Tag Archive: Kapitalismus


Es ist kostenlos

„Das Coronavirus wird nur politisch bekämpft, weil es sich völlig kostenlos und beinahe von allein verbreitet;“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „wenn man es nur den Menschen verkaufen könnte, etwa so wie Autos, Glücksspiele, Zigaretten, Alkohol und Benzodiazepine, dann würde es von der Politik nicht bekämpft, sondern als wichtiger Impuls für die Märkte und Jobmotor begrüßt — und sämtliche Schäden und Langzeitfolgen würden einfach ignoriert und auf Einzelfall-Niveau herunterrhetorisiert, sowohl die individuellen als auch die gesellschaftlichen. Denn aus Verantwortungsgefühl für Menschen handelt hier niemand, es geht nur um Zahlen und das Wohlergehen eines winzigen Minderheit“.

Ausverkauf! Alles muss raus!

Jene Politiker, die alle gesellschaftliche Entwicklung so weit wie möglich irgendwelchen Marktmechanismen überlassen wollen, zeigen im Spiegelbild ihrer geldanbetenden Ideologie, dass sie sich ein Miteinander von Menschen wünschen, in dem alles käuflich ist. Es bedarf keiner großen Intelligenz und keines langen Nachdenkens, um in diesem Spiegelbild zu erkennen, dass diese Politiker ihre Politik ebenfalls als käuflich betrachten und entsprechend vermarkten werden, stets zum Vorteile dessen, der den höchsten Preis zahlen kann. Wer das Miteinander der Menschen von „den Märkten“ steuern lassen will, ist selbst käuflich und korrupt und nur allzugern dazu bereit, seinen Politikkäufern ihren Reibach zu lassen, aber die Verluste aus Steuermitteln zu erstatten, ohne dass hierfür irgendein Markt als Vorwand taugte. Die Politik dieser unerquicklichen Zeitgenossen erklärt sich daraus wie von selbst, und die von diesen Zeitgenossen vorgetragene angebliche Motivation ist so offenbar eine Lüge, also eine vorsätzlich unwahre Behauptung, dass man schon sehr viele Zeitungen lesen und Nachrichtensendungen gucken muss, um das mit seinen von parteienstaatlichen und reklamefinanzierten Content zugestopften Sinnen nicht mehr deutlich genug wahrzunehmen.

Der Kapitalismus hat keine Antwort auf die Frage der Gerechtigkeit

Norbert Blüm, ᛉ 21. Juli 1935, ᛣ 23. April 2020

Unsichtbare Hand

„Freu dich doch darüber“, sagte der Vorübergehende zynisch zu seinem Zeitgenossen, „dass die Märkte die Ausbreitung des Coronavirus regulieren werden“.

Die falscheste Religion

Die Behauptung, dass jeder Mensch alles erreichen könne, nebst der zugehörigen, meist nicht unterschwellig bleibenden Schuldzuweisung für alle jene Menschen, die krank oder in ihrem Leben gescheitert sind, ist die falscheste und vielleicht sogar die kälteste „Religion“ von allen. Sie ist leider auch zu einer tragenden Säule des Kapitalismus geworden.

Vor dem Kapitalismus

Diese Politiker, die immer weiter gehende und zeitlich immer ausgedehntere Rechte für Rechteverwerter einfordern, damit es auch ja Anreize für Innovation und Kunst gebe, konnten mir noch nie erklären, wieso eigentlich das Rad erfunden wurde. Das war doch lange vor jedem Kapitalismus. Woher hat der Erfinder denn einen Anreiz für seine Erfindung gehabt?

Greta kennt noch nicht das Zinsfeuer

Zu seinem verängstigten Zeitgenossen in Weltuntergangsstimmung sagte der Vorübergehende: „Nicht CO2 ist das wesentliche Problem, sondern der aus der dummen Psyche geborene kapitalistische Fetisch der Zinseszinsdynamik, der ständiges Wachstum erzwingt und damit allem eine exponentielle Dynamik gibt, für die im ganzen Kosmos kein Raum wäre¹, ist das wirkliche Problem. Das im medien- und schulvermittelten mathematischen Analphabetismus niemals zu bemerken und deshalb auch nicht zu thematisieren, ist das größte Problem von ‚Fridays for Future‘, und ich wollte, die hl. Greta der schulstreikenden Kinder und der ikonenfotografiegeilen Journalisten bekäme in dieser Sache nur ein wenig Einsicht durch schlichtes Aufschlagen und Lesen eines Mathematikbuches, die sie an ihre Anhänger weitergeben könnte. Aber das wird ein Wunsch bleiben, denn sobald dieses unzweifelhafte Fundamentalargument kommt, das man nur noch in einer Haltung der offenen Magiegläubigkeit, Dummheit und Wissensflucht ignorieren und verspotten kann, wird die hl. Greta von den Journalisten fallengelassen wie eine heiße Kartoffel und in der Folge in eine Bedeutungslosigkeit versinken, nach der sie selbst nicht die geringste Sehnsucht haben wird. Und das. Weiß sie“.

¹Eine Exponentialfunktion mit einer Basis größer eins wächst schneller als jede polynominelle Funktion, was übrigens jeder Mensch mit Grundbildung wissen sollte. Selbst, wenn sich die Menschheit in alle Richtungen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten würde, ihren gesamten Ausbeutungs- und Aktionsradius also mit dem Kubik der Zeit (polynominell) erhöhte, könnte sie nicht an die Ressourcen für ein exponentielles Wachstum kommen, und dies ist erst recht nicht unter den viel bescheideneren technischen Möglichkeiten der gegenwärtigen Menschheit möglich. Das ist so wahr wie jede andere wissenschaftliche Erkenntnis auch, es ist sogar einfach und nachvollziehbar beweisbar und steht damit jenseits jeden vernünftigen Zweifels, wenn es auch unter der Herrschaft der Bankentempler und ihrer diversen Schergen aus Politik, Presse und Glotze verdrängt und vergessen gemacht wird.

Zweierlei arme Menschen

„Zweierlei arme Menschen gibt es in der kultivierten Habgier des Kapitalismus“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „Menschen, die niemals genug haben, und Menschen, die niemals genug bekommen können“.

Der Kapitalismus

Der Kapitalismus ist ein System des menschlichen Miteinanders, das zwei Probleme hat. Sein zweitgrößtes Problem ist, dass getan wird, was von jemanden bezahlt wird, und sein größtes Problem ist, dass nur getan wird, was von jemanden bezahlt wird.

Faschismus im Wandel der Zeit

Der frühere Faschismus rief den Menschen zu: „Du bist nichts, dein Volk ist alles“. Doch. Der heutige Faschismus ruft den Menschen zu: „Du bist nichts, die Märkte sind alles“.

Rationalisierung

Unter „Rationalisierung“ verstehen die meisten Manager, dass man die Produktion immer mehr ausweitet, die Preise dabei laufend erhöht und den arbeitenden Menschen immer weniger Lohn zahlt. Rationalität spielt dabei keine Rolle.

Das Leistungsprinzip im Kapitalismus

Je sinnvoller, hilfreicher und notwendiger eine Tätigkeit für die Gesellschaft ist, desto mieser wird der Mensch, der diese Tätigkeit erbringt, dafür entlohnt.