Tag Archive: Mond


One giant leap for mankind…

Direktorangefarbenerdreck

Werbeanzeigen

Neith

Giovanno Domenico Cassini, Professor der Astronomie und Mathematik an der Universität zu Bologna und ab dem Jahre 1669, in Anerkennung seiner Leistungen, auch Direktor der königlichen Sternwarte zu Paris, war zu seiner Zeit einer der großen Astronomen, obwohl er sich in seinem Weltbild den Vorgaben des Vatikans beugte und sich aus diesem Grund wohl um einigen Ruhm gebracht hat. Er war dennoch ein ausdauernder und sorgfältiger Beobachter des Firmamentes und hatte hervorragende Teleskope zur Verfügung. 1665 bestimmte er die Rotationsperiode des Jupiter anhand von Beobachtungen des Großen Roten Fleckes, er berechnete die Rotationsdauer der Venus und des Mars und fand 1668 eine praktikable Methode zur Zeitbestimmung und damit zur Navigation auf hoher See, indem die Position des Jupitermondes Io als astronomische Uhr genutzt wird. 1675 entdeckte und beschrieb er jene Lücke im Saturnring, die heute noch die Cassinische Teilung genannt wird.

Cassini veröffentlichte nicht jede seiner Beobachtungen. Manche hielt er zurück, weil sie seinem Weltbild widersprach, und manche andere hielt er einfach deswegen zurück, weil er nicht zum vorschnellen Veröffentlichen neigte. Ersteres ist leider heute noch in der Forschung üblich, und letzteres ist leider heute nicht mehr in der Forschung üblich, da sich das Ranking eines Wissenschaftlers stark an der Quantität seiner Veröffentlichungen misst.

Im Jahre 1672 sah Cassini durch sein Teleskop zum ersten Male neben dem Planeten Venus ein kleines Objekt, welches er spontan für einen Mond hielt. Er benannte dieses Objekt nach einer ägyptischen Göttin als Neith.

Er mag diesen Namen gewählt haben, weil das Objekt so schwierig zu beobachten war, denn der griechische Schriftsteller Plutarch berichtete von einem verhüllten Bildnis der Göttin Neith, das mit dem Spruch „Ich bin alles was war, was ist und was sein wird, keinem Sterblichen wird es jemals möglich sein, meinen Schleier von mir zu nehmen“ geschützt wurde. Diese Annahme ist allerdings spekulativ.

Sicher ist hingegen, dass der Venusmond nach dieser ersten Beobachtung für 14 Jahre nicht mehr in den Aufzeichnungen Cassinis auftauchte. Ob Cassini wohl das eine ums andere Mal sein Teleskop nächtens zur Venus gerichtet hat und versucht hat, seine Beobachtung zu wiederholen, wissen wir nicht. Im Jahre 1688 konnte Cassini sein Objekt zum zweiten Male beobachten, und dieses Mal nahm er es auch in sein offizielles Journal auf, so dass der mutmaßliche Venusmond unter Astronomen bekannt wurde.

Aufgrund der Leuchtkraft wurde das Objekt auf ein Viertel der Venusmasse geschätzt, und es zeigte genau wie die Venus Phasen, die den Phasen des Erdmondes vergleichbar waren.

Getragen von der Autorität Cassinis wurde dieser Mond für eine reale Möglichkeit gehalten. Und obwohl er schwierig zu beobachten war, wurde er in den folgenden Jahrzehnten immer wieder beobachtet: im Jahre 1740 von James Short, im Jahre 1759 von Andreas Meyer, und im Jahre 1761 sogar vom berühmten Mathematiker und Astronomen Joseph-Louis Lagrange. (Ja, das ist der mit dem Restglied der Taylor-Formel.) Insgesamt wurde Neith im Jahre 1761 von fünf verschiedenen Beobachtern achtzehn Mal gesichtet; im Jahre 1764 gab es acht weitere Sichtungen durch zwei Beobachter. Das war Grund genug, die Sache ernst zu nehmen, so schwierig das Objekt auch zu beobachten sein mochte.

Und deshalb haben viele andere Astronomen in dieser Zeit ebenfalls versucht, Neith zu beobachten und genügend Daten für die Berechnung einer Umlaufbahn zu sammeln — und haben es nicht geschafft. Hier lag ein seltsames Phänomen vor. Es gab namhafte Beobachter, die durch die Veröffentlichung falscher Daten nichts mehr gewinnen konnten, und es gab viele, die diese Beobachtung nicht reproduzieren konnten. Doch die Vorstellung, dass die berichteten Beobachtungen vorsätzliche Lüge sein könnten, war schlechterdings absurd.

Die erste skeptische Stimme wurde im Jahre 1766 laut, als der Direktor der Wiener Sternwarte seine Auffassung publizierte, dass es sich um eine optische Täuschung handeln müsse, die dadurch entstehe, dass die sehr helle Venus vom Hintergrund des Auges zurück in das Teleskop reflektiert werde und so das beobachtete Doppelbild erzeuge. Andere hingegen hielten die Beobachtungen für ein reales astronomisches Objekt und ließen sich auch nicht dadurch beirren, dass die mittlerweile etwas reichlicher dokumentierten Beobachtungsdaten zu keiner Mondbahn um die Venus passen wollten.

Als es im Jahre 1768 eine weitere Beobachtung durch den dänischen Astronomen Christian Horrebow gab, kam es zu drei systematischen Suchaktionen; eine davon geleitet von William Herschel, dem Entdecker des Planeten Uranus. Alle drei mit hohem Aufwand durchgeführten Durchsuchungen des venusnahen Raumes schlugen darin fehl, irgendeinen Venusmond aufzuspüren. Neith schien nicht zu existieren.

Und dennoch wurde weiter versucht, hinter diesem Schleier zu blicken. Im Jahre 1884 beschäftigte sich der Direktor der königlichen Sternwarte zu Brüssel mit den dokumentierten Beobachtungen und schloss aus diesem Datenmaterial, dass sich der „Venusmond“ alle 1080 Tage in der Nähe der Venus beobachten ließ. Daraus zog er den Schluss, dass es sich gar nicht um einen Mond handele, sondern um einen bislang unbekannten Planeten, der die Sonne in 283 Tagen umkreise und deshalb in der beobachten Periode in Venusnähe gesehen werden könne.

Dies wurde zum Anlass, das ganze Datenmaterial noch einmal kritisch zu würdigen. 1887 veröffentlichte die belgische Akademie der Wissenschaften eine ausführliche Analyse der dokumentierten Beobachtungen und konnte in dem sehr umfangreichen Papier für jede mitgeteilte Position Neiths nachweisen, dass es sich in jedem einzelnen Fall um eine Verwechslung mit einem Fixstern gehandelt hatte.

Und. Alle Beobachter haben nur das gesehen — oder besser: in den gestirnten Himmel projiziert — was sie zu sehen erwarteten. Es handelte sich nicht einmal um die schon vermutete optische Täuschung, es war schlicht eine psychische Täuschung.

In einer richtigen Naturwissenschaft lässt sich eine solche psychische Täuschung im Nachhinein erkennen, da sämtliche mitgeteilten Daten überprüfbar sind. In so vielem anderen, was sich „Wissenschaft“ nennt, ist eine derartige Überprüfung niemals möglich — und es ist die so genannte „Wirtschaftswissenschaft“, nach deren „Erkenntnissen“ zurzeit ganze Gesellschaften umgebaut werden. Die Möglichkeit, dass auch hier nur die Erwartungen bestimmter Individuen in komplexe und letztlich unverstandene gesellschaftliche Prozesse projiziert werden, ist für mich angesichts des völligen Scheiterns sämtlicher Absichten eines solchen gesellschaftlichen Umbaues sehr wahrscheinlich. Angesichts des manifesten Unglücks, dass auf diese Weise in das Leben so vieler Menschen gedrungen ist, ist es jetzt höchste Zeit, die Behauptungen anhand von Fakten zu überprüfen und den als Wissenschaft getarnten Wahnsinn zu stoppen.

Hirnschaden / Sonnenfinsternis

Hirnschaden

Der Irre liegt auf dem Gras,
Der Irre liegt auf dem Gras,
Erinnert sich an Spiele, Ketten aus Gänseblümchen und ans Lachen…
Die Verrückten muss man unter Kontrolle haben.

Der Irre ist im Vorzimmer,
Die Irren sind in meinem Vorzimmer,
Das Papier hält ihre gefalteten Gesichter am Boden fest…
Der Zeitungsjunge bringt jeden Tag mehr.

Und wenn der Damm bricht, viele Jahre zu früh;
Und wenn da kein Platz auf dem Hügel ist;
Und wenn dein Kopf unter dunklen Ahnungen explodiert —
Denn sehen wir uns auf der dunklen Seite des Mondes.

Der Irre ist in meinem Kopf.
Der Irre ist in meinem Kopf.
Du hebst die Klinge. Du führst die Veränderung herbei.
Du gestaltest mich um, bis ich zurechnungsfähig bin.

Du verschließt die Tür
Und wirfst den Schlüssel weg.
Da ist jemand in meinem Kopf,
Aber das bin nicht ich.

Und wenn die Wolken aufbrechen, der Donner an dein Ohr kommt,
Du aufschreist, aber niemand zu sein scheint, der es hört,
Und wenn deine Band damit anfängt, andere Lieder zu spielen —
Denn sehen wir uns auf der dunklen Seite des Mondes.

Sonnenfinsternis

Alles, was du berührst;
Alles, was du siehst;
Alles, was du schmeckst;
Alles, was du fühlst;
Alles, was du liebst;
Alles, was du hasst;
Alles, dem du misstraust;
Alles, was du rettest;
Alles, was du gibst;
Alles, womit du handelst;
Alles, was du kaufst,
Erbettelst, ausleihst oder stiehlst;
Alles, was du hervorbringst;
Alles, was du vernichtest;
Alles, was du tust;
Alles, was du sagst;
Alles, was du isst
Und jeder, dem du begegnest;
Alles, was du ignorierst
Und jeder, den du bekämpfst —

Und das alles ist jetzt,
Und das alles ist vergangen,
Und das alles ist im Kommen,
Und alles unter der Sonne ist gut abgestimmt…
Doch die Sonne ist vom Mond verfinstert.

In Wirklichkeit gibt es keine „dunkle Seite des Mondes“,
Tatsächlich ist da alles dunkel.

Pink Floyd: Brain Damage, Ecclipse | YouTube-Direktlink
Die Übelsetzung ist von mir.

Mit Gruß an die Irren, die vor vier Jahrzehnten auf einer rasenden Bombe zum Mond geflogen sind und an die von der Expansion ins All besoffenen Irren, die schon wieder auf diese Weise ein großes Feuerwerk veranstalten wollen, dass den Sinn der Erdenbewohner für ein paar Wochen oder Monate auf den Mond ausrichten soll.

Richtung und Garheit (23)

Glauben Sie wirklich, der Mond ist nicht da, außer wenn jemand hinschaut?

Albert Einstein (polemisch zur Quantentheorie)

Mondbesitzer — In Westerkappeln (Westfalen) lebt ein gewisser Martin Jürgens, der Eigentumsrechte am Mond beansprucht. In seinem Besitz ist eine Schenkungsurkunde, ausgestellt und unterschrieben vom preußischen König Friedrich dem Großen. In dieser Urkunde wurden der Familie Jürgens die Rechte am Mond übertragen, und es wurde ferner in aller gebotener Form vom Könige verfügt, dass dieses Eigentum am Mond jeweils auf den jüngsten Sohn weitervererbt werden soll. Auf diese Weise hat der König seinen Dank gegenüber einem besonders beflissenen Schergen Ausdruck verliehen, und natürlich hat sich der manchmal recht zynische Alte Fritz in seinem herrschaftlichen Wahn gar nicht erst die Frage gestellt, wer oder was ihm eigentlich das Recht gibt, den Mond zu verschenken. Hätte der Sprössling des als adlig bezeichneten Großräubertums stattdessen ein Stück Land auf der Erde verschenkt, denn wäre die Familie Jürgens wohl bis heute eine jener privilegierten Familien mit jenem großen Landbesitz, der dauerhaften Reichtum hervorbringt. Denn im Gegensatz zum Verschenken des Mondes stellt bis heute niemand die Gültigkeit einer solchen königlichen Schenkung von irdischem Land in Frage, viele derartige Verfügungen sind bis heute in Kraft, den Erben der Begüngstigten zum Geldquell. Wer es freilich absurd findet, dass jemandem der Mond gehören könnte, wie kann der es nicht wenigstens fragwürdig finden, dass irgendein Mensch Besitzrechte an irdischem Boden hat?

Steine — Das wesentliche Ziel des sowjetischen Raumfahrtprogrammes „Luna“ aus den Sechziger Jahren war es, noch vor den USA eine Probe Mondgestein zur Erde zu befördern. Hierzu wurde eine Proton-Rakete eingesetzt, die mit einem Startgewicht von rund 585 Tonnen eine Nutzlast von etwa 6000 Kilogramm zum Mond befördern konnte. Diese brachte eine Mondsonde in eine Umlaufbahn um den Mond, die mit den Steuertriebwerken der Sonde so angepasst werden sollte, dass der mondnächste Punkt der Bahn über dem geplanten Landegebiet lag. Dieser Punkt sollte der Oberfläche immer näher gebracht werden, und die immer noch hohe Geschwindigkeit sollte dann durch ein kleines Triebwerk reduziert werden, so dass es schließlich zu einer Landung auf dem Mond kommt. Nach der Landung würde die Bodenprobe mittels eines Bohrers entnommen und in die 39 Kilogramm wiegende Rückführkapsel überführt, die dann direkt zur Erde startet und von einem Fallschirm gebremst in der Sowjetunion landet. In dieser Kapsel sind bei planmäßigem Verlauf maximal 200 Gramm Bodenprobe vom Mond. Wer meint, dass dies doch ein recht monströses Projekt zur Gewinnung einiger Steine ist, der übersieht, dass der technische und finanzielle Aufwand der USA mit dem bemannten Apollo-Programm wesentlich höher war. Die Sonde Luna 15 wurde am 13. Juli 1969 gestartet, drei Tage vor dem Start von Apollo 11, die Mission schlug allerdings fehl und die Sonde stürzte unplanmäßig hart auf die Mondoberfläche. Die Apollo-Astronauten der USA in ihrem kleinen Raumschiff sahen sie vor diesem Scheitern noch vorbeiziehen, bevor sie ihre erfolgreiche Mission durchführten und insgesamt 21,6 Kilogramm Bodenproben einsammelten und zur Erde zurückführten. (Mit späteren, erfolgreichen Missionen des Luna-Programmes hat auch die Sowjetunion gut 300 Gramm Mondgestein gewonnen.) Wesentlich günstiger wäre es freilich gewesen, auf der doch recht nahe gelegenen Erde zu suchen, führt doch immer wieder einmal der Einschlag eines Metoriten auf dem Mond dazu, dass lunares Gestein herausgeschlagen und zur Erde befördert wird; dies geschah im Laufe der Jahrmilliarden derart häufig, dass wohl jeder schon einmal einen Stein in der Hand hatte, der vom Mond stammt. Im Jahre 1979 wurde in der Antarktis der erste Meteorit gefunden, der sicher als Mondgestein identifiziert wurde, mit gleicher Sicherheit kennt man heute einige Dutzend derartige Meteoriten. Für eine wissenschaftliche Untersuchung sind sicher als Mondgestein identifizierte Meteroiten sogar wertvoller, da sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit aus jeder lunaren Geländeform stammen können und nicht nur die möglicherweise speziellen Verhältnisse eines recht beschränkten Ortes der Probeentnahme widerspiegeln. Vermutlich gab es bei allen Mondprogrammen während des kalten Krieges nur eines, was noch monströser als der technische Aufwand war, und das war die zugehörige Propaganda.

Der Hunger — Bei der Vorstellung hungernder Menschen denkt beinahe jeder Mensch in der BR Deutschland nach allen werbenden Anstrengungen des Spendengewerbes an Afrika, und an die großflächig plakatierten Kinderaugen mit reklamewirksamer Fliege darunter, die zum modernen Ablasshandel rufen. Und in der Tat. Ist die permanente Unterernährung dort oft die Ursache für ein schreckliches Verrecken der davon betroffenen Menschen. An die Zustände in großen und reichen Industrienationen wird hingegen weniger gedacht. Im Jahre 2005 waren in den USA über 10 Millionen Menschen wegen ihrer Armut von permanenter Unterernährung betroffen, und gut 35 Millionen Menschen hatten nicht die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, das ist immerhin ein Achtel der Bevölkerung. Im November 2006 haben die Regierenden der USA dieses Problem „gelöst“, indem sie seitdem in ihren offiziellen Statistiken nicht mehr von klar und deutlich vom Hunger, sondern vorsätzlich verschleiernd von „sehr geringer Nahrungssicherheit“ sprechen, als ob solcher Neusprech etwas an den Tatsachen änderte. Unterdessen wird in den USA immer mehr Mais zu Treibstoff für den Irrsinn der Individualmotorisierung verarbeitet und steht nicht mehr als Nahrungsmittel zur Verfügung, so dass sich im benachbarten Mexiko viele arme Menschen nicht mehr ihre Tortillas leisten können.

U-FOol-ogie — Wenn die Religion das Opium des Volkes (Marx) oder das Opium für das Volk (Lenin) ist, denn ist die gegenwärtig von so genannten Sachbuchautoren in Geld verwandelte UFOlogie mit ihrer parareligiösen Mimikry das LSD des Volkes: Eine stark halluzinogen wirkendes Drogensurrogat für schlichte Gemüter mit zu großer Angst vor richtigen Drogen, das sogar dazu führt, dass sonst recht unauffällige Zeitgenossen den Anblick der Venus für eine persönliche Begegnung mit einem Raumschiff außerirdischer Zivilisationen halten, die ihre hütenden Augen über das Treiben der Menschheit an den Himmel kleben. Da kann man doch gleich den geist- und verantwortungslosen Irrsinn der irdischen Zivilisation weitertreiben, es sind ja mächtige Wesen da, die jederzeit eingreifen können.

Mit fröhlichem Gruß an Werner Walter, CENAP