Das schrecklichste Wort der deutschen Sprache ist — und jeder, der mit gebrochenen Menschen ernsthaft spricht, kann dies mit Leichtigkeit prüfen — das Wort „Mutter“. Mit keinem anderen Wort verbindet sich für die Sprecheneden so viel Ausgeliefert-Sein, so viel hilflos ertragene Demütigung, so viel erlebte Gleichgültigkeit, so viel schamlos zugesprochene Lüge, so viel leichtherziger Verrat und so viel Unfähigkeit, für die erlittene Misshandlung wenigstens einen wirksamen Hass zu empfinden. Alles andere Getue um dieses Wort, alles staatliche Schützen und Fordern von Ansehen und Vergötzen von Mutteridealen, es dient nur der kollektiven Verdrängung — und der lebenslangen Fortsetzung des individuellen Zerbruchs, der wahren Wurzel des Staates.

R., ich wollte, ich könnte so sprechen, dass du fühlst!