Tag Archive: Korruption


Ausverkauf! Alles muss raus!

Jene Politiker, die alle gesellschaftliche Entwicklung so weit wie möglich irgendwelchen Marktmechanismen überlassen wollen, zeigen im Spiegelbild ihrer geldanbetenden Ideologie, dass sie sich ein Miteinander von Menschen wünschen, in dem alles käuflich ist. Es bedarf keiner großen Intelligenz und keines langen Nachdenkens, um in diesem Spiegelbild zu erkennen, dass diese Politiker ihre Politik ebenfalls als käuflich betrachten und entsprechend vermarkten werden, stets zum Vorteile dessen, der den höchsten Preis zahlen kann. Wer das Miteinander der Menschen von „den Märkten“ steuern lassen will, ist selbst käuflich und korrupt und nur allzugern dazu bereit, seinen Politikkäufern ihren Reibach zu lassen, aber die Verluste aus Steuermitteln zu erstatten, ohne dass hierfür irgendein Markt als Vorwand taugte. Die Politik dieser unerquicklichen Zeitgenossen erklärt sich daraus wie von selbst, und die von diesen Zeitgenossen vorgetragene angebliche Motivation ist so offenbar eine Lüge, also eine vorsätzlich unwahre Behauptung, dass man schon sehr viele Zeitungen lesen und Nachrichtensendungen gucken muss, um das mit seinen von parteienstaatlichen und reklamefinanzierten Content zugestopften Sinnen nicht mehr deutlich genug wahrzunehmen.

Zahlmeister

Zu seinem Zeitgenossen sagte der Vorübergehende, bevor er wieder aufs Fahrrad stieg: „Ich habe kein Auto. Ich bezahle immer nur für die Autos und für die Autoinfrastruktur der anderen Menschen und atme das Abgas dieser Autos ein. So schade, dass ich jetzt keine paartausend Euro Prämie dafür bekommen kann, dass ich mir ein neues Auto kaufe, um die Umwelt noch besser zu schützen und etwas gegen die Klimakatastrophe zu tun“.

Verschwörungstheoretiker

Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ und der scheinbar abgemilderte Begriff „Verschwörungsgläuber“ sind Propaganda- und Kampfbegriffe, deren wichtigste Funktion es ist, jene Menschen, die Korruption und heimlich verfolgte persönliche Ziele bei mit Herrschaft ausgestatten Menschen annehmen und diese Annahme mitteilen, in die gleiche Schublade stecken zu können wie Menschen, die etwa an Chemtrails, eine flache Erde oder Mikrochips in Impfstoffen glauben — und sie anschließend als Idioten, Dummköpfe und Nazis beschimpfen zu können. Deshalb ist der Begriff „Verschwörung“ auch innerhalb des politisch-journalistischen Komplexes so populär geworden, um jede Annahme jenseits der offiziellen Selbstdarstellung politischen und wirtschaftlichen Agierens damit zu bezeichnen.

Was unterdessen ungestört weiter läuft, ist die Verschwörungspraxis. Oder, um ein klareres, von keiner Propaganda missbrauchtes Wort dafür heranzuziehen: Die Korruption.

Bescheuert

„Aber nein“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „der Andreas Scheuer ist doch nicht korrupt. Der ist so bescheuert, der bückt sich sogar ohne Bezahlung“.

Das Gebet in der stillen Kammer

Es würde mich mal brennend interessieren, wie viele und welche korrupten Politiker sich nach Genuss des Strache-Videos in ein kurzes Gebet zurückgezogen haben, um sich bei ihrem Geld- und Raubgöttern dafür zu bedanken, dass das nicht ihnen passiert ist.

Für Heinz-Christian Strache

Wer als vorgeblich extremkonservativer Saubermann-Politiker wegen eines kleinen, durch Filmaufnahmen sichtbar gewordenen Korruptionsskandälchens und dem Offenbarwerden seines ganz besonderen „Demokratieverständnisses“ [Archivversion] zurücktreten muss, kann sich während dieses Vorganges schon einmal daran erfreuen, wie Ton und Duktus der Rückblicke auf die Regierungszeit die richtigen Nachrufe vorwegnehmen, auf die wir Politikgenießer hoffentlich nicht mehr allzulange warten müssen.

Schade nur, dass es solche Videos viel zu selten gibt — oder genauer: Dass die meisten Politikverbrecher viel zu erfahren sind, um sich dermaßen einfach von einem fingierten Treffen mit einer angeblichen Milliardärin und einer versteckten Kamera reinlegen zu lassen.

Korruptionstheoretiker

„Ein ‚Verschwörungstheoretiker‘, wie du es so despektierlich in Wiedergabe des Pressetones nennst“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „ist ein völlig vernünftiger Mensch, der eine völlig nachvollziehbare Annahme macht, um politische Entwicklungen einzuordnen und zu bewerten: Er geht davon aus, dass ein nennenswerter Anteil der Menschen korrumpierbar ist. Wer nicht in diesem Sinne des Wortes ein Verschwörungstheoretiker ist, ist ein dummer Traumtänzer“.

Durchdringendes Fehlalarmfiepsen

Bei einem Wohnungsbrand zu sterben, ist ja eine zum Glück eher seltene Todesart, wenn man es mit dem Tod durch Ärztepfusch, Alkoholkonsum oder im Straßenverkehr vergleicht. Dies hat die Classe politique allerdings nicht davon abgehalten, es im mutmaßlich bezahlten Auftrag der Hersteller von Rauchmeldern zum Gesetz zu machen, dass in jede Wohnung ein Rauchmelder verbaut werden muss. Wie viele Verletzte — oder vielleicht sogar Tote — es seitdem gegeben hat, weil Menschen schnell eines dieser Geräte während eines schrill tönenden Fehlalarmes unter nicht unerheblichem Stress abschalten wollten, wird gar nicht erst weiter untersucht. Die Selbstfeier von Politikern und Beamten, wenn einige Menschen weniger bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommen, ist hingegen gewiss. Dass immer noch einige sterben, weil sie das durchdringende Alarmfiepsen etwa wegen der gleichen Bewusstlosigkeit durch Alkoholkonsum nicht wahrnehmen, die auch die eigentliche Brandursache ist, ja, dass es gar nicht so wenige sein werden, die so sterben, wird dieser Selbstfeier der unverantwortlich Verantwortlichen keinen Abbruch tun. Ganz im Gegenteil: Sie werden sich zuprosten.

Trojaner

Der Lobbyismus — ein Wort übrigens, das nur Neusprech für das klarere Wort „Korruption“ ist — in den europäischen Kryptokratien ist nichts weiter als die Erstellung von schädlichen, jederzeit durch ihre Errichter verwendbaren Trojaner-Backdoors für die gesamte Gesellschaft. Schutzprogramme, die tief genug in dieses System eingreifen, dass sie eine solche kriminelle Übernahme des Systemes unterbinden könnten, gibt es nicht. Und. Sie sind auch nicht vorgesehen. Anders als bei Computern gibt es nicht einmal ein Äquivalent zu dieser Schlangenöl-Software, die gefühlten Schutz vermittelt. Es scheint nur noch möglich, das gesamte von der mentalen Schadsoftware alles korrumpierender Krimineller befallene System der europäischen Politik „plattzumachen“ und neu aufzusetzen. Überall.

Im Filze geboren

Wozu hat man Freunde, vor allem solche, die man schon seit frühester Jugend kennt. Man macht Urlaub zusammen, genießt die Ferien, kocht, spielt und klönt – das, was so nach Familienbekanntschaften von Geburt an klingt, verrät vor allem eines: Der Filz begann in der Wiege. Der eine ging in die Wirtschaft, der andere eben in die Politik. Wer sich angesichts dieser romantisch-verklärten Darstellungen Wullfs noch fragt, wie es zu diesem „ihr da oben, wir hier unten“ kommt, bekommt hier seine Antwort. Für diese Familienbande fordert Wulff vehement Schutz vor unangemessenen Fragen. Mit Carsten Maschmeyer isst man zusammen Grünkohl, läßt sich die Werbung für ein Buch bezahlen. Einflussnahme auf die Politik? Gott bewahre! Man kennt sich eben seit der Schulzeit! Der König der Drückerkolonne Maschmeyer, „Mit dem ich seit Jahren eng befreundet bin. Der ausgeschieden ist, der heute sozusagen Pensionär ist.“ Männerfreundschaften.

die Schrottpresse: Spesenritter und die Würde des Berufs

Wirtschaftliche Zensur

Die Pressefreiheit endet da, wo der Selbstmord beginnt […]

[…] Dieser Zensor aus dem Geist des Kapitalismus ist viel geschickter und viel subtiler als die Zensoren in den Diktaturen gewesen sind. Dieser Zensor verbietet nichts, steckt niemanden ins Gefängnis, foltert nicht, droht kaum, dieser Zensor etabliert nur neue, harmlos klingende Kriterien für die Presse. Diese Kriterien werden noch nicht einmal öffentlich oder heimlich ausgesprochen oder gar schriftlich fixiert. Sie werden einfach nur angewendet. Der Zensor belohnt diejenigen mit Geld, sprich Werbung, die sich seinen Kriterien fügen. Wer sich nicht fügt, wird nicht etwa bestraft, sondern kriegt halt nur kein Geld. Das hat im Lauf der Jahre dazu geführt, dass immer größere Teile des Werbekuchens in den der Werbung genehmen Sendern, Verlagen und Redaktionen gelandet sind. […]

Wer noch an so etwas wie eine „unabhängige Presse“ und „freie Berichterstattung“ glaubt, der schaue mal bei Konsumpf vorbei und lasse die dort angebotenen Materialen auf sich wirken.

Korruption

Korruption ist keineswegs das, was diesen Staat gefährdet oder gar zu zerfressen droht. Sondern vielmehr. Das, was ihn schon die ganze Zeit entgegen aller Vernunft und entgegen allen Interessen der Mehrzahl der Menschen, die in diesem Staate leben, zusammenhält und stützt.