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Werbesprache und Wahrheit

Dieses Google Home ist übrigens kein Lautsprecher, auch wenn jeder Journalist das zurzeit so nennt. Es ist ein Mikrofon.

Der Satan des Internet

„Achte nur mal darauf“, sagte der Vorübergehende zu seinem Gefährten, „wie viel im Moment über Google berichtet wird, und zwar in einem Tone, als sei Google ein Satan des Internet¹ geworden, der alles kaputt macht und jedes Geschäft und jedes Menschen Privatsphäre bedroht. Und. Achte darauf, wie wenig im Moment über die Folgen der Weltüberwachung durch monströse staatliche Geheimdienste im Rechtsfreien Raum gesagt wird. Nichts ist für die Bosheit so nützlich, wie ein wohlgestaltetes und mit deutlichen Farben ausgemaltes Bild des Teufels zu haben, auf dass sie mit dem Finger zeigen kann“.

¹Google ist ziemlich böse. Aber der wahre Feind des Internet und aller seiner Nutzer — und das Wort „Satan“ heißt zu deutsch einfach nur „Feind“ — sitzt in den Geheimpolizeien und staatlichen Lausch-, Späh und Morddiensten, die jeden Menschen als einen potenziellen Verbrecher betrachten und überwachen.

Google, Facebook, Apple, Microsoft!

Werte Verantwortliche bei Google, Facebook, Apple und Microsoft¹,

ich habe an euch nur eine einzige, sehr leicht zu formulierende Frage: Wie viele Menschen wurden wegen der Erkenntnisse aus eurer Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika im Rechtsfreien Raum des vorgeblichen „Krieges gegen den Terror“ in Konzentrationslager verbracht, von klandestin vorgehenden Mordsöldnern aus dem Hinterhalt abgeknallt oder zusammen mit anderen Menschen in ihrer Nähe von so genannten „Drohnen“ zerfetzt²?

Bis ihr nachvollziehbar und öffentlich belegt, dass so etwas niemals geschehen ist, sage ich euch nur eines: Ihr seid feige, rückgratlose, verachtenswerte Schreibtischmörder! Für eine Handvoll Dollar verachtet ihr nur allzu willig das Lebensrecht — solche Menschenrechte wie das Recht auf Privatsphäre ignoriert ihr ja schon recht öffentlich — anderer Menschen und nehmt gewisse „Kollateralschäden“ billigend in Kauf.

Und genau als das sollte man euch behandeln.

Als Mörder.

Als ein Pack, das niemand in seiner Nähe haben will.

Ich wünsche mir mit meinem ganzen Sinn eine Zeit, in der ihr für das, was ihr tut und getan habt, zur Rechenschaft gezogen werdet.

Ohne Gruß
Der Nachtwächter

¹Die Liste der Unternehmen ist nicht vollständig und vorsätzlich so gewählt, dass sie in fast jedes Leben hineinragt.

²Ich halte den Begriff „Drohne“ für einen Roboter, der einen bequemen, klinisch sauberen und für den Täter „sicheren“ Mord auf Knopfdruck ermöglicht, für eine üble Beleidigung der Honigbienen. Diese Geräte sollten — so sehr der Neusprech über die Medien auch in jedes Hirn getragen wird — immer als das bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sind: Mordroboter.

Der unglaubwürdige Freiheitskämpfer

Google wäre mit seiner gegen das idiotische „Leistungsschutzrecht“ — dieses Wort ist ein Kompositum, bei dem jede der drei Komponenten „Leistung“, „Schutz“ und „Recht“ falsch ist — gerichteten Kampagne unter dem plakativen Titel „Verteidige dein Netz“ viel überzeugender, wenn das selbe Google auch in der Vergangenheit gegen die vielfältigen Bedrohungen und Anfeindungen des Internet, seiner Nutzer und seiner Gestalter durch deutsche Schmalspurpolitiker neben der Datenautobahn mit vergleichbar guten Aufklärungskampagnen vorgegangen wäre. Und. Nicht erst dann, wenn es an das eigene Geschäftsmodell geht.

So hingegen…

Nachtrag: Und nein, die Propaganda der Verleger ist nicht weniger verlogen.

Google Doppelplusgut!

In Ermangelung eines namentlichen Ansprechpartners bei Google Plus spreche ich im Folgenden eine Website wie einen Menschen an. Das ist im Stil verrückt, aber es ermöglicht mir, das zu Sagende auch zu sagen. Gemeint sind natürlich die Menschen, die auf der angesprochenen Website — übrigens betont anonym und wie eine höhere Gewalt unpersönlich — Googles Agenda für Google Plus mit allen Mitteln der Technokratie durchsetzen.

Meinst du eigentlich wirklich, dass du gerade ein gutes Umfeld für ein virtuelles soziales Miteinander schaffst? Meinst du, dass es die Motivation erhöht, dein neues Datensammel-Vehikel — dass übrigens zudem recht überflüssig ist — zu nutzen, wenn man sehen muss, dass ein Großteil der Leute, deren Äußerungen man folgt, von dir weggelöscht werden? Meinst du, dass die fühlenden Wesen, die sich von deinem Angebot einen persönlichen Vorteil versprochen haben und deshalb zurzeit für dich einen kostenlosen Betatest machen, auf dass du hinterher um so besser die gesammelten Daten vermarkten kannst, Lust auf die so sicher Verbleibenden haben: auf diese ganzen ausgehungerten Kaufleute an der Web-Zwo-Nullfront; auf diese Spammer, die sich wegen des weniger unfeinen Klanges dieses Aküwortes SEO nennen; auf diese so emsig und wahllos andere Leute in ihre Kreise ziehenden Gestalten aus dem Affiliate-Lumpenproletariat?

Nun, Google Plus, es herrscht ja Meinungsfreiheit. Du darfst das also meinen. Und du darfst auch feinwortige Erklärungen dazu abgeben und dich mit fröhlichem Gruß aus Alzheim darauf verlassen, dass den meisten Menschen dein Geschwätz von gestern nicht mehr so bewusst ist. Du kannst dich in der Pose des Felses in der Brandung in den wohlverdienten shit storm stellen, und du kannst dabei Wörter wie „Hausrecht“ und „Spamschutz“ in den Mund nehmen. Das ist alles dein Recht. Das Internet, Google Plus, es ist verdammt groß, da ist für jede Spinnerei Platz, sogar für meine marginalisierte. Es sei dir völlig unbestritten.

Selbst weniger nachdenklichen Menschen ist klar, dass dein Gefasel vom Spamschutz die mieseste Ausrede seit Erfindung des world wide wasteland ist, und dass es dir nur ums Geldmachen geht, wenn du einen gewichteten Graphen der sozialen Beziehungen von persönlich identifizierbaren Menschen eines beachtlichen Teiles der Weltbevölkerung aufzubauen gedenkst. Die Form, in der du, Google Plus, deine Ausreden anbringst und deine Agenda mit technokratischer Gewalt durchziehst, sie verrät allerdings einen Charakter, der gar nicht so unpassend zu dem oben kurz umrissenen Pack ist, welches das von dir geschaffene virtuelle Umfeld recht attraktiv zu finden scheint.

Ja, das ganze ist ein business. Und zwar ein ganz beschissnes.

Aber eines möchte ich dir, der du vor lauter Dollarzeichen auf den Augen nicht mehr zu sehen scheinst, was dieses Internet ist, in Erinnerung rufen:

Anonymität und die Verwendung von Pseudonymen sind ein wichtiger, vielleicht sogar unverzichtbarer Bestandteil der Internet-Kultur.

Es gibt sehr viele gute Gründe, in einem Internet, das nichts vergisst, anonym aufzutreten.

Natürlich gibt es auch schlechte. Einer dieser Gründe ist, dass man spammen will, und ein anderer ist, dass man mit provokanten Beiträgen andere Menschen verärgern will, um sein darbendes Selbstbewusstsein an den erbosten Reaktionen aufzurichten. Wer das will, wird sich wohl kaum davon abschrecken lassen, wenn er sich dafür einen realistisch klingenden Namen ausdenken muss, zumal es dafür einfach zu verwendende Hilfsmittel gibt. Die Barbarei der Spam und die psychologisch interessante Kommunikationsform des trollings lässt sich auf derart einfache Weise nicht bearbeiten, schon gar nicht technisch. Sie erfordert den Blick und die Tat wertender Menschen, die einen klaren, kommunizierbaren und nachvollziehbaren Maßstab für das haben, was sie dulden und was nicht. Übrigens kommt die Mehrzahl meiner Spammails und ein größerer Teil meiner Kommentarspam von „Menschen“ mit realistisch klingenden Namen. Als Betreiber eines populären Freemail-Dienstes und nicht minder populären freien Bloghostings sollte die Wirklichkeit der Spam bei Google wohlbekannt sein, was das Reden vom angeblichen „Spamschutz durch Pflicht zum Realnamen“ mit nur geringer Denkanstrengung als Lüge entlarvt.

Nach diesen schlechten Gründen nun die guten…

Und der beste aller guten Gründe ist, dass das Internet nichts vergisst.

Jeder, der sich irgendwo im Internet in einem Akt menschlicher Kommunikation mitteilt, muss damit rechnen, dass diese Mitteilung rezipiert wird — dafür macht man es ja — dass sie referenziert wird und auch nach vielen Jahren noch auffindbar ist. Da in solcher Mitteilung — wenn es nicht gerade um den Hinweis auf lustige Videos und die Veröffentlichung niedlicher Katzenfotos geht — immer auch, so sie echt ist, ein Stück persönlicher Wertung und Meinung einfließt, kann die spätere Auffindbarkeit des Mitgeteilten persönlich gefährlich oder sogar unmittelbar existenzbedrohend sein. Für Letzteres muss man gar nicht erst an bis zum Mord offen repressive Staatsgebilde wie die Volksrepublik China oder das Königreich Saudi-Arabien denken, politische und gesellschaftliche Verhältnisse sind überall instabil. Selbst unsere gegenwärtige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies einmal in einer sehr unglücklich formulierten Form von sich gegeben — die übrigens auch wegen eines Internet, das nichts vergisst noch in vielen Jahren in einer gewissen Erinnerung sein wird und dann hoffentlich eher für Lacher als für Grauen sorgen wird. Äußerungen oder auch nur Details in der Äußerung, die heute harmlos und legal sind, können einen Menschen vielleicht schon nächstes Jahr ins Gefängnis oder gar in etwas Schlimmeres bringen¹. Die Entwicklung auch nur der nächsten Monate ist etwas, was Spinner gern in astrologischen Aufstellungen, Tarotkarten und Kristallkugeln lesen, während sich ernsthaftere Menschen eingestehen müssen, dass sie nichts darüber wissen.

Aber selbst, wenn es nicht so übel kommt, kann es übel genug sein, wenn jemand bei der Bewerbung um einen Job mit seinem persönlichen record konfrontiert wird, der sich bei der Nutzung des Internet angesammelt hat. Ein mögliches Leben in Erwerbslosigkeit und Armut wegen einiger persönlicher Äußerungen, die den im Internet recherchierenden, meist recht konservativ gestrickten Personalern nicht gefallen, ist für „normale“ Menschen bedrohlich genug.

Vor diesen keineswegs abstrakten Gefahren kann sich ein Mensch nur schützen, indem er darauf achtet, dass eine direkte Zuordnung seiner Äußerungen zu seiner Person erschwert wird. Die Verwendung von Pseudonymen oder völlig anonymes Publizieren sind das einzige zur Verfügung stehende Mittel, um eine solche Zuordnung zu erschweren.

Wer dennoch den Mut hat, mit seiner identifizierbaren Person hinter seinen Äußerungen zu stehen, soll ihn — wenn er nicht eh schon alles verloren hat und aus dieser Einsicht heraus auftritt — haben; es sei niemanden genommen. Allerdings ist es von außen manchmal etwas schwierig, Mut von Dummheit zu unterscheiden.

Wer aber — wie du, Google Plus — meint, diesen „Mut“ durch eine Richtlinie erzwingen zu können und wer — wie du, Google Plus — diese Richtlinie durch konsequentes Löschen in einer so genannten „social website“ durchzusetzen trachtet, bewirkt damit nur dreierlei: Erstens, dass viele bewusstere Menschen, die wirklich etwas von sich mitteilen wollen, sich hierfür eine andere Plattform suchen, das Netz ist ja groß und immer noch nicht mit Google identisch. Zweitens, dass die leider auch nicht wenigen Menschen, die ob der großen Medienpräsenz von dir, Google Plus, glauben, dass sie auf dich nicht verzichten können und die dennoch genügend Verstand haben, um die mit der Identifizierbarkeit verbundenen Gefahren zu sehen oder auch nur zu ahnen, mit einer Schere im Kopf schreiben, was ihre Mitteilungen beschädigt und entwertet. Und drittens, dass das weiter oben in zugegebenermaßen rauen Worten zusammengefasste Pack davon am wenigsten beeinträchtigt wird, weil es bei Lichte betrachtet gar keinen Ruf zu verlieren hat.

Kurz, Google Plus: Was da übrigbleibt, ist auch für deine Idee vom Marketing kein so gutes Umfeld.

Unabhängig von den geradezu imperativ guten Gründen, ein Pseudonym zu benutzen, gibt es noch einen weiteren, zwar weniger guten, aber dennoch berechtigten Grund.

Wer im anonymen, virtuellen Medium Internet unter einem Pseudonym auftritt, kann sich auf diesem Wege eine gewisse Freiheit aus seiner sonstigen gesellschaftlichen Bedingtheit verschaffen — und dies keineswegs nur, um sich „unmöglich aufzuführen“. Es wird möglich, Gedanken und Ideen zu äußern, die in der direkten Lebenswirklichkeit unangemessen erschienen, wenn sie geäußert würden. Es ist kein Geheimnis, dass Menschen nicht nur gern lachen, sondern auch gern andere Menschen auslachen (und später ausgrenzen und im schlimmsten Fall mit Gewalt bedrohen), vor allem, wenn diese Gedanken und Ideen äußern, die im ersten, unreflektierten Moment absurd, offensichtlich oder kindisch erscheinen. Schon das „normale“ menschliche Miteinander führt zur Selbstzensur, einfach wegen des normativen Zwanges einer Gesellschaft aus Menschen mit beschädigtem Dasein, deren Individuen alles für die Verdrängung ihrer eigenen misslichen, ausgelieferten, begrenzten, beziehungsvermeidenden und unfreien Situation tun und darin zu einem bedrückenden überpersonalen Prozess beitragen, in dem sich der Einzelne nicht mehr entfalten kann. Schon im sozialwissenschaftlichen Begriff der „Rolle“ — der direkt dem Theater entnommen ist — und in den vielen davon abgeleiteten Begriffen schwingt allzu fühlbar die Einsicht mit, dass Menschen im Allgemeinen nicht ihr eigenes Leben leben können. Die Larve der Anonymität oder der Pseudonymität schafft einen Freiraum; hinter ihr kann der schützende Panzer um das eigene Selbst kontrolliert abgelegt werden, was von vielen Menschen als Erleichterung empfunden wird. Wer den Menschen diesen Freiraum zu nehmen sucht, der nimmt ihnen eine recht starke Motivation, ein ansonsten eher unerfreuliches und technisches Medium für die Entfaltung des eigenen Selbstes zu nutzen, der führt die überpersonalen Marionettenfäden, an denen die Menschen in oft bedrückend empfundener Weise hängen, ohne Not in ein unpersönliches Medium fort und zementiert damit das Unpersönliche dieses Mediums.

Tja, wer mag das Ergebnis solchen Strebens dann noch seinem Leben hinzufügen, weil er in der gewünschten Enge des so geschaffenen Raumes einen Mehrwert sieht? Siehe oben: Spammer, Kaufleute des Elends und das Lumpenproletariat zwielichtiger Affiliate-Geschäftemachereien.

Aber es kommt noch ein bisschen dicker für dich, Google Plus.

Denn viele Menschen sind im Internet unter ihrem Pseudonym wohlbekannt, während ihr bürgerlicher Name nahezu unbekannt ist. Sie werden „dank“ deiner technokratisch durchgesetzten Pflicht zum bürgerlichen Namen bei dir unidentifizierbar und unauffindbar. Sie haben so etwas wie einen treuen Leserstamm, der bei dir nach ihnen sucht und nichts finden kann. Wer weiß schon spontan, wie etwa Don Alphonso wirklich heißt?

Dieses Problem allerdings, das hast du, Google Plus, erkannt. Deshalb hast du einigen sehr populären Bloggern mit einer gewissen Reichweite aufgrund deiner technokratischen Herrlichkeit voller Gnade das Privileg eingeräumt, unter ihrem Netzpseudonym bei dir aufzutreten, wohl auch in der Spekulation darauf, dass sie dich, Google Plus, reichlich besprechen und verlinken und damit in die Aufmerksamkeit größerer Kreise tragen. Das ist ja eine gute und kostenlose Reklame.

Dies ging und geht einher mit Löschungen weniger bekannter und reichweitenstarker, aber keineswegs unbekannter Gestalten aus der Twitteria und Bloggeria. Der Eindruck, der sich für einen neutralen Betrachter ob deines Verhaltens, Google Plus, aufdrängt, ist der Eindruck gutherrschaftlicher Willkür. Wie gesagt, Google Plus, das Internet ist groß und bietet Raum für jeden, und natürlich darfst du das und darfst auch diesen Eindruck erwecken, aber du solltest doch einmal bedenken, ob das der von dir gewünschte Eindruck ist und ob dieser Eindruck deine geschäftlichen Pläne befördert.

Du bist mit einem großen Vertrauensvorschuss gegenüber dem zuletzt immer übleren Anbieter „Facebook“ in deine „geschlossene“ Betaphase gegangen². Du bist gerade auf dem besten Weg, dieses Vertrauen wieder zu verspielen. Unfassbar, wie blind Gier machen kann!

¹Von den Unwägbarkeiten, die mit dem für die Bundesrepublik Deutschland so typischen Erscheinungen des Abmahnwesens und Rechtsmissbrauches jetzt schon einher gehen, will ich gar nicht erst anfangen.

²So „geschlossen“ ist die Betaphase auch nicht gewesen, es war selbst mir möglich, ohne besondere Anstrengung einen „invite“ zu bekommen, um mir Google Plus einmal anzuschauen. Sie war so geschlossen wie eine Tür, an der ein Schild „Eintritt nur mit Karte“ „aufgedruckt“ ist, während überall Automaten aufgestellt sind, an denen man mühelos eine kostenlose Karte ziehen kann. Oder kurz, dieses Gerede von „geschlossen“ ist eine reine Werbelüge, und eine besonders kindische und durchschaubare obendrein. Ob du damit interessante Menschen anlocken kannst? Für die emsigen Schreiber aus der Journaille hat es ja gereicht, die haben deine Presseerklärungen genau so „sachlich“ wiedergegeben, wie sie anderen Bullshit wiedergeben, auf dass sich viele nach diesen Nachrichten richten.

Dorfstraße

Google Maps zeigt eine 'Dorfstraße', die mitten in einen Kiesteich führt

Ab 1,20m Wassertiefe hat ein Soldat selbstständig mit Schwimmbewegungen zu beginnen. Die Grußpflicht entfällt hierbei.“ — angeblich aus der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 3/11 für den Gefechtsdienst aller Truppen der Bundeswehr.

Unverpixelte Fassaden

Es sind immer die falschen Fassaden, die bei Googles „Street View“ verpixelt werden, immer nur die meist hübsch anzusehenden Behausungen von Menschen mit gehobenem Lebensstil; es sind niemals die Fassaden, die man wirklich nicht mehr sehen mag, die dort als verrottendes Skelett eines feuchten Traumes von der „Shopping-Mall“ mit 100 Geschäften auf 35.000m² zurückgeblieben sind, als die Heuschrecke Carlyle die Menschen mit und in einer Ruine zurückließ.

Was stört…

Wenn es etwas gibt, was an Google Street View wirklich stört, denn ist es die Tatsache, dass es die Hässlichkeit und Kälte des größten Teiles der Architektur in der BR Deutschland massenhaft reproduzieren wird. Leider sieht man den kalten und hässlichen Froten dieser Gebäude schon an, dass sich die Besitzer dieser umschlossenen Räume entweder über die Bilder bei Google freuen werden, oder dass ihnen die Bilder bei Google gleichgültig sein werden — und beides führt leider dazu, dass die Schandmale nicht verpixelt werden.

Elena

Elena — Aküschönsprechwort für das datenschutztechnische Äquivalent zum Nacktscanner. Unterdessen findet die aufgeführte Simulation des Eintretens für Datenschutz und Bürgerrechte an einer anderen, recht künstlich wirkenden Front statt.

„Google Ads“ bei WordPress.com

Liebe Leserinnen, Leser, Interessierte,

heute morgen habe ich beim Überfliegen meiner eigenen, täglichen Bloglektüre im Gentrification Blog lesen müssen, dass die Blogs bei WordPress.com jetzt zumindest teilweise mit Werbung über Google Adsense „angereichert“ werden.

Hierzu gebe ich — für jeden, den es interessiert — die folgende persönliche Erklärung ab:

  1. Ein Aufscheinen von irgendeiner Form der Reklame in diesem Blog ist von mir nicht erwünscht und entspricht auch keiner von mir vorgenommenen Konfiguration. Es handelt sich um eine neue oder mir zumindest bislang noch nicht aufgefallene Maßnahme von Automattic, dem Betreiber von WordPress.com, das Schreiben der Menschen hier zu Geld zu machen. Tatsächlich wird dieses Blog mit seinem sehr speziellen Themenkreis durch die Einblendung von Werbung in jeder nur denkbaren Form entwertet, was jeder Leser leicht durch ein wenig Blättern überprüfen kann. Die Umgestaltung jeder zwischenmenschlichen Kommunikation in einen sozial optimierten Geschäftsvorgang ist Teil jener industriell produzierten, seelischen Kälte, die hier immer wieder benannt, hoffentlich fühlbar gemacht und als etwas von allen Menschen jeden Tag zu Überwindendes angemahnt wird. Hierzu sind die richtigen Fragen zu stellen, damit auch die richtigen Antworten gefunden werden.
  2. Als ich vor dreieinhalb Jahren mit diesem größtenteils harmlosen Blog „Lumières dans la nuit“ begann, war es meine stets erklärte Absicht, für immer werbefrei zu bleiben. Deshalb wurde das Blog anfangs in der BR Deutschland unter der Domain tamagothi.de gehostet und von mir mit einer eigenen Installation der Blogsoftware WordPress betrieben. Unter der Last ständiger juristischer Anfeindungen — die übrigens durchgehend von geschäftstreibenden Personen aus der unmittelbaren räumlichen Nähe des Ihmezentrums zu Hannover ausgingen, was in mir nach und nach ein klares Bild der wirtschaftlichen Methodik eines recht mafioid erscheinenden Heuschrecken-Konzerns Carlyle entstehen ließ, der es für sein in Hannover-Linden geplantes und mittlerweile gescheitertes Geschäft wohl als nachteilhaft empfand, wenn die gnadenlose tristesse dieses Menschenschließfaches im Stil des Brutalismus an vorderster Stelle in Google-Suchergebnissen sichtbar wird* — unter der psychischen Last, die es für einen krebskranken Freund bedeutete, auf dessen Server ich dieses Blog ursprünglich betrieb, mit der widerlichen Wucht deartiger Anfeindungen konfrontiert zu sein; aus meiner wachsenden Unlust heraus, unter diesen Umständen auch nur noch einen einzigen Tag weiterzumachen, schloss ich das ursprüngliche, in Deutschland gehostete Blog. Das hier vorliegende, bei WordPress.com gehostete Blog ist bereits eine emigrierte Version, ein schwer beschädigtes Bloggen auf der Flucht, das ich wenigstens durch Verlagerung in die USA — wo trotz vieler anderer Missstände die Freiheit der Meinungsäußerung nicht nur wie in der Bananenrepublik Deutschland eine unverbindliche Prosa in der Verfassung, sondern eine verbriefte Rechtswirklichkeit für die Menschen ist — vor der eisgierigen Abmahnwillkür und juristischen Stocherei der Besitzenden in der politisch vollkommen gewünschten Rechtsunsicherheit und Kriminalisierung des Internet in der BR Deutschland bewahren wollte.
  3. Mein Lebensstil — ich bin obdachlos und lebe von dem, was mir kampflos gegeben wird, um mich mit ganzer Hingabe auf das zu konzentrieren, was mir nach allen meinen Einsichten wichtig und bedeutsam erscheint, und wenn es mich mein verfluchtes Leben kostet — ermöglicht es mir zurzeit nicht, dieses Blog auf einen anderen Server im Internet zu hosten. Auch wird dieses schon flüchtende, emigrierte Blog keinen weiteren Umzug überstehen und deshalb auch keinen machen. Wenn hier in der kommenden Zeit bei WordPress.com Bedingungen geschaffen werden, die mir den Weiterbetrieb dieses Blogs unmöglich machen, denn wird dieses Blog ersatzlos verschwinden. Es reiht sich dann ein in eine Reihe weiterer Projekte von mir, die sich als für mich undurchführbar erwiesen haben. Meine Kraft ist beschränkt, Geld ist kaum vorhanden, und mein Name ist nicht Sisyphos. Es gibt noch genügend andere, vielleicht weniger sichtbare und nicht primär im Internet beheimatete, von mir betriebene Projekte, welche die freiwerdende schöpferische Kraft völlig aufsaugen werden, bis mir jede Kraft geschwunden ist.
  4. Von seinem ersten Tag an sind die Inhalte dieses Blogs unter Piratenlizenz lizenziert worden, weil es mir eben auf die Kommunikation von Inhalten (das Gegenteil vom leicht verschiebbaren und vermarktbaren content) ankommt und nicht auf die Kontrolle meiner Leser oder eine absurde technische Selbstbestätigung im dummen Selbstzweck der Zugriffsstatistik. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass es eine Reihe mehr oder weniger aktueller und vollständiger Mirrors des gesamten Blogs gibt, die sich aus den RSS-Feeds dieses Blogs gespeist haben. Solange die RSS-Feeds bei WordPress.com werbefrei bleiben, werden auch diese Mirrors werbefreie Versionen meiner Texte enthalten. Ich bitte meine Leser, einfach dort weiterzulesen. Eine Suchmaschine kann eine echte Hilfe sein, auch wenn man dem Wahnsinn der totalitären Verwirtschaftung entkommen will. So lange hier „nur“ Google-Ads (und keine überrumpelnde Gewaltreklame) im Blog eingebunden werden, werde ich noch weitermachen; sobald die erste Reklame im RSS-Feed auftaucht, wird dieses Blog gelöscht.
  5. Die Entscheidung Automattics für Google-Ads zur mechanischen Vergällung der Texte mit Reklame empfinde ich angesichts der intransparenten Sammelwut der Datenkrake Google einfach nur als schrecklich falsch. Ich habe nicht das geringste Interesse daran, dass hier Informationen über recht empfindliche, gesellschaftlich marginalisierte und politisch verfolgte menschliche Netzwerke in die Hände eines Unternehmens fallen, dass sich gegenüber mörderischen Regimes wie etwa dem chinesischen immer wieder als sehr kooperativ in der Auslieferung von Menschen erwiesen hat, wenn nur die Kasse stimmt. Von dieser Entscheidung Automattics sind etliche politische und gesellschaftskritische Blogs aus der Bananenrepublik Deutschland betroffen, die hier eigentlich Schutz vor Verfolgung und Unterdrückung gesucht haben, und die jetzt der unkalkulierbaren geschäftlichen Willkür eines wertneutral um Reibach bemühten Unternehmens ohne jeglichen ethischen Anspruch in seinen Kooperationen mit Unterdrückungsbehörden fragwürdiger und totalitärer Staatsführungen ausgeliefert sind. Dies wirft einen schwarzen Schatten auf die geschäftliche Ethik Automattics, der auch auf andere Angebote dieses Unternehmens fällt, und es ist leicht möglich, dass diese Entscheidung Automattics einige hier bei WordPress.com bloggende Menschen aus der VR China demnächst das Leben kosten wird. Es mag sein, dass Geld nicht stinkt, aber Automattic beginnt sehr unangenehm zu riechen.

Nein, das Jahr 2010 fängt nicht sehr hoffnungsvoll an.

Euer Elias, der Nachtwächter

Nachtrag 13. Januar 2010: Inzwischen hat auch Google Probleme mit der zensierenden Zusammenarbeit mit der VR China, das sei hier als Ergänzung angemerkt. Ob das lediglich wirtschaftlich motiviert ist und keine weiteren Konsequenzen haben wird, oder ob es eine wirkliche Wende ist, das wird die Zukunft zeigen.

*Natürlich lässt sich diese Aussage nicht so hart belegen, dass sich die Indizien zu klaren Beweisen formen würden, so klar auch das aus der Erfahrung entstehende Bild ist, deshalb hier der Konjunktiv.

Das unverstandene Netz

Incivile est eum salutare, qui reddit urinam aut alvum exonerat […]

Erasmus von Rotterdam

Bei den älteren Medien, die ihre heutige Meinungsvormacht weniger den heute so oft als Reklame erwähnten qualitativen Vorzügen und mehr einem früheren Oligopol verdanken, das über die Produktionsanlagen zum massenhaften Bestempeln toter Bäume mit Meldungen und Werbung verfügte, scheint niemand das Internet so recht zu verstehen. Vor allem scheint dort niemand zu verstehen, dass das Internet nicht einfach nur ein weiterer Vertriebskanal ist, wie es bei bisherigen zentral organisierten Medien wie dem Rundfunk der Fall war; dass es deutlich mehr ist, als einfach nur eine weitere Möglichkeit, die vertraute Struktur der Kommunikation mit neuer, aber in ihrem Einbahnstraßencharakter vertrauter Technik fortzusetzen.

Die heutigen Erben der alten Oligogarchen haben sich offenbar noch gar nicht das wirkliche Internet angeschaut, in dem sich jeder Mensch mit relativ geringem Aufwand — und inzwischen auch mit nur noch geringen technischen Kenntnissen — eine Stimme für seine Lebenswirklichkeit verschaffen kann, deren Außenwirkung über die alzheimersche Unverbindlichkeit der Stammtische und den engen Kreis von persönlichen Freunden hinaus geht. Die Vorstellung, dass es auf einmal der einst so wichtigen und machtverleihenden Produktionsmittel gar nicht mehr bedarf, um sich öffentlich vernehmbar zu äußern, sie muss sehr fremd für die Vertreter der althergebrachten Medien sein, so fremd, dass sie dieser Vorstellung niemals Rechnung tragen, dass sie ihre Internetarbeit nicht so zu gestalten versuchen und noch weniger, sie so zu gestalten verstehen, wie es einen Netzwerk prinzipiell gleichberechtigter Computer angemessen wäre, welches das Potenzial hat, Menschen zusammen zu bringen, die sich sonst niemals begegnet wären.

Und diesem Unverständnis über die wirkliche Struktur und daraus ersprießende Bedeutung des Internet entsprechend ist dann auch die Internetarbeit jener Medien, deren letzter Rest von gutem Ruf zurzeit durch das Internet und die damit gegebenen Möglichkeiten des Vergleiches und des Austausches der „Mediengenießer“ aufgezehrt wird. Wer nur einmal die wörtlich abgetippten, identischen Agenturmeldungen der überregionalen Tageszeitungen im Internet gelesen hat, wer festgestellt hat, dass sich die verschiedenen seriösen Blätter im Internet vor allem in der Penetranz der eingeblendeten Werbung und in den beworbenen Produkten unterscheiden und dass sie ansonsten versuchen, diese Werbung mit einer künstlich unverständlich gemachten Navigation möglichst oft einblenden zu können, der weiß, dass man auf derartige „Dienste“ gut verzichten kann, wenn man nicht zum Diener geboren ist. Kein Wunder, dass sich in der von euch geschaffenen Situation jeder Denkende über Google News und andere Formen der Zusammenfassung des agenturzentral gleichgeschalteten Tagesausstoßes freut — und einige Menschen, ich zum Beispiel, gehen sogar so weit, dass sie andere Blogger den täglichen Auswurf eures Apparates für sich filtern lassen, und zwar vor allem solche Blogger, die sich für die persönlichen Schwerpunkte als gute und ausgewogene Vorfilterung bewährt haben.

Kleine persönliche Randbemerkung: Wenn es um Wissenschaft geht — und damit beschäftige ich mich ständig — hilft mir nicht einmal mehr der Filter der anderen Blogger, weil ihr etablierten Medien schlicht nicht über Wissenschaft berichtet. Ihr tarnt zwar manchmal eure Propaganda für ein entfesseltes Wirtschaften als eine Art Wissenschaft, indem ihr sie mit willkürlich ausgewählten Daten zu belegen sucht, aber richtige Wissenschaft existiert bei euch nicht. Ich bin regelmäßig auf englischsprachige Websites zurückgeworfen. Aber Horoskope kaufen und abdrucken, das könnt ihr!

Nun sieht man das alles dort, wo man das Internet gar nicht recht versteht, also bei den althergebrachten Medien, völlig anders. Der allerwerteste Herr Burda hat sogar im Namen der Gesamtheit der Journaille in der BR Deutschland in die Mikrofone geflennt, dass die Aufbereitung der verschiedenen und doch so gleichen Medieninhalte in einer für Menschen unmittelbar verständlichen Zusammenfassung wie Google News einer „Enteignung“ gleich käme. Und der offenbar Not leidende Springer-Verlag — wenigstens das Innere des Schädels scheint dort bei vielen eine gewisse Not durch sich ausbreitendes Vakuum zu leiden — hat die seltsame Vorstellung in die völlig von den Medien selbst gemachte „Debatte“ geworfen, dass man in Zukunft doch einfach eine staatliche Zwangssteuer auf den Neupreis von Computern erheben könnte, um diese Einkünfte an die klassischen Medien weiterzuleiten, die doch so viel verloren haben.

Doch diesen ganzen lichtscheuen Jammerlappen kann geholfen werden!

Denn ich habe den Verlegern in der BR Deutschland einen ganz einfachen Vorschlag zu machen, wie sie künftig derartige „Enteignungen“ durch Google und andere Dienste von unendlichem Nutzen für ihre Nutzer verhindern können: Die Verantwortlichen für die Website mögen sich bitte einfach einen gewöhnlichen Texteditor greifen. Zur Not geht auch Notepad, das Not-Pad von Windows. Welchen Texteditor sie immer auch nehmen, es handelt sich in jedem Fall um ein Programm, dass sich noch viel leichter bedient als jedes Redaktionssystem zum Anreichern der Meldungen aus den NITF-Feeds der Agenturen durch irgendwelche Klickstrecken und zum Aufspalten noch der kürzesten Meldung auf mindestens zwei Seiten. Damit sollte eigentlich jeder klarkommen, auch ein Mensch mit geringer informationstechnischer Literalität. Mit diesem Programm bitte eine Datei namens robots.txt anlegen, und in diese Datei einfach nur die folgenden Zeilen reinschreiben:

User-agent: *
Disallow: /

Dann sagt bitte eurem Techniker, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis des Webservers hochladen soll, auf dem eurer ganzer „enteigneter“ Content herumliegt. Ihr werdet es kaum glauben, aber diese eine Kleinigkeit mit einem gesamten Arbeitsaufwand von unter fünf Minuten reicht völlig aus, und weder Google noch irgendein anderer zivilisierter Crawler wird sich in Zukunft noch einmal bei euch bedienen. Die respektieren das nämlich alle, wenn ihr euer von den Agenturen abgekauftes „Eigentum“ behalten wollt. Ich habe dies in einigen, für einen eher geschlossenen Nutzerkreis gedachten Projekten schon selbst ausprobiert, und die Wirkung ist wunderbar: Eine einfache Anweisung an die Crawler, und schon wird man nicht mehr gecrawlt. Ihr habt es völlig selbst in der Hand, ob ihr weiter „enteignet“ werden wollt, oder ob ihr Google und den ganzen anderen Bots eine klare Grenze zieht. Da braucht ihr nicht mehr zu eure Taschentücher vollzuheulen und auch nicht nach irgendwelchen staatlich verordneten Zwangsabgaben auf Computer zu rufen, die dann ausgerechnet euch in die Tasche gesteckt werden sollen. Da braucht ihr nur eine einzige Datei auf eurem Webserver abzulegen, die zudem sehr einfach mit überall verfügbarer Software zu erstellen ist.

Gut, ihr werdet dann auch nicht mehr von Google gefunden, das ist vielleicht ein bisschen ungewohnt für euch. Aber das könnt ihr ganz sicher sehr leicht ausgleichen, indem ihr euch endlich einmal ein paar Gedanken darüber macht, wie ihr auf wirksame Weise die Leser an eure tollen Websites binden könnt, und zwar am besten so binden, dass ihr dabei auch ein Geschäft machen könnt. Das ist ja nicht so, dass ich oder irgendjemand anders euch euren Reibach nicht gönnen würde. So viel kann ich euch als jemand, der sich jetzt zweieinhalb Jahrzehnte lang mit dem Irrsinn der EDV herumgeschlagen hat, jedenfalls zu diesem Thema sagen: Mit einer nicht nachvollziehbaren Benutzerführung und künstlichen Schwierigkeiten beim Zugriff auf die von euch angebotenen Informationen werdet ihr es nicht schaffen, jemanden an euch zu binden. Auch aufdringliche Werbung gehört zu den Dingen, mit denen man Menschen eher vertreibt oder zu Gegenmaßnahmen greifen lässt. Und. Ihr werdet es übrigens auch nicht schaffen, wenn ihr eure Leser regelmäßig beschimpft. Aber schaut euch doch einfach mal selbst den Rest des Internet an, denn wird euch schon etwas einfallen.

Und wenn euch nichts einfällt, denn bestempelt einfach weiter tote Bäume, denn das könnt ihr. Und mit dem Fortschreiten einer Technik, die keine zentralisierten Produktionsmittel mehr benötigt, geht doch bitte einfach sterben! Ich brauche euren täglichen medialen Mindfuck mit neoliberaler Propaganda, die von euch abgeschriebenen und ohne die Spur ergänzender Recherche übernommenen Agenturmeldungen und die dummdreiste Gutsherrenart eures Auftretens jedenfalls nicht — und die Anzahl der Menschen, denen es in dieser Sache genau so geht wie mir, sie wird jeden Tag ein bisschen größer.

Und das liegt auch an euch und an dem lichtscheuen Gesindel, das für euch in die Kameras und Mikrofone flennt, schimpft und den staatlichen Grabsch in unser aller Taschen fordert, einfach nur deshalb, weil immer weniger Menschen dazu bereit sind, für euren mit Werbung, Schleichwerbung und Propaganda durchsetzten Strunz auch noch etwas zu bezahlen. Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich euch nur gesagt: „Geht doch nach drüben, wenns euch hier nicht gefällt!“ — vor allem den Leuten vom Springer-Verlag hätte ich das gern gesagt… :mrgreen:

Und, ihr Verleger, immer daran denken! Vor dem Aus-sterben kommt immer erst das An-sterben…