Tag Archive: Fußball


Im 21. Jahrhundert

Ich denke, also bin ich… hier falsch.

Wenn nur genügend Geld hinter den Partikularinteressen irgendwelcher Vermarkter steckt, dann wird auch jeder Gedanke an Seuchenbekämpfung und Gesundheitsschutz für die Menschen vergessen. Da ziehen sich die Menschen doch gleich viel lieber das Mund-Nasen-Wärmtuch ins Gesicht, ertragen die politischen Maßnahmen zur angeblichen Seuchenbekämpfung und „freuen“ sich auf die von asozialer Habgier und Gleichgültigkeit keineswegs verarmter Wirtschaftsverbände verursachte vierte Welle, während Politiker aller Farben die so genannten Grund- und Menschenrechte aus dem Ringbuchordner herausnehmen wollen, bis er leer ist:

Stuttgart (dpa) – Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen. Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag): „Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen.“ Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft. „Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen.“

Die schlimmsten und gefährlichsten Coronaleugner sind und bleiben nicht die vom Journalismus bizarr vergrößerten Demonstranten und Leerdenker, sondern die menschenverachtenden Geldanbeter und Coronaleugner in Wirtschaft und Politik — und ihre journalistischen Helfershelfer bei den contentindustriellen Print- und Guckmedien, die solchen Wahnsinn in alle Augen tragen. Aus asozialer Habgier und Gleichgültigkeit angesichts ihres geschäftlichen Modells der Reklameplatzvermarktung.

Grundlage

Gefragt, auf welcher Grundlage die UEFA der Stadt München verbieten könnte, das Stadion in der Stadt München während eines Spieles der Europameisterschaft in Regenbogenfarben zu beleuchten, antwortete der Vorübergehende: „Es wird vermutlich auf der Grundlage von ‚Das ist ein wirklich schönes Stadion, das sie da haben, wäre doch schade um das schöne Geld, wenn darin keine europäischen Wettbewerbe mehr stattfänden‘ verboten“.

Sichtschutzmauer

Dass ein Fußballspieler auf dem Spielfeld zusammenbricht und notfallmedizinisch behandelt werden muss, ist für mich nicht weiter bemerkenswert. Nichts am professionellen Sport ist gesund und lebensbejahend. Aber dass seine Mannschaft sich während der medizinischen Behandlung um ihren Mitspieler stellen muss, als eine Sichtschutzmauer gegen die bildwütigen Objektive der Journaille und der Tele-Vision; dass so eine Abwehrmauer gegen den Verlust der letzten Fetzen menschlicher Würde auch nur nötig ist und dass man ein solches Dokument der Kälte und Niedertracht live im Fernsehen sehen konnte, das ist bemerkenswert. Möge es jedem Menschen den Ekel vor dem professionellen Sport und vor seiner journalistischen Nutzung als Köder für die Vermarktung von Werbeplätzen dienen, möge der ausgelöste Ekel ungebremst bei seiner Ursache ankommen: Dem contentindustriellen Journalisten, dem Ekel selbst.

Die Gelangweilten

„Die größte Sehnsucht nach Erfahrung, Abenteuer bis hin zur persönlichen Bewährung in existenziellen Herausforderungen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „kommt immer noch bei jenen auf, die gelangweilt in ihrem Sessel sitzen, aber sich davon nicht zu intellektueller Tätigkeit anspornen lassen wollen. Ein großes, vielschichtiges Geschäft mit allerlei Abwehrmitteln gegen die Langeweile ist daraus geworden; ein Business, das in allen seinen Facetten viel mehr Geld umsetzt als die gesamte Lebensmittelproduktion und von vielen seiner süchtig gemachten Konsumenten für wahrer gehalten wird als die Wirklichkeit selbst. Es ist Pandemie, und entgegen jeder Vernunft gibt es ab heute wieder Fußball in der BRD“.

Football Leaks

Die gleichen Journalisten, die dir mit schlecht gespielter Entrüstung über das Ausmaß der Korruption im Fußball die so genannten „Football Leaks“ geben, geben dir auch die Fußballberichterstattung und pumpen zu diesem Zweck das Geld in monströsen Mengen in den korrupten Apparat hinein. Wer als contentindustrielles Unternehmen oder als bezahlter Scherge eines solchen Unternehmens Werbeplätze zu vermarkten hat, kann sich Anstand nicht mehr leisten.

Symbolbild

Junkfood-Dose mit Fußballmotiv und aufziehbare Spieluhr, die das Deutschlandlied spielt, reduziert

Das Objekt ist gefüllt mit teurem Junkfood. Es besteht aus Blech. Eine Spieluhr ist darinnen. Diese kann man aufziehen, mit gewollter Drehung eine Feder unter Spannung setzen. Dann erklingt sogleich „Einigkeit und Recht und Freiheit“ in mechanischem Geklirr. Nach kurzer Zeit verlangsamt sich die Melodie, weil die Federspannung nachlässt, bis die aufgezogene Feder schließlich wieder völlig entspannt ist und Ruhe einkehrt. Dieses Gesamtkunstwerk wurde mit Fußballmotiven bestempelt, weil ein paar Wochen lang Korruptions-, Polit-, Brüll- und Geldball in Presse und Glotze lief. Jetzt wird es verramscht und ist doch noch zu teuer. Ein treffliches Symbolbild für so vieles in Deutschland… 😦

Mesut Özil

Wie sehr du dich auch anstrengst, du wirst nie einer von uns

Serap Güler

Ein Fußballspieler, der wegen eines (in meinen Augen dummen, aber niemand erwartet von Sportlern eine Intelligenz, für die sie ja auch nicht bezahlt werden) Fotos geächtet wird, während die ethisch bankrotte Bundesregierung, die als Teil ihres politischen Gestaltungswillens Kriegswaffen an die gleiche Türkei liefert, keinerlei Beachtung dafür erfährt.

Ist eigentlich schon vergessen, wie dieses Arschloch von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder den sogar von Verstorbenen gewählten autokratischen Despoten Wladimir Putin einen „lupenreinen Demokraten“ nannte und dafür bis zum heutigen Tag reichlich Belohnung empfängt? Der hat so wenig Ächtung dafür erfahren, dass er bis zum heutigen Tag von seiner SPD zu großen Veranstaltungen und Wahlkämpfen eingeladen wird und dass er bis zum heutigen Tag die Politik der SPD prägt. Das ist wesentlich schlimmer als ein Fototermin, zumal Gerhard Schröder nicht einmal zu seiner Entlastung anführen könnte, russische Wurzeln zu haben.

Beflaggt

Als er an einem Balkon im Lande Balkonien vorbeiging, der vom Bewohner des Wohnschließfaches anlässlich der laufenden FIFA-Fußballgeldmeisterschaft gleich mit sechs im lauen Winde wehenden Flaggen dekoriert wurde, sagte der Vorübergehende zu seiner Begleiterin: „Dieser Mensch hätte damals wohl auch die schwarz-weiß-roten Flaggen mit der Swastika in den öffentlichen Blickraum gehängt, wenn es ihm in einer Werbung nahegelegt worden wäre“.

Eure Helden!

Eine Coca-Cola-Reklame im öffentlichen Blickraum (vor dem Niedersachsenstadion, auch als HDI-Arena bekannt). Die Reklame zeigt Coca-Cola-Wegwerfblechdosen, die mit Fußballern bestempelt sind. Der Claim lautet: 'Holt euch eure Helden!'. Dazu mein Text: Eure Helden! Kaufen. Austrinken. Wegschmeißen.

Theodor W. Adorno zur Brüllball-Europameisterschaft

Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohl situierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.

Theodor W. Adorno, im Jahr 1963

Fleckenlose Leidenschaft im Altpapier

Altpapier. Vorne ein Paket des Waschmittels Ariel mit der Reklame zur Fußball-Weltmeisterschaft: Behalten Sie die Leidenschaft, aber nicht die Flecken. Zusammen mit anderem Altpapier an der Straße abgestellt.

Wer die Reklame-Packungen aus der Zeit der Fußball-Geldmeisterschaft nicht mehr kennt: Auf der anderen Seite ist groß die Zahl achtundachtzig unter dem Markennamen „Ariel“ abgebildet.