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Sport ist…

…wenn demonstrierende Frauen im Iran, denen nicht gelbe Karten, Punktabzüge und Geldbußen drohen, sondern die Todesstrafe, mehr Mut als alle großen Fußballverbände der Welt haben [Archivversion]:

Manuel Neuer wird bei den WM-Spielen des deutschen Fußball-Nationalteams in Katar nun doch nicht mit der „One Love“-Kapitänsbinde auflaufen. Der DFB und die anderen an der Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit beteiligten Verbände würden wegen angedrohter FIFA-Sanktionen auf das Symbol verzichten, teilte der DFB mit […] Die FIFA habe nach Informationen der sportschau in Hintergrundgesprächen massive Konsequenzen angedroht, berichtete ARD-Reporterin Lea Wagner. Es solle sich dabei nicht nur um Gelbe Karten oder Platzverweise handeln – der Weltverband drohe sogar mit Punktabzug […] DFB-Präsident Neuendorf hatte bereits am Sonntag von Meinungsverschiedenheiten mit der FIFA gesprochen, aber noch geäußert: „Wir haben gesagt, wir bleiben dabei, dass wir mit der Binde auflaufen. (…) Wir haben mit langem Vorlauf die FIFA immer wieder darauf hingewiesen, dass wir mit dieser Binde auflaufen wollen, es gab keine Reaktion der FIFA dazu.“ Nach Beratungen änderten die Verbände ihre Meinung

Und dabei haben sich diese rückgratbefreiten Duckmäuser in ihrer grenzenlosen Geldgier schon so viel Mühe gegeben, dass die gewählten Farben nicht nach etwa nach einer möglicherweise Anstoß erregenden Regenbogenflagge aussehen, sondern nur noch sehr entfernt daran erinnern.

Was für ein absurdes Theater dieser ganze von kernkorrupten Sportverbänden organisierte Profisport doch ist! Was für ein absurdes Theater diese Brüllball-Geldmeisterschaft der MaFIFA doch ist!

Und alle machen mit. Es gibt ja Geld. Dem wird alles untergeordnet.

Auch die ARD macht mit. Mit stundenlangen Direktübertragungen und ordentlich Blahball vor und nach dem Brüllball. Da ist die Rundfunkabgabe — deren Propaganda-Bezeichnung als „Demokratieabgabe“ eine realsatirisch wertvolle Doppeldeutigkeit hat — mal wieder so richtig bei der Arbeit!

Finde eigentlich nur ich, dass das DFB-Logo in seiner Ästhetik ebenfalls sehr entfernt an eine Swastika erinnert?

Sterbewahrscheinlichkeit

Es ist in der tristen, herzkalten BRD auch mitten in der laufenden Corona-Pandemie wahrscheinlicher, dass ein Mensch durch Selbstmord stirbt, als dass er an Corona stirbt. Und auch bei dieser selbst gewählten, aber nicht immer frei gewählten Todesart haben ältere Menschen ein höheres Todesrisiko als jüngere, und Männer haben ein rd. drei Mal so hohes Todesrisiko wie Frauen, es sieht also alles in allem ähnlich aus wie bei Corona.

Das läuft nur deshalb nicht jeden Abend in der Tagesschau des Parteienstaatsfernsehens einer „marktkonformen Demokratie“ (A. Merkel), weil irgendwelche pharmaindustriellen Aktiengesellschaften keine Impfstoffe gegen den Selbstmord entwickeln und verkaufen können, um ihren Aktionären riesige Dividenden vom dadurch erzielten Reibach auszuschütten. Dafür müsste im Land der Kälte das menschliche Miteinander anders werden, und das geht nicht, weil ganze Geschäftsmodelle zusammenbrächen, die auf dem objektiven Unglück und der persönlichen Aussichtslosigkeit der Mehrheit der Menschen aufgebaut sind. Deshalb hat Corona für den Journalismus in Presse und Glotze mehr Relevanz als Selbstmord.

Dass die gleichen Autokonzerne, die eben gerade noch ihren Aktionären Dividenden ausgeschüttet haben, jetzt im kalten Lande Alzheim schon wieder um Subventionen wegen der Folgen der Corona-Pandemie betteln und in den Dunkelkammern des Reichstages lobbyieren, ist ja auch so eine Tatsache, die in Presse und Glotze nicht erzählt wird. Wenn die verachtenswerte Gier zur Grundlage des Miteinanders werden soll — und genau das ist der so genannte „Kapitalismus“ — dann folgt ihr die Kälte auf dem Fuß. Selbstmord ist ein Tod, der durch menschliche Kälte verursacht oder erheblich mitverursacht wird.

Abwertung

Eine Universität, die an einer derartigen Doktorarbeit nichts Nennenswertes auszusetzen hat, wertet ihre vergebenen Doktorgrade nicht gerade auf. Ganz im Gegenteil.

Da hilft auch die so genannte „Exzellenzinitiative“ der Bundesrepublik Deutschland nicht. Ganz im Gegenteil.

Pawlowsche Contentindustrie

[…] indem man sich das Thema aufdrängen lässt, ist man dem Spin schon verfallen

Ein Aussage, die sich jeder Journalist ständig vor Augen halten sollte, wenn er etwas anderes sein möchte als ein Werbeplatzvermarkter an einem dummen Emotionskochtopf.

Eine kleine, harmlose Frage

Als Nicht-Jurist und selbstverständlich ohne die geringste beschimpfende Absicht möchte ich nur die kleine, harmlose Frage stellen, ob man ein Berliner Landgericht, das umgangssprachliche Grob- und Derbheiten wie „Schlampe“, „Drecks Fotze“ und „Stück Scheiße“ nebst der öffentlichen Aufforderung zur Vergewaltigung „bis sie wieder normal wird“ in seinem Urteil nicht als Beleidigung oder gar Aufforderung zu einer Straftat, sondern als „sachbezogene Kritik“ bezeichnet, angesichts ebendieses Urteiles ganz sachbezogen im Sinne ebendieses Urteiles als offenbar genetisch degenerierten Haufen von hirnamputierten, maulmösigen, arschgefickten Rohrzangengeburten im Richteramt bezeichnen dürfte, der bei seinen Rechtsbeugungen die höchstnotfeierlich getragene Robe dermaßen besudelt, dass benutztes Klopapier vergleichsweise hygienisch ausschaut.

Oder gälten dann auf einmal andere Maßstäbe?

Auswärtiges Denken

Vielleicht können sie es nicht, vielleicht wollen sie es auch nicht begreifen. Die Maschine ist nicht die Blaupause für menschliches Handeln. Dass trotzdem der allgemeine Trugschluss herrscht, Menschen könnten so „bedient“ werden wie Maschinen, ist ein Dokument zivilisatorischen Niedergangs. Ja, hinter der im Digitalismus entzündeten Glitzerwelt lauert ein barbarisches Gemüt, das tatsächlich dem Wunsch nachgeht, die Welt wäre dann lebenswert, wenn menschliches Handeln mit der Präzision programmierter Maschinen vor sich ginge

Gerhard Mersmann

Abstandsfanatismus

Je weiter das Problem in die Ferne rückt, je weniger es ins Leben der Menschen hineinragt, desto größer wird der Idealismus und die Realitätsflucht derer, die Strukturen gebildet haben und das Problem weiterhin bekämpfen, und desto absurder und vernunftfeindlicher werden ihre um so energischer vorgetragenen Forderungen. Die gesamte Geschichte des Feminismus könnte so erklärt werden, wenn es nicht durch die diversen hineinstrahlenden psychischen Spiegelbilder teilweise noch viel schlimmer wäre…

Stell dir mal vor…

„Stell dir mal vor“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke wäre gar kein Neofaschist in einer von Polizeien und Geheimdiensten finanzierten und durchsetzten Szene gewesen, sondern ein Linker! Oder ein Moslem! Was meinst du wohl, was jetzt in Politik, Polizei und Presse los wäre“…

Leseempfehlung: Nachdenkseiten — Mordfall Lübcke — NSU 2.0

Der Zensor liest

Ich komme mir zensiert vor, von einer Maschine halbautomatisch aussortiert

Sebastian Bäumer [Archivversion]

Der mechanische Zensor aus dem braunen, kalten Traum des Technokraten und des Innenpolitikers, er sucht nur Stellen, er kann deinen Satz ja nicht und niemals lesen.

Doch wer dann immer noch die Welt darum bittet, den mechanischen Zensor anzuschreiben und um Gnade zu winseln, weil die Sehn-Sucht nach der täglich verabreichten Social-Media-Droge auch nach gehörigen Demütigungen und schmerzhaften Psychostrafen noch erhalten bleibt, sollte gründlich über einen Wechsel des Rauschmittels nachdenken. Verglichen damit. Ist ja Heroin noch würdevoller!

Der Börsenwert

Der so genannte „Börsenwert“ ist so weitgehend von der wirtschaftlichen Wirklichkeit der damit an einem Wettzettelmarkt bewerteten Unternehmungen entkoppelt, dass ein einziger Tweet reicht, um ihn zu manipulieren und um elf Prozent zu verschieben. [Archivversion] Das hindert Journalisten aber nicht daran, die Zahlen und Entwicklungen zu vermelden, als handele es sich dabei um richtige Nachrichten.

[…] nichts ist so flüchtig, wie das Interesse der Gerechten am Leid des anderen

Gegenseitig eingepresse Bosheit

Strafe ist und bleibt Rache. Alles andere ist bloße Rhetorik und Ausrede. Die Strafwut wird erst nachlassen, wenn wir die Gesellschaft so eingerichtet haben, dass den Menschen durch Erziehung und die allgemeinen Lebens- und Arbeitsumstände weniger Bosheit eingepresst wird

Hinter den Schlagzeilen: Die Strafe bessert den, der straft