Tag Archive: Handy


Handy hoch!

Va te faire foutre avec ton système de merde

Der Vorübergehende sagte mit kraftloser Stimme zum Begeisterten: „Als die Menschen bei dieser Podiumsdiskussion waren, bei der Edward Snowden über Video hinzugeschaltet wurde, da waren die Anwesenden vom Anblick ihres Verehrungsgegenstandes so ergriffen, dass sehr viele sogleich zu ihren Smartphones griffen, um Fotos davon zu nehmen und den bewegenden Moment nebst der Tatsache ihres Zugegenseins über alle möglichen in den USA betriebenen Überwachungssites von börsennotierten Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell mitzuteilen. Und niemand. Hat sein Smartphone, dieses Gerät voller Überwachung, Fremdbestimmung, Verdummung und Antifreiheit, weggeworfen. Wenns Internet im Handy ist, ists Gehirn im Arsch“.

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Zombieapokalypse

Als sie an einer Frau vorübergingen, die mitten auf der Straße stand und mit ihrem Telefon beschäftigt war, sagte der Vorübergehende zu seinem Begleiter: „Die Smartphones haben alles wahr gemacht, was die Zombiefilme uns einst versprochen haben“.

Dancing with my phone

Als der meist lächelnde Vorübergehende sah, wie jemand in rhythmischer Bewegung auf der Tanzfläche war und dabei sein Telefon streichelte, dachte er sich nur in aller Heiterkeit: Es ist doch schön, dass dieser Mensch seine paar tausend Facebook-„Freunde“ hierher mitgebracht hat, denn so ist es nicht so leer hier.

Bereitwilliges Ladekabel

Als der Vorübergehende sah, wie sein Zeitgenosse das Ladekabel in sein Wischofon¹ steckte, sagte er nur: „Wenn das der Erich Mielke noch erlebt hätte, dass die Menschen ihre Wanzen selbst aufladen und den Strom dafür selbst zahlen“…

¹Wischofon ist mein Wort für das Reklamewort „Smartphone“.

Liebe und Sex im Smartphone-Zeitalter

Man macht erstmal den Warenkorb voll und „liked“ alle Menschen und guckt dann, was bei rauskommt. Am Anfang fand ich das spannend, aber ich habe mich schnell gelangweilt, als ich täglich in den digitalen Menschenmassen fischte. Die Menschen dort werden völlig austauschbar, ja, das ist wie beim Onlineshopping

Nina Wagner

Das unsichtbare Händi

Technische Vorrichtungen sind in gewisser Weise Vergrößerungsgläser. Sie geben einem Menschen mit seiner beschränkten Lebenszeit und Kraft einen Zuwachs an Möglichkeiten zur Entfaltung und Gestaltung und tragen damit bestimmte Züge der Persönlichkeit ihres Nutzers in die Sicht, ganz ähnlich, wie eine Karikatur gewisse Züge des Menschen überzeichnet. Das Smartphone ist ein Vergrößerungsglas für Kälte, Oberflächlichkeit, Kindischkeit und Dummheit; und bei Menschen, deren Persönlichkeit nicht von Kälte, Oberflächlichkeit, Kindischkeit und Dummheit geprägt ist, bemerkt man es beinahe gar nicht, wenn sie ein Smartphone besitzen.

„Smarte“ Geräte

Wenn das Gerät (oder später einmal: die Wohnung, die Infrastruktur das Haus, die ganze Stadt) „smart“ ist, dann meint dieses Wort, dass der Nutzer des Gerätes verdummt, beherrscht, enteignet und fremdbestimmt ist. Die meisten Nutzer mögen jene Anspannungslosigkeit, die mit dem Verzicht auf eigene Denktätigkeit einhergeht lieber als den Genuss der Freiheit; und als zusätzliche bunte Glasperle, die den Tausch im Auge des Verdummten noch leichter und besser erscheinen lässt, gibt es ja kostenlose Apps…

Vodafone NextMüllberg

Vodafone-Werbeplakat. Jedes Jahr ein neues Smartphone -- Nur bei Vodafone: Alle 12 Monate Dein altes Smartphone gegen ein neues tauschen. Mit Vodafone NextPhone -- Vodafone. Power to You.

Gar nicht auszudenken, wenn Autohersteller auf diese Idee kämen…

What’s up with those dollars?

Es ist ja nicht so, dass „Facebook“ — ein börsennotiertes Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell¹ — „WhatsApp“ gekauft hätte, um eine eher banale Software zu kaufen, die im Wesentlichen unter Verwendung zuvor spezifizierter Protokolle auf Handys die von Mobilfunkprovidern überteuert² angebotene Funktionalität „SMS“ als Internet-Dienst nachbildet und mit ein paar Zusatzfunktionen aufpeppt. Nein, es ist vielmehr so, dass „Facebook“ für ein paar Handvoll Gigadollar die 450 Millionen Nutzer dieser Software zusammen mit den Informationen über ihre Kontakte und ihre private Kommunikation gekauft hat.

Für die Nutzer von „WhatsApp“ zeigt sich nun immerhin, was die über sie beim Nutzen angelegte Datensammlung mit ihrer Kommunikation, ihren Nutzungsprofilen und möglicherweise zusätzlich zum bereits abgegriffenen Adressbuch klandestin eingesammelten Daten wie Aufenthaltsorte und Dateien auf dem Handy auf dem Markt für einen Wert hat: rd. 42 Dollar pro Person.

Das ist der Preis eures „informatischen Nacktbildes“ für die Verwurstung durch die Reklameindustrie. Fühlt euch wertgeschätzt! :mrgreen:

¹Die Kommunikation zwischen Menschen mit unerwünschter Reklame vergällen zu wollen, ist kein seriöses Geschäftsmodell und letztlich zum Scheitern verurteilt.

²Der Gedankenaustausch über SMS ist, wenn man ganz nüchtern die Kosten durch die übermittelte Anzahl Bits teilt, teurer als die Übertragung von Messdaten von anderen Planeten durch unbemannte Sonden — und das selbst dann, wenn man die sehr hohen Kosten mitberechnet, die anfallen, um diese Sonden zu entwickeln und mit Raketen aus der Gravitation der Erde herauszuschießen. Wer dafür ein besseres Wort als „überteuert“ kennt, nenne es bitte!

Wie diese ganzen „Apps“ entstanden sind?

Wie viele „Apps“ für Wischofone und Wischopads wohl nur deshalb entstanden sind, weil am Mittwochmorgen ein latent psychopathischer Manager ohne vertiefte technische Kenntnisse, aber dafür mit Sehnsucht nach einer noch höheren Gehaltsklasse in einem übermüdeten Meeting sinngemäß folgendes sagte: „Ich habe jetzt ein iPad, und da kann man ‚Apps‘ draufmachen, und deshalb brauchen wir jetzt eine ‚App‘!“?

Affe mit Gadget

Schaufensterdekoration: Ein Affe, der mit einem Handy telefoniert

Frühlingswischer

Wie viele Singles an einem schönen Sonntagnachmittag im Frühling draußen sein können, und doch niemals einander begegnen, weil sie allesamt unentwegt ihre Telefone streicheln und auf kleine Leuchtflächen schauen, immerfort darauf hoffend, dass die nächste triviale Stummeltextnachricht zum Quell frischen Entzückens wird.