Tag Archive: Passivität


Finsternis

Wer die Finsternis nicht als etwas Falsches erfühlen kann, ja, wer sie sogar für eine gewöhnliche Bedingung seines Daseins hält, wird niemals nach Licht suchen.

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Die zehn Gebote für BRD-Bewohner

  1. Glaub fest daran, dass dein Job sicher ist, wenn du dich kräftig anstrengst und keine angemessene Entlohnung für die Arbeit forderst!
  2. Glaub fest daran, dass deine Rente sicher ist und dass du trotz deiner Selbstvernichtung durch Arbeit lange gesund genug lebst, um sie genießen zu können!
  3. Glaub fest daran, dass sich alle deine Probleme mit einem einzigen Buch lösen lassen: Dem Versandhauskatalog! Neu! Jetzt auch im Internet.
  4. Glaub fest daran, dass es „Deutschland“ gut geht und vergiss, wie es dir selbst geht, wenn reklamefinanzierte Journalisten und Journalisten aus dem Parteienstaatsfunk dir erzählen, wie gut es „Deutschland“ geht!
  5. Glaub fest daran, dass du in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Verzicht üben musst, damit es „Deutschland“ schon bald wieder gut geht!
  6. Glaub fest daran, dass du in wirtschaftlich florierenden Zeiten Verzicht üben musst, damit es „Deutschland“ auch weiterhin gut geht!
  7. Übe jeden Tag Verzicht im Denken und lass die Fähigkeiten deines Gehirnes verkümmern, damit du besser glauben und Verzicht üben kannst! Hilfsmittel für den täglichen Denkverzicht werden dir allgegenwärtig und preiswert bis „kostenlos mit nur noch fünfzig Prozent Reklame vergällt“ zur Verfügung gestellt, von der Talkshow über Tittitainment über Sport über offene Vedummung bis hin zu intellektuellen Ersatzbefriedigungen aller Art vom Sudoku bis zur Soziologie.
  8. Glaub fest daran, dass du als einzelner Mensch nichts machen kannst, lass alles über dich ergehen und tröste dich mit legalen Drogen und mit Konsum! Alternativ darfst du auch an die Demokratie, die unabhängige Justiz und an ein Leben nach dem Tod glauben.
  9. Glaub fest daran, dass werbefinanzierte Journalisten und Journalisten aus dem Parteienstaatsfunk der BRD dich objektiv informieren und betrachte alles, was ihnen widerspricht oder ihre Informationen um zusätzliche Aspekte erweitert, unreflektiert als „Fake News“, „russische Propaganda“ oder „Nazi“!
  10. Glaub fest daran, dass die Zukunft am besten wird, wenn du in der Gegenwart alles widerstandslos und unwidersprochen genau so geschehen lässt, wie deine Feinde es geschehen machen.

Das moralische Problem

Das größte Problem mit der bürgerlichen (gern auch als biblisch begründete) Moral ists, dass sie ausschließlich aus Verbotsschildern besteht, so dass die größte Tugend der davon Gehirnkastrierten eben ist, was sie nicht tun.

Am Mahnmal

Am dekorativ hingesetzten Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen im Schuldritualmodus: „Hier kannst du sehen, was in letzter Konsequenz geschieht, wenn man sich gegen staatliches Unrecht, staatliche Menschenverachtung und staatliche Gewalt nicht mit allen Mitteln zur Wehr setzt; wenn man stattdessen nur passiv und angstvoll darauf hofft, dass es schon vorübergehen wird“.

Fast nichts

Der Vorübergehende sagte zu seinem Zeitgenossen: „Dass ich fast nichts tun kann, ist gar nicht das Bedrückendeste und Tristeste, sondern dass mir auf jedem Kanal gesagt wird, mein ‚fast nichts‘ sei ein ‚Nichts‘, und dass ich von Menschen umgeben bin, die das glauben und nichts tun, weil ihr Tun zum ‚Nichts‘ erklärt wird, das ist das Schlimmste. Über aller gestalteten Gesellschaft schwebt ein riesiges Banner, auf dem in freundlichen und sehr leicht lesbaren Lettern die Worte ‚Bleib passiv!‘ geschrieben sind.

Die Hölle

Zwei Eingänge hat die Hölle, einen für das Personal und einen für die Kundschaft. Über dem Eingang für die Kunden der Hölle stehen die Worte: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Und. Über dem Eingang für das Personal der Hölle stehen die Worte: „Wir wollen immer für alle das Beste“.

Mit Dank an den Schattenkönig

Sein und Geliebtwerden

Zeitgenossin: Aber du wirst dafür geliebt, wie du bist, nicht für das, was du tust. [Gefolgt von einigem esoterisch verbrämten Versatzstücken der christlichen Religion…]

Nachtwächter: Ich bin ein Mensch, kein Stein. Ein Stein kann an sich hübsch oder ungewöhnlich sein, und er „hat daran genug“ und kann dafür geschätzt oder mit gleichgültigem Blick ignoriert werden. Ich bin ein Mensch, und deshalb will ich nicht an den Möglichkeiten eines Steines gemessen sein. Mein Sein ist, so lange ich noch bin, das — und nur das — was ich tue.

Was sie wollen…

Zeitgenosse:: Die da oben machen ja eh, was sie wollen.

Nachtwächter:: Und du stellst dich unten hin und machst auch, was sie wollen.

Der Staat ist mein Hirte

[…] die Ohnmachtsgefühle des Bürgers, die sich angesichts einer solchen Entwicklung einstellen, sind eben nicht ursprünglich von diesem Moloch bewirkt, sondern sind nichts anderes als eine automatische, völlig lebenslogische Rückantwort der eigenen Unwilligkeit gegenüber Aufklärung und Nachdenken, gegen persönliche Unabhängigkeit und gegen ein Minimum an Mut zur Freiheit und Selbständigkeit. Führt sich die Masse auf wie eine dumme Schafherde, wird sie eben auch als solche behandelt, wird in den Pferch getrieben und abgeschlachtet. Da hilft dann auch kein Muh und Mäh mehr.

Quelle: schamane GLR Blog via Womblog

In der Grammatik gibt es übrigens ein klares, deutsches Wort für das Verbgeschlecht Passiv, und dieses lautet „Leidensform“.