Tag Archive: PRISM


Big Brother im Himmel

Wieso seitens der organisierten, monotheistischen Religion keinerlei Stellungnahme zu PRISM und Tempora kommt? Für die organisierte Religion und ihre verblendeten Anhänger ist der allüberwachende, allwissende und schließlch gar jedes harmlose Verhalten mit brutalen Höllenstrafen belegende Big Brother im Himmel schon immer ein Quell des Trostes und der Hoffnung gewesen; und die Vertreter der organisierten Religion haben mindestens seit den zur Bibel geronnenen Briefen eines Saulus von Tarsus kein Problem damit gehabt, wenn das Handeln ihres herzlosen Gewaltgottes auf Erden vom Staate möglichst blutig vorweggenommen wird. Die Erklärung der Menschenrechte wurde nicht von Pfaffen und Frommen verfasst, aber sie wird bei der ersten sich bietenden, guten Gelegenheit von Pfaffen und Frommen mit Schwert, Kanone und Folterkammer außer Vollzug gesetzt werden.

Die Sitzenbleiber

Dass sich in der BRD Bundeskanzler(innen), Innenminister und Kanzleramtschefs in der Bundespressekonferenz hinstellen und kackenddreist lügen konnten, sie hätten die ganzen Jahre nichts von PRISM und Tempora mitbekommen oder gewusst, ohne dass die dort versammelte als seriös verkaufte Journaille — die Vertreter von irgendwelchen Arsch- und Tittenblättern würden wohl immer bleiben und auf psychologisch wirksamen Stoff zum Erregen dumpfer Regungen hoffen — daraufhin beinahe geschlossen aufstand, um mit der Zeitvergeudung dieses geistlosen Belogenwerdens aufzuhören; dass die dort versammelten Journalisten ihre beschränkte Kraft und Lebenszeit nicht lieber mit echten Themen als mit den Sprechblasen aus der Berliner Puppenkiste verbrachten… das war der bislang deutlichste Selbst-Kommentar zum Pathos, mit dem sich das gleiche Geschmeiß gern ins werbetechnisch günstige Licht rückt und der klarste Hinweis darauf, dass dieser „Qualitätsjournalismus“ nicht auf der Seite jener Menschen arbeitet, die seine Zeitungen kaufen sollen.

Wenn in diesem Betrieb einmal eine wirklich kritische Nachfrage kommt (die natürlich nicht beantwortet wird), dann kommt der Journalist nicht aus der BRD

Übers Bloggen (21): Wie viele Blogger…

Wie viele Blogger sind wegen PRISM von Facebook weggegangen? Wie viele von Twitter? Oder von Google Plus? Oder von einem ähnlichen „kostenlosen“ Web-Angebot, das aus der Sicht seiner Betreiber dafür da ist, menschliche Kommunikation in einen sozial optimierten Geschäftsvorfall zu verwandeln? Das also nicht in erster Linie zum Nutzen der Menschen da ist, sondern um ein fragwürdiges Geschäftsmodell zu ermöglichen?

Wie viele von denen, die sich in schwärmerischen, feuchten Träumen für eine „digitale Elite“ halten (und sich von der Scheißpresse und von den Scheißwerbern gern den extraklebrigen Honig ums Maul schmieren lassen, sie seien digital natives), nur, weil sie Blogs dank einer fertigen, leicht benutzbaren Blogsoftware auf dem Niveau pubertärer Poesiealben mit „Inhalten“ füllen können, haben innerhalb der letzten vier, fünf Wochen irgendeine Konsequenz für ihre Internetnutzung gezogen? Wie viele haben mit jedem Versuch aufgehört, möglichst viele ihrer Leser zu Anbietern wie Twitter, Google, Facebook, etc. mitzunehmen, um dort große Zahlen von „Followern“ zu haben, sich selbst zum Schwanzvergleich, und den Geheimdiensten zur sehr interessanten Offenlegung menschlicher Beziehungen und konvergierender Interessen von Menschen.

Wie viele haben nur den JavaScript-Tracking-Schnippsel von Google Analytics entfernt; eine Vorrichtung, die ihnen nur ein paar Zahlen gibt, also nicht einmal eine Spur von wirklichem Wert?

Wie viele haben ein letztes Mal ihr blinke geiles Gadget gestreichelt und sich gesagt: „Es ist eine verdammte Trackingwanze, ein Trojaner, der nicht auf meinem Computer läuft, sondern inzwischen auf meinem ganzen Leben — und dabei war die Illuision doch gestern noch so schön“? Um dann einzusehen, dass eine Systemreinigung nötig ist; eine Systemreinigung nicht nur des Computers, sondern des ganzen Lebens, bei der auch etwas mittlerweile Liebgewonnenes (und auch etwas Teures) unrettbar verloren geht? Wie viele sind wenigstens von der wie eine Alarmglocke schrillenden Kombination wach geworden, dass die Google-Street-View-Wagen im Vorbeifahren alle WLANs gesnifft haben und dass die smart phones mit Googles Android-Betriebssystem bei ihrer Backup-Funktion unverschlüsselt WLAN-Passwörter an Google übertragen?

Wie viele wollen auch nur wissen, was zusammengeführte Daten in den Rechnenzentren der Allesüberwacher alles offenlegen? Und wie wenig darin noch verborgen bleibt?

Wie viele sind bereit, auszuprobieren, was der Preis der Privatsphäre ist? (Während ich das schreibe, habe ich nebenbei beim Kommunizieren meine kleinen Schmerzen mit GnuPG. Kryptografie ist weder einfach noch reibungslos. Auch für erfahrene Computernutzer nicht.) Wie viele sind bereit, reflektierend abzuwägen, wo sich dieser Preis lohnt? Und wofür er sich lohnt?

Wie viele haben so einen Gedanken auch nur laut gedacht? Bloggend, also mit Außenwirkung? Gedacht? Um zu helfen, dass andere diesen Gedanken mitdenken? Um wenigstens etwas geistige Tätigkeit vor der Resignation gegenüber dem big brother zu zeigen, wenn es schon nicht zu einer Umkehr kommt?

Unreflektierte Resignation. Ist keine besonders intelligente Haltung. (Und selbst die reflektierte Resignation kann dumm wirken, ich werde oft von Mitmenschen als „dumm“ bezeichnet.)

Wie viele Blogger aus der so genannten „Piratenpartei“ — die zumindest aus meiner etwas fernstehenden Sicht von einer ungut-naiven Technikverliebtheit geprägt ist — ja, wie viele von dieser kleinen Untergruppe der Bloggenden haben wenigstens einen dieser Gedanken verbloggt?

Und. Wie viele Blogger würden sich sofort eine Software des Verfassungsschutzes, der NSA oder des Geheimen Weltamtes für totale Unterdrückung installieren, wenn man ihnen nur erzählte, dass diese Software Besucher auf ihr Blog bringt; Besucher, die Werbeeinnahmen und gefühlte Bedeutung mit sich bringen? Wie viele Blogger dokumentieren im Moment nur ihre dumme Gleichgültigkeit, wenn sie ihr Blog zu einem Vehikel für die Reklameklickgroschen machen und diesem Zweck das Erfordernis weniger erfreulicher und weniger leicht verdaulicher Mitteilungen unterordnen.

Und. Wie viele dieser Blogger betrachten sich zu allem Überdruss auch noch als politisch?

Und. Warum wundern sie sich noch über ihre Bedeutungslosigkeit?

Die Orgel unter den Sprachen

Die Behauptung, dass Deutsch „die Orgel unter den Sprachen“ sein soll, erschließt sich in ihrem tiefsten Sinn erst, wenn man die Äußerungen der gegenwärtigen Merkel-Westerwelle-Regierung zu PRISM hört: Der Ton der deutschen Sprache dröhnt einem niederschmetternd aus vielen, sehr großen Pfeifen entgegen.

Im Prism

Als stünde als übergeordnetes Motto über allen „modernen“ Gesellschaften: „Nein, das Licht stört mich nicht beim Schlafen, ich bin eh blind“.

Mild und scharf

Wie milde, schwach, wie eine Pflichterfüllung doch die Kritik der Parlament-Arier klang, als herauskam, dass „ihr Volk“ von Geheimdiensten der USA überwacht wurde, so wie sie es selbst auch immerfort zu tun beabsichtigen; und mit welcher plötzlichen verbalen Schärfe auf der anderen Seite reagiert wurde, als herauskam, dass sie selbst ebenfalls systematisch mit geheimdienstlicher Methodik überwacht wurden und werden. Niemand glaube, dass die classe politique an dieses eine Recht für alle Menschen glaubt, das sie immer auf geduldiges Papier drucken lässt und in närrisch erhebenen Sonntagsreden als zivilisatorische Errungenschaft verherrlicht. Alle Tiere sind gleich. Aber einige sind gleicher.

Der Überwachungsstaat

Polizisten können die Kommunikation verdächtiger Menschen überwachen. Das war und das ist in einigen Fällen angemessene Polizeiarbeit. (Es war und es ist allerdings in einigen Fällen nicht verhältnismäßig.)

Etwas anderes ist es allerdings, wenn jegliche Kommunikation zwischen Menschen für verdächtig gehalten und deshalb überwacht wird. Was bei diesem Unterfangen entsteht, das ist der totalitäre Staat nach dem Geschmack der Innenminister in der „freien, westlichen Welt“.

Der Friedensnobelpreisträger

Dialog und Verhandlungen sind die bevorzugten Mittel zur Lösung selbst der schwierigsten internationalen Konflikte. […]

Seine Diplomatie beruht auf dem Konzept, dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden.

Aus der Begründung für die Verleihung des so genannten „Friedensnobelpreises“ an Barack Obama

Ohne weitere Worte

Drei Schlagzeilen untereinander, zusammengestellt von Google News: Bundesregierung nimmt Bericht über britsche Internet-Überwachung sehr ernst, die Bundesregierung hat auf einen Bericht darüber mit Sorge reagiert. Und. BND rechtfertigt Internet-Programm, um flächendeckend E-Mails abzufangen und auszuwerten. Und. Das Internet ist für uns alle Neuland, die lustigsten Bilder...

Quelle des Screenshots: Google News