Tag Archive: Neusprech


Partizip

Wenn die Journalistenden unter den Fernsehmachenden, bezahlt von den Gebührenzahlenden, von den Studierenden sprechen, die Demonstrierende sind, werde ich zum Kopfschüttelnden.

Bleibender Kohldampf

Jenen, die „Gerechtigkeit“ durch Sprachpolitik und Neusprech-Konstruktionen herstellen wollen, sei mit leuchtender Tinte ins Poesiealbum ihres Gehirnes geschrieben, dass Wörter nicht und niemanden satt machen!

Neusprech

Ein Wortgetüm wie „geschlechtergerechte Sprache“ weist schon von der „Ästhetik“ des Begriffes her in Richtung 1984.

An den denglischen Muttersprachler

Du klingst nicht intelligenter, wenn du „People of Colour“ statt „Farbige“ sagst, sondern ganz im Gegenteil: Du klingst wie ein Dummkopf, der alles unreflektiert nachplappert, sein Gehirn allzugern im massenmedialen Neusprech badet und jeder an ihn herangetragenen dummen Mode folgt.

Krise

„Es handelt sich übrigens nicht um eine Corona-Krise“, sagte der Vorübergehende zu seinem mediengenießenden Zeitgenossen, „sondern um eine Corona-Seuche. Und wenn du die globale Erwärmung ernst nimmst, handelt es sich dabei auch nicht um eine Klima-Krise, sondern um eine Klima-Katastrophe. Jene Politiker und Journalisten, die in ihren Sprechakten fürchterliche Geschehnisse zur ‚Krise‘ erklären, als handele es sich um eine Situation, die durch ein paar politische Gipfel, Gespräche und Gesetze beendet werden könne, spiegeln in diesem Wort, dass sie ihr eigenes Geschwätz nicht einen Moment lang für wahr halten oder nicht einen Moment lang für wahr halten wollen, dass sie also einfach ungestört wie die Träumenden im brennenden Bette weitermachen wollen, und das färbt auf alles Denken ab, das diese Worte vernimmt und ihnen Glauben schenkt“.

Prozess

Der neueste Neusprech geht so: Da, wo Krieg ist, also beispielsweise im Nahen Osten oder in Afghansitan, spricht man in den Nachrichten in Presse und Glotze nicht mehr vom Kriege, sondern vom „Friedensprozess“, der leider immer wieder durch „Querelen“ und „Schwierigkeiten“ beeinträchtigt wird. Bei so erfreulichen „Friedensprozessen“ kann man auch gleich wieder in das Kriegsgebiet Afghanistan abschieben.

Diese vorsätzlich manipulative Sprache wird von den gleichen Journalisten präsentiert und druckmaschinenschwarz in den Schädel geätzt, die auch schon seit Jahrzehnten den Neusprech aktiv in jeden Artikel tragen, der die früheren, klar und unmissverständlich benannten Kriegsminister zu „Verteidigungsministern“ machte. Noch zwanzig Jahre dieses vorsätzlich manipulativen Neusprechs, und niemand wird mehr Anstoß an einer Meldung nehmen, dass bei den laufenden „Friedensprozessen“ in irgendeiner für die jeweilige außenpolitische Strategie der USA bedeutsamen Region der Welt mehrere Ortschaften zerstört und zehntausende Zivilisten getötet wurden. Am „Verteidigungsminister“ nimmt ja auch niemand mehr Anstoß.

„Werteherrschaft“ statt Volksherrschaft

Der Demokratiebegriff, wie er heute verwendet wird, entspricht in keiner Weise mehr seiner ursprünglichen Bedeutung. Die politische Gestaltung des Miteinanders wird nicht mit dem Willen der Menschen begründet und am manifesten Willen der Menschen korrigiert, sondern allenthalben wird in der Classe politique von unveräußerlichen Werten gefaselt, deren dünstelnder Geist über allem anderen stehen soll, ganz so, als lebten wir in einer ideologisch geprägten Diktatur.

Und nein, die in den ersten 19 Artikeln des Grundgesetzes für die BRD festgelegten Menschenrechte gehören nicht zu diesen unveräußerlichen Werten (sie sind ja auch keine Werte, sondern Rechte), stattdessen werden sie gern im Namen dieser Werte in Frage gestellt.

Meinungsfreiheitsermöglichungsmaßnahmen

Die Zensoren für das Internet werden, von ihren PR-Agenturen beraten, schon in Kürze davon zu sprechen beginnen, dass sie nicht die Meinungsfreiheit unterdrücken, sondern sie durch ihre Schutzmaßnahmen ganz im Gegenteile erst ermöglichen und dass sie damit die eigentlichen Helden und Verwirklicher der Demokratie sind.

Ehrenamt

„Das Ehrenamt, das eine eigentlich bezahlte Arbeit ohne Lohn verrichten soll, damit jemand, der dafür Lohn bekommen hätte, ohne Arbeit bleibt“, sagte der Vorübergehende zu seiner viel zu gläubigen Zeitgenossin, „ist weder eine Ehre, noch ist es ein Amt. Es ist Ausbeutung in ihrer reinsten und unverblümtesten Form, so freundlich wie ins Gesicht gespuckter Schleim, und wer auch nur eine Spur Ehrgefühles in sich findet, weist ein solches ‚Angebot‘ genau so deutlich zurück wie eine Beleidigung, statt sich als asozialer freiwilliger Sklave an der allgemeinen Lohndrückerei zu beteiligen“.

Sollen die spirituell bankrotten christlichen Kirchen doch um die Kraft Gottes beten, wenn sie billige und willige Körper für ihre Arbeiten haben wollen!

Öffentliche Meinung

Die so genannte „öffentliche Meinung“ ist die Filterblase der Journalisten und ihrer Komplizen aus Wirtschaft und Politik.

Die Studierenden

Als dem Vorübergehenden in der Universität erklärt wurde, dass man jetzt nicht mehr „die Studenten“, sondern „die Studierenden“ sagt, schaute er kurz um sich und dachte anschließend ganz leise bei sich: „Dabei gibt hier so viele Studenten, die keine Studierenden sind“.

Des Knastes neue Sprachkleider

Wenn einem Ding aus Propagandagründen ein neuer Name gegeben wird, dann ändert sich der Charakter dieses Dinges nicht. Ein „Transitzentrum für Flüchtlinge“ ist nichts anderes als ein Abschiebeknast. Und eine „Rücküberführung“ ist — so lange es dabei nicht um eine Leiche geht — nichts anderes als eine Abschiebung.