Tag Archive: Konsumismus


Die Grundkenntnisse

Die IT-Grundkenntnisse der 16- bis 25-jährigen Menschen in der BRD sehen genau so aus wie die Kenntnisse von Menschen, denen von allen Seiten immer und immer und immer wieder beigebracht wurde, dass sie sogar stolz darauf sein können, wenn sie dumm und ungebildet sind. „Mit Mathe und Physik bin ich doch auch nie klargekommen, das hat ja auch gar keinen Bezug zu meinem Leben“… Dumm kauft gut, und deshalb wird Dummheit mit hohem Aufwand hergestellt. Die BRD leistet sich zu diesem Zweck einen staatlichen Schulbetrieb, der die Lust am Wissen an der Wurzel abknickt sowie einen monströsen quasi-staatlichen Medienapparat, in dem man als Nutzer alles mögliche werden kann: unterhalten, ängstlich, passiv, spendenbereit, risikofreudig, fußball-patriotisch. Eines kann man in diesem Medienapparat freilich nicht werden: wissend und schlau — außer natürlich, man muss nicht arbeiten gehen und kann deshalb die Rosinen herauspicken, die zu Sendezeiten gesendet werden, zu denen ein erwerbstätiger Mensch nicht aufnahmefähig fernsehen kann.

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Die größte Gefahr für die Wirtschaft

Schlaue, zufriedene und angstfreie Menschen sind die größte Gefahr für das weitere Wachstum der Wirtschaft — und deshalb gibt es so viel Ausbreitung von Dummheit, Unzufriedenheit und Angst.

Scheinbefriedigung

„Wenn Werber so etwas wie ‚Jedes Jahr ein neues Smartphone‚ auf Plakate stempeln lassen“, sagte der Vorübergehende zu einem, der nicht mehr hören konnte, „dann dokumentieren sie in diesem Spiegelbild nur in gleichermaßen obszöner wie realsatirischer Weise, was die konsumistische Antwort auf das Bedürfnis vieler Menschen nach befriedigender und erfreulicherer Kommunikation ist“.

Augenwirkungslosigkeit

Zu seiner Schwester im Staub sagte der Vorübergehende: „Du wirst nicht wertloser, nur weil jemand anders nicht dazu imstande ist, dich als das zu sehen, was du bist. Und. Du wirst nicht wertvoller, nur weil du dir alle Mühe gibst und keinen Aufwand und keine Ausgabe scheust, um mit allerlei Blendwerk einen wertvolleren Eindruck in den Augen anderer Menschen zu machen“. Und nach kurzer Pause fügte der Vorübergehende hinzu, um den sich mechanisch im Munde bildenden Einwand abzuwürgen: „Und nein. Der Werber, der dir etwas verkaufen will, er sagt dir nicht die Wahrheit, denn er will, dass du möglichst unglücklich bist und allerlei Dinge kaufst, um dieses Unglück zu beheben. Wenn du ihm und seinen stinkenden Freunden aus der Contentindustrie glaubst, wirst du nicht wertvoller, sondern nur eines, aber das dafür ganz sicher: Du wirst dumm“.

Der Weihnachtsmann

Welchen Bären willst du deinen Kindern aufbinden? Den Weihnachtsmann? Diese kalte, ungerechte Märchenfigur, die den Kindern reicher Eltern mehr schenkt als den Kindern armer Eltern?

Computer-Fastfood

Er sagte: „Das ist ja alles schrecklich mit der NSA und dem ganzen Kram aus Amerika, nenn mir doch bitte eine Alternative zu Windows, die sicher ist. Ich muss aber alle meine gewohnten Programme weiterbenutzen können“. Er redete in dieser dummen Forderung ganz so wie einer, der sich unbedingt gesund und „bewusst“ ernähren „möchte“, aber dabei den niemals in Frage gestellten Anspruch hat, weiterhin vorgefertigten Industriefraß in die Mikrowelle zu schieben, der in zwei bis drei Minuten fertig ist…

Kirchenjahr für Fresser

Aufbau von Imbissbuden am Nordufer des Maschsees

Auch die Parareligion des Konsumismus hat ihr gut inszeniertes und präzise abgestimmtes Kirchenjahr und ihre Hochfeste. Kaum sind auf dem Schützenplatz die Buden zum „Schützenfest“ abgebaut, werden sie am Maschsee für das kommende „Maschseefest“ wieder aufgebaut.

„Gestiegene Kaufbereitschaft“

Die Menschen sollen konsumieren, damit produziert werden kann. Und. Nicht anders herum.

Sternfassade

Kaufhausfassade mit weihnachtlicher Dekoration, dahinter der Markenfetisch

Das weihnachtliche Licht, dass in die Nacht hineinleuchtet, kommt von Osram, und es weist zum Heil 2.0, zu all dem käuflichen Markentand.

Consume

Vom leeren Traum

Es ist doch erstaunlich, dass ausgerechnet die Weltraumfahrt zur Leinwand für die ganzen warmen Träume der Populärkultur geworden ist und in vielen populären Produktionen der science fiction von meist bescheidener Qualität zum extern getriggerten Träumen angeboten werden kann. In Wirklichkeit. Ist der Weltraum beinahe überall in seiner unvorstellbaren Größe nur leer und kalt. Im Wahnbild der mit menschlichen Großrauschträumen gefüllten Weltraumfahrt spiegelt sich die Verantwortungslosigkeit, mit der die Menschen dazu bereit sind, die Erde als ihre eigene Heimat zu verbrauchen und wegzuwerfen; und die wirkliche Beschaffenheit des Weltraumes ist ein treffliches Spiegelbild der Leere und Kälte dieser Haltung.

Freiheit durch Konsum

Die Freiheit und Selbstverwirklichung, die in der allgegenwärtigen Werbung unentwegt versprochen wird, wenn man sich den darin angebotenen Tinnef kauft, sie ist die Karikatur einer Revolution. Sie lässt sich grob in der Aufforderung zusammenfassen: Sei du selbst, gehe mit den anderen konform.