Tag Archive: Gier


Einen Augenblick länger betrachten…

„Die Dummen erkennst du daran, dass sie sich völlig der psychischen Bestrebung ihrer Gier hingeben und ohne weitere Filterung alles haben wollen, was diese Gier haben will“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin. Und er setzte mit seinem oft unerträglichen Lächeln fort: „Und die Klügeren und Weiseren erkennst du daran, dass sie sich vor ihrer Hingabe an die Gier und dem Habenwollen zunächst wenigstens einen Augenblick lang anschauen, wie glücklich die Menschen sind, die das Begehrte schon haben“.

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Wie schön es doch sein könnte

Wie viel schöner doch das Leben sein könnte, wenn die moralgeknuteten Menschen sich für ihre Habgier aufs peinlichste schämten und dafür ihre Sexualität lebensfroh begrüßten und keine Gelegenheit ausließen, sie auszuleben! Und. Wie anders die Sprache und das von ihr mitgeformte Denken doch wären, wenn aus den Schamlippen endlich wieder „Lustlippen“ würden, und aus dem Geldbeutel endlich wieder ein „Schambeutel“! Die Entfesselung der Habgier als gesellschaftsbegründend und die gleichzeitige Abwehr der Sexualität als unanständig, unterdrückungswürdig und regulierungsbedürftig — übrigens zwei moralische Haltungen, die prächtig zusammen mit der jeweils quasistaatlichen Religion gehen, und zwar mit jeder quasistaatlichen Religion — arbeiten in die gleiche beklagenswerte Richtung, zerstören die Lebens- und Lustmöglichkeiten der Mehrzahl der Menschen und führen direkt in den Faschismus.

Die Grundlage kapitalistischer Gesellschaften

Wer gierig ist, wird niemals satt.

Kannibalimus

„Kapitalismus“ ist nur ein als objektiv verlarvtes Wort für einen Prozess, in dem die grenzenlose Gier eines Menschen nicht mehr einem Gemeinwohl untergeordnet und auf eingeschränkte Besitzrechte reduziert, sondern ins pathologische verzerrt als Grundlage des menschlichen Miteinanders kultiviert werden soll. Das letztendliche Ideal eines solchen Prozesses ist eine „Gesellschaft“ von sich unentwegt mit bloßen, reißenden Zähnen anfallenden Menschenfressern, eine irdische Hölle.

Wiedewiddewitt sie mir gefällt

Wer diese Ansage des gegenwärtigen Papstes liest…

Papst Benedikt XVI. hatte bei seinem Deutschlandbesuch verlangt, die Kirche müsse sich „entweltlichen“. Es sei besser, sie wäre „von ihrer materiellen und politischen Last befreit“. Die „Enteignung von Kirchengütern“ vor 200 Jahren habe in der Kirche zur „Läuterung“ wesentlich beigetragen. […]

…wird sie wohl für deutlich und unmissverständlich genug halten. Selbst der Papst sieht inzwischen ein Problem — ja, sogar eine „Last“ — in den Sonderrechten und in den finanziellen Zuwendungen des bundesdeutschen Staates an die röm.-kath. Kirche, die übrigens auf das Reichskonkordat eines Adolf Hitler zurückgehen. Diese 15,1 Milliarden Euro pro Jahr [unsaubere Quelle] passen auch wenig zum ärmlichen Stallduft der alten Apostel, die für die religiöse Leere Lehre herhalten müssen.

Aber so ein lichtscheues Gesindel wie eine von Geld und Macht besoffene Bischofsmade namens Robert Zollitisch hat dennoch Probleme, dieses recht unverschwurbelte Wort ihres Chefs aufzufassen:

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch hatte daraufhin erklärt, dies habe „nichts mit der Abschaffung von konkreten finanziellen Ansprüchen zu tun“.

Er ist ja auch sehr darin geübt, der lichtscheue Bischof, seine Bibel so auszudeuten, dass am Ende das Gegenteil des darin Stehenden herauskommt…

Habgier

Die dumme Idee, die — früher mit gutem Grund als niedere Strebung betrachtete und verachtete — Habgier zur ausschließlichen Grundlage des menschlichen Miteinanders in einer Gesellschaft zu machen, erzeugt zwangsläufig ein Miteinander von Dieben, Betrügern und Räubern in der Haltung ständigen gegenseitigen Misstrauens und Neidens. Alles weitere. Steht auch in jeder Zeitung.