Tag Archive: Mord


Wie reagiert man bei den Grünen darauf, wenn ein Mörder in Frankfurter Hauptbahnhof eine Mutter und ihr achtjähriges Kind vom Bahngleis vor dem einfahrenden Zug schubst und das Kind dabei stirbt?

Die Antwort gibt Eike Lengemann (Die Grünen), Beisitzer im Vorstand der Grünen Hannover, Volkswirt mit dem Schwerpunktthemen Verkehrswende und Energiewende. Ich bitte Menschen mit empfindlichem Magen darum, eine Speitüte bereit zu halten:

Tweet von @EikeLe, verifizierter Account, vom 30. Juli 2019, 18:44 Uhr: Im Autoverkehr streben jährlich mehr als 3.000 Personen - keine allzu großen Diskussionen. Im Bahnverkehr stirbt eine Person - Interview mit dem Chef eines Sicherheitsdienstes, Bundesminister unterbricht Urlaub.  Bitte immer die Verhältnismäßigkeit wahren, @HAZ & Hr. Seehofer.

Offenbar sind solche Morde für in Hannover kommunalpolitisch führende und politisch recht ambitionierte Mitglieder der Grünen bei ihren politischen Instrumentalisierungsversuchen auf dem Rücken eines toten Kindes und einer vermutlich lebenslang traumatisierten Mutter ganz gewöhnliche Vorfälle des „Bahnverkehrs“, grob vergleichbar mit einem Autounfall. Zumindest so lange der Täter kein „Nazi“ war… 😦

Ein widerwärtiges Geschmeiß ist das!

Wie man im Screenshot sehen kann, habe ich die Madsackpresse auf Twitter blockiert, und zwar aus Gründen. Halbmechanische Dampfzwitscherer, die mir voller contentindustrieller Beflissenheit hannover-bezügliche Hashtags mit ihrem reklamevermarktenden Infomüll oder gar Links hinter ihren Bezahlschranken vollspülen, gebe ich mir nicht freiwillig, sondern gehe mit ihnen um wie mit jedem anderem Feind und Spammer auch. Möge das Sterben der Zeitungen und Presseverlage ganz schnell gehen, und doch allen Beteiligten sehr weh tun! Karma is a bitch.

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Die Abtreibungsgegner

Es sagt vermutlich alles über gewisse Gegner der Abtreibung, wenn die gleichen Freunde des ungeborenen Lebens auf der anderen Seite mehr oder minder offen einfordern, dass man Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen soll.

Stell dir mal vor…

„Stell dir mal vor“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke wäre gar kein Neofaschist in einer von Polizeien und Geheimdiensten finanzierten und durchsetzten Szene gewesen, sondern ein Linker! Oder ein Moslem! Was meinst du wohl, was jetzt in Politik, Polizei und Presse los wäre“…

Leseempfehlung: Nachdenkseiten — Mordfall Lübcke — NSU 2.0

Wi(e)der die Verschiebung und Verdrängung!

Achtet darauf, dass nicht eure Aufmerksamkeit verschoben wird, wie das gerade von Journalisten und Politikern, aber auch von scheinbar antifaschistischen Kreisen versucht wird! Walter Lübcke wurde nicht mit Social Media und nicht mit Hate Speech ermordet (und übrigens auch nicht von der AfD, so sehr der Mord von einigen ihrer Mitglieder und Sympathisanten auch hämisch kommentiert und offen begrüßt wurde), sondern mit einem hinrichtungsartig abgegebenen, aufgesetzten Kopfschuss aus einer Faustfeuerwaffe, der ihm von einem mutmaßlichen Täter verpasst wurde, der schon lange nicht mehr irgendwelcher Websites bedurfte, um sein in sich weitgehend geschlossenes, lange vor Internet-Zeiten aufgebautes, rechtsradikales Weltbild zusammen mit einer ordentlichen Portion Verlangen zur mörderischen Tat zu erwerben; ein mutmaßlicher Täter, der Polizeien und Geheimdiensten der BRD schon jahrzehntelang einschlägig bekannt war und sich in den Neunziger Jahren seine ebenfalls einschlägige Vorstrafe als Bombenleger erwarb.

Erbärmliche BRD-Politiker und ihre speichelleckerischen Kumpels im contentindustriellen Journalismus haben nicht einmal vor einem ermordeten Kollegen so viel Respekt, dass sie die Leiche nicht noch für ihre Zensur-, Entrechtungs- und allgemeinen Überwachungsfantasien instrumentalisieren würden. Deshalb achtet darauf, dass nicht mit der affektiven Kraft einer mörderischen Tat eure Aufmerksamkeit verschoben wird! Hass ist kein Verbrechen. Mord ist ein Verbrechen. Die Internetzensur, deren Verschärfung sicherlich bald noch weniger leise und viel deutlicher in statt zwischen den Zeilen gefordert werden wird, wird keinen Mord und keine andere Gewalttat verhindern. Sie drückt nur Existierendes in die Unsichtbarkeit. Sie ist Verdrängung.

Die, die jetzt so tun, als fielen sie aus allen Wolken, haben sicherlich in den letzten fünfzehn Jahren niemals etwas anderes in Internet gesehen als ihre eigenen kommunikativen Blasen. Kein Wunder, dass sie auch in anderen Punkten so weit weg von der Wirklichkeit des größten Teils der Menschen in der BRD sind — eine Wirklichkeit übrigens, die viel mehr und viel nachhaltigeren Hass auslöst als jedes hasserfüllte Posting, das auf einer Social-Media-Website durchscrollt.

Der Name des mutmaßlichen Täters ist hier mit Absicht unerwähnt, ganz im Gegensatz zum Namen des Ermordeten.

Rechtsstaat 2.0

Wenn es um die Einführung neuer Polizeigesetze geht, hat niemand in der Classe politique ein Problem damit, alle Menschen in der BRD unter Generalverdacht zu stellen und dementsprechend behandeln zu lassen, scheiß auf Menschenrechte und aufs Grundgesetz. Wenn es hingegen um rechtsterroristische Netzwerke¹ innerhalb der Polizei geht, gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung für die Polizeibeamten, es ist ja immer noch ein Rechtsstaat hier…

¹Wer sich nach einer Neonazi-Mörderbande in der Unterschrift eines Morddrohbriefes selbst als ein NSU 2.0 bezeichnet, ist ein bekennender Terrorist und sollte auch so genannt werden.

„Hassverbrechen“

„Achte auf die Sprache, in der die Nachrichten nachgerichtet werden, damit du dich danach richtest!“, sagte der Vorübergehende während der Tagesschau. „Wenn ein Araber oder ein sonstiger Nichtarier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das Terrorismus, wenn aber ein Arier in ein Gebetshaus geht und dort betende Menschen ermordet, ist das ein Hassverbrechen. Denn ein Arier kann dort, wo man Nachrichten nachrichtet, niemals ein Terrorist sein“.

Screenshot von der Tagesschau-Website: Mutmaßlicher Täter offenbar identifiziert -- Der mutmaßliche Täter habe sich den Beamten gestellt und sei festgenommen worden, hieß es weiter. Medien berichteten, der Verdächtige sei als ein 46 Jahre alter Amerikaner identifiziert worden, der in Sozialen Netzwerken durch rechtsgerichtete Kommentare aufgefallen sei. Die Behörden erklärten, sie würden die Tat bei ihren Ermittlungen als Hassverbrechen einstufen. Das FBI hat demnach die Ermittlungen übernommen. Die Behörde geht derzeit davon aus, dass der Mann alleine gehandelt hat. Der Verdächtige wird mit Schusswunden im Krankenhaus behandelt.

Quelle des Screenshots: ARD-Tagesschau [Archivversion im Lande Depublizierungspflicht]. Sachdienliche Hinweise, worin wohl der Unterschied zwischen so genanntem „Terrorismus“ und so genanntem „Hassverbrechen“ liegen könnte, nehmen alle Journalismusdienststellen entgegen.

Wider die Mordläuferlust

Wir müssen mehr tun, als nur für die Opfer und Familien zu beten

Greg Abbott, gegenwärtiger Gouverneur von Texas

„In den USA soll auch weiterhin jeder an Schusswaffen kommen können“, sagte der Vorübergehende zum Nachrichtengenießer, „aber gleichzeitig soll verhindert werden, dass Schüler mit den Waffen ihres Vaters zur Schule gehen und dort ihre Mitschüler und ihre Lehrer ermorden, oder es soll wenigstens so getan werden, als ob man das zu verhindern trachtete. Da wäre es doch die naheliegendste Lösung im Sinne der US-Verfassung und der US-amerikanischen Lebensart, wenn man einfach Schulen verböte. Immerhin hörte damit auch das oft erbarmungslose Mobbing in den Schulen auf, das niemals Schlagzeilen macht, weil dabei nicht so viel contentindustriell wertvolles und verwertbares Kinderblut fließt, weil es ‚bestenfalls‘ vereinzelte junge Menschen in den Freitod treibt“.

Mit jedem deiner Mordanschläge zeigst du mir und dem Rest der Welt nur eines: Dein Gott ist klein. Er kann nichts mehr. Von ihm ist nichts mehr zu erwarten. Er ist wohl vom Schöpfen immer noch erschöpft.

Das sage nicht ich, das sagst du, denn du erzählst der Welt durch das blutige Wort deiner Mordtat, dass dein Gott sich nicht selbst zu helfen weiß, so dass du ihm ein wenig aushelfen musst. Weil deine Hand stärker ist als seine. Er, von dem du sagst, dass er doch den ganzen Kosmos gemacht habe, bekommt es nicht einmal mehr hin, als kleines Zeichen ein paar Leute umzubringen.

Das ist deine Predigt, du Idiot: Der Gott, an den du glaubst, ist müde, winzig und unfähig. Er ist tot. Das von dir vergossene Blut ist das Siegel auf dem Totenschein, den du selbst und mit eigener Hand für deinen Gott ausgestellt hast.

So oft kannst du gar nicht „Gott ist größer“ von den Türmen schreien lassen, dass deine lästerliche und lächerliche Proklamation des Todes Gottes davon übertönt werden könnte.

Stell dir nur einmal vor, du blutbesoffener Todesanbeter: Der Gott, von dem du mit deinen Worten sagst, dass er lebe und wirke, und von dem du mit deinen Taten sagst, dass er tot und kraftlos ist… dieser Gott würde dich beurteilen! Was erhoffst du da für ein Urteil zu empfangen?

Es ist dir gleichgültig. Du bist frei von Furcht und Sorge, weil du deinen Gott schon längst für tot erklärt hast und von Hass auf alles Lebende erfüllt bist.

Alles ist dir gleichgültig, weil du ein dummer, gottloser, todesanbetender Idiot bist, der seinen Todeskult, seine Dummheit und seine Gottlosigkeit hinter einer formell frommen Maske verbirgt. Du bist alles, wovor deine Profeten gewarnt haben.

Mögest du in die Hölle fahren, die du anderen Menschen mit deinem tödlich dummen Dasein bereitet hast, du Feind der Menschen und du Feind deines eigenen Gottes!

Triumph des Unwillens

Taten entstehen nicht aus dem Willen, sondern aus dem Tun. Wie viel Mieses doch schon durch jene überwältigend vielen, vielen Menschen entstanden ist, die taten und tun, was dem ihnen mit allerlei Mitteln aufgeprägten oder aufgezwungenen Willen anderer Menschen entspringt! Überall stehen die Denkmäler für diese psychisch programmierten, biologischen Roboter, die unwillens sind, ihr eigenes Leben zu verleben und im Zweifelsfall jeden anderen umbringen würden, der auf sein eigenes Leben Wert legt.

Je suis stupide

Sie hashtaggen „Je suis Berlin“, ganz so, als ob man hier französisch spräche oder als ob „Ich bin Berlin“ unanständig klänge. In der Schablonen- und Phrasenhaftigkeit der Reaktionen spiegelt sich jener nach pawlowscher Methodik massenmedial aufkonditionierte Reflex wider, der unter Umgehung höherer Funktionen des Gehirnes zum Verhalten (und nicht zum Handeln) wird, und sei es auch noch so dumm, maschinenhaft, kalt und sinnlos — hauptsache, es sorgt für eine schnelle emotionale Abfuhr des Individuums in der gleichsam post- wie parareligiös vorgetragenen Liturgie der Masse.

Tweet von @PolizeiBerlin_E (PolizeiBerlinEinsatz, verifizierter Twitter-Account): Bitte verbreiten Sie keine Videos vom Ereignisort im Netz.So schützen Sie die Privatsphäre der Opfer & ihrer Angehörigen. #Breitscheidplatz

Leider wurde diese für jeden Menschen mit einer Grundausstattung an Empathie nachvollziehbare Aufforderung weder an die direktübertragenden Fernsehsender mit ihren bewegten und bewegenen Bildern direkt vom Tatort noch an die Gossenjournalisten von bild (punkt) de gegeben, die sofort ihren Artikel „mit Video“ fertig hatten und routiniert einen Live-Ticker mit den Bildern des Anschlags nachlegten — beide in erster Linie, um die so geschaffene Aufmerksamkeit für die Werbeplätze umso besser vermarkten zu können. Vermutlich handelt es sich um das gleiche Geschmeiß, das morgen schon in seinen fake news über die gleichermaßen respektlosen wie verlogenen, stets um Aufmerksamkeit buhlenden Internetnutzer reden wird, denen man sofort gesetzliche Schranken und eine weitgehende Zensur auferlegen muss.

Alle Screenshots von bild (punkt) de via @benediktg@gnusocial.de — mich lässt dieses Drecksblatt zum Glück nicht mitlesen, weil ich nicht gewillt bin, Sicherheitseinstellungen meines Webbrowsers zu lockern.

Terrorprävention

Menschen, die gebildet sind, nicht gemobbt werden und eine halbwegs erfreuliche persönliche Aussicht haben, laufen weder ohne explizite religiöse Motivation mit Waffen menschenmetzelnd durch den öffentlichen Raum, noch kommen sie auf die Idee, selbstmörderische Totmacher mit religiöser Motivation zu werden. Die nach jeder derartigen Mordtat von Journalisten und anderen Propagandaschergen in ermüdender Regelmäßigkeit aufgeworfene und breit mit Spekulationen und Fakten abgehandelte Frage, ob der Täter nun religiös motiviert war oder nicht und ob es sich deshalb um „Terrorismus“ gehandelt habe oder nicht, sie geht meilenweit an einem möglichen Aufschluss vorbei und nimmt in ihrer bewusstseinserstickenden Primitivität die „Argumentationsmuster“ rechtsradikaler Mordbrenner vorweg. So lange derartige Mordtaten dazu führen, dass absurde und menschrechtsfeindliche politische Agenden leichter ausgeführt werden können und dass sich die Nachrichten der Contentindustrie besser monetarisieren lassen, so lange besteht keine Aussicht auf ein Ende dieser psychischen Rückkopplung im Nachrichtenstrom — außer durch einen Ausgang in einer gesellschaftlichen Katastrophe. Die Prävention der Mordtaten besteht nicht darin, dass die Menschenrechte abgeschafft werden und die anlasslose Überwachung aller Menschen ausgebaut wird, sondern darin, dass man beginnt, die richtigen Fragen zu stellen und Antworten darauf zu suchen. Ein solches Vorgehen trüge übrigens — im Gegensatz zum derzeitig vorangetriebenen Abbau der Menschenrechte — das Potenzial in sich, das Leben aller Menschen besser zu machen, denn das, was die mörderische Verzweiflung hervorbringt, prägt nicht nur jene, die zu Tätern werden.