Tag Archive: Kotzreiz


Ukraine

Wie fein sich die Kriegsverbrecher in die Pose der Schutzherren des Völkerrechts werfen können, und wie unwidersprochen sie darin sind!

Krieg ist Frieden

Krieg ist Frieden, Unwissenheit ist Stärke und ausgerechnet die Bildzeitung spielt sich als neue “APO” auf.

Gewalttäter warnen: Gewalt ist falsch!

Es ist doch immer wieder erhebend und klingt klingeling schön nach Menschenrecht und Demokratie, wenn die classe politique des Staates, der — nur ein einziges Beispiel von vielen — Gegnern eines sinnlosen Prestige-Bahnhofes in Stuttgart die Augen aus dem Kopf schießt, vor Gewalt gegen Demonstranten im Ausland warnt. Es gibt nun einmal einen Unterschied zwischen dem Widerstand gegen die Entscheidungen “demokratisch” gewählter Regierungen im Ausland und dem Widerstand gegen die Entscheidungen “demokratisch” gewählter Regierungen, zu denen man selbst gehört…

Frauen und Kinder

Wie gern die Journalisten mit ungelenker Hand das psychische Klavier spielen, indem sie davon sprechen, wie schrecklich im Kriege die “Frauen und Kinder” umkommen. Und. Wie wenig sich die gleichen Journalisten daran stören, dass in solcher Stanze mitschwingt, dass das Abschlachten von ausgewachsenen Männern ein weniger empörendes Unrecht ist… ja, wie gern die gemieteten Autoren des Rundfunks- und Presseverlagswesens im Blutton des Boulevards noch betonen, wie “unschuldig” doch diese “Frauen und Kinder” gewesen seien und damit subtil jedem männlichen Opfer zusprechen, es sei an seiner Ermordung selbst schuld.

Vom politischen Wert

Wer verstehen möchte, warum Deutschland (und auch Europa) in dem Zustand ist, in dem es jetzt ist, braucht sich nur eine einzige Tatsache zu vergegenwärtigen: In der laufenden “Krise” wurde von der Bundesrepublik Deutschland innerhalb eines einzigen Jahres mehr Geld zur Profitsicherung von privatwirtschaftlichen Kreditinstituten aufgewändet oder mit staatlichen Garantien besichert, als innerhalb der gesamten Existenz der Bundesrepublik Deutschland staatlicherseits für Bildung erübrigt wurde.

Ich Bullshit, sie sterben, Kasse stimmt

Achtung, es folgt ein langes Zitat mit Kopfschmerz-Warnung:

KREBS braucht leben! [sic!]

Jedes Karzinom gleicht den Brennstäben in einem Atomreaktor. [sic!]

Die Hightech-Medizin greift meine “radioaktiven” Krebs-Cellen [sic!] mit noch aggressiverer Chemo und nuklearer Verstrahlung an. Die Alternativ-Medizin tröstete die “bösartigen Cellen” nett mit humaner Medizin [sic!], doch auch sie geht nicht an die Ursache.

Als ich mein Ende vor Augen sehe, die Ärzte mich aufgegeben und schon mein Sterbeurteil gesprochen haben, treffe ich auf Elisa Dorandt. Sie bekämpft meinen Krebs nicht, sie hilft mir nicht – sie will mich nicht retten. Stattdessen erklärt sie mir, dass mein “radioaktiver” Emotionaler Müll die Ursache für den Krebs ist [sic!] und zeigt mir, wie ich mich selbst auf ganz einfache Weise heile.

Weltneuheit: Laut der Elisa Dorandt Ursachen-Forschung [sic!] entsteht Krebs aus dem atomar geladenen Zündstoff aller verdrängten Emotionen [sic!] im Körper [sic!]. Dabei spielt es keine Rolle, ob Brustkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs, Hodenkrebs, Magenkrebs, Knochenkrebs… die Ursache ist die gleiche.

In jedem Körper sind 95% als verdrängte Masse in einer BLACK BOX eingesperrt. [sic!] Dieser zündstoffgeladene Emotionale Müll [sic!] wird im Laufe der Zeit aggressiv [sic!] und in Resonanz [sic!] werden die Cellen bösartig [sic!]. Wenn ich die erhitzten bösartigen Cellen [sic!] nicht mit leben kühle [sic!], sterbe ich an der “Kernschmelze”. [sic!]

Im Intensivkurs erlebe ich ein “Handwerk” mit dem ich meine “radioaktiven” Cellen von dem aggressiven Müll befreie [sic!]. Statt sterben mache ich mich lebendig [sic!] und das größte Abenteuer meines Lebens beginnt. Seit vielen Jahren bin ich mir für diese Lebensqualität dankbar. [sic!]

Quelle dieses Geschwurbels aus dem Horrorgarten der Irrationalität [bewusst nicht direkt verlinkt], das mir heute mit der täglichen Spam kam. Ich wollte, ich könnte glauben, dass niemand darauf reinfällt und niemand wegen dieser Quacksalberei verreckt!

Ausschuss

Dem Worte “Ausschuss” haftet doch ein heiterer Doppelsinn an, den man beim Lesen von Meldungen nicht vergessen sollte. Etwa, wenn so eine Ausschussware wie Dr. Silvana Koch-Mehrin — eine überführte wissenschaftliche Betrügerin mit einem Charakter ähnlich einem Hochstapler, die ihren akademischen Titel mit einer nachweislich abgeschriebenen und damit gefälschten wissenschaftlichen Arbeit “erworben” hat — in Anerkennung dieser “Leistung” nicht etwa die verdiente Ächtung erfährt, sondern zum Vollmitgleid des europäischen Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie befördert wird.

Der Ausschuss ist zuständig für: [...] die Forschungspolitik der Union, einschließlich Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse

Wenn diese Frau, die nachgewiesenermaßen den Wissenschaftsbetrieb vor allem als eine für sie nützliche und schmückende Titelmühle betrachtet hat, nun für die Bildungs- und Wissenschaftspolitik der Europäischen Union zuständig ist, denn ist das nur folgerichtig und steht in einer großen Kontinuität des jeden Tag zwar nicht so direkt, aber dennoch immerfort in Wort und Tat geäußerten, allgemeinen “Wir machen, was wir wollen, und ihr könnt uns alle mal am Arsche lecken” der classe politique und der ParlamentArier.

Und morgen schon werden die offenen Freunde und Begünstiger der Plagiatoren wieder mitten in die Kamera und das contentindustrielle Mikrofon, das Auge und Ohr der Welt, vom Schutz des geistigen Eigentums faseln und allerlei Zensur und Technikverhinderung in Gesetzeskraft zu setzen versuchen. Mit heiterem Gruß aus Alzheim — und einem mitschwingenden, aber doch niemals direkt geäußerten “Ihr könnt uns alle mal am Arsche lecken”. Während immer wieder von der Politikverdrossenheit der Menschen gesprochen wird, sind es diese Politiker und ihre mafiös wirkenden Wahlvereine (so genannte “Parteien”), die für den Verdruss sorgen.

Kleiner Hinweis am Rande: Es gibt da eine zwar nutzlose, aber doch den Widerspruch dokumentierende Petition für einen Rücktritt dieser Hochstaplerin.

Die Bundesministerin

Ein drittes Problem war, daß das Ministerium, wie soll ich das jetzt formulieren, sehr „neo-industrie-feministisch” aufgestellt war. Es gibt so einen neuen Typ Karriere-Frau, den man schon äußerlich und am Auftreten erkennt. Teure Designer-Beton-Frisur, 40-60% zuviel Make-Up, immer derselbe Gesichtsausdruck, aggressive Gestik, Hosenanzug, den Blazer dabei meist eigentlich zu eng, weil’s figurbetont rüberkommen soll, hohe Absätze, Busines-Auftreten [sic!]. Aggressive Sprechweise, rüpelhaftes Auftreten, muß die Nummer Eins spielen. Permanente Besserwisserei, sagt jedem, was er zu tun hat, hört aber niemandem zu. Kommunikation als Einbahnstraße. Hält die Frau für das überlegene Wesen und duldet Männer nur als niedere Gehilfen und Arbeiter. Ist fest davon überzeugt, daß sie allein schon als Frau und durch ihr hartes Auftreten einen Karriereanspruch hat, betrachtet es aber als Zeitverschwendung und Tätigkeit für Waschlappen, sich sachkundig zu machen. Hat damit Erfolg, ist unglaublich eingebildet, kommt sich ganz toll vor, hat aber eigentlich keine Ahnung wovon sie redet und merkt vor lauter Erfolgsbesoffenheit und Eigenbegeisterung nicht, wie lächerlich sie sich macht, weil sie den letzten Mist daherredet. Funktioniert meistens aber, weil sie ein Publikum um sich versammelt, das es überwiegend auch nicht merkt (oder sogar gut findet). Ursula von der Leyen ist ein Prachtexemplar dieser Gattung, aber ihre Mitarbeiterin, die diese Gruppe geleitet hat, war darin auch nicht schlecht. Man sich diese Art des Auftretens mal bewußt machen um zu verstehen, warum gerade aus von der Leyens Ecke die Forderung nach einer Frauenquote kommt. Das paßt ganz exakt zu der Sichtweise, daß Frausein, Businessfrisur, Hosenanzug und hartes Auftreten doch ausreichen müssen, um es ganz nach oben zu schaffen, in den Vorstand, ohne dabei irgendwelche hard-skills beherrschen zu müssen. Zuzugeben ist, daß man mit sowas durchaus Bundesministerin werden kann.

Hadmut Danisch: Wie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam — und zugrunde ging

Der mit diesen Worten eines Zeugen charakterisierte Entseelungsrest eines Menschen ist übrigens zurzeit in der BRD für die Sozialpolitik zuständig.

Die Arroganz der Ohnmacht

Das fängt schon in der Schule an. Wenn ein Schüler keine Lust auf die ganzen Türken, Perser, Araber und Russen hat, denn geht er einfach zu den linken Mitschülern und steht auf dem Schulhof mit den Autonomen zusammen. Da sieht man nie einen Ausländer.

O.

Vorab

Ich werde im Folgenden ein politisches Flugblatt einer Gruppe von Hausbesetzern betrachten. Es handelt sich ein Ereignis von “nur” lokaler Bedeutung, das für die meisten nicht in Hannover lebenden Leser (und auch für viele Hannoveraner) völlig uninteressant sein wird. Wer mehr darüber aus Sicht der Besetzergruppe erfahren möchte, kann das Blog der Besetzergruppe besuchen — und aus anderem Blickwinkel gibt etwa die “Neue Presse” einen Einblick in die Besetzung und der Norddeutsche Rundfunk in die mittlerweile geschehene Räumung¹.

Diese Betrachtung richtet sich nicht gegen die Besetzergruppe. Aber sie richtet sich gegen den Sprachgebrauch, der in so genannten “linken” politischen Gruppierungen² eingerissen ist, und der für den Text des Flugis teilweise so unreflektiert übernommen wurde, dass das Kalte darin unübersehbar ist. Dies liegt in diesem Fall sicherlich auch daran, dass es sich um eine junge, eher unerfahrene Gruppe handelt. Ich kenne alle im Folgenden betrachteten und kurz beschriebenen Erscheinungen aber auch aus dem agigatorischen Schriftgut von Menschen, bei denen man wenigstens wegen ihres Alters und ihrer Erfahrung eine gewisse Reife und Nachdenklichkeit erwarten würde, und ich habe mir über dieses Thema oft genug “den Mund fusselig” geredet, bis ich irgendwann keine Lust und keine Kraft mehr hatte, in die Flammen und in das Nichts zu sprechen.

Das Flugblatt war kein internes Dokument. An ein solches würde ich auch gar keine besonderen Maßstäbe anlegen. Es sollte eine Demonstration ankündigen. “Zielgruppe” waren andere Menschen, die möglicherweise die Ziele der Besetzer unterstützenswert finden und mitdemonstrieren. Diese Demonstation ist inzwischen vorbei, und es steht fest, dass ich mit meiner Voraussage richtig lag, dass diese Flugis keine Wirkung haben werden. Man hätte die Druckkosten einsparen können.

Dass sich niemand — wenn er nicht gerade im Soziolekt “linker” politischer Gruppierungen denkt — von diesem Flugblatt angesprochen fühlen konnte, liegt an der gewählten Sprache und an der Persönlichkeit der Autoren, die durch diese Sprache auf den Leser hindurchblickt. Obwohl hier scheinbar ein Aufruf in die Allgemeinheit geht, ist es den meisten Menschen aus der angesprochenen Allgemeinheit nicht möglich, sich davon aufgefordert zu fühlen, wenn sie nicht gerade von Selbstverachtung zerfressen sind. Darüber hinaus stehen zwar zwischen den Zeilen, aber doch so deutlich, dass es sich nicht abtun lässt einige interessante Einblicke in das Selbstbild der Schreibenden und in ihr Bild von den Menschen, die sie mit ihrem Schreiben vorgeblich erreichen wollen, und diese Einblicke machen klar, dass eine Teilnahme breiterer Bevölkerungsschichten gar nicht gewünscht ist.

Der Text

Ich zitiere nur die Rückseite des Flugblattes; die Vorderseite enthielt natürlich die üblichen kurzgefassten Hinweise, wann und wo die Demonstration stattfindet und um was es dabei geht — eben die Informationen, die für einen an der Teilnahme interessierten Menschen die wichtigsten sind. Dass dabei die Angabe der Internetadresse vergessen wurde, ist ein Fehler, den ich häufiger auf derartigen Zetteln sehe und der vermutlich der latenten Technikfeindlichkeit geschuldet ist, die sich unter so vielen “linken” Menschen und dort noch gehäuft unter “linken” Menschinnen finden lässt.

Der Text der Rückseite ist allerdings — trotz gewisser Längen und aufblähender Aufzählungen — vollständig wiedergegeben. Bei meinen Anmerkungen achte ich immer darauf, wie ein solcher Text auf die eigentlich angesprochenen Menschen — die nicht zum Umfeld der Hausbesetzer gehören und dennoch zum Demonstrieren bewegt werden sollen — wirken muss.

Fünf Tage lang war das Hinter- und das Vorderhaus, die ehemalige Zweiradwerksatt und der Hof der Limmerstraße 98 in Hannover-Linden besetzt.

Also das ganze Haus Limmerstraße 98… da musste wohl die ganze Seite voll werden, und diesem Selbstzweck folgten einige Ausschmückungen, hinter deren blühender Sprachpracht die eigentliche Aussage gefunden werden muss. Der interessierte und aufmerksame Mensch, der diesen ersten Satz liest, weiß damit sofort, dass der Text unnötig weitschweifig wird und geht nicht mit großer Lust an die weitere Lektüre. Zwei Sätze wie “Fünf Tage lang war das Haus Limmerstraße 98 in Hannover-Linden besetzt. Zum Gebäude gehört ein Vorderhaus, ein Hinterhaus und eine ehemalige Werkstatt für Zweiräder.” hätten diesen ersten Eindruck unnützer Schwafeligkeit vermieden und stattdessen einen Anschein von Sachlichkeit und Willen zur Erklärung erweckt — und vielleicht häufiger dazu geführt, dass Menschen den recht langen Fließtext mit seinen wenigen Absätzen und seinem geringen Zeilenabstand im ermüdenden schwarz auf magenta weitergelesen hätten.

Als die Besetzung vergangenen Mittwoch begann, waren die Forderungen klar. Ein Abriss der Gebäude aus der Gründerzeit der Limmerstraße sollte verhindert werden, um sie für eine unkommerzielle Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Unglücklicherweise sieht der Besitzer der maroden Immobilie das etwas anders und möchte sein für den Kauf investiertes Geld nicht in den Ofen schieben; aber gut, dieser verschafft sich ja auch einen Ausdruck seines — übrigens vom Recht gedeckten — Standpunktes.

Die Folgen dieser Aktion waren alles andere als absehbar. Viele Menschen im Stadtteil und darüber hinaus solidarisierten sich.

Ob das in euren Kreisen “politisch korrekte” Verb “sich solidarisieren” wohl von vielen Menschen verstanden wird? Oder ob ein “unterstützten uns” klarer gewesen wäre? Denkt mal darüber nach…

Anwohner_innen versorgten die Menschen im Haus mit Lebensmitteln, Möbeln oder boten konkrete Unterstützung bei Renovierungsarbeiten an.

Und Leser_innen schütteln den Kopf über die geschlechtsneutrale Schreibweise mit dem Unterstrich. Nachdem sich die (als Abkürzung übrigens auch eher hässliche als freundliche) BinnenMajuskel wie etwa in “AnwohnerInnen” endlich in etwas breiteren Bevölkerungsschichten (bis hin zu einigen Presseprodukten) durchgesetzt hat, brauchen einige 150prozentige Vertreter der absolut korrekten Ausdrucksweise wieder etwas, mit dem sie sich elitär vom Rest der schreibenden und lesenden Bevölkerung absetzen können — damit man wenigstens daran sehe, dass sie bessere Menschen sind. Und so wird jetzt eine Schreibweise verwendet, die im Schriftbild noch fremdkörperhafter anmutet. Dass das Befremden beim Leser im Regelfall nicht die Bereitschaft zum Lesen steigert, sollte klar sein. Obwohl ich. Auch oft und gern für ein künstliches Befremden beim Leser sorge. Aber ich schreibe dann auch keine Zweckschriften wie Flugblätter, die zur Teilnahme an einer Demonstration aufrufen sollen.

Vom Unterstrich einmal abgesehen: Dieser Satz ist eine Katastrophe. Ihr, die ihr das Haus besetzt gehalten habt, seid darin “Menschen”, und die Menschen, die euch unterstützen — und das sind Menschen, die dort in der Limmerstraße leben, die von der Entwicklung unmittelbar betroffen sind und alles Recht der Welt haben, einen gewissen Zerfall der menschlichen Kultur Lindens zu beklagen — ja, diese Menschen werden sprachlich auf die Funktion eines “Anwohners” heruntergestutzt. Nicht einmal für das erdigere und damit wärmere Wort “Nachbarn” hat es gereicht. Ich bin es ja durchaus gewohnt, dass Soziologen, Politiker, Pädagogen für Erwachsene und vergleichbares Geschmeiß sich einer so eisigen und pseudorationalisierenden Sprache bedienen, und ich bin davon überzeugt, dass diese Sprache einen Einblick in das Denken dieses Packs gewährt, aber wer für mich sprechen will, sollte das vermeiden. Ihr seid “die Menschen”, und jene Menschen, denen der Ort, am dem ihr euer Menschsein entfaltet habt, Heimat ist, sie müssen sich mit der Bezeichnung Anwohner (ich habe nicht die geringste Lust, mein Schreiben kaputtzugendern) zufriedengeben. Merkt ihr eigentlich, wie kathedral und abgehoben so ein Sprech rüberkommt? Wenn ich einer eurer Unterstützer gewesen wäre, dann hätte meine Unterstützung nach dem Lesen dieses einen Satzes aufgehört.

Zum Abschluss noch der güldene Schwafelpunkt: Wie sieht eigentlich eine Unterstützung bei der Renovierung aus, die nicht konkret ist? ;)

Das Plenum, das höchste Entscheidungsgremium der Besetzung, entwickelte sich zu einem großen Treffen von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, die letztendlich eins verband: Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Stadtentwicklung.

Das Plenum (politdeutsch, um das deutsche, deutliche, unmittelbar verständliche Wort “Vollversammlung” zu vermeiden und sich noch etwas unverständlicher und elitärer auszudrücken), das höchste Verfassungsorgan… ach, ich werde schon ein bisschen ätzend… es entwickelte sich zu einem Treffen von Menschen, die nichts gemeinsam hatten als ihre Unzufriedenheit. Und ich dachte schon, sie wollten etwas ändern.

Die Hausbesetzung schaffte eine Kommunikationsplattform [sic!], die es ermöglichte, die Vielseitigkeit dieser Unzufriedenheit miteinander zu diskutieren.

Diese Möglichkeit wäre ohne die Hausbesetzung also nicht da gewesen? Ihr seid eine Elite, die anderen Menschen erst den Raum geschaffen hat, sich über ihre Unzufriedenheit auszutauschen? Für einige ist das ein “gesundes Selbstwertgefühl”, für viele andere ist es jedoch eine an Größenwahn grenzende Arroganz, die sich in solcher Schreibe offenbart. Eine Kommunikation, die sich solcher Sprache bedient, kennt jeder aus den täglichen Unverschämtheiten der Großen Deutschen Partei Der Mitte CDUSPDCSUFDPGRÜNETC, und die Menschen, die davon gründlich die Nase voll haben, sind eigentlich die Zielgruppe eures Flugblattes. Diese haben freilich noch nicht einmal ein Viertel des Textes geschafft und fühlen schon den Würgreflex in ihrem Hals.

Dem Diskussionsprozess entsprechend entwickelten sich die Forderungen weiter. Die lose Vorstellung [sic!] einer unkommerziellen Nutzung wurde durch die Idee eines selbstverwalteten Stadtteilzentrums mit Inhalt [sic!] gefüllt und, neben dem Erhalt der Gebäude, zu einem zentralen Element der Forderungen.

Und das alles lief unpersönlich über die Beteiligten ab, in einem überpersonalen Prozess. Fast wie ein Wunder, ganz ohne Menschen. Wer kann da denn noch Zweifel an den Zielen haben? Sie sind ja völlig natürlich, jenseits jeder Fragemöglichkeit. :mrgreen:

Das Projekt L98 sollte den ersten Raum auf der Limmerstraße schaffen, in dem Menschen nicht nur als Konsument_innen verstanden werden, sondern selbst aktiv werden können.

Ich will ja nichts sagen, aber ich habe da gerade erst ein paar Stunden auf einer Bank gesessen und mit einigen Menschen sehr aktiv über dieses Projekt gesprochen. Vermutlich ist dieser Raum auch von euch geschaffen.

So gab es bereits verschiedene Ideen, wie z.B. eine Fahrradwerkstatt, ein Infocafé, einen Umsonstladen und eine Volxküche zum Selbstkostenpreis.

Nach so viel blähenden Worten das erste Stück Konzept. Wer bis dahin durchgehalten hat, weiß das jetzt auch.

Es sollte ein Raum entstehen, im dem Herrschaftsverhältnisse wie Sexismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus keinen Platz haben und sich Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung begegnen können, ohne scheiße behandelt zu werden.

Ihr seid aber schon mal “die Limma” runtergegangen, oder? Ich kenne sonst in Hannover keinen anderen Ort, an dem homosexuelle Menschen so offen zeigen können, das sie sich gern haben, und das in aller Regel ohne dafür auch nur angestarrt, geschweige dann irgendwie bedrängt zu werden. Vielleicht sollte ich auch mal zählen, wie viele verschiedene Sprachen ich höre, wenn ich “die Limma” lang gehe, es dürften deutlich über zwanzig werden. Und das, ohne dass es zu groben Akten fremdenfeindlicher Gewalt oder Verachtung kommt — ein paar Witze gibt es sehr wohl, ich habe mir auch schon die arabischen und türkischen Witze über “die Deutschen” erklären lassen. Eines sieht man auf “der Limma” hingegen selten bis nie, und das sind Juden, von daher kann ich eine bestehende oder fehlende Neigung zum Antisemitismus nicht beurteilen — das liegt aber daran, dass es in Deutschland nun einmal viel mehr tote als lebende Menschen mosaischen Glaubens gibt. Warum das so ist, steht übrigens im Geschichtsbuch, und dass gerade im Arbeiterstadtteil Linden-Nord ein zäher Widerstand gegen die Hitlerdiktatur geleistet wurde, sollte auch nicht so schwer zu ermitteln sein. Allerdings kann ich wenigestens für das, was ihr “Sexismus” nennt und mit so vielen Inhalten füllt, dass es kaum noch eigene Existenz hat, keine Aussage zur Limmerstraße machen. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nicht einmal mir in Linden-Nord eine besondere Verachtung entgegengebracht wird, wenn auch manches Mal ein harsch formuliertes Nicht-Einverstandensein mit meiner Lebensweise; und ich wünschte, es wäre überall in Hannover so. Mit dem ganzen Satz, in dem ihr einen Raum entstehen lassen wollt, der schon längst da ist, belegt ihr nur eines: Dass ihr nicht einmal wisst, wo ihr euch vorübergehend niedergelassen habt. Sonst würdet ihr euch für diese Phrasen, mit denen ihr subtil das längst menschlich Gewachsene beleidgt, schämen.

Übrigens was das auch das Ende des ersten Absatzes. *uff!*

In den folgenden Tagen wurden stundenlange Verhandlungen mit dem Eigentümer geführt, um den Wunsch eines Zentrums auf dem Gelände der Limmerstraße 98 in die Tat umzusetzen. Die Besetzer_innen erklärten sich bereit einen Verein zu gründen und einen Nutzungsvertrag zu vereinbaren. Die zunächst signalisierte Bereitschaft des Besitzers offenbarte sich schließlich als leere Floskel, sodass die so vielversprechend gestarteten Verhandlungen immer aussichtsloser erschienen und die Androhung von Polizeigewalt begann, die Gespräche zu dominieren.

Ihr, die heilige und unfehlbare Kirche der erlösenden “linken” Bewegung habt also, nachdem ihr das Eigentum eines anderen Menschen für eure Ziele, die ihr für heilig und unfehlbar haltet, in Anspruch genommen habt, die Androhung von Polizeigewalt erfahren, weil der Eigentümer andere Pläne hatte, ihr ihm aber nicht gewähren lassen wolltet. Nun, überraschend ist das für einen Menschen außerhalb eurer Zirkel nicht. Tatsächlich wird die Frau Jedermann und der Herr Nachbar da fragen, wieso ihr euch für eure Anliegen nicht um einen anderen Raum bemüht als um ausgerechnet dieses eine, problembeladene Haus — und nachdem ihr so überdeutlich klar gemacht habt, wie euer Selbstbild ist und wie egal euch der Stadtteil ist, in dem ihr seid, wird diese Frage wohl nicht leiser werden. Aber ihr habt ja dafür — im nächsten Absatz — auch eine gute Erklärung gefunden:

Der Rückgriff auf Polizeigewalt zur Durchsetzung der bestehenden Eigentumsverhältnisse ist charakteristisch für bürgerlich-kapitalistische Gesellschaften. Sie wird immer wieder herangezogen um sicherzustellen, dass sich die Stadtentwicklung an der Verwertungslogik des Kapitals orientiert, statt an den Bedürfnissen der Bewohner_innen.

In der Tat. So etwas ist unter anderem die Aufgabe der Polizeien. Einige Beamte scheinen den gröberen Aspekt daran sogar wegen ihrer charakterlichen Defizite zu mögen, aber das ist ein ganz anderes und wirklich sehr problematisches Thema. Es mag gefallen oder nicht: Eigentum ist gesetzlich geschützt (Art. 14 GG — und ja, auch ich finde, dass Abs. 2 mehr Wirklichkeit entfalten sollte). Jemand hat ein Grundstück mit einem alten und maroden Haus gekauft und will das abreißen, um dort einen anderen, vermutlich nicht erfreulichen Bau hinzusetzen, und das ist sein Recht. Vermutlich wird er damit auch Profit machen. Dafür tut ers. Es gefällt mir übrigens auch nicht, denn das Linden, das so lange schon verkommt, es ist meine Heimat. Und die konnte ich mir nicht so einfach aussuchen wie vieles andere.

Ihr fühlt euch hingegen im Recht, weil ihr aus benachteiligter Position für heilige Ziele eintretet, die ihr für höherwertig als das Recht haltet — eine verblüffend ähnliche “Argumentation” kenne ich übrigens von jungen “Rechtsradikalen”, wenns um die Frage der Gewalt geht. Übrigens fühlen auch diese sich als eine Art Elite, und die Stärke dieses Gefühls ist regelmäßig etwa so groß wie ihr Unvermögen, ihr eigenes Leben so zu gestalten, dass sie selbstgesteckte Ziele auch erreichen können. Da werden dann die kollektiven Ziele übermenschlich groß, aber sie sind durch gewaltige gesellschaftliche Kräfte verhindert, das Dasein gerät zum Kampf, jeder Teilnehmer ist ein geradezu heiliger Kämpfer, der in seinem vergleichbar ausgerichteten Umfeld große Anerkennung selbst noch für seine “ehrenwerten Niederlagen” bekommt, ein trüber Ersatz für ein klares Gefühl vom Wert des eigenen Daseins ist das. Die Arroganz des Redens, Tuns und Auftretens ist die Arroganz der Ohnmacht, ein verzerrtes Spiegelbild der Arroganz der Macht.

Dass beinahe niemand außerhalb der eigenen, elitären Gruppe diese “großen Wahrheiten” versteht, wird dabei regelmäßig als Bestätigung der Haltung der eigenen Gruppe gesehen, nicht etwa als ein Anreiz zum Nachdenken, zur tieferen Analyse, zur Selbstreflexion. Eine tiefe Wahrheit scheint es mir zu sein, dass eine wirkliche Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse gar nicht gewünscht ist, weil darin der eingebildete elitäre Status, an dem doch der ganze Austauschstoff für das Gefühl vom Wert des eigenen Daseins hängt, verloren ginge. Also wird weiterhin mit diesem Ton geredet und geschrieben, der in seinen Wiederholungen und seiner gestelzten Sprache an die Formeln einer religiösen Liturgie erinnert und einem Menschen jenseits dieser Ersatzreligion ungefähr so “verständlich” erscheint wie einem Atheisten der objektive Schwachsinn der Religion.

Wenn es um die Planung und Veränderung unseres unmittelbaren räumlichen und sozialen Lebensumfeldes geht, wird Mitbestimmung klein geschrieben. So kommt es, dass es Platz für unzählige profitorientierte Cafés & Bars auf der Limmerstraße gibt, obwohl kein Mensch danach gefragt hat [sic!], und kein Platz für ein selbstverwaltetes Zentrum ist, obwohl Hunderte dafür durch die Straßen ziehen.

Und wenn etwas den Aussagen im objektiven Schwachsinn der Religion widerspricht, ist es die übliche Haltung des Gläubigen (der sich ja auch einer von gottpersönlich geführten Elite zugehörig fühlt), zusammen mit Gleichgesinnten die Äuglein zu schließen und unentwegt die religiösen Formeln zu murmeln, auf dass sie sich auch mit der Kraft der Selbsthypnose ins Unbewusste senken und dort tief tief tief geglaubt werden. Herr Treppehoch und Frau Nächstetür nennt das denn einen Sockenschuss³.

Frau Nachbarin und Herr Nebenan werden sich allerdings auch fragen, was wohl aus den profitorientierten Bars und Cafés würde, wenn ihnen so gar keine Nachfrage gegenüberstünde — und werden sich auch an so manche Insolvenz derartiger Unternehmungen erinnern. Was da auf der Limmerstraße zu sehen ist, das ist das Gewollte — zumindest das von denen Gewollte, die dort für Umsatz sorgen. Einiges davon ist sogar recht hübsch. Anderes… na ja, eben weniger. Das Anliegen derer, die nicht für den Umsatz sorgen, das finde ich allerdings auch wichtig, denn ich gehöre zu denen, die nicht für den Umsatz sorgen. Ich habe allerdings etwas dagegen, dass so eine abgehobene, elitär auftretende und weltfremde “Priesterschaft in politischer Verkleidung” sich hinstellt und mir diese Sorge abnehmen will, vor allem, wenn sie dabei genau so dahinschwätzt wie die verlogenen Mitglieder der classe politique.

Dieser Irrsinn [sic!] gilt nicht nur für die kulturelle Struktur eines Stadtteils, sondern auch für die bestehenden Wohnverhältnisse. Die Frage lautet nicht, ob die Bewohner_innen Lindens [sic!] Luxussanierungen oder einen zunehmenden Wandel von Miet- in Eigentumswohnungen wollen, sondern ob es sich rentiert. Mit dieser Entwicklung gehen Prozesse einher, in denen Menschen räumlich und sozial ausgegrenzt werden, weil sie ökonomisch nicht die Mittel haben, sich dieser Entwicklung anzupassen. Es handelt sich also um soziale Verhältnisse, aus deren Widersprüchlichkeit [sic!] immer wieder gesellschaftliche Konflikte resultieren, die nicht mit Polizeigewalt zu lösen sind, sondern mit ihr nur verschärft werden.

Stellt euch mal vor, ihr hättet diesen kurzen Absatz und den vorherigen für die “Bewohner_innen Lindens”, die sich durch euer Augenpulver kämpfen sollen, ein bisschen anders, menschlicher, formuliert, statt euch gegenseitig die rhetorischen Pimmel abzukauen. Das hier ist nur ein kurzer Vorschlag, über den ich nicht einmal so richtig nachgedacht habe:

Alte Häuser werden abgerissen und machen Neubauten Platz, in denen die Mieten teurer werden. Andere Altbauten werden aufwändig modernisiert und ebenfalls teuer vermietet oder in Eigentumswohnungen umgewandelt. Preisgünstiger Wohnraum für die Menschen aus Linden und für die Menschen, die in Linden leben wollen, wird rar. Das Straßenbild der Limmerstraße wird zunehmend von teurer Gastronomie geprägt. Linden verändert sein Gesicht. Aber erkennen sich die Menschen aus und in Linden in diesem neuen Gesicht ihres Stadtteils wieder? Ist das eine Entwicklung, die wir uns wünschen, oder ist das eine Entwicklung, der wir eine andere Richtung geben sollten? Die höheren Mieten werden sich viele Menschen nicht mehr leisten können, sie werden aus Linden verdrängt. Zudem wird zurzeit einiges getan, um das Straßenbild Lindens für zahlungskräftigere Mieter attraktiver zu machen. Dazu gehört unter anderem die systematische Demütigung der Menschen, die nicht in das gewünschte neue Gesicht Lindens passen; durch Personenkontrollen und manchmal auch durch Willkürakte der Polizei. Im Moment betrifft es sie vielleicht noch nicht, es sind nur ein paar Ausländer, Trinker und Menschen, die sich gern im Sommer auf der Straße treffen. Sie sind kein Ausländer, kein Trinker, und sie verhalten sich “normal”. Ob ihnen doch einmal ähnliches widerfahren könnte? Haben sie sich schon gefragt, ob sie noch in das neue Linden passen werden, das gerade entsteht? Können sie sich noch an das “Shoppen auf 35.000m² im Linden-Park” erinnern, das jetzt zwischen Ihme und Blumenauer Straße verrottet? Darin leben Menschen. An diesem einen Beispiel können sie sehen, wie gleichgültig die Bedürfnisse der Menschen sind, wenn es nur ums Geld geht. Wir finden, dass wir nicht alles einfach geschehen lassen dürfen, dass wir ihm etwas entgegensetzen sollten. Wir wissen noch nicht, wo es hinführen wird; wir wissen nicht, ob wir damit Erfolg haben werden; aber wir glauben, dass es sich lohnt und dass wir es tun müssen. Für Uns. Für Sie. Für ein lebendiges Linden.

Es tönt doch gleich viel schlichter, obwohl ich das eben in zehn Minuten “rausgerotzt” habe. Und jetzt überlegt mal, welcher Text (natürlich war auch meiner vorsätzlich manipulativ) eher dazu führen könnte, dass sich Menschen angesprochen fühlen, zu einer Demostration für ihr eigenes Lebensrecht kommen und sich vielleicht sogar in größere Projekte wie selbstverwalte Läden und später vielleicht sogar einmal genossenschaftliches, nicht profitorientiertes Wirtschaften einbringen — eure lächerliche Predigt aus euem “linken” Wolkenkuckucksheim oder ein offenes und doch vorsichtiges Aussprechen von Ängsten, die von vielen Menschen in Linden sehr deutlich gefühlt werden.

Auch bei dem Konflikt um die Limmer98 handelt es sich um einen gesellschaftlichen. Deswegen kann sich weder der Besitzer noch die Stadt einfach aus der Affäre ziehen, indem sie immer nur auf die geltende Rechtslage verweisen und wir mit Polizeigewalt geräumt werden. Eins ist für uns klar: Die Auseinandersetzung um ein selbstverwaltetes Zentrum hat gerade erst begonnen. Die Räumung der L96 ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Wir werden uns weiterhin für ein selbstverwaltetes Stadtteilzentrum einsetzen und es ist die Aufgabe der Stadt, im Dialog mit uns, eine Lösung für diesen Konflikt zu finden. Deswegen lasst uns am Samstag gemeinsam auf die Straße gehen, um gegen die Räumung, den Abriss und Stadtteilaufwertung [sic!] zu demonstrieren.

Aber stattdessen wirkt ihr, als stündet ihr mit beiden Beinen fest in den Wolken. Ihr selbst fangt mit einer Hausbesetzung einen Konflikt an und nennt diesen von euch begonnenen Konflikt einen “gesellschaftlichen”. Eure Mission ist heilig. Eure Ziele sind über jeden Zweifel erhaben und werden wir die Dogmen einer Religion verkündigt. Alles hat sich dem unterzuordnen. Die Stadt, der Eigentümer, das Recht, die Polizei. Und als ihr dann doch geräumt wurdet, habt ihr die Augen zugemacht, eure Glaubenssätze gemurmelt, euch gegenseitig die Schultern wundgeklopft und wurdet euch eures Sieges nur um so gewisser. Ihr seid die Elite, ihr führt einen gesellschaftlichen Konflikt, und man hat mit euch zu sprechen, denn ihr habt ein größeres Recht. Dafür soll man auf die Straße gehen. Mit euch. Für euch. Für ein Haus, dass nicht einmal besonders gut für den Zweck geeignet wäre, einfach nur, weil ihrs halt mal besetzt habt. So “kommt ihr rüber”.

Lasst uns am Samstag gemeinsam auf die Straße gehen, um uns ein selbstverwaltetes Zentrum zu erkämpfen!

Da half denn auch aller Fettdruck nicht mehr, es ist einfach (fast) niemand gekommen — bis auf die “üblichen Verdächtigen” eben. Man bleibt eben unter sich, ob in gewissen Sekten oder in “linken” politischen Bewegungen. So wird alles ritualhaft, und wenn es nicht so traurig und so kalt gegenüber den Menschen in Linden wäre, könnte ich herzlich drüber lachen. Nicht einmal ein guter Witz ist dieses formelhafte Geschwafel, das meilenweit an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei geht.

Ich finde die Idee einer Revolution ja auch ganz ansprechend. Aber dafür braucht man Leute. ;)

Fußnoten

¹Den NDR und die NP habe ich mithilfe von WebCite archiviert, weil ich aus Erfahrung weiß, dass Inhalte dort sehr flüchtig sein können.

²Ich setze “links” und davon abgeleitete Wörter in Anführungszeichen, weil es ein bedeutungsleeres Wort ist. Früher™, als die Welt noch einfacher war und die Menschen noch Inhalte vertraten, da kannte ich Kommunisten, Sozialisten, ja, sogar ein paar Anarchisten (zu denen ich auch die Syndikalisten zähle, obwohl man darüber streiten könnte), und es war klar (oder zumindest leicht herauszufinden), was mit diesen Selbstbezeichnungen inhaltlich gemeint war. Das Tun von Menschen, das sich heute “links” nennt, übernimmt hingegen in dieser Selbstbezeichnung nicht nur einen Terminus der Bourgeoisie, nämlich die Sitzordnung in jenem Parlament, dass doch eigentlich durch einen zu erwirkenden gesellschaftlichen Prozess überwurden werden soll, ohne die damit verbundene Lächerlichkeit zu bemerken. Es scheint darüber hinaus von Inhalten emanzipiert zu sein, erweckt in seiner einfältigen Vielfalt zuweilen einen ganz ähnlichen Eindruck wie der psychische Rummelplatz der modernen und käuflichen “Esoterik” und ist oft genau so offen irrational und dumm. Die Verwendung eines Begriffes, der neben der Sitzordnung in Parlament keine inhaltliche Bedeutung hat, ist ein guter Nährboden für jene tendenziell prollige, selbstumkreisende Kuschelstuben-Alternativität, die vor allem den jüngeren Teil der “Szene” (ein Unwort!) prägt und die so anziehend auf beschädigte und gescheiterte Existenzen wirkt, deren Wille zur Analyse klein, aber deren Wille zur lauten, unübersehbaren Tat als Quelle eines recht illusionären “Klassenbewusstseins”, in dem dann kümmerliches Selbstwertgefühl wurzelt, dafür umso größer ist.

³Sockenschuss: Ein hier übliches Wort für eine Klatsche, eine Macke, einen Dachschaden…

Abschließende Anmerkungen

Im viele Menschen vielleicht verstörenden Zitat zum Texteingang habe ich bewusst nicht den Vornamen ausgeschrieben, um jede Identifikation zu verhindern. Ich weiß, zu welchen Hassreaktionen bis hin zur körperlichen Gewalt es führen kann, wenn jemand innerhalb “linker” Gruppierungen mit solchen Aussagen dieses Offensichtliche zum Ausdruck bringt, dessen Kenntnis dabei stört, sich weiterhin am eigenen Selbstbild zu verblenden und zu berauschen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung.

Das oben verlinkte Blog der Hausbesetzergruppe ist zumindest zur Zeit nicht zur Diskussion oder auch nur für Anregungen geeignet, da kritische Kommentare auch dann nicht freigeschaltet werden, wenn sie wohlwollend sind. Was nach drei Tagen nicht erscheint, erweckt den starken Eindruck, niemals erscheinen zu sollen.

Tausend Jahre vergessen

Joachim Kardinal Meisner predigte auf einem Soldatengottesdienst in Köln, dass sich sogar im Himmel noch die Balken biegen wollten:

Es hat jemand gesagt, entweder betet der Mensch Gott an oder sich selbst. Letzteres ist ein großes Unglück und eine Gefährdung für den Frieden in der Welt. Die Geschichte weiß das zu Genüge zu berichten. Gerade unser Volk ist von den Folgen der Selbstvergötzung stigmatisiert. Das Hitler-Regime als tragische Ersatzreligion ist mit seinen 60 Millionen Toten die schlichte Folge, dass sich der Mensch an die Stelle Gottes gesetzt hat. Hier hieß es nicht mehr: “Wie im Himmel, so auf Erden”, sondern “Wie auf Erden, so im Himmel”. Das “Heil Hitler!” war der grausame Ersatz für den Heiland Jesus Christus. Ich durfte im September 2009 im Dom zu Münster einen 31-jährigen Priester seligsprechen, der 1941 im KZ Dachau von den Nazis umgebracht worden war, weil er gesagt hatte: “Wer Christus den Jugendlichen aus den Herzen reißt, ist ein Verbrecher!” Die Kirche war der große Störenfried in diesem von Größen- und Rassenwahn geprägten Naziregime.

Nun, Euer Eminenz, mir scheint, in ihrer Erinnerung der jüngeren Geschichte der röm.-kath. Kirche in Deutschland klafft eine kleine Lücke von tausend Jahren. Selbst ihnen, Eminenz, müsste doch gleißendhell auffallen, dass so ein Pfaffe mit Rückgrat, der in einem letztlich sinnlosen, aber doch wenigstens aufrechten Martyrium im Mordlager verreckt, eine recht seltene Erscheinung ist. Oder haben sie etwa tausende oder doch wenigstens hunderte dieser Priester mit so einer “Seligsprechung” ehren und damit zur Verehrung freigeben können? Nein, natürlich nicht. Und warum nicht? Weil es nur wenige Ausnahmen unter den Priestern waren, die unter den Bedingungen des “Dritten Reiches” in dieser Weise bis zum Äußersten gingen und dafür schließlich starben. Und das. Haben die Priester ihrer hl. röm.-kath. Kirche im “Dritten Reiche” mit den meisten anderen willkürlich auswählbaren Gruppen von Menschen unter der Herrschaft des beliebtesten deutschen Kanzlers der bisherigen Geschichte gemeinsam gehabt. Und die aus der Geistlichkeit ihr Rückgrat der Staatsgewalt zum Zerbrechen hingestellt haben, sie waren meist einfache Menschen, die in dieser Haltung…

Hohe Geistliche der röm.-kath. Kirche beim so genannten 'Deutschen Gruß'

…durchaus im Gegensatz zur Kirchenführung standen. Denn bei ihnen, Euer Eminenz, die sie so gern die alten Geschichten mit einem zwar recht sympathischen, aber oft auch etwas wirren jüdischen Wanderprediger und ein paar Fischern und schrägen Typen drumherum hervorkramen, um mit diesem legendären Stoff auf der Psyche der Menschen Klavier zu spielen, ja, auch bei ihnen erweist sich das Sprichwort als sehr wahr, dass der Fisch vom Kopfe her zu stinken beginnt. Damals wie heute.

Kennen sie eigentlich den antiken Bericht von diesem Jesus aus Nazaret und die paar Quäntchen Wort, die in diesem Schmöker Jesus aus Nazaret zugeschrieben werden? Das sollten sie ruhig einmal lesen. Am besten, sie fangen mit dem dreiundzwanzigsten Kapitel des Evangeliums nach Matthäus an. Da ja auch in ihren Kreisen, Eminenz, das Picken von glaubensstärkenden Rosinen aus diesem Text so unglaublich beliebt ist, mag ich mich auch nicht zurückhalten und hole dort einmal eine besonders dürre und sehr nahrhafte Schrumpeltraube heraus, damit sie nicht geistig darben müssen:

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gräber bauet und schmücket der Gerechten Gräber und sprecht: Wären wir zu unsrer Väter Zeiten gewesen, so wollten wir nicht teilhaftig sein mit ihnen an der Propheten Blut! So gebt ihr über euch selbst Zeugnis, daß ihr Kinder seid derer, die die Propheten getötet haben.

Mt. 23, 29-31

Wenn man sie so schamlos herumlügeln hört, Euer Eminenz, denn könnte man doch wirklich denken, er spräche von Euch, dieser Jesus…

Kein Wunder, dass ihresgleichen überall so gern altrömische Martermordpfähle aufhängt, um auch immer vor Augen zu haben, wie erfreulich tot und stumm der jetzt ist, dieser Jesus.

Quelle des Fotos

So freut euch doch!

Erlebter Zynismus ists, wenn der Denkende und Fühlende müßigen Schrittes an der wie ein Schneehügelchen anmutenden Gedenkstätte für die ermordeten Juden aus Hannover vorbei geht, und wenn in gleichen Moment aus einer gar nicht so großen Ferne ein Chor die deutlich verständlichen und auffordernden Worte “Tochter Zion, freue dich!” in die “heilige” Nacht singt.

Da biegt sich sogar die Leine

[...] ‘Vorwärts nach weit’. Das heißt also: Hannover strebt vorwärts, und zwar ins Unermessliche.

Kurt Schwitters

Lange Zeit stand auf den Straßenbahnen und Bussen des hannöverschen Nahverkehrsunternehmers üstra der Werbespruch “Steigen Sie ein, die Richtung stimmt.” Hauptsache, es geht vorwärts und nach weit in Hannover, auf Richtungen wird da eher weniger geachtet. So auch bei der heutigen Geschichte aus der unterschätzten Stadt.

Hannover ist ja schon mit einem künstlichen See ausgestattet, der alles in allem gut von den Menschen angenommen wird. Trotz gewisser Schwierigkeiten beim Umgang mit der Vergangenheit dieses Bauwerkes, der zuweilen auch zu lächerlichen Wortfindungsstörungen führt.

Der Maschsee ist jedoch nichts gegen das, was einige manifest Größenwahnsinnige im wahnwarmen Brutschrank ihres Hirnes als Beglückungsidee für Hannover heranreifen ließen und hervorzubringen beabsichtigen. Was diese Leute haben wollen, ist die zwölffache Monstrosität des hitlerschen Denkmales zwischen Südstadt und Leine.

Bis heute abend hätte ich beim Wort “Leine-Bogen” nur an einen Mäander der trüben, braunen Fluten gedacht. Wenn ich gemerkt hätte, dass das nicht die zutreffende Deutung ist, denn hätte ich als nächstes an eine interessant gestaltete Brücke gedacht. Ein gewisser Michael Beck, der als Chef des “Standortentwicklungsprojektes” Hannover-Holding gerufen wird, denkt beim Wort “Leine-Bogen” freilich an etwas ganz anderes: An einen riesigen künstlichen See in den Leineauen, der den ganzen Bereich von Leinhausen über Stöcken bis hinaus nach Garbsen von den benachbarten Orten Letter und Seelze abtrennt. Oder, um es mit den Worten solcher größenwahnsinnigen großen Planer und Plattmacher zu sagen:

Hannover hat jetzt schon einen Ruf als Stadt im Grünen mit hohem Freizeitwert — dieses Projekt würde den Schwerpunkt ungemein fördern

Sicher, die Stadt im Grünen wird doch gleich viel mehr zu einer Stadt im Grünen, wenn eine große, zusammenhängende Grünfläche unter den Wassern eines freizeitwertigen künstlichen Sees verschwindet. Zumal diese große, zusammenhängende Grünfläche auch noch ein Landschaftsschutzgebiet ist, in dem der weniger auf Freizeitwert bedachte Hannoveraner allerlei Dinge sehen und erleben kann, die andernorts in der “Stadt im Grünen” nicht mehr so sichtbar und erlebbar sind. Etwa Greifvögel wie den Eichelhäher, der sich aus den stets feuchten und nur als Weidefläche genutzten Wiesen sein tägliches Brot holt. Oder auch mal einen scheuen Eisvogel, bei dessen unerwarteten Anblick man erschrickt, weil man derart farbenfrohe Vöglein gar nicht erwartet. Oder auch mal ein paar Frösche, Kröten und andere Reptilien oder auch hübsche große Libellen. Auch die Störche sind sonst kein so alltäglicher Anblick in Hannover. Dass jedes Kind in der näheren Umgebung dieses Gebietes genau und aus eigener Anschauung weiß, dass Kühe nicht lila sind, ist ein ebenfalls erfreulicher Nebeneffekt der Nutzung als Weidegebiet. Das einzige, was nach der Flutung des ganzen Bereiches — wahrscheinlich wohl durch eine Stauung der Leine — von dieser lebendigen Vielfalt bleiben wird, sind die zahlreichen und stets durstigen Mücken.

Dass es sich ferner um den mit Abstand schönsten Fuß- oder Radweg von Stöcken nach Letter oder Ahlem handelt, und dass etliche Menschen auch im jetzigen Zustand dieses (übrigens durch EU-Recht geschützten) Landschaftsschutzgebietes auch schon einen erheblichen und gern angenommenen “Freizeitwert” sehen — so ein Wort kann sich nur jemand ausdenken, der sich von gewöhnlicher Sprache und den Menschen, die gewöhnliche Sprache sprechen, längst vollständig emanzipiert hat — und diesen an jedem hübschen Tag wahrnehmen, kann die Größe solcher Pläne auch nicht aufhalten. Dass Teile dieses Gebietes im Rahmen eines EXPO-Projektes — wir erinnern uns an das Jahr 2000 und das Motto “Mensch Natur Technik” — gezielt in einen naturnahen Zustand zurückversetzt wurden, ist ebenfalls unwichtig. Jetzt wird dort Hannover gemacht, es erschalle laut im Namen der “Standortentwicklung” der Ruf an den Baggerfahrer! Lasst uns ein Loch graben, ein großes, tiefes Loch, denn Erdaushubarbeiten sind schon immer ein besonderes Steckenpferd dieser Stadt gewesen! Der Mensch zerstört die Natur mit Hilfe der Technik.

Ach ja, die EXPO. Hannover hat ja durchaus Erfahrung mit großen Projekten. Ich zitiere hierzu einmal auszugsweise die Meldung der Tagesschau vom 11. Dezember 2001 (wegen der auf Bestreben der Verleger-Lobby gesetzlich erzwungenen Löschung der Inhalte der Tagesschau-Website kann ich den zitierten Text leider nicht verlinken):

Der Bundesrechnungshof ist mit der Gechäftsführung der Weltausstellung “EXPO 2000″ in Hannover offenbar hart ins Gericht gegangen. Nach Informationen mehrerer Tageszeitungen üben die Prüfer scharfe Kritik an der Geschäftsführung. Das Defizit der EXPO liege bei insgesamt 2,1 Milliarden Mark. [...]

Verursacht habe das Milliardenloch die “unfähige Geschäftsführung”, soll es in dem Bericht heißen. Die ersten vier Geschäftsführer mit Verträgen von 1994 bis 2000 seien trotz “unzureichender Leistungen” mit Abfindungen von insgesamt 1,9 Millionen Mark nach elf bis 19 Monaten wieder entlassen worden. [...]

Die EXPO-Geschäftsführung habe es noch im April 2000 trotz zurückhaltender Einschätzung externer Berater unterlassen, geringere Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf einzusetzen [...] Eine “erhebliche Fehleinschätzung der Besucherattraktivität” sei der Grund gewesen, werde in dem Bericht kritisiert.

Na, so eine Fehleinschätzung irgendeiner Attraktivität wird bei diesem Projekt wohl nicht aufkommen…

Und damit es beim hannöverschen Streben “Abwärts nach tief” auch so richtig tolle wird, kann man in dem wie gewohnt eher etwas hingeschmierten und das Wesentliche verschweigenden Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung noch ein paar Andeutungen ohne weitere Erläuterung lesen. Zum Beispiel die Andeutung, dass dabei 10.000 Wohnungen gebaut werden sollen, die gewiss nicht unter Wasser liegen werden. Oder auch die Andeutung, dass möglicherweise Uferbereiche privatisiert werden, wohl auch, um dort den Freizeitwert zu erhöhen. Das klänge ja gar nicht mehr so gut, wenn solche Andeutungen deutlich würden und damit zur Deutung aufreizten, deshalb bleibt die Milliardärspresse aus dem Hause Madsack auch bei den Andeutungen.

Diese ganzen kleinen Problemchen solchen das idiotische ehrgeizige Projekt doch nicht aufhalten. Und bald schon soll es so aussehen:

Eine mit Google Earth erstellte Impression der überfluteten Grünflächen!

In dieser mit Hilfe von Google Earth erstellten Impression der Pläne bitte ich um den Vergleich mit den Herrenhäuser Gärten, die auf der rechten Seite des Bildes sichtbar sind. Wer dort einmal durchgegangen ist, bekommt einen ungefähren Eindruck von der beabsichtigten Größenordnung.

Die Typen, die sich derartige Projekte ausdenken, wissen übrigens genau, dass jeder vernunftbegabte Mensch angesichts ihres Wahns den Kopf schütteln würde. Oder, um es im Verlautbarungston dieser Standortentwickler zu sagen, der gewohnt und gewöhnlich beflissen von der Presse wiedergegeben wird:

“Ein kleiner Kreis von Engagierten hat sich große Mühe gegeben, ein qualifiziertes Projekt zu entwickeln”, sagt Michael Beck, Chef des Standortentwicklungsprojekts Hannover-Holding [...] Die Macher hatten gehofft, die Pläne noch einige Monate intern diskutieren zu können. “Wir wollen dicke Bretter bohren”, sagt Beck. Er habe “Sorge, dass jetzt wieder alles zerredet wird”.

Denn schließlich hat sich bei diesen forschen Standortentwicklern nicht nur die Sprache von den gewöhnlichen Menschen emanzipiert. Die wollten auch in aller Ruhe ihre Pläne machen und die Leute vor möglichst vollendete Tatsachen stellen, ohne dass da etwas “zerredet” werden kann. Oh, könnte man es doch nur “zerreden”, ich hielte gar nicht mehr meinen Mund! Leider wird es mit Worten nicht getan sein, um die Manifestation der feuchten Träume dieses lichtscheuen Gesindels in der Realität zu verhindern. Dem werten Herrn Beck und dem anderen Geschmeiß, dass hier aus einem schönen Fleck öffentlichen und halbwegs natürlichen Hannovers unter hohem Aufwand eine kommerziell optimierbare Freizeitkunstwelt machen will, lege ich hingegen nahe, sich lieber um die Stadtentwicklung Venedigs zu kümmern.

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