Tag Archive: Lüge


Kaiser Bullshit

Wenn sich der Bullshit selbst zum Kaiser krönt; wenn man das Blut der Armen den Tigern einimpft und dieses Unrecht mit dem Wort von der „Rettung“ rechtfertigen will, dann kommt die langsame Sprache der flotten Lüge zuweilen nicht mehr hinterher und verheddert sich in den Metaphern, ohne dass es die Fürsprecher der Lüge bemerken. Dann wird eben der „Rettungsschirm“ zum „Megaschirm“, weil dieses schützend Tuch nun auch eine „dreifach gesicherte Brandmauer“ sein soll.

Kommunikation

Jedes Mal, wenn ein Mitglied der deutschen classe politique in diesem noch im Angesicht des Widerstandes herrischen Tonfall davon spricht, dass in einer Sache „ungenügend kommuniziert“ wurde, meint es damit, dass zu schlecht und zu durchschaubar gelogen wurde.

Lugzement

Aus den Lügen, denen zu widersprechen es ob ihrer überlegenen Vielzahl an Kraft mangelt, werden jene Vorurteile, ja, Wahrheiten, die Tag um Tag zum Leben werden.

Die Apotheken-Umschau

There are no greater liars in the world than quacks — except for their patients.

Ben Franklin

Wer einmal einen Eindruck davon bekommen möchte, warum die Menschen in Deutschland in gesundheitlichen Fragen dermaßen dumm sind, der muss sich in der Apotheke einmal dieses Werbeblatt mit dem Namen „Apotheken-Umschau“ geben lassen und dieses Machwerk mit wachem Geist durchblättern. Es ist nicht schwierig, sich dieses glänzende und blendende Stück bestempelten Baumes geben zu lassen, man bekommt es bei jeder Gelegenheit angeboten. Besonders interessant ist darin das Zusammenspiel aus Werbung (für Produkte, die ausschließlich in den Apotheken gekauft werden können) und vorgeblicher Information, die den Eindruck zu erwecken sucht, der Apotheker sei ein an der Gesundheit seiner Kunden interessierter, halber Wissenschaftler und nicht etwa ein Arznei-Dealer, der von der Krankheit und vom Unwissen seiner Kunden lebt. Und. Der besonders gut leben kann, wenn er seinen Kunden für teures Geld völlig wirkungsloses Zeug verkauft, auf dass sie immer und immer wiederkommen.

Als ein Beispiel für sehr viele möchte ich hier nur eine Anzeige aus diesem Reklameblatt beschreiben. Diese Anzeige besteht, wie so vieles im legalen Beschiss, aus einem groß gedruckten Anteil und aus dem darunter gesetzten, sehr klein gedruckten Text mit einem 6-Punkt-Zeichensatz, durch leicht reduzierte Zeilenhöhe noch ein bisschen anstrengender zu lesen. (Ich habe gerade kein Font-Lineal zur Hand, es können durchaus auch fünf Punkt sein; in jedem Fall ist der Text vorsätzlich schwer lesbar gestaltet, obwohl er die wichtigste Information zu diesem Produkt transportiert.)

Der groß gedruckte Anteil ist luftig himmelblau und meerblau, und zwei Drittel der Breite wird von einer deutlich blaustichigen Seemöve mit ausgebreiteten Flügeln eingenommen. Über den ausgebreiteten Schwingen der Möwe ist, noch in der Form des Vogelumrisses, der Text „Bringt das innere Gleichgewicht zurück“ gesetzt, und um diese Zusicherung für die Zielgruppe des Schwindels noch etwas deutlicher zu machen, wird deutlich kontrastreicher und klar lesbar auch noch zugesagt, wofür dieses Mittelchen gut sein soll: „Entspannen am Tag. Schlafen in der Nacht.„. Dass es sich hier nicht gerade um ein Kombinationsprärarat aus Promethazin und Diazepam handelt, wird auf der rechten Seite der Werbung deutlich. Dort ist nämlich nicht nur die Packung des Medikamentes abgebildet, mit dem Aufdruck „Neurexan — Schlafstörungen und nervöse Unruhezustände„, sondern auch der einzige rote Farbklecks; ein schiefes, nach oben weisendes rotes Rechteck mit dem kontrastreichen, weißen Text „wirkt schnell und natürlich„. Um diese Präsentation des Mittelchens herum ein gestrichelt gezeichnetes Kreissegment mit dem zum Ausschneiden auffordernden Umriss einer Schere darüber, genau richtig für alle, die nach solcher Zusicherung jetzt endlich ein Mittel gegen ihr Leiden kaufen wollen und es vor lauter Stress nicht einmal mehr schaffen, sich die drei Silben des Markennamens „Neurexan“ einzuprägen. Einfach ausschneiden und dem weißbekittelten Geschäftemacher mit der Krankheit und den krank machenden Lebensumständen vorlegen! Dazu ist auch noch der Dümmste in der Lage, und genau an den wendet sich diese Reklame ja auch.

Nein, es handelt sich hier nicht um eine Baldriantinktur oder ein ähnliches Mittel, das wirklich eine Wirkung hat. Sondern es handelt sich um völlig wirkungslose Kurpfuscherei, die im Weißkittelchen des Apotheken-Dealers an den gläubigen und stressgeplagten Kunden gebracht werden soll. Der klein gedruckte Text gibt endlich, wenn man ihn denn überhaupt noch liest, Aufschluss über die Lüge im groß gedruckten Text:

Neurexan Tabletten, Zul.-Nr. 16814 00 01. Anwendungsgebiete: Sie leiten sich von den homöpathischen Arzneimittelbildern ab. […]

Diese Aussage lässt sich noch kürzer zusammenfassen: Das „Medikament“ enthält keinen Wirkstoff. Es wirkt ungefähr so gut wie das Anbringen eines Kruzifixes übern Bett, wenn man an die Kraft eines solchen Amulettes glaubt — Nichtchristen mit romantischer Indianer-Schwärmerei können alternativ auch einen dieser „Traumfänger“ erwerben, der genau so wirkungslos ist. Und dieser Placebo-Effekt ist auch das einzig „natürliche“ an der Wirkweise. Die so genannte „homöopathische Potenzierung“ sorgt dafür, dass sich kein Wirkstoff mehr im „Medikament“ befindet, jedenfalls nicht mehr in einer ausreichenden Menge. Die Homöopathie hat nicht einmal etwas mit der so genannten „Naturheilkunde“ zu tun, bei der immerhin noch physiologisch wirksame Substanzen angewendet werden (die durchaus auch beachtliche unerwünschte Nebenwirkungen haben können, was wohl jeder weiß, der seine Schwermut schon einmal mit Johanniskraut behandelt hat). Dass eine solche Nähe zur so genannten „Naturheilkunde“ durch die rot-weiße Präsentation in der Werbung implizit hergestellt wird, liegt in der wohl auch markterforschten Beobachtung begründet, dass viele Menschen nach vier Jahrzehnten allgemeinen NewAge- und Esoterik-Hirnfick über alle Kanäle eine irrationale Angst von „der gefährlichen Chemie“ entwickelt haben. Irrationale Angst ist immer eine gute Grundlage für Abzockerei und fragwürdige Geschäfte aller Art, auch für den Handel mit „den Geistern verschwundener Wirkstoffe“.

Und das war nicht die einzige derartige Anzeige in der Apotheken-Umschau. Allein die Tatsache, dass einem in der Apotheke ein Heft mit derartigen Empfehlungen kalt professionell lächelnd in die Hand gedrückt wird, ist geeignet, den werbenden Blah in „fragen Sie doch Ihren Apotheker“ richtig zu stellen.

Wissenschaft

Für jemanden, der die Menschen belügen will, ist das Wort „Wissenschaft“ keine Methode, die rigoros angewendert zu werden hat, um mehr Aufschluss über die Beschaffenheit der Wirklichkeit zu bekommen, sondern einfach nur ein anzuwendendes Schema der Kommunikation, welches dazu führt, dass die dreisten Lügen von weniger Menschen hinterfragt werden, da für die zunehmend bildungsferneren Menschen Wissenschaft die Stelle einer Religion eingenommen hat, deren Aussagen hohe Glaubwürdigkeit genießen. Sehr viele „Unterschungen“ dienen nicht dem Zweck, etwas über die Wirklichkeit zu erfahren, indem ihr im Experiment gezielt Fragen gestellt werden, sondern nur dem einen Zweck, anderen Menschen Lügen zu verkaufen. Das Ergebnis solcher „Untersuchungen“ steht fest, ehe sie überhaupt beginnen.

Das sollte jeder Denkende und Fühlende in seinem Sinn festhalten, wenn er die scheinbar gebieterischen Fakten in den Medien und in der Politik kurz aufnimmt. Gebieterische Aussagen ohne präzise Darlegung der angewendeten Methodik sind nicht Wissenschaft, sondern die Glaubenssätze der Parareligion der Jetztzeit. Und die Haut wird um 73 Prozent geglättet.

Und nochmal JAKO…

Wenn ich in der heute veröffentlichten Presseerklärung von JAKO lese, mit welcher routinierten und wertneutral beflissenen Selbstverständlichkeit dort gelogen und darauf vertraut wird, dass morgen das Aktuellere die Aufmerksamkeit vom heute Aktuellen abziehen wird, denn weiß ich, was für ein lichtscheues Gesindel diese Leute wirklich sind. Und wenn ich nur daran denke, dass jetzt schon ein ganzes Rudel von Journalisten diese verzerrte Darstellung mitsamt ihren dummdreisten Werbetexten in die Zeitungen von morgen kopiert hat, und dass die Rotationsmaschinen bereits laufen, die solchen Text zur morgigen Deinung machen, denn wird mir ganz leer. Es ist einfach nur noch deprimierend.

Die furchtlosen Heuchler

Das 5. Kapitel (Apostelgeschichte) Ein Mann aber mit Namen Ananias samt seiner Frau Saphira verkaufte einen Acker und entwendete etwas vom Gelde mit Wissen seiner Frau und brachte einen Teil und legte es zu der Apostel Füßen. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den heiligen Geist belögest und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers? Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du dir solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen. Ala Ananias aber diese Worte hörte, fiel er nieder und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.

Man merkt es den großen christlichen Kirchen in der BR Deutschland an, dass da schon lange keine „große Furcht“ mehr ist, dass sie genau wissen, dass „ihr“ Gott nicht mehr auf Heuchelei und Lüge reagiert, indem er die Heuchler und Lügner einfach vor versammelter Gemeinde bloßstellt und effektvoll mordet. Dies mag widerspiegeln, dass diese Kirchen sich längst den Satan zum Gotte erkoren haben, oder doch wenigstens seinen glitzergüldnen Bastardsohn, den Mammon.

Die nützliche und kleinhaltende Todesangst vor Gott ist für die Anderen, nicht für die kirchlichen Heuchler und ihr Geschäft.

Wenn der Vorübergehende sein schattenhaft dünstelndes Dasein durch die dröhnvolle Stadt schleppt, muss er an vielen Schaufenstern vorübergehen, in denen sich kirchliche und kirchennahe Organisationen mit Hilfe der Schergen Satans, der bildbunten Brut der Werber, zur Schau stellen. In diesen zur Schau stellenden Fenstern warmgetünchter Hochglanz von glücklichen Alten und Kranken, fotografiert durch den Lächelfilter der Reklamelüge, und zu diesen Bildern kurze, hehre Wortfetzen von Pflege und Geborgenheit, zu stanzen einen Eindruck von sozialem Engagement im Kopfe der weniger Bewussten.

Niemand soll sich darüber verwundern, dass es diese Läden erst gibt, seit die so genannte „Pflegeversicherung“ aus solchem Tun einen guten deal gemacht hat. Nein! Engagiert und „sozial“ soll es aussehen, was da getrieben wird, wie ein Akt selbstloser Liebe.

Das sieht der Vorübergehende und spürt den unwiderstehlichen Reiz und würde sich zur Erleichterung zu gern erbrechen, wenn er doch nur etwas im Magen hätte. Denn er kennt die andere Seite, die nicht so glänzt, er weiß aus persönlichen Gesprächen von flugs angelernten Menschen, die sich in erzwungener, staatlicher Hartz-IV-Elendsarbeit für einen Nichtlohn in der so genannten „Pflege“ verschleißen müssen, damit auch ja der Profit stimme, er hat die ausgebildeten Schwestern kennengelernt, die einen befristeten Vertrag als Hilfsschwester nach dem anderen kriegen, immer mit dem mündlich gegebenen Versprechen einer anschließenden Übernahme in einer festen Anstellung und so knebelnd gehalten, dass sie sich noch krank zur unterbezahlten Maloche schleppen müssen, um ja nicht kurzfristig gekündigt zu werden und vor dem völligen persönlichen Nichts zu stehen. Er weiß von ständiger Verfügbarkeit, Einsparungen am Personal, selbstverständlich erwarteten, unbezahlten Überstunden und der völligen Unmöglichkeit einer persönlichen Lebensplanung im Zustand der totalen Ausbeutung und der täglichen, telefonischen Abrufbarket, die selbst noch im „Urlaub“ erwartet wird. Er hat mit diesen vom christlichen Pflegemoloch zu Material gemachten Menschen zu viele Tränen geweint, um angesichts des Zynismus und der werbenden Kälte dieses lichtscheuen Gesindels keinen Ekel zu empfinden. Und. Er ist sich sicher, dass auch die „Pflegefälle“ wie Material behandelt werden, weil es in diesem ganzen, asozialen Treiben der Kirchen und ihrer Geschäftsstellen nur auf eines ankommt: Auf den Reibach.

Und dies alles wissend findet der Vorübergehende es schon manchmal sehr schade, dass die zynischen, geldgeilen, pfäffischen Heuchler ohne jeglichen Respekt vor den missbrauchten Menschen nicht einfach wie in gewissen biblischen Berichten tot umkippen.

 

Quelle des Scans: Die Bibel, Apostelgeschichte, 5. Kapitel, Verse 1 bis 5, revidierte Luther-Übersetzung von 1956. Sorry für den heute schwer lesbaren Fraktursatz, aber ich habe gerade keine andere Bibel zur Hand — zudem zeigt dieses Schriftbild trefflich, wie obsolet dieses Buch im institutionalisierten Christentum wirklich ist. Mit Gruß an I. und C.

Kein Wort dem Werber

Es ist völlig sinnlos, mit einem Werber zu reden. Ein Werber wird dafür bezahlt, dass er Menschen belügt, er ist ein professioneller Lügner, und es wird von ihm erwartet, dass er diese Leistung mit Leichtigkeit erbringe, dass sie ihm zu einer zweiten Natur werde. Mit dieser verinnerlichten Haltung hat der Werber bereits den Sinn jeder Kommunikation negiert. Der Versuch, mit einem solchen professionellen Lügner zu reden, offenbart nur die Dummheit des Menschen, der so etwas versucht.

Kreuz-Weise? Kreuzweise!

Mensch Jesus, bleib oben,
Sonst schlagn die dich tot!

Bettina Wegener

Jesus aus Nazaret starb nicht am Galgen auf Golgata.

Er starb und stirbt Tausende und Tausende der Tode. (Und gar mancher dieser Tode ist schlimmer und grausamer als das barbarische römische Justizmorden.)

Er — der übrigens nur wenig von formeller Religion gehalten haben soll — starb das erste Mal, als Saulus auf dem Wege nach Damaskus seine historisch gewordenen Hirnblitze ( Apg. 9 ) sah und darin einen nützlichen Leichnam für seinen gekränkten Narzissmus halluzinierte und aus diesem Kadaver eine Religion zimmerte.

Er — der übrigens niemals selbst auch nur einzige Zeile niedergeschrieben hat, die sich bis heute erhalten hätte und der deshalb offenbar nichts von einer auf ihn basierenden Schriftreligion hielt — starb bei allen gläubigen Empfängern der Briefe, die dieser Saulus lieber unter seinem neuen Namen Paulus verfasst hat, um der Welt zu erzählen, dass seine Halluzination der neue und einzige Gott für alle sei. Dass dieser sich Paulus nennende Saulus einer jüdischen Sekte angehörte, deren bis zur Neurose perfektionistische Form der Religionsausübung von Jesus immer wieder in ätzender Form kritisiert wurde, ist offenbar niemandem aufgefallen, und es schert sich bis heute keiner darum. Schon Paulus hat sich einen Dreck für die wirkliche Person hinter diesem Jesus interessiert und fand seine eigenen Trugbilder viel attraktiver — und genau so geht es bis heute den Judasfreunden, die diesen ganzen Unfug glauben und die sich Christen nennen.

Er — der einmal gesagt haben soll: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben“ — starb, als die paulusgläubigen römischen Sklaven singend und schafdoof in den Tod gingen und damit das System der Sklaverei erhielten. Ganz so. Wie es Paulus gefiel, damit er auch weiter Gefallen an seinem Sklaven hat. Er stirbt bis heute, wenn Christen in einem bekannten Danklied den Satz „Danke für meine Arbeitsstelle“ singen und damit die heutige Form der abstrakten Arbeit heilig sprechen, den Armen zur Knechtschaft und den Besitzenden zum sprudelnden Reichtum und zum Wohlgefallen.

Er — nach Aussagen seiner frommen Gegner ein „Fresser und Weinsäufer und Freund aller Sünder“ — starb, als Menschen ihre Sexualität von sich abspalteten und sich deshalb psychisch und körperlich selbst zerfleischten. Bis heute stirbt er in jeder Neurose, in jeder Bulimie, in jeder Unfähigkeit zur Liebe. Und. Alle diese Krankheiten sind nur moderne Bastardkinder der älteren Krankheit der Askese, der sinnlichen Selbsttötung als Lebensentwurf.

Er — der auf die formelle Anrede eines Fragestellers einmal erwidert haben soll, dass er nicht „gut“ genannt sein möchte, weil niemand als Gott allein gut sei — starb, als die Gläubigen des Paulus ein paar Jahrhunderte später erbost darüber stritten, ob ihr Jesus nun wesensähnlich oder wesensgleich zu Gott sei. Und. Als die Vertreter der letzteren Auffassung, die aus diesem Streit als Sieger hervorgingen, die Vertreter der ersteren Auffassung zu gottlosen Menschen erklärten, die für ewig in der Hölle zu brutzeln haben. Und. Genau So. Gilt es bis heute.

Er — der überliefert wurde als einer, der jede Form der Herrschaft durch Menschen über Menschen nicht für den Willen Gottes hielt — starb, als der heilige Hirnfurz des Paulus unter dem römischen Kaiser Konstantin zur neuen Staatsreligion des imperium romanum wurde. Als. Der von Paulus deformierte Jesus die staatliche Gewalt heiligen musste, so mörderisch sie auch wütete. Das tut dieser Jesus bis heute von seinem heiligen Galgen herab, dieser nützliche Kadaver der Herrschenden und Besitzenden und Großmörder aller Zeiten.

Er — der von der frommen Elite seiner Zeit gesagt haben soll, dass sie sich vor die Türe stelle, die in ein besseres Leben führt; dass sie dort selbst nicht hindurchgingen, aber auch niemanden anders hindurchließen — starb und stirbt am Petersplatz, wo sich ein Hurenbock nach dem anderen hinstellte und sich als „Heiliger Vater“ anreden und als Stellvertreter Gottes betrachten ließ und lässt, ja, bis heute so anreden und betrachten lässt. Auch. Von den staatlichen und wirtschaftlichen Verdummungsanstalten in Form des Rundfunks und der Presse.

Er — der überliefert wird als einer, der gleich einem durchgeknallten, auf einem Trip hängengebliebenem Hippie jede Form der Gewalt in jeder Situation abgelehnt haben soll — starb und stirbt, wenn sich seine selbsternannten Verwalter gestikulierend vor die Waffen stellen und in „seinem“ Namen ihre Zaubersprüche abmurmeln, damit diese Waffen auch ja ein gesegnetes Morden für die Wahrung der Besitzstände der Herrschenden und Besitzenden vollbringen. Er stirbt auch im „geistlichen Beistand“ für die Soldaten, damit diese auch ja ein billiges und williges Kanonenfutter abgeben.

Er — der angeblich in den formellen Gottesdiensten seiner Zeit so viel Heuchelei erblickte und dies in derart trefflicher Form zum Ausdruck brachte, dass man ihn schließlich deswegen umbrachte — starb und stirbt auf den Schlachtfeldern der vielen vielen „heiligen“ Kriege in „seinem“ Namen, vom ersten Kreuzzug, über den Tag, an dem der Katholik Adolf Hitler die Worte „Wir werden in diesen Krieg ziehen wie in einen Gottesdienst“ aus den Volksempfängern schallen ließ, bis hin zu den jüngsten crusades US-amerikanischer Präsidenten.

Er — der berichtet wird als einer, der in Bezug auf eine Ehebrecherin einmal die recht anzüglichen Worte „Ihr wird viel vergeben, denn sie hat viel geliebt“ gesprochen haben soll — stirbt in jeder mit der politischen Macht der heutigen Paulusjünger, Galgenanbeter und Judasfreunde verhinderten Empfängnisverhütung oder Abtreibung, bei der ein Mensch draufgeht, lebenslang als Krüppel leidet oder — noch viel schlimmer — als unerwünschter Mensch (oft gar als Ergebnis einer Vergewaltigung) psychisch so deformiert wird, dass von einem Leben keine Rede mehr sein kann.

Er — der so viel von der Liebe erzählt haben soll — stirbt in jedem Entwurf einer kalten, körperlosen Form des Miteinanders, auf welchem die Gläubigen des Paulus den Stempel „Liebe“ geprägt haben sollen, bis hin zum heutigen Geschäft mit der von unterbezahlten Elendsarbeitern ausgeübten „Pflege“, bei dem vor kirchennahe Organisationen ihren Schnitt machen. Und. Er stirbt in der Betrachtung des Geschlechtsverkehrs als „eheliche Pflicht“, die man zu erfüllen hat, fast so, wie den „Dienst am Vaterland“.

Er — von dem die unbekannten antiken Autoren einen ganzen Stammbaum seines Vaters Josef überliefert haben — stirbt an der psychischen Kastration, die sich im Gefasel von der „unbefleckten Empfängnis Mariens“ Bahn brach und bricht und darauf basierend einen Verzicht auf jeglichen Sexualgenuss fordert. Vieles von der Kälte in den heutigen Gesellschaften ist eine Spätfolge dieser christlichen Sexualverdammung und sich über Jahrhunderte erstreckenden religiösen Verschneidung der Gläubigen. Welchen Zweck. Der Stammbaum dieses Mannes da haben soll, kann einem auch der geschwätzigste Theolügner des Christentums nicht in einleuchtender Weise erläutern. Deshalb redet man in den Lügendiensten auch nicht so viel darüber, sondern fordert lieber die Menschen zur Enthaltsamkeit auf.

Er — der zwar kein Asket gewesen sein soll (vielleicht sogar ein kleines Wämplein hatte, so gut, wie er sich oft irgendwo einlud), aber zu einer allgemeinen Haltung der Sorglosigkeit in Fragen des Essens aufgerufen haben soll — stirbt in der Heiligung des Konsums. Und. Zwar genau so, wie er schon vorher in der so genannten „Eucharistie“ starb, dem magischen Essen einer trockenen Hostie, die im faulen Zauber des „Gottesdienstes“ als heilbringendes Opfer aus Menschenfleisch gedacht ist. Der Judas, auf dem ihr Christen euren mörderischen Judenhass basieren lasst, der hat ihn „nur“ verraten und verkauft, aber ihr Christen esst ihn auch noch auf!

Er — der doch schon so lange tot ist, dass sich niemand sicher sein kann, dass er überhaupt einmal gelebt hat — starb und starb und stirbt und stirbt und wird immerfort gemordet. Und. Alle seine Mörder sind brave Christen, die dem Paulus jedes seiner eiskalten Worte abgekauft haben und sich deshalb einen Scheißdreck für Jesus interessieren. Weil. Sie sich auch sonst einen Scheißdreck für Menschen interessieren, jedenfalls für andere Menschen als sich selbst.

Und. Er — der so viele warme und noch viel mehr wirre Reden gehalten haben soll — kann doch gar nichts dafür, dass Paulus so einen tollen, goldenen Galgengötzen aus ihm geschnitzt hat. Niemand interessiert sich für seine Reden. Wenn sich die Christen für Jesus aus Nazaret interessierten, gäbe es weniger Christen. Die Christen interessieren sich mehr für Paulus, der ihren Narzissmus heiligt, für gutes Essen, dass ihnen alles andere ersetzen muss, für die Abwehr ihrer Angst, die sie in der Religion finden und für ein neues Auto und einen größeren Fernseher — auf wie viel und wessen Blut dieser „Segen“ gedeiht, ist ihnen dabei recht gleichgültig. Und. Die Christen interessieren sich brennend für die Unterdrückung jeder Strebung, die ihren primitiven, barbarischen und narzisstischen Interessen zuwider läuft. Deshalb stört sich keine christliche Kirche jemals an einen Krieg oder an diesem brutalen Gemetzel an ganzen Völkern und Kulturen, das mit dem Wort von der „Globalisierung“ bezeichnet wird. Sie. Stört sich auch niemals an der Indoktrination der Kinder in staatlichen Schulen und an der Unterdrückung von anders gläubigen Menschen, sondern macht aktiv mit.

Verstehst du, Schwester?

Das ist der Grund, weshalb ich kein Christ sein kann. Ich habe nicht nur die Gewalt des Christentums am eigenen Leibe gespürt, ich habe zu allem Überfluss auch noch die Bibel gelesen. Ich müsste mich selbst belügen, um Christ zu sein. Und? Wie soll ich das anstellen? Ich glaube diesem Paulus und allen seinen Nachfolgern nicht ein einziges, den Menschen mit heftig knallender Angstpeitsche eingepeitschtes Wort.

Das verstehst du nicht, Schwester?

Deine Dummheit, Schwester, ist selbstverschuldet. Habe den Mut, vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer zu werden, und du wirst ganz schnell verstehen, warum unter den vielen tausend Dankgebeten der christlichen Religion nicht einmal ein Dank für den Verstand des Menschen hörbar wird. Der Verstand muss in der Religion des Paulus und des Judas unterdrückt werden, denn er nimmt dieser psychischen Fessel ihre Kraft.

Wenn du bei deiner Dummheit bleibst, überrascht mich das nicht. Du reihst dich in eine lange Reihe von dummen Menschen durch die Zeiten ein und glaubst dabei den Beistand eines Jesus zu haben, der gesagt haben soll: „Der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sinds, die auf ihm gehen. Aber der Weg ins Leben ist eng, und nur wenige gehen darauf.“

Wenn du mich nicht verstehst, wenn du mich als einen Ungläubigen, Gottlosen, vom Teufel Besessenen ansiehst, denn reihst du dich in diese lange lange Reihe durch die Zeiten ein. Und längs dieser Reihe stehen die rauchenden Scheiterhaufen und die von Raben umflatterten Galgen und die mit Schmerz umflochtenen Räder und die Folterkammern und die Bordelle des Vatikans und legen ein zum Himmel schreiendes Zeugnis von den Zeiten ab, in denen die christliche Religion Grundlage der Gesellschaft war. Der Gott, an den du glaubst, der Gott, für den Zeit keine Bedeutung hat, wird die Geschichte genau so sehen — und deine Position darin. Und das. Ist der Platz den du selbst im Geschehen einnimmst, meine stinkende Schwester. Augen und Ohren und einen Kopf hast du: Zu den Risiken und Nebenwirkungen deiner Haltung schlage ein beliebiges Geschichtsbuch auf, und zu Jesus aus Nazaret schlage deine Bibel auf und vergiss mal für eine Woche den Paulus!

Und wenn du denn immer noch nicht verstehst, meine kindische Schwester, denn ist das dein Problem. Ich bin dafür nicht zuständig, lass mich bitte damit in Ruhe. Und wenn du es irgendwann, wenn die Barbarei sich wieder ausbreitet, zu meinem Problem machen willst und mich in meiner Andersgläubigkeit — es gibt keinen Menschen, der ungläubig wäre — bedrängst und verfolgst, denn wisse, dass ich dir nicht eine andere Backe hinhalten werde, sondern für das Recht auf mein verdammtes, von Geistarmen wie dir ständig angeknabbertes Dasein einstehen werde. Wenn es wirklich sein muss, auch in einem Kampf auf Leben und Tod. Jesusse, die wie ein blökendes Schaf freiwillig zum Metzger trotten, hatte diese ganze Geschichte schon genug. Die halten sich alle für so weise durch das Kreuz, aber sie können mich mal kreuzweise.

Und jetzt geh, Schwester! Du hast noch etwas zu lesen…

Wer sich hier angesprochen fühlt, ist gemeint. Wer männlichen Geschlechtes ist, lese einfach Bruder. Wer kopfschüttelnd und voller Unverständnis diesen langen Text gelesen hat, verzeihe mir bitte, aber nach diesem Gespräch mit einer christlichen Fundamentalistin musste es einfach raus, mir wäre sonst die Gallenblase explodiert — deshalb ist vieles auch ein bisschen roh formuliert.

Das unverstandene Netz

Incivile est eum salutare, qui reddit urinam aut alvum exonerat […]

Erasmus von Rotterdam

Bei den älteren Medien, die ihre heutige Meinungsvormacht weniger den heute so oft als Reklame erwähnten qualitativen Vorzügen und mehr einem früheren Oligopol verdanken, das über die Produktionsanlagen zum massenhaften Bestempeln toter Bäume mit Meldungen und Werbung verfügte, scheint niemand das Internet so recht zu verstehen. Vor allem scheint dort niemand zu verstehen, dass das Internet nicht einfach nur ein weiterer Vertriebskanal ist, wie es bei bisherigen zentral organisierten Medien wie dem Rundfunk der Fall war; dass es deutlich mehr ist, als einfach nur eine weitere Möglichkeit, die vertraute Struktur der Kommunikation mit neuer, aber in ihrem Einbahnstraßencharakter vertrauter Technik fortzusetzen.

Die heutigen Erben der alten Oligogarchen haben sich offenbar noch gar nicht das wirkliche Internet angeschaut, in dem sich jeder Mensch mit relativ geringem Aufwand — und inzwischen auch mit nur noch geringen technischen Kenntnissen — eine Stimme für seine Lebenswirklichkeit verschaffen kann, deren Außenwirkung über die alzheimersche Unverbindlichkeit der Stammtische und den engen Kreis von persönlichen Freunden hinaus geht. Die Vorstellung, dass es auf einmal der einst so wichtigen und machtverleihenden Produktionsmittel gar nicht mehr bedarf, um sich öffentlich vernehmbar zu äußern, sie muss sehr fremd für die Vertreter der althergebrachten Medien sein, so fremd, dass sie dieser Vorstellung niemals Rechnung tragen, dass sie ihre Internetarbeit nicht so zu gestalten versuchen und noch weniger, sie so zu gestalten verstehen, wie es einen Netzwerk prinzipiell gleichberechtigter Computer angemessen wäre, welches das Potenzial hat, Menschen zusammen zu bringen, die sich sonst niemals begegnet wären.

Und diesem Unverständnis über die wirkliche Struktur und daraus ersprießende Bedeutung des Internet entsprechend ist dann auch die Internetarbeit jener Medien, deren letzter Rest von gutem Ruf zurzeit durch das Internet und die damit gegebenen Möglichkeiten des Vergleiches und des Austausches der „Mediengenießer“ aufgezehrt wird. Wer nur einmal die wörtlich abgetippten, identischen Agenturmeldungen der überregionalen Tageszeitungen im Internet gelesen hat, wer festgestellt hat, dass sich die verschiedenen seriösen Blätter im Internet vor allem in der Penetranz der eingeblendeten Werbung und in den beworbenen Produkten unterscheiden und dass sie ansonsten versuchen, diese Werbung mit einer künstlich unverständlich gemachten Navigation möglichst oft einblenden zu können, der weiß, dass man auf derartige „Dienste“ gut verzichten kann, wenn man nicht zum Diener geboren ist. Kein Wunder, dass sich in der von euch geschaffenen Situation jeder Denkende über Google News und andere Formen der Zusammenfassung des agenturzentral gleichgeschalteten Tagesausstoßes freut — und einige Menschen, ich zum Beispiel, gehen sogar so weit, dass sie andere Blogger den täglichen Auswurf eures Apparates für sich filtern lassen, und zwar vor allem solche Blogger, die sich für die persönlichen Schwerpunkte als gute und ausgewogene Vorfilterung bewährt haben.

Kleine persönliche Randbemerkung: Wenn es um Wissenschaft geht — und damit beschäftige ich mich ständig — hilft mir nicht einmal mehr der Filter der anderen Blogger, weil ihr etablierten Medien schlicht nicht über Wissenschaft berichtet. Ihr tarnt zwar manchmal eure Propaganda für ein entfesseltes Wirtschaften als eine Art Wissenschaft, indem ihr sie mit willkürlich ausgewählten Daten zu belegen sucht, aber richtige Wissenschaft existiert bei euch nicht. Ich bin regelmäßig auf englischsprachige Websites zurückgeworfen. Aber Horoskope kaufen und abdrucken, das könnt ihr!

Nun sieht man das alles dort, wo man das Internet gar nicht recht versteht, also bei den althergebrachten Medien, völlig anders. Der allerwerteste Herr Burda hat sogar im Namen der Gesamtheit der Journaille in der BR Deutschland in die Mikrofone geflennt, dass die Aufbereitung der verschiedenen und doch so gleichen Medieninhalte in einer für Menschen unmittelbar verständlichen Zusammenfassung wie Google News einer „Enteignung“ gleich käme. Und der offenbar Not leidende Springer-Verlag — wenigstens das Innere des Schädels scheint dort bei vielen eine gewisse Not durch sich ausbreitendes Vakuum zu leiden — hat die seltsame Vorstellung in die völlig von den Medien selbst gemachte „Debatte“ geworfen, dass man in Zukunft doch einfach eine staatliche Zwangssteuer auf den Neupreis von Computern erheben könnte, um diese Einkünfte an die klassischen Medien weiterzuleiten, die doch so viel verloren haben.

Doch diesen ganzen lichtscheuen Jammerlappen kann geholfen werden!

Denn ich habe den Verlegern in der BR Deutschland einen ganz einfachen Vorschlag zu machen, wie sie künftig derartige „Enteignungen“ durch Google und andere Dienste von unendlichem Nutzen für ihre Nutzer verhindern können: Die Verantwortlichen für die Website mögen sich bitte einfach einen gewöhnlichen Texteditor greifen. Zur Not geht auch Notepad, das Not-Pad von Windows. Welchen Texteditor sie immer auch nehmen, es handelt sich in jedem Fall um ein Programm, dass sich noch viel leichter bedient als jedes Redaktionssystem zum Anreichern der Meldungen aus den NITF-Feeds der Agenturen durch irgendwelche Klickstrecken und zum Aufspalten noch der kürzesten Meldung auf mindestens zwei Seiten. Damit sollte eigentlich jeder klarkommen, auch ein Mensch mit geringer informationstechnischer Literalität. Mit diesem Programm bitte eine Datei namens robots.txt anlegen, und in diese Datei einfach nur die folgenden Zeilen reinschreiben:

User-agent: *
Disallow: /

Dann sagt bitte eurem Techniker, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis des Webservers hochladen soll, auf dem eurer ganzer „enteigneter“ Content herumliegt. Ihr werdet es kaum glauben, aber diese eine Kleinigkeit mit einem gesamten Arbeitsaufwand von unter fünf Minuten reicht völlig aus, und weder Google noch irgendein anderer zivilisierter Crawler wird sich in Zukunft noch einmal bei euch bedienen. Die respektieren das nämlich alle, wenn ihr euer von den Agenturen abgekauftes „Eigentum“ behalten wollt. Ich habe dies in einigen, für einen eher geschlossenen Nutzerkreis gedachten Projekten schon selbst ausprobiert, und die Wirkung ist wunderbar: Eine einfache Anweisung an die Crawler, und schon wird man nicht mehr gecrawlt. Ihr habt es völlig selbst in der Hand, ob ihr weiter „enteignet“ werden wollt, oder ob ihr Google und den ganzen anderen Bots eine klare Grenze zieht. Da braucht ihr nicht mehr zu eure Taschentücher vollzuheulen und auch nicht nach irgendwelchen staatlich verordneten Zwangsabgaben auf Computer zu rufen, die dann ausgerechnet euch in die Tasche gesteckt werden sollen. Da braucht ihr nur eine einzige Datei auf eurem Webserver abzulegen, die zudem sehr einfach mit überall verfügbarer Software zu erstellen ist.

Gut, ihr werdet dann auch nicht mehr von Google gefunden, das ist vielleicht ein bisschen ungewohnt für euch. Aber das könnt ihr ganz sicher sehr leicht ausgleichen, indem ihr euch endlich einmal ein paar Gedanken darüber macht, wie ihr auf wirksame Weise die Leser an eure tollen Websites binden könnt, und zwar am besten so binden, dass ihr dabei auch ein Geschäft machen könnt. Das ist ja nicht so, dass ich oder irgendjemand anders euch euren Reibach nicht gönnen würde. So viel kann ich euch als jemand, der sich jetzt zweieinhalb Jahrzehnte lang mit dem Irrsinn der EDV herumgeschlagen hat, jedenfalls zu diesem Thema sagen: Mit einer nicht nachvollziehbaren Benutzerführung und künstlichen Schwierigkeiten beim Zugriff auf die von euch angebotenen Informationen werdet ihr es nicht schaffen, jemanden an euch zu binden. Auch aufdringliche Werbung gehört zu den Dingen, mit denen man Menschen eher vertreibt oder zu Gegenmaßnahmen greifen lässt. Und. Ihr werdet es übrigens auch nicht schaffen, wenn ihr eure Leser regelmäßig beschimpft. Aber schaut euch doch einfach mal selbst den Rest des Internet an, denn wird euch schon etwas einfallen.

Und wenn euch nichts einfällt, denn bestempelt einfach weiter tote Bäume, denn das könnt ihr. Und mit dem Fortschreiten einer Technik, die keine zentralisierten Produktionsmittel mehr benötigt, geht doch bitte einfach sterben! Ich brauche euren täglichen medialen Mindfuck mit neoliberaler Propaganda, die von euch abgeschriebenen und ohne die Spur ergänzender Recherche übernommenen Agenturmeldungen und die dummdreiste Gutsherrenart eures Auftretens jedenfalls nicht — und die Anzahl der Menschen, denen es in dieser Sache genau so geht wie mir, sie wird jeden Tag ein bisschen größer.

Und das liegt auch an euch und an dem lichtscheuen Gesindel, das für euch in die Kameras und Mikrofone flennt, schimpft und den staatlichen Grabsch in unser aller Taschen fordert, einfach nur deshalb, weil immer weniger Menschen dazu bereit sind, für euren mit Werbung, Schleichwerbung und Propaganda durchsetzten Strunz auch noch etwas zu bezahlen. Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich euch nur gesagt: „Geht doch nach drüben, wenns euch hier nicht gefällt!“ — vor allem den Leuten vom Springer-Verlag hätte ich das gern gesagt… :mrgreen:

Und, ihr Verleger, immer daran denken! Vor dem Aus-sterben kommt immer erst das An-sterben…

Lügner

Du glaubst, du könntest einfach so allein leben
In Dunkelheit und Abgeschiedenheit… ja, ich weiß.
Du warst da draußen und hast versucht,
Dich unter diese Tiere zu begeben.
Und. Es hat dich nur mit erniedrigter Verwirrung erfüllt?
Deshalb bist du nach Hause zurückgetaumelt,
Erwartest nichts mehr?
Aber die abgeschiedene Raffinesse deines Zimmers
Spuckt dich auf die Straße zurück?
Und jetzt bist du hoffnungslos,
Brauchst Kontakt zu Menschen?
Und dann triffst du mich, und deine ganze Welt verändert sich,
Denn alles was ich sage,
Ist genau das, was du immer hören wolltest.
Deshalb legst du deinen Widerstand ab, ich bin völlig perfekt
Und lasse dich so stark und innerlich kraftvoll fühlen.
Du fühlst dich so glücklich.
Aber dein Ich verhüllt dir eine Wirklichkeit,
Um sich nicht zu stören.
Fragst du dich, warum alles so gut geht?
Willst du wirklich wissen, warum?

WEIL ICH EIN LÜGNER BIN, JA, EIN LÜGNER,
ICH WERDE DEINEN GEIST ABREISSEN,
ICH WERDE DEINE SEELE VERBRENNEN.
ICH VERWANDLE DICH IN MICH,
ICH VERWANDLE DICH IN MICH,
WEIL ICH EIN LÜGNER BIN, EIN LÜGNER…

Ich verstecke mich hinter einem Lachen
Und verständnisvollen Augen.
Und. Ich erzähle dir die Sachen,
Die du so sehr schon kennst,
Dass du es gar nicht ausdrücken kannst.
Und. Ich identifiziere mich wirklich so sehr mit dir.
Und. Die ganze Zeit, die du mich brauchst, ist schlicht die Zeit
In der ich dich zur Ader lasse, raffst du es jetzt endlich?
Ich komme zu dir wie eine Bedrängnis.
Und dann. Lasse ich dich süchtig zurück.
Du wirst mich niemals vergessen.
Willst du wissen warum?

WEIL ICH EIN LÜGNER BIN, JA, EIN LÜGNER,
ICH WERDE DEINEN GEIST ABREISSEN,
ICH WERDE DEINE SEELE VERBRENNEN.
ICH VERWANDLE DICH IN MICH,
ICH VERWANDLE DICH IN MICH,
WEIL ICH EIN LÜGNER BIN, EIN LÜGNER…

Ich weiß nicht, warum ich dieses Verlangen zum Lügen habe.
Und. Warum ich so viel Schmerz verursache.
Es kann etwas in mir selbst sein,
Oder auch etwas, was ich nicht verstehen kann,
Denn alles was ich tue,
Ist dich durch den Dreck zu ziehen und anzulügen.
Ich bin ein Lügner, oh, ich bin ein Lügner.
Aber jetzt wirst du mir wieder eine Chance geben,
Ich schwöre es, ich werde dich niemals mehr belügen.
Weil. Ich jetzt die zerstörerische Macht einer Lüge erkenne,
Die so viel stärker als die Wahrheit ist.
Ich kann es nicht fassen, dass ich dir jemals weh getan habe.
Ich schwöre. Ich werde dich niemals mehr anlügen.
Bitte, gib mir nur noch eine Chance.
Ich werde dich nicht mehr belügen, nein,
Ich schwöre, ich werde niemals mehr eine Lüge erzählen,
Ich werde keine Lüge mehr erzählen,
Nein, nein…

Ha ha ha ha ha ha ha ha ha. IDIOT.  IDIOT. IDIOT.

ICH BIN EIN LÜGNER, JA,
ICH BIN EIN LÜGNER, JA,
ICH BIN EIN LÜGNER,
ICH LÜG DICH AN,
MIR GEHTS GUT,
ICH BIN EIN LÜGNER.
ICH LÜGE, OH ICH LÜGE, JA, ICH LÜGE,
ICH BIN EIN LÜGNER.
ICH LÜGE,
MIR GEFÄLLT DAS,
MIR GEHTS GUT,
ICH MAG ES,
UND WIEDER,
ICH MAG ES WIEDER UND WIEDER
UND ICH WERDE ES WEITER TUN.
DAS KANN ICH DIR VERSPRECHEN.

Rollins Band, „Liar“ | YouTube-Direktlink
Mit freundlichen Grüßen an so viele!

Die vorgeschobenen Amokläufe

Es ist wahr, dass sich heute die Konferenz der Innenminister in Bremerhafen für völliges Verbot der Herstellung und Verbreitung so genannter „Killerspiele“ ausgesprochen hat. Der  Hintergrund dieses Verbotes ist nach Angabe der Innenminister, dass es möglicherweise zu Amokläufen kommen könnte.

Es ist aber völlig unwahr, dass man sich beim Auskungeln dieses Verbotes in irgendeiner Weise mit dem wirklichen und dokumentierten Hintergründen bisheriger Amokläufe in der BR Deutschland beschäftigt hätte. Ganz im Gegenteil, man hat in der Vergangenheit immer wieder durch recht willkürliche polizeiliche Zensurmaßnahmen versucht, dafür Sorge zu tragen, dass niemand in der BR Deutschland solche Hintergründe erfährt.

Hingegen ist es wieder wahr, dass sich immer mehr Menschen wünschen, dass demnächst einmal ein Politiker zum Mordläufer wird. Dann bestünde nämlich endlich die Aussicht, dass die Amokpolitik gewisser Innenminister endlich einmal verboten würde. Allerdings kann diesen Menschen kaum eine Hoffnung gemacht werden, denn Schulen sind auch noch nicht verboten.