Tag Archive: Heise


Eine kleine, harmlose Frage

Als Nicht-Jurist und selbstverständlich ohne die geringste beschimpfende Absicht möchte ich nur die kleine, harmlose Frage stellen, ob man ein Berliner Landgericht, das umgangssprachliche Grob- und Derbheiten wie „Schlampe“, „Drecks Fotze“ und „Stück Scheiße“ nebst der öffentlichen Aufforderung zur Vergewaltigung „bis sie wieder normal wird“ in seinem Urteil nicht als Beleidigung oder gar Aufforderung zu einer Straftat, sondern als „sachbezogene Kritik“ bezeichnet, angesichts ebendieses Urteiles ganz sachbezogen im Sinne ebendieses Urteiles als offenbar genetisch degenerierten Haufen von hirnamputierten, maulmösigen, arschgefickten Rohrzangengeburten im Richteramt bezeichnen dürfte, der bei seinen Rechtsbeugungen die höchstnotfeierlich getragene Robe dermaßen besudelt, dass benutztes Klopapier vergleichsweise hygienisch ausschaut.

Oder gälten dann auf einmal andere Maßstäbe?

Die Kreativität der Werber

Nachdem das Medium so weit vergällt und damit ungenießbar gemacht wurde, dass kaum noch jemand auf die Pest der Reklame reagiert, sollen jetzt in einem Akt der typischen Reklame-Kreativität die Inhalte zersetzt werden, um deretwillen das Medium überhaupt existiert — und damit das nicht so schmerzt, heißen die Inhalte im Zustand der Verwurstbarkeit neudeutsch „Content“. Werbung ist ein Krebsgeschwür an allem, woran sie sich zum Zersetzen setzt; Werber sind nichts weniger als Menschenfeinde.

Und die Journalisten, die völlig vom Krebs der Reklame durchfressen sind, stehen nur noch im Dienst der Menschenfeindlichkeit der Werber.

Wikimedia Foundation!

In einer kurzen Mitteilung erklärte Möller, dass es inakzeptabel sei, wenn lokale Admins Funktionen der Wikipedia deaktivierten. „Wenn ein solcher Konflikt entsteht, sind wir darauf vorbereitet, dem Nutzer wenn nötig ihre Admin-Rechte zu entziehen.“ Die Antwort eines Admins: Erik Möllers Account wurde in der deutschen Wikipedia gesperrt

Heise Online — „Superprotect“: Wikimedia behält das letzte Wort bei Wikipedia

Wikimedia Foundation!

Ich muss es offen eingestehen: Ich bin entzückt, dass ihr auch einmal etwas von den Zuständen in der deutschsprachigen Wikipedia mitbekommt; dass ihr die dort gepflegten Umgangsformen selbst einmal schmecken dürft; dass einer von euren Großkopferten am eigenen Leibe erlebt, wie es ist, wenn Dürrköpfe voll des miesen Charakters, technokratischen Auftretens und inappellablen Größenwahns im Kaspertheater der deutschsprachigen Wikipedia wider jede Vernunft den machtbesessenen Relevanzbeurteiler, Löscho und Blocko geben. Ich kann es euch versichern: Jeder Autor in der deutschsprachigen Wikipedia, der zu einem beliebigen Thema einen tieferen Beitrag als eine Rechtschreibkorrektur erbracht hat, hat genau die gleiche Erfahrung gemacht, die ihr auch gerade gemacht habt. Und zwar ohne eine einzige wirksame Möglichkeit zu haben, sich gegen dieses herrische Gehabe im Affenzirkus zur Wehr zu setzen.

Ich habe nur eine Bitte an euch: Erinnert euch daran, wenn ihr euch fragt, warum sich einfach nicht mehr genug Masochisten finden, die in diesem Kindergarten das Watschenmännchen für diese narzisstisch verhungerten Idioten mit scheinbar endloser Zeit abgeben wollen!

Vielleicht fordert ihr dann mal etwas anderes ein als die Aufhebung der Netzneutralität zugunsten der Wikipedia. Akzeptable und halbwegs höfliche Umgangsformen gegenüber kompetenten und halbwegs freundlichen Menschen zum Beispiel. Und vielleicht fällt euch sogar etwas ein, wie ihr diese Forderung durchsetzen könnt. Den Betroffenen der Zustände fehlt es nämlich an dieser Möglichkeit.

Mit Grüßchen
Der Nachtwächter

Typenhebel und Mechanik

Schau sie dir genau an, die classe politique, die dir eine so genannte „elektronische Gesundheitskarte“ aufzwingt und deine Daten allesamt in der cloud speichern will, selbst aber zum Schutz vor Spionage im NSA-Ausschuss mechanische Schreibmaschinen zu verwenden gedenkt! Was du so trüb und lichtschwach in diesem Spiegel siehst, das ist der Wert deiner Privatsphäre; der Wert deines menschlichen Seins in den Augen derer, die sich darüber zu bestimmen erhoben haben.

Geld ist doch kein Problem…

Auch wenn die Schulen verschimmeln, öffentliche Leihbüchereien geschlossen werden, Straßen und Brücken in schlechtem Zustand sind, verarmte Menschen verhungern oder erfrieren, für eines ist in Niedersachsen doch immer noch genug Geld vorhanden und wird mit vollen Händen zum Fenster raus… ähm… ausgegeben: Um für unangemessen hohe Kosten veraltete Technik weiterverwenden zu können.

Und nein, das Ende des offiziellen Supports für Windows XP am 8. April ist keine über Nacht gekommene Katastrophe, sondern über Jahre von Microsoft angekündigt.

Den Aufschub der Umstellung bezahlt das Land aus Steuermitteln. […] Im Gespräch mit c’t während der CeBIT meinte Microsoft-Manager Oliver Gürtler allerdings, dass der Preis für so eine Verlängerung der Support-Laufzeit so hoch ist, dass er selbst für viele Firmen zu teuer sein dürfte

Der Unterschied zwischen einer wirtschaftlichen Unternehmung und dem Land Niedersachsen ist nun einmal, dass die wirtschaftliche Unternehmung mit beschränkten Mitteln wirtschaften muss, während das Land Niedersachsen einfach mit Zwangsmitteln (und vorwiegend zu Lasten der weniger Begüterten) eingezogene Steuergelder für technische Idiotie verschwenden kann. Leider ist in der BRD nur die Steuerhinterziehung strafbar, nicht jedoch der Raub an der Gemeinschaft durch sinnlose Geldausgaben.

Gruß auch an die Sonderspezialisten von T-Systems und dem Landesbetrieb für Statistik und Kommunikaitionstechnologie Niedersachsen!

10. September 2006

Wer in der Piratenpartei nach der mittlerweile vollzogenen Umwandlung in ein berlin­ver­giftetes troll­feministisch-pseudo­linkes¹ Tollhaus heute nicht mehr weiß, wofür die Piraten­partei einmal gegründet wurde und mit welchen politischen Forderungen sie auch ohne allumfassendes Programm nach dem Vorbild der so genannten „Volksparteien“ ihre beachtlichen Anfangs­erfolge feiern konnte, opfere bitte nur zehn Minuten seiner Lebenszeit und lies nach, was Heise Online am 10. September 2006 anlässlich der Gründung der Piraten­partei Deutschland berichtet hat.

Und nun, Piratenparteimitglied an deinem Platz zwischen den dauerbeleidigten Gendertröten im Kreischmodus: Viel Spaß noch in der Bedeutungslosigkeit!

¹Menschen, die ihre politische Positionierung „links“ nennen und nicht etwa als „Sozialismus“, „Kommunismus“, „Anarchismus“, „Syndikalismus“ oder dergleichen bezeichnen, machen völlig klar, worauf es ihnen ankommt: Auf das Erreichen des mit Pfründen bequem gemachten Sitzplatzes im Parlament der Bourgeoisie, ganz ohne analytisch-politische Tätigkeit. Eine solche analytische Tätigkeit würde vielleicht auch Gedanken dazu hervorbringen, was bei der bourgeoisen Transformation feministischer Forderungen herausgekommen ist und warum das Ergebnis dieser Transformation so schlecht wie die Herrschaft selbst geworden ist.

Die Nummer

Hat vielleicht mal jemand die Telefonnummer von Barack Obama für mich? Ich würde da nämlich auch gern mal anrufen und mich darüber beschweren, dass ich anlasslos überwacht werde.

Profitipp aus der Classe politique

Eine Milchmädchenrechnung klingt viel seriöser, wenn man sie einfach als „Studie“ bezeichnet.

(Auch die früheren politischen Argumente des Milchmädchens Neelie Kroes seien für alle Zeiten unvergessen. Gruß auch an den Herrn Exdoktor mit den vielen Vornamen, der bei Neelie Kroes seine fortgesetzte Versorgung mit Amt und Pfründen erhalten hat.)

Zwei Meldungen vom 12. Mai

Meldung Eins¹:

Die Zahl der in Deutschland infizierten Rechner hat sich mehr als verdoppelt, wie aus dem heute veröffentlichten halbjährlichen Security Intelligence Report von Microsoft hervorgeht…

Meldung Zwei:

Der seit dem 1. November 2010 in Umlauf gebrachte neue Personalausweis (nPA) soll in den nächsten Monaten funktional deutlich aufgebohrt werden […] wie beispielsweise Internet-Wahlen mit dem Ausweis durchgeführt werden könnten…

Es war kaum vorstellbar, dass die Regierenden und ihre Zuarbeiter es schaffen würden, offen über ein Wahlverfahren nachzudenken, dass noch unsicherer und zweifelhafter als die so genannten „Wahlcomputer“ ist.

¹Die von Mircosoft gemeldete „Durchseuchung“ von PCs liegt übrigens bei fünf Promille der Installationen — das klingt weit harmloser als der Begriff „Verdopplung“, aber nicht harmlos.

Was der Computer (noch) nicht kann…

Da wird mit so großen Worten darauf hingewiesen, dass „die Menschheit im Kampf gegen die Maschinen“ (!) eine herbe Niederlage hinnehmen musste, weil ein sehr spezialisierter Computer, der wohl auch zu Reklamezwecken von IBM so wirksam in der Glotze präsentiert wurde, bei einer dieser dümmlichen Abfrage-Gameshows besser als Menschen war. Wie üblich wird dabei vergessen, was eine derartige Maschine (noch) nicht kann. Sie kann vielleicht sehr gut algorithmisch formulierte Strategien anwenden und Informationen aus einer riesigen Datenbank heraussuchen…

Die Quiz-Anfragen bekam die Maschine als Text übermittelt, als sie auch den menschlichen Kandidaten vorgelesen wurden. Danach suchte sie im Archiv nach Wörtern, die mit der Anfrage in Verbindung stehen, wählt 50 bis 60 Informationseinheiten aus und erstellte aus maximal 200 Hypothesen ein Ranking […] Anhand zehntausender Jeopardy-Fragen ermittelte Watson, welche Algorithmen welche Sorten von Fragen am besten beantworten […] Überschritt die Top-Antwort einen gewissen Schwellenwert, drückte Watson per Roboter-Arm auf den Buzzer und antwortete […] Insgesamt stehen ihm 2880 Prozessorkerne und 15 TByte RAM zur Verfügung.

…aber diese Maschine kann deshalb noch lange nicht spielen.

Ganzjährige Neujahrsansprachen

Aber wir müssen unsere Vorstellungen vom Recht auf Datenschutz der sich immer weiter verändernden Netzwelt anpassen, ohne den Endgedanken eines freien Internets aufzugeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel qualifiziert sich in ihrem Nichtssagen gegenüber der bei der classe politique so beliebten meinungsstanzenden Plattform „Bildzeitung“ für den Preis „Ganzjährige Neujahrsansprachen zu jeder Gelegenheit“, dies natürlich nicht, ohne die obligatorische Prise Schlafsand in die Augen der Leserschaft zu streuen:

„Ich bin jemand, der erst einmal die großen Chancen und fantastischen neuen Möglichkeiten sieht – im Beruf und fürs Privatleben.“ […] Auch für die Politik sei das Internet ein „großartiges Mittel“, gerade mit jungen Menschen in einen Dialog zu kommen.

Nun dann, auf in den „Dialog“ mit dieser FDJ-Beauftragten für Agitation und Propaganda — und alles andere in der Haltung der classe politique zum Internet bitte einfach vergessen!