Tag Archive: Papst


Alles wird dem neufrommen Kult am Gelde geopfert

Es ist bewiesen, dass wir mit der Nahrung, die übrigbleibt, die Hungernden ernähren könnten. Wenn Sie Fotos von unterernährten Kindern in verschiedenen Teilen der Welt sehen, dann schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, das ist nicht zu verstehen! Ich glaube, wir sind in einem Weltwirtschaftssystem, das nicht gut ist… Wir haben das Geld in den Mittelpunkt gestellt, den Geldgott. Wir sind in den Götzendienst des Geldes verfallen… Wir schließen eine ganze Generation aus, um ein Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, das nicht mehr zu ertragen ist. Ein System, in [sic!] das Krieg führen muss, um zu überleben… Aber weil man keinen Dritten Weltkrieg führen kann, führt man eben regionale Kriege. Und was bedeutet das? Dass Waffen produziert und verkauft werden, und dadurch sanieren sich die Gleichgewichte der … großen Weltwirtschaften.

Jorge Mario Bergoglio, in den staatsfrommen Medien gern als “Papst Franziskus” bezeichnet

Wenn ein Finger des Großpfaffen auf den zurzeit zusammenfassend als “Wirtschaft” bezeichneten Raub am größten Teil der Menschheit deutet, dann deuten drei recht blutige Finger zu den Großräubern und Großmördern des Vatikan und des Katholizismus zurück. Ja, beinahe möchte man denken, dass das Bedauern des Popen übers Unrecht gar deutlich kleiner wäre, wenn dieses Unrecht nur wieder dem Einfluss seiner Totenkult- und Todeskirche zugute käme, die natürlich auch weiterhin mit Appell an die konzentrierte Angst in der menschlichen Psyche ihre bewährte Versicherungsleistung verkauft, die erst nach Eintritt der Verwesung ausgezahlt wird — in kontinuierlicher Kooperation mit allem, was auf dieser Welt mörderisch, verdummend und ausbeutend ist.

Möge der feine Herr Borgoglio mal mit dem politisch organisierten Katholizismus in Norwegen (Zentrumspartei) reden, der gerade Bußgelder und Gefängnisstrafen für Bettler einzuführen gedenkt!

Konklave

Die Tagesschau berichtet vom römischen Mittelaltermarkt. Unterdessen sitzen ein Banker und ein Mafiosi, gute, langjährige Freunde, zusammen. Der eine sagt zum andern: “Es ist mir doch egal, wer unter mir Papst ist”. Und. Sie stoßen an, mit dem süßen roten Blut der Elenden, auf gute gute Zeiten.

Der Papst tritt zurück!

Ich übernehme die volle politische Verantwortung und mache weiter wie immer.

Wiedewiddewitt sie mir gefällt

Wer diese Ansage des gegenwärtigen Papstes liest…

Papst Benedikt XVI. hatte bei seinem Deutschlandbesuch verlangt, die Kirche müsse sich “entweltlichen”. Es sei besser, sie wäre “von ihrer materiellen und politischen Last befreit”. Die “Enteignung von Kirchengütern” vor 200 Jahren habe in der Kirche zur “Läuterung” wesentlich beigetragen. […]

…wird sie wohl für deutlich und unmissverständlich genug halten. Selbst der Papst sieht inzwischen ein Problem — ja, sogar eine “Last” — in den Sonderrechten und in den finanziellen Zuwendungen des bundesdeutschen Staates an die röm.-kath. Kirche, die übrigens auf das Reichskonkordat eines Adolf Hitler zurückgehen. Diese 15,1 Milliarden Euro pro Jahr [unsaubere Quelle] passen auch wenig zum ärmlichen Stallduft der alten Apostel, die für die religiöse Leere Lehre herhalten müssen.

Aber so ein lichtscheues Gesindel wie eine von Geld und Macht besoffene Bischofsmade namens Robert Zollitisch hat dennoch Probleme, dieses recht unverschwurbelte Wort ihres Chefs aufzufassen:

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch hatte daraufhin erklärt, dies habe “nichts mit der Abschaffung von konkreten finanziellen Ansprüchen zu tun”.

Er ist ja auch sehr darin geübt, der lichtscheue Bischof, seine Bibel so auszudeuten, dass am Ende das Gegenteil des darin Stehenden herauskommt…

Hirtenbrief

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht.

Jesus dem Nazarener zugeschrieben, Joh. 10, 11-13

Gewisse Jesusverkäufer schreiben hingegen Hirtenbriefe und schweigen zu den reißenden Tieren, die Schafe und sonstige Nutzviecher der Kirche (auf-)reißen.

Missionator 2.0

Papst Benedikt XVI: Gehet hinaus in das Internet und blogget mir die Kirchen voll! Aber nicht auf die Pr0n-Seiten gehen... MISSIONATOR 2.0

Der Mensch, der sich für den Stellvertreter Jesu Christi hält und halten lässt, durch den der Hl. Geist spricht und der sich von anderen als der Hl. Vater ansprechen lässt, dieser Mensch, der also die ganze Dreieinigkeit seiner Religion in seiner Person vereinigt und der auch ansonsten sehr darum bemüht ist, den größten Knall seit dem Urknall zu haben, dieser Mensch Papst “Benedikt XVI” hat dazu aufgerufen, das Internet stärker zur Missionierung zu nutzen.

Das ist eine gute Idee, die röm.-kath. Religion in das Web 2.0 zu retten, wo sie in der nicht-virtuellen Welt wegen der unheilgen Bildung immer mehr Boden verliert. Jeder Mensch, der siebzig Euro für einen Computerausdruck mit einem Horoskop zu zahlen bereit ist, belegt ja, dass der alte Aberglaube viel überzeugender wirkt, wenn er in technisch neuem Gewande daher kommt. Um noch mehr längst zu Essig gewordenen Wein in nigelnagelneuen Schläuchen anzubieten, lege ich als Experte dem sympathischen Blaspheten aus Babylon Rom neben der missionarischen Netz- und Blogoffensive *gähn!* folgende Ideen nahe:

  • Einrichtung eines Ablasszettel-Dienstes im Internet mit dem praktischen Pay-per-sin-Verfahren.
  • Beseitigung der Kinderpornografie im Internet durch Einrichtung eines nicht-öffentlichen, innerkatholischen Unternetzwerkes mit frischen Rubbelbildern von Blasebälgern und extraengen Mädchen für die notgeilen, vom Zölibat pervers gemachten röm.-kath. Priester. Wenn 90 Prozent der Abnehmer aus dem Netz verschwinden, wird der übrige Markt in Kürze austrocknen.
  • Reliquienhandel auf eBay. Da kein röm.-kath. Gläubiger Verdacht schöpft, wenn von einigen röm.-kath. Heiligen gleich eine Handvoll Skelette vorhanden sind, können Reliquien beliebig neu erzeugt werden, ohne dass auf den müden Schwindel mit den Splittern vom Hl. Kreuz zurückgegriffen werden muss. Die Kampfkassen das Vatikan werden sich schnell bis zum Bersten füllen, und dann wird richtig durchmissioniert. Danach können sogar wieder Federn der Erzengel verkauft werden.
  • Erweiterung der für viele Menschen peinlichen Ohrenbeichte durch einen internet-basierten Dienst und eifriges Datensammeln in einer zentralen, vatikanischen Datenbank. Wenn nichts mehr geht, Erpressung geht immer. Und Wissen ist Macht.
  • Ein spezieller röm.-kath. Web-2.0-Dienst mit strikter Inhaltsfilterung, in einer zweiten Stufe ein röm.-kath. Zugangsprovider, der nur den Zugriff auf diesen Dienst gestattet. Wenn keine störenden Informationen daran hindern, ist jeder Glaube eine leichte Übung. Die Nähe der röm.-kath. Mafia zu vielen Staaten wird es leicht machen, dieses Angebot vor allem für ärmere Menschen obligatorisch zu machen.

Mit diesem — bei Bedarf noch ausbaufähigen — Programm wird der Missionator 2.0 einen überwältigenden Erfolg haben. Ihr jetziger Vergleich, Herr Ratzinger…

Der Papst verglich das Internet mit dem “Vorhof der Heiden” des Jerusalemer Tempels, der denjenigen Raum böte, denen Gott noch ein Unbekannter sei.

…wird schnell von der neuen, röm.-kath. Wirklichkeit im Netze obsolet gemacht.

Urbi et Orbi

Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.

Quelle: Spr. 27, 14

Volksbibel

Spätestens seit Papst Johannes Paul II. aus den Händen des “Bild”-Herausgebers und Chefredakteurs Kai Diekmann die “Volksbibel” empfing, ist auch der Pakt zwischen Hochaltar und Rinnstein besiegelt.

Christian Bommarius [via Bildblog]

Kreuz-Weise? Kreuzweise!

Mensch Jesus, bleib oben,
Sonst schlagn die dich tot!

Bettina Wegener

Jesus aus Nazaret starb nicht am Galgen auf Golgata.

Er starb und stirbt Tausende und Tausende der Tode. (Und gar mancher dieser Tode ist schlimmer und grausamer als das barbarische römische Justizmorden.)

Er — der übrigens nur wenig von formeller Religion gehalten haben soll — starb das erste Mal, als Saulus auf dem Wege nach Damaskus seine historisch gewordenen Hirnblitze ( Apg. 9 ) sah und darin einen nützlichen Leichnam für seinen gekränkten Narzissmus halluzinierte und aus diesem Kadaver eine Religion zimmerte.

Er — der übrigens niemals selbst auch nur einzige Zeile niedergeschrieben hat, die sich bis heute erhalten hätte und der deshalb offenbar nichts von einer auf ihn basierenden Schriftreligion hielt — starb bei allen gläubigen Empfängern der Briefe, die dieser Saulus lieber unter seinem neuen Namen Paulus verfasst hat, um der Welt zu erzählen, dass seine Halluzination der neue und einzige Gott für alle sei. Dass dieser sich Paulus nennende Saulus einer jüdischen Sekte angehörte, deren bis zur Neurose perfektionistische Form der Religionsausübung von Jesus immer wieder in ätzender Form kritisiert wurde, ist offenbar niemandem aufgefallen, und es schert sich bis heute keiner darum. Schon Paulus hat sich einen Dreck für die wirkliche Person hinter diesem Jesus interessiert und fand seine eigenen Trugbilder viel attraktiver — und genau so geht es bis heute den Judasfreunden, die diesen ganzen Unfug glauben und die sich Christen nennen.

Er — der einmal gesagt haben soll: “Ich lebe, und ihr sollt auch leben” — starb, als die paulusgläubigen römischen Sklaven singend und schafdoof in den Tod gingen und damit das System der Sklaverei erhielten. Ganz so. Wie es Paulus gefiel, damit er auch weiter Gefallen an seinem Sklaven hat. Er stirbt bis heute, wenn Christen in einem bekannten Danklied den Satz “Danke für meine Arbeitsstelle” singen und damit die heutige Form der abstrakten Arbeit heilig sprechen, den Armen zur Knechtschaft und den Besitzenden zum sprudelnden Reichtum und zum Wohlgefallen.

Er — nach Aussagen seiner frommen Gegner ein “Fresser und Weinsäufer und Freund aller Sünder” — starb, als Menschen ihre Sexualität von sich abspalteten und sich deshalb psychisch und körperlich selbst zerfleischten. Bis heute stirbt er in jeder Neurose, in jeder Bulimie, in jeder Unfähigkeit zur Liebe. Und. Alle diese Krankheiten sind nur moderne Bastardkinder der älteren Krankheit der Askese, der sinnlichen Selbsttötung als Lebensentwurf.

Er — der auf die formelle Anrede eines Fragestellers einmal erwidert haben soll, dass er nicht “gut” genannt sein möchte, weil niemand als Gott allein gut sei — starb, als die Gläubigen des Paulus ein paar Jahrhunderte später erbost darüber stritten, ob ihr Jesus nun wesensähnlich oder wesensgleich zu Gott sei. Und. Als die Vertreter der letzteren Auffassung, die aus diesem Streit als Sieger hervorgingen, die Vertreter der ersteren Auffassung zu gottlosen Menschen erklärten, die für ewig in der Hölle zu brutzeln haben. Und. Genau So. Gilt es bis heute.

Er — der überliefert wurde als einer, der jede Form der Herrschaft durch Menschen über Menschen nicht für den Willen Gottes hielt — starb, als der heilige Hirnfurz des Paulus unter dem römischen Kaiser Konstantin zur neuen Staatsreligion des imperium romanum wurde. Als. Der von Paulus deformierte Jesus die staatliche Gewalt heiligen musste, so mörderisch sie auch wütete. Das tut dieser Jesus bis heute von seinem heiligen Galgen herab, dieser nützliche Kadaver der Herrschenden und Besitzenden und Großmörder aller Zeiten.

Er — der von der frommen Elite seiner Zeit gesagt haben soll, dass sie sich vor die Türe stelle, die in ein besseres Leben führt; dass sie dort selbst nicht hindurchgingen, aber auch niemanden anders hindurchließen — starb und stirbt am Petersplatz, wo sich ein Hurenbock nach dem anderen hinstellte und sich als “Heiliger Vater” anreden und als Stellvertreter Gottes betrachten ließ und lässt, ja, bis heute so anreden und betrachten lässt. Auch. Von den staatlichen und wirtschaftlichen Verdummungsanstalten in Form des Rundfunks und der Presse.

Er — der überliefert wird als einer, der gleich einem durchgeknallten, auf einem Trip hängengebliebenem Hippie jede Form der Gewalt in jeder Situation abgelehnt haben soll — starb und stirbt, wenn sich seine selbsternannten Verwalter gestikulierend vor die Waffen stellen und in “seinem” Namen ihre Zaubersprüche abmurmeln, damit diese Waffen auch ja ein gesegnetes Morden für die Wahrung der Besitzstände der Herrschenden und Besitzenden vollbringen. Er stirbt auch im “geistlichen Beistand” für die Soldaten, damit diese auch ja ein billiges und williges Kanonenfutter abgeben.

Er — der angeblich in den formellen Gottesdiensten seiner Zeit so viel Heuchelei erblickte und dies in derart trefflicher Form zum Ausdruck brachte, dass man ihn schließlich deswegen umbrachte — starb und stirbt auf den Schlachtfeldern der vielen vielen “heiligen” Kriege in “seinem” Namen, vom ersten Kreuzzug, über den Tag, an dem der Katholik Adolf Hitler die Worte “Wir werden in diesen Krieg ziehen wie in einen Gottesdienst” aus den Volksempfängern schallen ließ, bis hin zu den jüngsten crusades US-amerikanischer Präsidenten.

Er — der berichtet wird als einer, der in Bezug auf eine Ehebrecherin einmal die recht anzüglichen Worte “Ihr wird viel vergeben, denn sie hat viel geliebt” gesprochen haben soll — stirbt in jeder mit der politischen Macht der heutigen Paulusjünger, Galgenanbeter und Judasfreunde verhinderten Empfängnisverhütung oder Abtreibung, bei der ein Mensch draufgeht, lebenslang als Krüppel leidet oder — noch viel schlimmer — als unerwünschter Mensch (oft gar als Ergebnis einer Vergewaltigung) psychisch so deformiert wird, dass von einem Leben keine Rede mehr sein kann.

Er — der so viel von der Liebe erzählt haben soll — stirbt in jedem Entwurf einer kalten, körperlosen Form des Miteinanders, auf welchem die Gläubigen des Paulus den Stempel “Liebe” geprägt haben sollen, bis hin zum heutigen Geschäft mit der von unterbezahlten Elendsarbeitern ausgeübten “Pflege”, bei dem vor kirchennahe Organisationen ihren Schnitt machen. Und. Er stirbt in der Betrachtung des Geschlechtsverkehrs als “eheliche Pflicht”, die man zu erfüllen hat, fast so, wie den “Dienst am Vaterland”.

Er — von dem die unbekannten antiken Autoren einen ganzen Stammbaum seines Vaters Josef überliefert haben — stirbt an der psychischen Kastration, die sich im Gefasel von der “unbefleckten Empfängnis Mariens” Bahn brach und bricht und darauf basierend einen Verzicht auf jeglichen Sexualgenuss fordert. Vieles von der Kälte in den heutigen Gesellschaften ist eine Spätfolge dieser christlichen Sexualverdammung und sich über Jahrhunderte erstreckenden religiösen Verschneidung der Gläubigen. Welchen Zweck. Der Stammbaum dieses Mannes da haben soll, kann einem auch der geschwätzigste Theolügner des Christentums nicht in einleuchtender Weise erläutern. Deshalb redet man in den Lügendiensten auch nicht so viel darüber, sondern fordert lieber die Menschen zur Enthaltsamkeit auf.

Er — der zwar kein Asket gewesen sein soll (vielleicht sogar ein kleines Wämplein hatte, so gut, wie er sich oft irgendwo einlud), aber zu einer allgemeinen Haltung der Sorglosigkeit in Fragen des Essens aufgerufen haben soll — stirbt in der Heiligung des Konsums. Und. Zwar genau so, wie er schon vorher in der so genannten “Eucharistie” starb, dem magischen Essen einer trockenen Hostie, die im faulen Zauber des “Gottesdienstes” als heilbringendes Opfer aus Menschenfleisch gedacht ist. Der Judas, auf dem ihr Christen euren mörderischen Judenhass basieren lasst, der hat ihn “nur” verraten und verkauft, aber ihr Christen esst ihn auch noch auf!

Er — der doch schon so lange tot ist, dass sich niemand sicher sein kann, dass er überhaupt einmal gelebt hat — starb und starb und stirbt und stirbt und wird immerfort gemordet. Und. Alle seine Mörder sind brave Christen, die dem Paulus jedes seiner eiskalten Worte abgekauft haben und sich deshalb einen Scheißdreck für Jesus interessieren. Weil. Sie sich auch sonst einen Scheißdreck für Menschen interessieren, jedenfalls für andere Menschen als sich selbst.

Und. Er — der so viele warme und noch viel mehr wirre Reden gehalten haben soll — kann doch gar nichts dafür, dass Paulus so einen tollen, goldenen Galgengötzen aus ihm geschnitzt hat. Niemand interessiert sich für seine Reden. Wenn sich die Christen für Jesus aus Nazaret interessierten, gäbe es weniger Christen. Die Christen interessieren sich mehr für Paulus, der ihren Narzissmus heiligt, für gutes Essen, dass ihnen alles andere ersetzen muss, für die Abwehr ihrer Angst, die sie in der Religion finden und für ein neues Auto und einen größeren Fernseher — auf wie viel und wessen Blut dieser “Segen” gedeiht, ist ihnen dabei recht gleichgültig. Und. Die Christen interessieren sich brennend für die Unterdrückung jeder Strebung, die ihren primitiven, barbarischen und narzisstischen Interessen zuwider läuft. Deshalb stört sich keine christliche Kirche jemals an einen Krieg oder an diesem brutalen Gemetzel an ganzen Völkern und Kulturen, das mit dem Wort von der “Globalisierung” bezeichnet wird. Sie. Stört sich auch niemals an der Indoktrination der Kinder in staatlichen Schulen und an der Unterdrückung von anders gläubigen Menschen, sondern macht aktiv mit.

Verstehst du, Schwester?

Das ist der Grund, weshalb ich kein Christ sein kann. Ich habe nicht nur die Gewalt des Christentums am eigenen Leibe gespürt, ich habe zu allem Überfluss auch noch die Bibel gelesen. Ich müsste mich selbst belügen, um Christ zu sein. Und? Wie soll ich das anstellen? Ich glaube diesem Paulus und allen seinen Nachfolgern nicht ein einziges, den Menschen mit heftig knallender Angstpeitsche eingepeitschtes Wort.

Das verstehst du nicht, Schwester?

Deine Dummheit, Schwester, ist selbstverschuldet. Habe den Mut, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden, und du wirst ganz schnell verstehen, warum unter den vielen tausend Dankgebeten der christlichen Religion nicht einmal ein Dank für den Verstand des Menschen hörbar wird. Der Verstand muss in der Religion des Paulus und des Judas unterdrückt werden, denn er nimmt dieser psychischen Fessel ihre Kraft.

Wenn du bei deiner Dummheit bleibst, überrascht mich das nicht. Du reihst dich in eine lange Reihe von dummen Menschen durch die Zeiten ein und glaubst dabei den Beistand eines Jesus zu haben, der gesagt haben soll: “Der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sinds, die auf ihm gehen. Aber der Weg ins Leben ist eng, und nur wenige gehen darauf.”

Wenn du mich nicht verstehst, wenn du mich als einen Ungläubigen, Gottlosen, vom Teufel Besessenen ansiehst, denn reihst du dich in diese lange lange Reihe durch die Zeiten ein. Und längs dieser Reihe stehen die rauchenden Scheiterhaufen und die von Raben umflatterten Galgen und die mit Schmerz umflochtenen Räder und die Folterkammern und die Bordelle des Vatikans und legen ein zum Himmel schreiendes Zeugnis von den Zeiten ab, in denen die christliche Religion Grundlage der Gesellschaft war. Der Gott, an den du glaubst, der Gott, für den Zeit keine Bedeutung hat, wird die Geschichte genau so sehen — und deine Position darin. Und das. Ist der Platz den du selbst im Geschehen einnimmst, meine stinkende Schwester. Augen und Ohren und einen Kopf hast du: Zu den Risiken und Nebenwirkungen deiner Haltung schlage ein beliebiges Geschichtsbuch auf, und zu Jesus aus Nazaret schlage deine Bibel auf und vergiss mal für eine Woche den Paulus!

Und wenn du denn immer noch nicht verstehst, meine kindische Schwester, denn ist das dein Problem. Ich bin dafür nicht zuständig, lass mich bitte damit in Ruhe. Und wenn du es irgendwann, wenn die Barbarei sich wieder ausbreitet, zu meinem Problem machen willst und mich in meiner Andersgläubigkeit — es gibt keinen Menschen, der ungläubig wäre — bedrängst und verfolgst, denn wisse, dass ich dir nicht eine andere Backe hinhalten werde, sondern für das Recht auf mein verdammtes, von Geistarmen wie dir ständig angeknabbertes Dasein einstehen werde. Wenn es wirklich sein muss, auch in einem Kampf auf Leben und Tod. Jesusse, die wie ein blökendes Schaf freiwillig zum Metzger trotten, hatte diese ganze Geschichte schon genug. Die halten sich alle für so weise durch das Kreuz, aber sie können mich mal kreuzweise.

Und jetzt geh, Schwester! Du hast noch etwas zu lesen…

Wer sich hier angesprochen fühlt, ist gemeint. Wer männlichen Geschlechtes ist, lese einfach Bruder. Wer kopfschüttelnd und voller Unverständnis diesen langen Text gelesen hat, verzeihe mir bitte, aber nach diesem Gespräch mit einer christlichen Fundamentalistin musste es einfach raus, mir wäre sonst die Gallenblase explodiert — deshalb ist vieles auch ein bisschen roh formuliert.

Richtung und Garheit (20)

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass sie sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Kurt Tucholsky

Wandlung — Dass Nachgiebigkeit ein Zeichen von Intelligenz ist, stimmt nicht. Der sprichwörtlich “Klügere” gibt so lange nach, bis er schließlich in dieser Angelegenheit der Dumme geworden ist.

Nichtsblähung — Niemals wird irgendeine Behauptung schon dadurch wahr, dass die Wahrheit der gegenteiligen Behauptung nicht nachgewiesen werden kann. Gott wird nicht existenter dadurch, dass sich seine Nichtexistenz nicht belegen lässt. Aus Unwissenheit folgt… nichts. Aber überall dort, wo Menschen durch gezielte Rhetorik politisch beeinflusst oder religiös missioniert werden sollen, wird dieser logisch nichtsnutze Weg gern beschritten, um aus der Unwissenheit Glauben folgen zu lassen, und aus dem Glauben heraus folgen dann schließlich Menschen einem in Worten verpackten Nichts und vollbringen darin erstaunliche Leistungen der Selbstverleugnung.

Abwehr der Lüge — Der Volksmund sagt aus langer Erfahrung heraus: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht”. Damit wird festgestellt, das schon die einmalige Zuflucht eines Menschen zum Mittel der Lüge in einer wichtigen gemeinschaftlichen Angelegenheit Grund genug dafür sein sollte, diesem Menschen gegenüber niemals mehr die soziale Grundhaltung des Vertrauens zu erbringen; dass dieser Mensch also aus jedem vertrauensvollem Miteinander zu entfernen ist. Leider hat der Volksmund nicht die Kraft, zum Volksverstand zu werden, sonst sähe es in Wirtschaft und Politik anders aus, und auch die Journaille würde einen anderen, weniger beklagenswerten Standard pflegen. Doch selbst mit diesem Muskel bliebe dieser Volksverstand schwach, wenn er die Manipulation durch gewiefte Rhetorik nicht der Manipulation durch direkte Lüge gleichstellte. Jeder Versuch, andere Menschen durch das Blendwerk der Lüge oder der scheinlogischen Rhetorik über den Tisch zu ziehen, verdient die volle Ächtung, letztlich den Ausschluss des Lügenboldes aus einer Gemeinschaft von Menschen, die auf ein feines Netz gegenseitigen Vertrauens begründet ist.

Freiheitssklaven — Wenn ein Mensch zu einem anderen Menschen spricht: “Du bist völlig frei in deinen Entscheidungen”, dazu eine Schusswaffe herausholt und ihm sagt, was er zu tun hat, wenn er nicht erschossen werden will, ist jedem klar, das die Bezeichnung des so erzwungenen Handelns als “Freiheit” ein ätzender Hohn ist. Wenn einem Menschen gesagt wird: “Du bist völlig frei in deinen Entscheidungen”, ihm aber bei Nichtbefolgung sehr enger Vorgaben die Verarmung, die Obdachlosigkeit, der Hunger, die soziale Verelendung und ein Dasein als Bettler angedroht wird, denn handelt es sich um den Freiheitsbegriff der rot-grünen und später großkoalitionären “Sozial”-Gesetzgebung im bestehenden Hartz-IV-Staat, der immer mehr betroffenen Menschen mit “Angeboten, die sie nicht ablehnen können” kommt.

Phobokratie — Ein geschickter Sklavenhalter wird nur selten zur Peitsche greifen, um sich den Sklaven gefügig zu machen, denn der Schmerz der Peitsche lässt dem Sklaven keinen Raum mehr für seine Illusionen, aus denen er die Kraft für jene Arbeit schöpft, für die er gedingt wurde. Ein geschickter Sklavenhalter wird aber dafür sorgen, dass die Angst vor der Peitsche stets unterschwellig im Kopfe des Sklaven gegenwärtig ist, ohne dass sie dort viel Bewusstsein auslöst. Er wird mit großer Freude sehen, wie sich der Sklave mit der Peitsche im Kopfe selbst zerknirscht, wenn er einmal einen Fehler gemacht hat; er wird ein lobend Wort haben, wo der Sklave stets zuvorkommend die Wünsche seines Herren zu erraten und zu erfüllen versucht, er wird mit Befriedigung feststellen, wie der Sklave die komplette Gewalt der ungleichen Beziehung in seinem Geiste verinnerlicht. Spricht dann jemand die Gewalt in dieser ungleichen Beziehung an, so wird er lachend fragen, wo denn die Gewalt wäre. Und. Der dumme Sklave wird laut in dieses Lachen einstimmen.

Gottkette — Wie sehr das Bild Gottes in den etablierten religiösen Institutionen doch nach dem Bild des despotischen Herrschers und Sklavenhalters gemacht ist! Wie groß doch das Lob des Gehorsams gegen diesen Gott ist! Und. Wie deutlich doch das “Wehe” zu jenen gesagt ist, die nicht glauben und nicht gehorchen wollen! Da weiß man, wessen Gott es ist. Und man weiß auch, für wen dieser Götze gemeißelt wurde. Kein Wunder, dass die versklavtesten Menschen seine ergebensten Diener werden, und gar nicht überraschend, wie die durch diesen Götzen entrechtete Hälfte der Menschheit, die Frauen, bücksam in die Kirchen rennt und allerlei unbezahlten und unterbezahlten Dienst voller Glauben tut. Es ist eine Kette, die bis in den Himmel reicht. So erklärt man das Unrecht zum Naturgesetz, zum gottgegebenen.

Wahltag und Zahltag — Um die Sklaven bei der Stange zu halten, bedarf es freilich der Hoffnung, dieser Haltung, die eigenes Vermögen vergisst, um auf das von außen einbrechende Wunder zu warten. Brachte man einst (und bis heute) die Sanften und Zerschlagenen dazu, ihre Kreuze zu schlagen, wenn sie des fernen Heilandes Abbild im irdischen Tuche gebrannt sahen, wenn kalte Mariengötzen blutige Tränen über die Dummheit der Pilger flennten oder wenn sich das Blut des Heiligen in der zaubernden Hand des Lugpfaffen verflüssigte, so bedarf es nach der weitgehenden Ausrottung des althergebrachten, jenseitigen Aberglaubens auch des neuen, diesseitigeren Aberglaubens. Deshalb können die Sklaven der Jetztzeit auf dem Tippschein im staatlichen Zahlenlotto und auf dem Wahlzettel ihr Kreuz schlagen und auf die Wende in ihrem Leben hoffen. Und hoffen. Und nichts als hoffen. Wer glaubt denn allen Ernstes, dass die neuen Mythen besser sind als jene, die in fortschreitender Einsicht entmythologisiert wurden?

Papst — Der gleiche Papst, der Gottvertrauen von den Menschen fordert, sieht dies freilich für sich selbst etwas anders, wenn es sich im kugelsicheren “Papamobil” durch die entgeistert jubelnden Massen kutschieren lässt. Allein das zeigt, wie genau er seine Rolle und seine Funktion im Herrschaftsgefüge kennt. Und. Sich von den Opfern seiner Lügen fürchten muss.

Sinn — Zu dem Unkraut, das von aller etablierter Religion keineswegs ohne Grund und Absicht in die Seelen der Menschen gesät wird, gehört die niemals zu widerlegende Annahme, dass alles Existierende und Geschehene seinen von Gott gegebenen Sinn habe, den der Mensch nicht immer verstehen könne. Wer aus diesem Unfug erwacht, stellt stattdessen im Erwachen seiner Sinne fest, dass alles von fröhlicher Sinnlosigkeit ist, aber von teilweise verständlichen Gesetzen von Ursache, Wirkung und komplexer Wechselwirkung durchzogen ist. Das ist eine gefährliche Einsicht, denn auf sie folgt schnell die Erkenntnis, dass sich die Welt zu einem erträglicheren Ort umgestalten ließe, der freilich die Privilegien der Herrschaft nicht mehr kennte. Deshalb wird auch lieber vom “Sinn” gefaselt.

Todesanzeige — Wie oft es in den Todesanzeigen und im allgemeinen Dummschwatz doch heißt, dass der Verstorbene “entschlafen” wäre, ganz so, als machte er nur ein Nickerchen, um in besseren Zeiten erquickt wieder aufzuwachen. Die Verdrängung des Todes und der individuellen Sterblichkeit ist die andere Seite eines Lebens, das man sich allzu widerstandslos enteignen lässt, statt es als einzige und einmalige Wirklichkeit und Möglichkeit des Menschen einzufordern. Wer sich nicht sein Leben nehmen will, kann sich genau so gut umbringen.

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