Tag Archive: Obdachlosigkeit


Rastplatz (16)

Sitzgelegenheit vor dem HannoverServiceCenter am Schützenplatz.

Sitzbänke vor dem gerade erst neu gebauten HannoverServiceCenter in Hannover, die von einem dafür mit städtischen Mitteln sicherlich recht gut bezahlten Menschen vorsätzlich so entworfen oder ausgewählt wurden, dass man sich weder beim Sitzen anlehnen noch darauf legen kann, damit sie auch ja nicht von obdachlosen Menschen benutzt werden können. Für diese gibt es ja schließlich den Boden, der ist Dreck gewohnt…

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Die Penner der Zukunft

Als er unter der Brücke an zwei Obdachlosen vorbeiging, die in ihrem Schlafsack mit Smartphones hantierten, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen: „Schau, so sieht die Zukunft aus, und so sehen die Penner der Zukunft aus. Wenigstens ist man überall informiert und gut unterhalten“.

Screenshot Twitter. @mazur2und3 zitert einen Tweet von @uestra: 'Hallo. Das die Haltestellen so gebaut wurden hat seine Gründe. Wäre der Schutz größer, könnten Sie ihn nicht nutzen weil er von Schläfern besetzt wäre. MfG^bp' und merkt dazu an: '@uestra @HAZde @neuepresse @hliebe Das is ziemlich zynisch... So eine Antwort'. @uestra antwortet darauf: 'Wir bedauern es, wenn Sie unsere sachliche Antwort, subjektiv als zynisch wahrnehmen. ^os'. Mein Text dazu: 'Pragmatischer Umgang mit Obdachlosigkeit -- Wird aus völlig unerklärlichen Gründen von einigen Menschen als übler Zynismus wahrgenommen, aber nur ganz subjektiv. Was für ein Jammer!

Quelle des im Screenshot zitierten Tweets

Die neue Wohnlichkeit

Hingelegte Matratze an einer überdachten Stelle. Daneben Müll, unter anderem ein Schrank und ein Fernseher.

Gruß an M.

Platte

Wenn du auf der Straße schläfst, um am nächsten Morgen als einer der ersten in der Schlange zu stehen, die ein neues gadget kauft, dann bist du ein völlig erwünschter Verbraucher, ja, viele soll es von dir geben. Wenn du aus anderen Gründen auf der Straße schläfst, bist du ein unerwünschter Asozialer, der den modernen Faschismus zu spüren bekommt, damit er verschwinde oder von den völlig erwünschten Verbrauchern vertrieben werde.

Das proklamierte Bett

Wenn doch jeder, der nach Genuss seines Twitter- und Facebook-Streams mit einem leicht anbringbaren und ebenso leicht wieder entfernbaren Aufkleber ein Bett für Edward Snowden zu haben proklamiert, nur irgendwo in einer Ecke seines Wohnquaders eine Decke auf den Boden legte und einen der vielen Obdachlosen aus seiner direkten Umgebung darauf schlafen ließe¹, wie viel wäre damit schon gegen die sich ausbreitende menschliche Kälte gewonnen! Das Kleben der Menschenrechte ist so leicht und selbstgerecht, das Leben der Menschenrechte ist so unpopulär und angstverhindert.

¹Der zugegebenermaßen etwas strenge Geruch vieler Obdachloser verschwindet übrigens sehr schnell, wenn man sie auch für ein paar Minuten die Dusche benutzen lässt…

Geist in Zelten

In meiner dochnochwarmen Brust
Weilt ein trieber Geist in Zelten;
Ein Sturmhauch nur
Der wandern will. Und wandern.

Als zur Kleinzeit keiner war
Mich zu ziehen, zog er ein.
Jetzt ziehe ich;
Immernach dem Geist in Zelten.

Das Knastwarm jeder Mauer
Lässt meine Brust erbibbern,
Nichts und niemand
Gibt mir Ruhe. Vor mirselbst.

Hinter mir brennt die Asche,
Vor mir gähnt das Schwarz.

Fern vom Hirn, unter pumpelndem Herzen
Treibt ein weiler Geist in Zelten
Den Trübsinn an
Der wandern will. Und wandern.