Tag Archive: Link


Abwertung

Eine Universität, die an einer derartigen Doktorarbeit nichts Nennenswertes auszusetzen hat, wertet ihre vergebenen Doktorgrade nicht gerade auf. Ganz im Gegenteil.

Da hilft auch die so genannte „Exzellenzinitiative“ der Bundesrepublik Deutschland nicht. Ganz im Gegenteil.

Pawlowsche Contentindustrie

[…] indem man sich das Thema aufdrängen lässt, ist man dem Spin schon verfallen

Ein Aussage, die sich jeder Journalist ständig vor Augen halten sollte, wenn er etwas anderes sein möchte als ein Werbeplatzvermarkter an einem dummen Emotionskochtopf.

Eine kleine, harmlose Frage

Als Nicht-Jurist und selbstverständlich ohne die geringste beschimpfende Absicht möchte ich nur die kleine, harmlose Frage stellen, ob man ein Berliner Landgericht, das umgangssprachliche Grob- und Derbheiten wie „Schlampe“, „Drecks Fotze“ und „Stück Scheiße“ nebst der öffentlichen Aufforderung zur Vergewaltigung „bis sie wieder normal wird“ in seinem Urteil nicht als Beleidigung oder gar Aufforderung zu einer Straftat, sondern als „sachbezogene Kritik“ bezeichnet, angesichts ebendieses Urteiles ganz sachbezogen im Sinne ebendieses Urteiles als offenbar genetisch degenerierten Haufen von hirnamputierten, maulmösigen, arschgefickten Rohrzangengeburten im Richteramt bezeichnen dürfte, der bei seinen Rechtsbeugungen die höchstnotfeierlich getragene Robe dermaßen besudelt, dass benutztes Klopapier vergleichsweise hygienisch ausschaut.

Oder gälten dann auf einmal andere Maßstäbe?

Auswärtiges Denken

Vielleicht können sie es nicht, vielleicht wollen sie es auch nicht begreifen. Die Maschine ist nicht die Blaupause für menschliches Handeln. Dass trotzdem der allgemeine Trugschluss herrscht, Menschen könnten so „bedient“ werden wie Maschinen, ist ein Dokument zivilisatorischen Niedergangs. Ja, hinter der im Digitalismus entzündeten Glitzerwelt lauert ein barbarisches Gemüt, das tatsächlich dem Wunsch nachgeht, die Welt wäre dann lebenswert, wenn menschliches Handeln mit der Präzision programmierter Maschinen vor sich ginge

Gerhard Mersmann

Abstandsfanatismus

Je weiter das Problem in die Ferne rückt, je weniger es ins Leben der Menschen hineinragt, desto größer wird der Idealismus und die Realitätsflucht derer, die Strukturen gebildet haben und das Problem weiterhin bekämpfen, und desto absurder und vernunftfeindlicher werden ihre um so energischer vorgetragenen Forderungen. Die gesamte Geschichte des Feminismus könnte so erklärt werden, wenn es nicht durch die diversen hineinstrahlenden psychischen Spiegelbilder teilweise noch viel schlimmer wäre…

Stell dir mal vor…

„Stell dir mal vor“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke wäre gar kein Neofaschist in einer von Polizeien und Geheimdiensten finanzierten und durchsetzten Szene gewesen, sondern ein Linker! Oder ein Moslem! Was meinst du wohl, was jetzt in Politik, Polizei und Presse los wäre“…

Leseempfehlung: Nachdenkseiten — Mordfall Lübcke — NSU 2.0

Der Zensor liest

Ich komme mir zensiert vor, von einer Maschine halbautomatisch aussortiert

Sebastian Bäumer [Archivversion]

Der mechanische Zensor aus dem braunen, kalten Traum des Technokraten und des Innenpolitikers, er sucht nur Stellen, er kann deinen Satz ja nicht und niemals lesen.

Doch wer dann immer noch die Welt darum bittet, den mechanischen Zensor anzuschreiben und um Gnade zu winseln, weil die Sehn-Sucht nach der täglich verabreichten Social-Media-Droge auch nach gehörigen Demütigungen und schmerzhaften Psychostrafen noch erhalten bleibt, sollte gründlich über einen Wechsel des Rauschmittels nachdenken. Verglichen damit. Ist ja Heroin noch würdevoller!

Der Börsenwert

Der so genannte „Börsenwert“ ist so weitgehend von der wirtschaftlichen Wirklichkeit der damit an einem Wettzettelmarkt bewerteten Unternehmungen entkoppelt, dass ein einziger Tweet reicht, um ihn zu manipulieren und um elf Prozent zu verschieben. [Archivversion] Das hindert Journalisten aber nicht daran, die Zahlen und Entwicklungen zu vermelden, als handele es sich dabei um richtige Nachrichten.

[…] nichts ist so flüchtig, wie das Interesse der Gerechten am Leid des anderen

Gegenseitig eingepresse Bosheit

Strafe ist und bleibt Rache. Alles andere ist bloße Rhetorik und Ausrede. Die Strafwut wird erst nachlassen, wenn wir die Gesellschaft so eingerichtet haben, dass den Menschen durch Erziehung und die allgemeinen Lebens- und Arbeitsumstände weniger Bosheit eingepresst wird

Hinter den Schlagzeilen: Die Strafe bessert den, der straft

Zwölf Jahre später

Heute sind die meisten Blogs, die es schon länger gibt, erheblich ruhiger geworden. Doch Personen, die wütende, einseitige und gern mit Beschimpfungen versehene Texte ins Internet schreiben, gibt es immer noch: Sie heißen Journalisten

Thomas Knüwer

Der gewünschte Eindruck vom Hartz-IV-Pöbel…

Als der Vorübergehende las, dass rd. siebzig Prozent derjenigen Befragten, die ihre eigene finanzielle Situation als schlecht einschätzten, der Berichterstattung in der Presse misstrauten, schüttelte er schnell den in solcher Deutung propagandistisch gewünschten Eindruck ab, dass es sich dabei um ungebildeten, arbeitsunwilligen und abgehängten „Hartz-IV-Pöbel“ handele und sagte zu sich selbst: „Jene Menschen, die im Hartz-IV-Staat BRD trotz jahrelanger Erzählungen vom Aufwärts und Aufschwung, vom wirtschaftlichen Wachstum und von gut bezahlter Arbeit für alle immer schlechter dastehen; alljene, die angesichts des im Halbjahreszyklus zur Einladung von billigem ‚Menschenmaterial‘ aus dem Ausland heraufbeschworenen Fachkräftemangels und trotz ihrer Ausbildung keine so bezahlte Arbeit finden, dass sie davon gut leben könnten — ja, diese Menschen fallen immer noch zu einem guten Drittel auf die allmediale Wirtschafts- und Regierungspropaganda herein. Aber es werden immer weniger. Und jeder einzelne von ihnen wird genau genug darum wissen, dass demnächst die Mindestlohnregelung aufgehoben wird, ‚um die Flüchtlinge in Arbeit zu bringen und besser zu integrieren‘, so dass die Bimbesrepublik Täuschland noch weitergehend als schon jetzt zum politisch geforderten und geförderten Billiglohnland wird, um seine eigenen Daseinsaussichten realistisch einschätzen zu können — einschließlich der trüben Einsicht, dass sein von der grün-sozialdemokratorisch durchgesetzten Hartz-Fear-Angstpeitsche erwzungener Hungerlohn von heute zu seiner Elendsrente von morgen werden wird. Die intelligenteren Menschen sehen es nun einmal als Ansporn zum Denken an, wenn ihre Intelligenz jeden verdammten Tag in Presse und Glotze verspottet wird. Und das. Ist ein gutes Zeichen. Außer vielleicht für die Presseverleger, die endlich ihre Geschäftsgrundlage verlieren werden“.