen sind, die welche haben.

Sein und Fühlen

Während einige sagen „Ich denke, also bin ich“, sagen immer noch die meisten „Ich bin dumm, und ich fühle mich gut“.