Tag Archive: Hoffnung


Ratgeber

Der Volksmund sagt, dass Angst ein schlechter Ratgeber sei. Aber ein noch schlechterer Ratgeber als die Angst, in die sich durchaus noch Spuren von Einsicht und Vernunft mischen können, ist die Hoffnung.

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Denken und Glauben

Denken ist Betrachtung, Mühe und Anstrengung, damit der Verstand zu besserem Wissen und Können kommen möge; Glauben ist Ignorieren, Trost und Hoffnung, damit sich die kalte Psyche nur um so bequemer und selbstverliebter in ihrer Unwissenheit suhlen kann.

An die letzten SPD-Wähler

Wer nur von der Hoffnung lebt, wird schließlich an seiner Verzweiflung verrecken.

Das Geschäft mit der zuckersüßen Hoffnung

Postwurf-Reklame einer so genannten Naturheilpraxis aus Hannover: Hoffung ist wie Zucker im Tee, zwar klein, aber sie versüßt alles – Praxisschwerpunkte: Biologische Krebstherapie, Individuelle Schmerztherapie

Sklave

Ein Sklave ist jemand, der voller Hoffnung darauf wartet, dass jemand kommt und ihn befreit. Sobald er damit aufhört, ist er kein Sklave mehr; er schafft es, auf der Flucht oder in erkämpfter Freiheit zu leben, oder er stirbt in glühender Hoffnungslosigkeit. Nichts sehen Sklavenhalter bei ihren Sklaven so gern wie Hoffnung, Angst und eine tief gefühlte Minderwertigkeit: die vollständige psychische Grundhaltung der christlichen Religion.

Die Hoffnung

Diese Hoffnung, die kraftlos sehnsuchtsvoll darauf wartet, dass etwas Gewünschtes geschieht, statt einfach zu leben; diese kleine, hässliche und unfassbar viel dümmere Schwester der Depression.

Gift

Trost und Hoffnung — das einlullende, lähmende und letztlich tödliche Gift für die Seele.

Hoffnung

Hoffnung (die): Ein hochwirksames und oft verabreichtes Narkotikum für jede entschlossene Tatkraft.

Vielleicht

Vielleicht wirst du zusammen mit den Überlebenden der Generation von 1914 eine neue Ordnung erleben

Vielleicht aber auch nicht…

Friss weiter

Eine kurze realsatirische Botschaft der Online-Bildzeitung aus dem Nebeneinader der Schlachtzeilen: Friss einfach weiter und schmeiß ein paar Hormone hinterher! Das ist deine Hoffnung.

Jenseits

Wer auf das Jenseits hofft, zementiert damit die Zustände seines Daseins und gibt das Diesseits so verloren; wer nach dem Tod erst leben will, hat sein Dasein schon verneint und nur noch Tod vor sich.

Die religiöse Abspaltung

Das Leben ist an die Lebenden verschwendet.

Douglas Adams

Die Menschen, die zur heutigen Zeit religiös sind und auf diesem Hintergrund — und auf Grundlage der seltsamen Auffassung, dass sechs Handvoll von mehreren tausend Jahre alten, biblischen Texte ein besseres Bild der Wirklichkeit zeichnen als alle fortgeschrittene und durch die tiefere Kenntnis der Fakten und Zusammenhänge verbesserte Erkenntnisfähigkeit, die der Menschheit heute zur Verfügung steht — die Vorstellung eines „ewigen Lebens“ pflegen; diese Menschen haben dabei eine völlig andere Idee vom „ewigen Leben“ als die Mehrzahl der Autoren der alten Texte. Und. Dieser Unterschied ist durchaus beachtenswert.

Noch im Mythos von Jesu Auferstehung ist die Auffassung einer völligen Kontinuität des einshaften und damit unauftrennbaren körperlichen Seins enthalten. Die österliche Entdeckung war nicht die Begegnung mit einem durch Séancen und nächtens durch verlassene Korridore dünstelnden Geistwesen, sondern die naive Feststellung einer den Tod überschreitenden körperlichen Wiederherstellung, die in starken und psychisch wirkmächtigen Bildern ausgedrückt wurde. „Das Grab ist leer“ wurde zur ersten österlichen Botschaft, bevor das Christentum eine Religion geworden; und in diesem trotzig die gebieterische biologische Tatsache verneinendem Worte schwingt auch überdeutlich mit, dass es in den Seelen jener, die diesen Mythos erblühen ließen, kein entkörpertes Leben gab, weder im Jetztseits noch in einem Jenseits. Damit. War die Idee vom Fortbestand des Seins vielleicht naiv, aber bei weitem nicht so seinsverachtend wie die spätere christliche Idee von einer den Körper überlebenden, unsterblichen Seele, mit der die Sklaven Roms über ihr entgangenes Leben getröstet werden sollten, und mit der sich die gehetzten Lohnsklaven der Jetztzeit über ihr entgangenes Leben hinwegtrösten sollen. Um. Unter den fernen Versprechungen einer staatstragenden Religion, die bislang noch jede Form der Unterdrückung und des Mordes durch die Herrschenden und Besitzenden heilig gesprochen hat, weiter und weiter zu funktionieren. Wer mit zäher Gewalt am christlich-spiritistischen Glauben einer unsterblichen Seele festklammert, erbaut in dieser Haltung nur ein trübes Mahnmal der Tatsache, dass er jedes Versprechen eines Lebens, das in der wunderbaren Möglichkeit des Daseins mitschwingt, längst von seinem eigenen Dasein abgespalten hat. Die als „offenbarte Religion“ verabreichte Betonierung dieser Lebensverneinung offenbart die Religion als kalten Todeskult; das wahre Fundament der bilblizistischen Fundamentalisten ist nicht etwa die Bibel, sondern die Kontinuität der Sklaverei.