Tag Archive: Geld


Ausverkauf! Alles muss raus!

Jene Politiker, die alle gesellschaftliche Entwicklung so weit wie möglich irgendwelchen Marktmechanismen überlassen wollen, zeigen im Spiegelbild ihrer geldanbetenden Ideologie, dass sie sich ein Miteinander von Menschen wünschen, in dem alles käuflich ist. Es bedarf keiner großen Intelligenz und keines langen Nachdenkens, um in diesem Spiegelbild zu erkennen, dass diese Politiker ihre Politik ebenfalls als käuflich betrachten und entsprechend vermarkten werden, stets zum Vorteile dessen, der den höchsten Preis zahlen kann. Wer das Miteinander der Menschen von „den Märkten“ steuern lassen will, ist selbst käuflich und korrupt und nur allzugern dazu bereit, seinen Politikkäufern ihren Reibach zu lassen, aber die Verluste aus Steuermitteln zu erstatten, ohne dass hierfür irgendein Markt als Vorwand taugte. Die Politik dieser unerquicklichen Zeitgenossen erklärt sich daraus wie von selbst, und die von diesen Zeitgenossen vorgetragene angebliche Motivation ist so offenbar eine Lüge, also eine vorsätzlich unwahre Behauptung, dass man schon sehr viele Zeitungen lesen und Nachrichtensendungen gucken muss, um das mit seinen von parteienstaatlichen und reklamefinanzierten Content zugestopften Sinnen nicht mehr deutlich genug wahrzunehmen.

Geld macht nicht glücklich

„Ja, es stimmt, dass Geld nicht glücklich macht“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „vor allem, wenn es immer nur die anderen sind, die das Geld haben und bekommen“.

Mückenlicht

Größere Ansammlungen von Geld wirken auf kriminelle, korrupte und charakterlich unerträgliche Menschen so wie die Lichtquelle auf einen Schwarm durstiger Mücken: Als ein unwiderstehliches Lockmittel.

Geldsinn

Das größte Problem für die Befürworter eines so genannten „bedingungslosen Grundeinkommens“ ist, dass die gegenwärtige Idee des Geldes ihren Sinn verliert, wenn es bei keinem Menschen mehr Geldmangel gibt. Niemand, der über nennenswerte Mengen Geldes — etwa in der Form eines Rentenanspruches — verfügt, kann daran Interesse haben. Denn das in der Psyche geborene Geld der Menschen ist selbsterhaltend wie jede andere kollektive Wahnidee; es lässt seine Inhaber mit quasi religiöser Hingabe daran glauben, dass es ihnen diene, während es in Wirklichkeit genau umgekehrt ist.

Demokratie und Europapolitik

Anstelle eines Kommentars zum äußerst demokratisch durchgeführten Brexit ein Zitat eines wichtigen, bis heute nachwirkenden Politikers der jüngeren BRD-Geschichte:

Ich wusste, dass ich niemals eine Volksabstimmung in Deutschland hätte gewinnen können […] Eine Volksabstimmung über die Einführung des Euro in Deutschland hätten wir verloren. Das ist ziemlich klar. Ich hätte verloren, und zwar mit siebzig Prozent Gegenstimmen […]

Wenn ein Kanzler versucht, etwas durchzusetzen, muss er ein Machtmensch sein. Und wenn er klug ist, weiß er, wann die Zeit reif ist. In einem Fall — beim Euro — war ich wie ein Diktator. […] Der Euro ist ein Synonym für Europa. Zum ersten Mal ist Europa ohne Krieg

Dr. Helmut Kohl, CDU, ehemaliger Bundeskanzler [dauerhaft archivierte Quelle des Zitates]

Das Ding

„Zeig mir das Ding“, sagte der Vorübergehende zum frommen Zeitgenossen, „das von deiner Kirche nicht offen und feierlich gesegnet würde, wenn es sich nur für deine Kirche lohnte! Die Geschichte des Christentums ist eine Geschichte der ungezügelten und im Zweifelsfall massenmörderischen Geldgier, bis auf den heutigen Tag; und in ebendieser Geschichte spiegelt sich klar und hell, wer der Gott dieser Christen ist: Das Geld“.

Der Neurotiker

Als der Vorübergehende einen Neurotiker kennenlernte, der sich jedes Mal, nachdem er mit Geld umgegangen war, die Hände wusch, dachte er nur: „Dieser Mensch wäre niemals Kaufmann oder Banker geworden, er hat durch seine Neurose viel zu viel Anstand für diese widerlichen Berufe erworben“.

Ideen und Projekte

Nach Ideen und Projekten im herrschaftslosen Miteinander gefragt, erwiderte der Vorübergehende: „Erfolgreiche Ideen und Projekte entstehen schon jetzt stets aus Fähigkeit und Verantwortung und führen dazu, dass Fähige und Verantwortliche zu Geld und Einfluss kommen. Politische Steuerung ist zurzeit vor allem der Versuch, diesen Prozess umzukehren. Weitgehend unfähige und verantwortungslose Menschen, deren einzige Leistung es war, in einem der parallelgesellschaftlichen Parteienapparate aufzusteigen, geben gewissen Menschen (oft aus korruptem und/oder ideologischem Antrieb) Herrschaft und Mittel, auf dass sie Ideen und Projekte entwickeln — und dementsprechend kulturell und intellektuell erbärmlich sind die daraus entstehenden Ideen und Projekte. Ein Zurückdrängen des Herrschaftsapparates und ein allgemeines Abweisen seiner jeweiligen dümmlichen Beglückungsideen, die auf dem Hintergrund der allüberall zusammenbrechenden unentbehrlichen Infrastruktur nur um so karnevalesker aussehen, wird schon nach kurzer Zeit zu einem lange nicht mehr erlebten kulturellen und technischen Aufbruch führen, der vielleicht sogar genug Kraft entfaltet, die Menschen vor der kommenden Barbarei zu bewahren. So lange Menschen allerdings absurderweise glauben, dass es der Bremsklotz ist, der die Fahrt macht, wird es dazu nicht kommen, und damit die Menschen das auch weiterhin glauben, sind die Zeitungen und das Staatsfernsehen voll von sprechenden und in ihren Wortblasen geiststummen Bremsklötzen, die sich in die Pose des Motors werfen, ohne dass sie dafür auf der Stelle ausgelacht würden“.

Vom Wissenmüssten

Kinder geben Armen bisweilen Brot, Zucker und Geld und sind mit sich selbst zufrieden, über sich selbst gerührt und meinen, sie täten etwas Gutes. Kinder wissen nicht und können nicht wissen, woher Geld und Brot stammen. Erwachsene aber müßten wissen und begreifen, daß nichts Gutes daran sein kann, dem einen etwas wegzunehmen und es dem andern zu geben.

Leo Nikolajewitsch Tolstoi (Tagebücher 1891)

Priorität

Sinn ist wichtiger als Geld und Macht

Daniel Goeudevert

Objekt und Subjekt

So verständlich es ist, dass Frauen sich dagegen verwehren, von Männern als Sexualobjekte angesehen und benutzt zu werden, so unverständlich ists, dass Männer sich so wenig dagegen verwehren, von Frauen als Bezahlsubjekte angesehen und benutzt zu werden.

Gift

Vom Spiel über die Tulpenzucht bis zum Internet: Tu in irgendeine beliebige menschliche Strebung, die lange Zeit gedeihlich ohne auskam, Geld hinein, und diese Strebung ist vergiftet.