Tag Archive: Manipulation


Aus der Schweiz betrachtet

Dem Wutbürger im Internet tritt in manchen Leitmedien ein Wutjournalismus gegenüber, der Schimpfen, Weghören und Kommunikationsverweigerung zu Tugenden erklärt

Neue Zürcher Zeitung — Journalismus im Kampfmodus: Hetzer, Idioten und Dumpfbacken

Werte Journalisten…

Werte Journalisten,

seit einigen Monaten beobachte ich mit einer Mischung aus Erheiterung und Kopfschütteln, wie ihr versucht, den gegenwärtigen Kanzlerkandidaten der SPD, Martin Schulz, „nach oben zu schreiben“ und was für lustige Wörter ihr euch dafür ausgedacht habt.

„Schulz-Effekt“. Das klingt schon ungesund. „Schulz-Zug“. Ist der etwa entgleist? Und der Schulz hier, und der Schulz dort… so manchen Bundesminister habt ihr deutlich seltener mit eurer Tintenkleckserei in „Erinnerung“ gebracht.

Was euch, werte Journalisten, mangels Einsichtsfähigkeit allerdings nicht klar zu sein scheint, ist eine an sich sehr simple Tatsache: Ihr habt schon einmal so gleichtönend und gleichtuend auf allen euren stinkenden Kanälen einen Kanzlerkandidaten der SPD nach oben schreiben wollen, und bei diesem Ansinnen wart ihr deutlich erfolgreicher. Gerhard Schröder — so etwas wie der Donald Trump der Bundesrepublik Deutschland, zwar eine etwas kleinere Ausgabe, aber dafür mit genau so großer narzisstischer Persönlichkeitsstörung¹ — ist tatsächlich Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland geworden. Und in dieser Position hat er in einer Mischung aus Machtwort, kriminellem Kumpelkreis, Bier her, Bild, BamS und Glotze den sozialen Frieden in der BRD zerstört, einen staatlich subventionierten Billigarbeitsstrich in der BRD eingeführt, die Ausdehnung der als „Zeitarbeit“ bezeichneten modernen Sklaverei vorangetrieben und begrüßt, die Hartz-IV-Armut und den erzwungenen Sklavenjob über viele Menschen in der BRD gebracht, die solidarische Rentenversicherung abgeschafft und jede Illusion, dass das Wort „Sozialdemokratie“ etwas mit „sozial“ oder „demokratisch“ zu tun haben könnte, nachhaltig und bis heute nachwirkend zerstört. All dies, werte Journalisten, mit eurer bemerkenswert verständnisvollen Unterstützung.

Jeder Mensch, der um die dreißig Jahre alt oder älter ist und nur einen Funken politischen Bewusstseins hat, weiß das noch. Und damit weiß er, was von SPD-Kanzlerkandidaten, die von euch, werte Journalisten, hochgejazzt werden, zu halten ist: Sie sind genau so Feinde, wie ihr, werte Journalisten, es seid. (Was für eine Regierung ein Kanzler Martin Schulz wohl eingesetzt hätte? Die Frage habt ihr niemals aufgeworfen, werte Journalisten, denn die Antworten sind zum Gruseln. Und dieses Gruseln wolltet ihr halt nicht. Das mit der Propaganda könnt ihr ganz gut, werte Journalisten.)

Ihr seid bedeutungslos geworden, werte Journalisten. Oder, um es mit einem bei euch sonst sehr beliebten Fremdwort zu sagen: irrelevant. Oder, um es genau so zu sagen, wie es mir auf der Zunge liegt: zum Glück für die Menschen in der BRD seid ihr irrelevant geworden.

Das Resultat eurer — als Aufforderungen zum Personenkult direkt an die dumme Psyche adressierten — Manipulationsversuche bleibt inzwischen unterhalb der Wirkungsschwelle. Der „Schulz-Effekt“ bei der heutigen Landtagswahl in Schleswig-Holstein klingt bei der ARD-Tagesschau etwa so: CDU siegt im Norden – Schlappe für SPD.

Eure Parallelgesellschaft wechselwirkt nicht mehr stark genug mit der richtigen Gesellschaft. Ihr habt euch endlich entkoppelt. Manchmal wundert ihr euch bestimmt, dass euch keiner eurer Leser mehr Geld für eure journalistische Tätig- und Tätlichkeit geben will. Auf die politische und lebenspraktische Irrelevanz (oder gar Gefährlichkeit) des Journalismus für die meisten Menschen folgt halt, dass diese Menschen euch die Irrelevanz gern zurückgeben. Ihr habt nichts mehr mit den Menschen zu tun. Und jeder Mensch kann das an eurem schmierigen Geschmiere bemerken, wenn er einfach nur hinschaut.

Hört ihr das Tappsen aus der Ferne, das da täglich näher kommt? Das ist der Insolvenzverwalter auf dem Weg zu euch. Werte Journalisten, das von euch aktiv und vorsätzlich herbeigeschriebene Hartz IV, das werdet ihr bald selbst „genießen“ dürfen. Vielleicht lernt ihr sogar mal unfreiwillig das Leben eines Bauhelfers für achtfuffzich kennen. Und wisst ihr was: Das freut mich für euch Schreibtischtäter.

Euer euer Treiben bald nicht mehr ertragen müssender
Nachtwächter

PS: Eure Versuche, das Internet zensieren zu lassen, werden fruchtlos bleiben, aber vielen Menschen zusätzlich die Augen öffnen, was für ein widerliches Geschmeiß ihr seid.

¹Er hat sogar ein Gerichtsverfahren wegen seiner Haarfarbe geführt.

Neues Werkzeug

Seit der Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ zur Diskreditierung anderer Menschen und Meinungen allein schon aus dem einen Grund nicht mehr verwendbar ist, dass sich zu viele dieser „Verschwörungstheorien“ als Wahrheit und klandestine politische Praxis herausgestellt haben, brauchten jene, die professionell (also: erwebsmäßig) andere Menschen und Meinungen diskreditieren, kleinhalten und nach Möglichkeit auch unterdrücken, ein anderes, noch unverbrauchtes sprachliches Werkzeug für ihre spezielle, propagandistische Form der Menschenbehandlung. Wie schnell sie sich doch aus diesem Mangel heraus auf das im August des Jahres 2016 von Bundeskanzlerin Angela Merkel geprägte Wort „postfaktisch“ gestürzt haben, auf das wahre deutsche Unwort des Jahres!

Die Jury, die das „Wort des Jahres“ kürt, besteht vor allem aus Journalisten. Von daher ist diese Auswahl nicht überraschend.

Die manipulierten Wahlentscheidungen

Zunächst ein kleiner Schlenker in das Gestern.

Im letzten Wahlkampf in der Bundesrepublik Deutschland sprach sie die SPD gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, die CDU für eine Erhöhung um zwei Prozent. In den Koaltionsverhandlungen haben sich CDU, SPD und CSU dann auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent geeinigt.

Im letzten Wahlkampf in der Bundesrepublik Deutschland sprach sich die CDU — namentlich die werte Frau Kanzlerin Angela Merkel — gegen eine allgemeine Maut für Pkw auf Autobahnen aus, die CSU sprach sich für eine Maut aus, die aber keine Mehrbelastungen bringen sollte. Was die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland demnächst bekommen werden, ist eine Maut mit Mehrbelastungen sowie eine Privatisierung der Autobahnen.

Es ist das Gestern. Niemand macht mehr ein Aufheben darum. Schon gar kein Journalist. Es ist ja lange her, so sehr es auch ins Jetzt hineinwirkt.

Die Journalisten, die derartige Falschmeldungen der Marke „Wahlkampflüge“ für keiner weiteren Aufmerksamkeit würdig halten, schreien allerdings mit lautem Alarmton und drücken auf jeden nur erdenklichen Angstknopf, weil „Falschmeldungen auf Facebook“ in den Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika die Wahlentscheidungen so vieler Menschen bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen beeinflusst haben sollen, und zwar in der Summe so stark, dass es den Ausschlag für das schließliche, offenbar von diesen Journalisten völlig unerwünschte und von keinem dieser Journalisten vorhergesehene Ergebnis gab.

Ach, hätten doch nur die Journalisten das Monopol auf massenhaft kopierte Meinung und Lüge zurück! So hört man es deutlich aus den Zeilen seufzen.

Diese Journalisten sehnen sich deutlich sicht- und fühlbar nach der „guten alten“ Zeit zurück, in der es nur zwei Möglichkeiten gab, die Wahlentscheidungen von Menschen zu beeinflussen: Die ganz gewöhnlichen und niederträchtigen Wahlkampflügen der antretenden Parteien und die Lügen, Fehldarstellungen, verkürzten Wahrheiten und psychologischen Manipulationen durch den Journalismus in Presse und Glotze.

Möge dieses machtbesoffen-verlogene lichtscheue Gesindel niemals wieder die Zeiten zurück bekommen, nach denen es sich zurücksehnt.

Die Waffe aus dem Darknet

„Oh, der Journalist hat dir erzählt, dass die Waffe des Mörders von München ‚aus dem Darknet‘ stamme?“, sagte der Vorübergehende zu seiner verängstigten und komputerunkundigen Zeitgenossin, und er setzte fort, ohne sich unterbrechen zu lassen: „Wie kann man denn eine Waffe herunterladen? Der Waffenhandel wurde vielleicht über das ‚Darknet‘ verabredet (wobei ich mich gleich frage, woher die Ermittler das überhaupt wissen wollen), aber die Waffe kam mit der Post oder einer Spedition. Früher, als du die Dinge noch zu verstehen glaubtest, hat man solche Geschäfte meist telefonisch gemacht, und kein Journalist hätte dir damals erzählen können, dass die Waffe des Mörders aus dem Telefonnetz stamme, ohne dass du laut losgelacht hättest“.

Wie manipulierbar doch das Unwissen macht, das von Journalisten nicht beendet, sondern erhalten und zur regelrechten Volksverdummung ausgebaut wird!

Dummheit ist der Rohstoff der Zukunft.

Aus der Sicht der Angehörigen der Classe politique, der Journalisten und der Werber werden ausschließlich jene Bewegungen von Menschen und intellektuellen Trends für relevant und des „öffentlichen Diskurses“ würdig befunden, die sie selbst produziert oder nachträglich übernommen und dann gesteuert haben. Dieses „Relevanzkriterium“ führt zu kultureller Starre, geistiger Verödung, „alternativloser“ Politik und schließlich in den Faschismus.

Kinder gehen immer

Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus

Kai Gniffke, Chefredakteur der ARD-Tagesschau

Der Informierte

„Ah, du wirst also in-for-miert„, sagte der Vorübergehende zum Zeitgenossen, „du wirst also von den Mitteilungen anderer Menschen in die von ihnen gewünschte Form gebracht„.

Damals und heute

Damals hat mich die massenmedial gestanzte „Deinung“ meiner Mitmenschen einen „Kommunisten“ geschimpft, wenn ich Verständnis für einzelne russische Standpunkte hatte. Heute schimpft sie mich dafür einen „Nazi“.

Begnügt euch niemals mit Worten!

Das Reden von Freiheit anstelle des Gebens von Freiräumen ist ein beliebiges Manipulationsinstrument pseudodemokratischer Diktaturen

Rupert Lay, Manipulation durch die Sprache, Ullstein 1990, S. 197

Motivation

Gefragt, wie man ihn motivieren könne, antwortete der Vorübergehende: „Für das, was ich selbst tun will, brauche ich keine ‚Motivation‘, sondern nur Kraft, Möglichkeit und Zeit; für jenes andere jedoch, vom dem nur Andere wollen, dass ich es tue, verzichte ich gern auf die ‚Motivation‘, denn es ist meist schlecht für mich. ‚Motivation‘ ist Hirnfick. ‚Motivation‘ ist Bullshit. ‚Motivation‘ ist Teil der psychischen Peitsche der verfeinerten Sklaverei; künstlich geschaffener, irrationaler Antrieb anstelle einer Einsicht und eines Wissen draum, was warum getan werden muss und wie man dabei vorgeht. Die meisten Menschen sind nach vielen Jahren des ‚Motiviert-Seins‘ dermaßen hirnbrach, seelenkrüppelig und selbstentfremdet, dass sie sogar nach Möglichkeiten der ‚Selbstmotivation‘ suchen. Dieses Ende sollte jeder Denkende und Fühlende vermeiden“.

Qualitätsverschwörungstheoretiker

Nachdem die Leitmedien der BRD — das sind sechs Konzerne und das quasi-staatliche Fernsehen — ihre vorübergehende Fassungslosigkeit darüber verloren haben, dass sich ihre Konsumenten nicht jede Meinungsmacherei flutscheleicht ins Bewusstsein machen lassen; nachdem sie ihre offenen Münder wieder geschlossen haben und festgestellt haben, dass die Kommentarlöschungen im „Diskussions“-Bereich nur dazu führen, dass sich gar nicht so wenige Menschen, die eine an Kriegspropaganda gemahnende Einseitigkeit in der Berichterstattung über die Ukraine wahrnehmen, andere Kanäle suchen (die teils sehr fragwürdig sind); besinnen sie sich jetzt darauf, einfach unbelegte Verschwörungstheorien zu verbreiten um mit dieser Ausbreitung von Furcht, Unsicherheit und Zweifel darauf zu setzen, dass möglichst viele ihrer Leser glauben, diese ganzen kriegsmüden, NATO- und EU-kritischen sowie einseitige Berichterstattung und offensichtliche Propaganda benennenden Äußerungen stammten aus einer Fabrikhalle irgendwo im weiten Russland, in der halbverhungerte Gestalten unter der Terrorherrschaft Wladimir Putins im Schutze der Anonymität des Internet die Propaganda in billige Tastaturen hineindreschen — und das soll einfach nur deshalb geglaubt werden, weil es die Süddeutsche Zeitung so herausgekriegt hat. Aus 138 Megabyte Daten, die ominöse Hacker beschafft haben. Und natürlich, weil sich bei Umfragen der Leitmedien — siehe oben — ein ganz anderes Bild als bei den Kommentaren ergibt, was wohl auch mit der Formulierung der gestellten Frage zusammenhängt. Nach dem Qualitätsjournalismus kommt jetzt die Qualitätsverschwörungstheorie, die sich vor allem noch dadurch von der geächteten und verspotteten Verschwörungstheorie unterscheidet, dass ihre Verbreiter einen Presseausweis besitzen und ihre Publikationen vom so genannten „Leistungsschutzrecht“ geschützt sind, also kurz gesagt dadurch, dass sie ein Businessmodell ist.

Mit Gruß von Элиаз Швердтфегр, nach Meinung von Qualitätsjournalisten bezahlter Mitarbeiter in Wladimir Putins Internetpropagandaarmee an der Blog-, YouTube, Twitter und Pressefront¹. Gruß an meinen Propaganda-Kollegen Jens Berger, der sich ebenfalls einer kleinen Anmerkung nicht enthalten konnte. Die Links in der Anmerkung lohnen sich.

Nachtrag 13:20 Uhr: Premium Propaganda [sic!] eines bezahlten SZ-Trolls

¹Nur, um das für Menschen mit Satireerkennungsschwäche klarzustellen: Ich halte Wladimir Putin — anders als etwa der Hartz-IV-SPD-Ex-Bundeskanzler Gerhard „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder — für ein autokratisch regierendes Arschloch. Im Gegensatz zur FIFA — deren Entscheider sich für die propagandistisch höchst wertvolle Fußball-Geldmeisterschaft 2018 in Russland sicherlich gut und teuer schmieren ließen — bekomme ich kein Geld von Wladimir Putin und würde es auch nicht annehmen. Und jetzt wieder viel Spaß beim Brüllball!