Tag Archive: Politik


Der grundsätzliche Fehler

Der grundsätzliche Fehler des staatsgläubigen Bürgers ist es, dass er annimmt, dass Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung bestimmte Informationen nicht haben und anders, richtig entscheiden würden, wenn sie diese hätten. Das ist falsch. Sie haben alle Informationen, und sie treffen ihre destruktiven, menschenfeindlichen Entscheidungen im vollständigen Wissen um die Unrichtigkeit ihres Handelns sehr bewusst. Egal, ob es um Corona geht, oder ob es um die Einführung eines staatlich subventionierten Billigarbeitsmarktes geht. Niemand hat jemals im Unwissen gehandelt. Die dabei immer wieder einmal kurz sichtbar werdende und hinterher wieder sorgfältig verdrängte Korruption ist nur ein kleiner Ausschnitt des alles durchwuchernden Krebsgeschwüres der Gesellschaft.

Apartheid

Die Politik der Parteienpolitiker wohnt niemals mit einem Nachkommen der Ehrlichkeit zusammen, sie sind stets fein getrennt.

Weltverbesserer

Dem aufgeregten Wahlberechtigten sagte der Vorübergehende: „Du verbesserst die Welt nicht durch Wahlen, sondern ganz im Gegenteil, du machst sie sogar schlechter, wenn du ihren schlechten Zustand mit deiner Stimme legitimierst. Du verbesserst die Welt mit Empathie, Ehrlichkeit, Respekt, Angstfreiheit und Vernunft, also mit dem genauen Gegenteil des gesamten politischen Betriebes in allen seinen schillernden Farben als Anstrich über der gleichen kranken Machtsucht und narzisstischen Selbstverherrlichung. Und nicht anders“.

Politische Zeitalter

Politische Zeitalter werden beinahe nur durch Fanatiker und Psychopathen bestimmt.

Die Wahl des Gewählten

Wenn ein die Wahlberechtigten umwerbender Politiker angesichts eines Problems die Wahl zwischen einer wirksamen Maßnahme und einem reklamemächtigen Symbol ohne nennenswerte Wirksamkeit hat, wird er sich ohne zu zögern für das reklamemächtige Symbol entscheiden, selbst, wenn es noch teurer als die wirksame Maßnahme sein sollte. Den Rest erledigt der Journalismus, aber teilweise mit feierlichsten Worten.

Fehler

Wer offen und ohne Einschränkung zugibt, einen Fehler gemacht zu haben, zeigt damit auch, dass er ein bisschen schlauer als gestern geworden ist. Es ist erstaunlich, wie selten diese Geste unter Politikern ist…

Im 21. Jahrhundert

Ich denke, also bin ich… hier falsch.

Bundesnotbremse

Der Zweck einer „Notbremse“ ist es nicht, dass man einfach mit lediglich reduzierter Geschwindigkeit weiter gegen die Wand fährt und sich auf die Funktionsfähigkeit der Notbremse verlässt. Dass der Begriff „Notbremse“ in der politischen Sprache verwendet wird, ist ein deutliches Spiegelbild der Tatsache, dass die lediglich mit medienwirksamen Scheinmaßnahmen — wie etwa ums Verrecken offen gehalten Schulen mit Schulpflicht bei gleichzeitigen nächtlichen Ausgangssperren — und groß heraustrompeteten Worten vorgehenden Gestalten aus der Bundesregierung unter Angela Merkel im Zuge ihrer „marktkonformen Seuchenbekämpfung“ das Steuerrad längst aus der Hand gegeben haben.

Chatbot

Die vom journalistisch-politischen Komplex nahezu allgegenwärtig gemachten Mitglieder der Classe politique der Bundesrepublik Deutschland wirken wie Chatbots, die jede Eingabe ohne semantische Analyse nach Schlüsselreizen und Schlüsselwörtern durchsuchen, um dann ihre Antwort aus ihrer gesammelten Schatztruhe generischer Phrasen ohne belastbaren Inhalt oder ertastbare Substanz zu geben, je nach Thema gern auch mit einigen Spritzern Pathos dekoriert. Wenn diese Menschen die Sprache überhaupt zur Mitteilung von Ideen und Plänen verwenden können, dann scheinen sie es vor allem untereinander zu tun, in parlamentarischen und lobbyistischen Dunkelkammern, die der Öffentlichkeit entzogen sind. Die Intelligenz der Bevölkerung verachten sie. Und Angela Merkel ist die Meisterin dieser hässlichen Kunst. Sie kann zehn Minuten lang flüssig wohlgefällig-hohle Worte aus ihrem Munde strömen lassen, ohne dabei etwas zu sagen — nur für längere Reden bedarf sie eines Manuskriptes, weil ihr aktiver Phrasenschatz begrenzt ist. Deshalb ist sie hier auch Bundeskanzlerin geworden und wurde immer und immer wieder gewählt; gewählt von Menschen, die eine starke Sedierung und eine völlige Vermeidung jeglicher Gehirntätigkeit mit Frieden und Harmonie verwechseln. Jene Menschen aber, die sich bei dieser infantilen Behandlung durch Politik und Journalismus verschaukelt und beleidigt fühlen, werden fragwürdigen Populisten zugetrieben.

Bundespressekonferenz

Wenn Steffen Seibert antwortet, versteht man schon nach einer Minute gar nicht mehr, was überhaupt gefragt wurde.

Schimpf und Schande

„Dadurch, dass man Politiker verspottet und möglichst verletzend beschimpft“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „ist noch niemals eine Demokratie gefährdet wurden — aber sehr wohl dadurch, dass man diese Menschen verherrlicht oder auch nur ihre oft intelligenzverachtenden Äußerungen wiedergibt, während alles den Bach runtergeht. Wenn freidrehende politische Klassen den Rest der Bevölkerung verkaufen; wenn ‚Demokratie‘ nur noch darin besteht, dass man unterschiedliche Namen für das gleiche Programm und die gleichen charakterlichen Defekte auf den Landeslisten bekreuzigen darf, dann hat der verkaufte, entmächtigte Rest der Bevölkerung nur noch die Wahl zwischen Schimpf und Schande. Und wer schweigt oder gar zu einer alles verstärkenden Echokammer der bevölkerungsfeindlichen Politik wird, entscheidet sich für die Schande, so wie der gesamte contentindustrielle Journalismus sich schon längst für die Schande entschieden hat“.

Verkünderzweifel

Nichts macht mich bei den allmedial verkündeten wissenschaftlichen Fortschritten noch skeptischer und zweifelnder als ihre Verkündigung in den Pressekonferenzen der Politiker statt in denen der Wissenschaftler. Wer Ohren hat zu hören, der höre!