Tag Archive: Jesus


Tanzen am Karfreitag verboten

Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte

Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Mt.7:17

Da habt ihr sie, die weit in den Staat hinein verschränkte und irrationale Regeln des Miteinanders als verbindliche Gesetzesnorm festschreibende kirchliche Ordnung mit ihrer bigotten Priesterschaft, hanebüchenen Theolügie, grenzenlosen Raffgier und ihrer abgöttisch-spöttischen Kreuzigungskeks-Zauberei, die genau alles das ist, was der von der biblischen Erzählung überlieferte Jesus aus Nazaret aktiv und teilweise sogar gewalttätig¹ bekämpft hat. Wer Augen hat zu sehen, der schaue hin!

¹Siehe etwa unter Mk.11:15

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Jesus aus Nazaret über TTIP

Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde. Darum, was ihr in der Finsternis saget, das wird man im Licht hören; was ihr redet ins Ohr in den Kammern, das wird man auf den Dächern predigen

Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Lk. 12, 2-3 | Unbiblischer Kontext

Mit Gruß an jene politischen Parteien, die sich selbst als die „christlichen“ bezeichnen…

Christen sind Jesusvergewaltiger

Jesus war bekennender Jude, der als Wanderprediger in Galiläa unterwegs war und einen Zwölferkreis um sich sammelte, in Anlehnung an die zwölf Stämme Israels. Er lebte als Jude, lehrte als Jude und wollte nie etwas anderes sein. Es ist eine der Absurditäten der Geschichte, dass der fromme Jude Jesus, der Jahwe als den einzigen Gott verehrt hat, durch die Christen selbst zu einem Gott erhoben wurde. Das war ein Akt von geistesgeschichtlicher Vergewaltigung. Doch ein Toter kann sich nicht mehr wehren

Dr. Heinz-Werner Kubitza, Theologe

Lesus

„Wie folgerichtig es doch ist“, sagte der Vorübergehende in seltener Fröhlichkeit, „dass auf den vatikanischen Gedenkmedaillen zur Amtszeit des neuen röm.-kath. Obermotzes „Franziskus“ den römischen Judasjüngern ausgerechnet beim Namen ‚Jesus‘ ein bedauerlicher, kleiner Schreibfehler passiert ist„.

Frommes Scheitern

Der Vorrübergehende sagte zu seinem christlichen Zeitgenossen: „Aber wenn du gar nicht sündigst, ist dein Jesus ja für Nichts gestorben“.

Sehr lobenswert von der Stadt Berlin, dass sie sich entschlossen hat, den monströsen Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor schützend mit Polizisten zu umstellen. So wird wenigstens auch noch dem letzten vom Christentum verätzten Seelchen klar, dass diese von allen Kirchen mitgezogene Konsumolympiade zum Jahresabschluss nichts mit dem Vorwand der Geburt eines Jesus aus Nazaret zu tun hat, der — zumindest so weit von seinem Charakter in diesen antiken Büchern berichtet wird — seine Zeit eher unter den Frierenden und Hungernden im Refugeecamp als unter dem polizeibeschützten Freunden des künstlichen Kaufrausches verbracht hätte. Selten wird die Eiseskälte in der Brust der Herrschenden und Besitzenden so unmittelbar fühlbar wie in den Wochen, in denen sich die Psyche der „Verbraucher“ an künstlichen Kerzen erwärmen soll.

Karfreitag

Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.

Mt 21,13, Jesus aus Nazareth zugeschrieben

Solange der Jesus der Bibel noch nicht in seine Hauptstadt gegangen war und mit knallender Unterstützung einer mitgebrachten Peitsche gegen die Kaufleute und Bankster seiner Zeit anging, solange geschah ihm auch kein Leid.

Durch Gott wirds gemacht…

Platte der Reichskrone mit der Abbildung von Jesus ChristusAls Claus Schmiedel, Fraktionsvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, auf der Demonstration für den politisch immer noch gewünschten Stuttgarter Bahnhofsumbau in das Mikrofon sprach, dass über Stuttgart 21 Gottes Segen liege, stellte er sich in eine lange Tradition der zum Herrschen nutzbar gemachten Religion, die schon immer als irrationales psychisches Vehikel der Propaganda vorweg gespannt wurde, wenn die herrschaftlichen Beglückungsideen dem Volke nicht mehr mit Vernunft verkauft werden konnten.

Schon auf der Reichskrone trug die Platte mit dem Abbild des von der Religion durch den Morast gezogenen Jesus aus Nazaret (oder Jesus dem Nazoräer, wenn man dem historisch in vielerlei Hinsicht fragwürdigen Evangelium nach Johannes seine interessante Abweichung von den Synoptikern glauben mag) eine diesem Jesus in den inzwischen — alle Herrschenden habens ihrem Gott klammheimlich gedankt — recht wehrlosen Mund gelegte Aufschrift: „Per me reges regnant“ (Die Könige regieren durch mich).

Damals war es nicht zu erwarten, und auch heute ist es nicht zu erwarten, dass die Kirchen in die Hand beißen könnten, die sie füttert. Das pfäffische Pack, das seinen Gott hinter Mauern halten möchte, in denen sich das Licht der Sonne nur als Halbdunkel bemerkbar macht und an denen jedes Geräusch der Lebenden und jedes Lachen verhallt, es passt zu gut zum Reden eines lichtscheuen Gesindels, dass den „Segen Gottes“ ausgerechnet dort aufzeigen möchte, wo ein Bauwerk in einer tiefen Kuhle unter die Erde verlegt wird.

Quelle des Bildes: Wikipedia

Prophetie eingetroffen

Unter allen Worten, die der biblisch überlieferte Jesus gesprochen haben soll, ist keines so unbestreitbar eingetroffen wie das Wort „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ — und kein anderes wurde und wird von so vielen seiner Anhänger mit so großer Hingabe verwirklicht.

Das Wort zur sonnenlosen Nacht

Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen; und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. […] Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Mt. 7, 18+20

Nachdem es der Handvoll Anhänger dieses Jesus Nazarenus so ging wie den zehn kleinen Negerlein; nachdem Johannes der Täufer einen Kopf kürzer gemacht und Jesus an den Galgen gehängt wurde, ohne dass das angekündigte ‚Reich Gottes‘ oder auch nur etwas ähnliches hienieden ausgebrochen wäre; nachdem der Pharisäer Saulus seinen Namen in Paulus geändert hatte, weil dieser Mensch, der weder Jesus noch einen seiner Jünger kannte (vgl. Gal. 1, 3-20) mit seiner eigenen Jesusvision nicht zum Arzt gehen wollte, sondern diese den Menschen auf seinem beachtlichen trip durch das Römische Reich als den einzig wahren „Christus“ verkaufte; nachdem ein Kaiser Konstantin aus diesem Glauben für Frauen und Sklaven die neue römische Staatsreligion formte; nachdem diese Religion 1500 Jahre lang ohne besondere von außen aufgezwungene Probleme wachsen und gedeihen konnte; nachdem ganze Seen mit der Tinte gefüllt werden könnten, die in pfäffischen Traktaten über diese Religion verschrieben wurde und kleinere Ozeane mit dem zum Himmel schreienden, vergossenen Blut der Opfer dieser Religion gefüllt werden könnten; nach diesen 1500 Jahren ist es ja durchaus einmal eine gute Idee, einen kleinen Rückblick zu machen, um sich anzuschauen, welche Früchtlein aus diesem einst so zarten Pflänzlein hervorgekommen sind. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Mehr oder weniger, wo immer dieser kollektive und oft den Menschen aufgezwungene Wahn Wurzel schlug, waren und sind es der kindische Stolz und die Unwilligkeit zu rechtschaffenen Taten bei den Klerikern, die Dummheit und Kriecherhaftigkeit bei den religiösen Laien, und diesen beiden Klassen gemeinsam ist der Aberglaube, die Heuchelei, die Angstausbreitung, die Engstirnigkeit und, wo immer die gesellschaftlichen Zustände dies zuließen oder zulassen, die Verfolgung oder doch wenigstens systematische Benachteiligung alljener Menschen, die sich wegen der einen oder anderen Einsicht diesem Unfug nicht anschließen können. Wer da nach der Verkostung dieser Früchtchen ehrlich seinen Gaumen befragt und nicht speien muss, ja, der ist der ideale Christ. Und. Der ideale Untertan, der auch jede andere Zumutung als ein Leckerli und jede Kette als ein Siegel der Freiheit betrachten wird.

Hirtenbrief

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für seine Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht.

Jesus dem Nazarener zugeschrieben, Joh. 10, 11-13

Gewisse Jesusverkäufer schreiben hingegen Hirtenbriefe und schweigen zu den reißenden Tieren, die Schafe und sonstige Nutzviecher der Kirche (auf-)reißen.

Das unheilige Evangelium

Und wenn jemand etwas davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun seinen Anteil vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben steht.

Offb. 22, 19

Wer die Bibel aufmerksam (also nicht so wie ein religiöser Mensch auf seiner Suche nach leckeren Rosinen) liest, ist vielleicht schon einmal über diese bemerkenswerte Lücke in Mk. 10, 46 gestolpert (hier nach einem alten Luthertext zitiert):

Und sie kamen nach Jericho. Und da er aus Jericho wegging […]

Auch, wer nicht aus eigener Leseerfahrung weiß, wie kurz angebunden und schnörkellos der Erzähler des recht urtümlichen und in seinem Kern relativ früh entstandenen Markus-Evangeliums ist, wird an dieser Stelle aufmerksam werden. Da muss doch etwas gewesen sein, was zwischen der Ankunft in Jericho und der Abreise gelegen hat, sonst hätte der Erzähler hier eine andere Erzählweise gewählt und auf die Einleitungsphrase für einen Bericht aus Jericho verzichtet (um so etwas ähnliches wie „Nachdem sie durch Jericho gegangen waren“ zu schreiben). Aber offenbar wurde diese Kleinigkeit, die hier als Bericht der Geschehnisse aus Jericho einst stand, schon von der recht frühen Christenheit als nicht überliefernswert erachtet. Dieser Teil der „Heiligen Schrift“ war wohl nicht heilig genug — oder stand, was dem fröhlichen Skeptiker und aufmerksamen Betrachter der Umwandlung einer einmal recht bedeutungslosen Jesus-Bewegung in eine Religion, wie sie der überlieferte Jesus der Nazarener gehasst hätte, näher steht — nicht mehr so sehr mit der späteren Lehre der christlichen Kirchen im Einklang und fiel deshalb auch aus der Überlieferung und damit aus der Bibel heraus. Ganz so, wie wohl vieles andere auch, bei dem dieser Prozess ein bisschen spurloser vonstatten ging.

Interessanterweise hat sich eine Stelle des unter frühen Gläubigen umlaufenden Markus-Evangeliums, die der späteren Zensur der christlichen Kirche zum Opfer gefallen ist, bis in die heutige Zeit erhalten.

In einem seiner als Abschrift erhaltenen Briefe schreibt Clemens von Alexandria (er lebte ungefähr von 150 bis 220 nach unserer Zeitrechnung), dass es in der Bibliothek von Alexandria noch ein erweitertes Evangelium von Markus gäbe, und zitiert in diesem Zusammenhange auch die folgende, etwas längere Passage, die nach seinen Angaben zwischen den Versen Mk. 10, 34 und Mk. 10, 35 gestanden haben soll (alle Hervorhebungen im Text sind von mir):

Und sie kamen nach Bethanien, und dort war eine gewisse Frau, deren Bruder gestorben war. Sie kam hinzu, warf sich vor Jesus nieder und sprach zu ihm: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Aber die Jünger wiesen sie ab. Und Jesus geriet in Wut und ging mit ihr in den Garten, wo das Grab war, und gleich danach war ein lauter Schrei aus dem Grab zu hören. Und Jesus trat näher heran und rollte den Stein vom Eingang des Grabes weg. Und gleich danach ging er in das Grab, wo der Jüngling war, streckte seine Hand aus, ergriff dessen Hand und zog ihn hoch. Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn, und er fing an, ihn anzuflehen, dass er bei ihm bleiben solle. Und sie gingen [zusammen] aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte Jesus zu ihm, was er tun solle, und des Abends kommt der Jüngling zu ihm, und trug ein Leinentuch über seinem nackten Körper. Und er blieb die Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes. Und danach stand er auf und ging zurück auf die andere Seite des Jordans.

Nun, dass ein solcher Text beim Lesen des Wortes „Liebe“ gewisse Nebengedanken aufkommen lässt, die schon in der frühen christlichen Tradition geradezu verteufelt wurden (siehe etwa Röm. 1, 27 als nur ein Beispiel), zeigt sich wohl beim bloßen Hinschauen. (Bei einem griechischen oder römischen Leser hätte dieser von Clemens überlieferte Text übrigens kaum Anstoß erregt, aber auf dem Hintergrund der neurotischen Körperfeindlichkeit und des starken Tabus der Nacktheit, die späteres Christentum und Judentum miteinander teilen, wird der Text doch etwas gefährlich. Auch die „Kleinigkeit“, dass Jesus wütend [sic!] über die Abweisung einer Frau durch seine kleine Wandergemeinschaft wurde, ist angesichts der schon früh zur christlichen Religion gehörenden dogmatischen Nichtswürdigkeit der Frau eher unpassend.) Welchen Zweck es für die tendenziöse Korrektur der Überlieferung hat, einen solchen Teil in einer recht alten Zusammenfassung der Jesus-Legende verschwinden zu lassen, ist also leicht durchschaubar. Die mutmaßliche spätere Erwähnung des gleichen Mannes durch den Markus-Erzähler in Mk. 14, 51-52 war offenbar weniger anstößig, obwohl auch hier noch deutlich wird, dass da ein junger Mann in der Nähe Jesu einen auffälligen Hang zu recht luftiger Bekleidung gehabt zu haben scheint (zitiert nach altem Luther-Text):

Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit einer Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh nackt davon.

Ach ja, warum ich diese für die meisten Menschen völlig unwichtige Beiläufigkeit schreibe?

Nein, nicht um Jesus aus Nazaret zum Vorkämpfer der heutigen Schwulenbewegung zu machen, dafür ist dieser für kaltherzige Gewaltmenschen so nützliche Grund für so viel Gefängnis, Folter und Mord auch völlig ungeeignet.

Sondern. Weil mir heute einer dieser besonders beflissenen christlichen Fundamentalisten beim Betteln eine Kante ans Bein labern wollte, und weil ich in meiner gegenwärtigen Schwäche den Fehler machte, aus dieser Haltung eines Menschen zu schließen, dass dieser Mensch wohl auch bereit zum Denken und zum Kommunizieren sei. Das war er natürlich nicht, er wollte an mir nur ein paar Missions-Bonuspunkte für einen besseren Platz bei Gott einsacken. (Diese leicht zynische Formulierung ist natürlich meine Beschreibung seines Handelns, nicht seine.) Und als ich diesem Menschen unter fröhlicher Bezugnahme auf Mt. 7, 16-20 auf die Früchte von 1600 Jahren christlicher Religion als gesellschaftsprägende Kraft hinwies, den Herrschenden zur Stütze, den Besitzenden zum Wohlgefallen, den Kriegsmördern zum Segen, den Andersgläubigen zum lodernden Scheiterhaufen und den meisten Menschen einfach nur zum alles erdrückenden Kreuz, da erwiderte dieser Fundamentalist in seinem totalen Denkverzicht etwas sehr Bemerkenswertes; er sprach mir nämlich darin zu, dass die Tradition falsch sei und dass man gerade deshalb zur Bibel zurück müsse. Und. Er sagte dies mit der Inbrust einer Überzeugung, die völlig blind gegen die Tatsache geworden ist, dass die Überlieferung der Bibel selbst ein Dokument dieser Tradition ist.

Wie sehr der heute vorliegende Text der Bibel in einer religiösen Tradition geformt wurde, welche Aspekte dabei betont wurden und welche ebenfalls unter den frühen Gläubigen bekannten Aspekte dabei zum Verstummen gebracht wurden, das sollte in dieser kleinen Geschichte deutlich geworden sein. Unter den so genannten „Evangelien“ der Bibel ist der Bericht nach Markus* ein recht früher, er enthält wohl auch deshalb so deutlich sichtbare Spuren der Bearbeitung in einer späteren christlichen Tradition, während die späteren Berichte bereits von dieser Tradition mitgeprägt wurden. Ob das Textfragment aus dem Brief des Clemens von Alexandria eine Erzählung einer wirklichen Begebenheit** wiedergibt — Clemens war leider recht unkritisch gegenüber seinen Quellen und hat allerlei offenbaren Unfug für „echt“ erklärt — spielt in dieser Betrachtung keine so große Rolle. Tatsache ist, dass die Bibel nichts anderes als die christliche Tradition ist, und dass vieles vom späteren gesellschaftlichen Wahnsinn — vom Judenhass, über den systematischen Mord an Menschen anderen Glaubens, über die Kriminalisierung harmloser Privatangelegenheit wie der auf Grundlage der Gegenseitigkeit ausgelebten sexuellen Ausrichtung, über die „Achtung“ einer Frau als ein Wesen zwischen Mensch und Haustier mit deutlicher Tendenz zum Haustiere hin, über den Aberglauben an Dämonen und Hexerei, der sich zur mörderischen Raserei steigerte bis hin zur heute noch wirkmächtigen Verherrlichung der Arbeit um jeden Preis — deutlich in diesem Buche angelegt ist, und zwar vor allem im so genannten „Neuen Testament“, das für viele Christen schon die ganze Bibel zu sein scheint.

Übrigens: Die eingangs dieses Textes zititerte Schutzfluch aus der Offenbarung des Johannes macht deutlich, dass späteren biblischen Autoren (wohl aus Erlebnis und Erfahrung heraus) schon sehr bewusst war, wie ihre Texte „gefleddert“ werden können, um sie mit einer herrschenden Lehrmeinung „kompatibel“ zu machen. Der Fluch richtet sich an frühe Christen, denn für jeden anderen Menschen sind die Veheißungen in dieser wohlkomponierten, aber auch etwas wirren Schrift völlig unbedeutend.

*Wie viele Autoren das Evangelium nach Markus wann geschrieben haben, lässt sich nicht mehr leicht feststellen. Recht sicher ist, dass keiner der Autoren der heute vorliegenden Fassung dieses Berichtes Jesus den Nazarener persönlich kannte; es wurde aber sehr wohl bei der Zusammenstellung aus noch älteren Quellen geschöpft. Alle tieferen Fragen zur Geschichte dieses Buches lassen sich am sichersten durch Verwendung einer Zeitmaschine beantworten. Jesus der Nazarener hat erfreulicherweise selbst kein Wort geschrieben und auf diese Weise auch sehr deutlich gemacht, was er von so einer kalten Religion des Buchstabens hält, die er selbst auf seinem jüdischen Hintergrund sehr gut kannte, und die man heute um sein biblisch überliefertes Wirken und die davon weit emanzipierte Deutung durch Paulus aufgebaut hat. Diese Deutlichkeit fügt sich recht zwanglos in etliche markige Sprüche gegen das religiöse Etablissment seiner Zeit, die von den heutigen Großpfaffen allesamt regelmäßig überlesen zu werden scheinen.

**Ein Skeptiker mag zurecht Anstoß an der „Erweckung eines Toten“ nehmen, die untrennbarer Bestandteil dieser kleinen Erzählung ist. Allerdings gab es in der Antike noch kein sicheres Todeskriterium wie die moderne Feststellung des Hirntodes, und jemand mag durchaus tief komatös in seine Gruft gelegt worden sein. Selbst dieser Teil des Berichtes lässt sich also durchaus als Schilderung eines realen Ereignisses annehmen, ohne dass hierzu metaphysische Annahmen gemacht werden müssten. Die Tatsache, dass hier entgegen der späteren Bearbeitung des gleichen Stoffes im Johannes-Evangelium nicht eigens betont wird, dass die Verwesung schon eingesetzt hat (siehe zum Vergleich Joh. 11, 39) gibt dieser Erzählung sogar eine größere Glaubwürdigkeit. Dass hingegen von den Anhängern Jesu nicht gerade überliefert wurde, wie viele Heilungen, Exorzismen und Totenerweckungen trotz aller Mühe und aller Gebete erfolglos waren, ist völlig verständlich und auch bei den Anhängern heutiger „Wunderheiler“ — die sich ja zurzeit auch in einem rasant wachsenden Randbereich der christlichen Religion breit machen — zu beobachten… 😉