Tag Archive: Frühling


Wieder das Licht…

Frühlingsmotiv: Hervorsprießende grüne Blätter an einem Zweig

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Hermann Hesse

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Wasser

Baum, Schlauch und Beton

Ein kleiner, im Licht des Frühlings intensiv grüner Baum vor einer riesigen, abweisend aussehenden Betonwand; über einen starken Zweig des Baumes ist ein Schlauch gehängt.

Es kümmert den Baum nicht, dass die fensterlose Finsternis der Architektur von keinem Licht durchdrungen werden kann. Wie ein Mahnmal der objektiven Dürre hält er einen Schlauch, der Trost will ja gepflegt sein.

Frühlingswischer

Wie viele Singles an einem schönen Sonntagnachmittag im Frühling draußen sein können, und doch niemals einander begegnen, weil sie allesamt unentwegt ihre Telefone streicheln und auf kleine Leuchtflächen schauen, immerfort darauf hoffend, dass die nächste triviale Stummeltextnachricht zum Quell frischen Entzückens wird.

Frühlingsanfang

Hannover, Innenstadt am 20. März 2013, abends. Dichtes Schneetreiben, und eine Schneeschicht auf den Bäumen, Sträuchern und Autos.

Und in wenigen Tagen werden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt, damit wir alle abends eine Stunde länger bei Tageslicht Schnee schippen können…

Sorry für den kleinen Verwackler, aber eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ bekomme ich nicht besser hin. Schon gar nicht, wenn ich in der so frühlingshaften „Wärme“ leicht zittere. Dass man aber auch nie ein Stativ dabei hat, wenn man mal eines brauchte…

Weide

Eine Weide im noch kalten Wind

Wenn zag und träg die Sonne länger wird, wenn die Finger des nun platzlos werdenden Frostes in einer letzten Demonstration des Winters unter die immer noch dicke Kleidung grabschen und den unwilligen Körper zittern machen, wenn kahl noch und scheintot der Bäume Wipfel den grauen Himmel durchbrechen, denn sinds die Weiden an den kalten Wassern, deren noch so zart und zerbrechlich scheinendes Blattwerk aus dem so verstorben anmutendenden Holz hervorbricht und windgewellt mit grünlichem Tone das Lied von einer herannahenden, heitereren, helleren Zeit in die Augen des Vorübergehenden singt. Und. Der immernoch bibbernde Körper singt mit. In Vorfreude.

Aprilkitzel

Wenn man die träge Masse seines Körpers auf das Fahrrad schwingt und auf dem Weg in die Stadt nicht mehr friert; wenn auf dem Weg für eine gute halbe Minute eine Frau auf inline skates neben einem fährt, die ihr Händi* am Ohr hat und mit lauter Stimme, beinahe so, als müsse sie mit nur dieser Stimme die Entfernung überbrücken, ihrer Freundin von ihrer aktuellen Illusion in Liebessachen berichtet; wenn man am Fluss langfährt, wo im noch kalten Gras gackernde Backfische mit ihren beneidenswert großen Klapprechnern sitzen und YouTube glotzen; wenn die Vöglein einander ihre Wünsche nach Nachwuchs und Revier kreischend zuzwitschern; ja, wenn sich auch noch beim Grießgrämigsten eine allgemeine Heiterkeit und ein Hang zum Leichtsinn breit machen, ein Leichtsinn, der sich auch darin zeigt, dass die noch schwachen Sonnenstrahlen in einem t-shirt begrüßt werden — dann ist klar, dass der Frühling endlich angekommen ist; der Frühling, der sogar den Lärm und das überwältigende Grau der Stadt erträglicher macht.

Und wenn man in der Stadt das Pech hat, dass einem jemand etwas Gutes tun möchte und einem eine Zeitung zusteckt, und wenn man so blöd ist, diese von jeder Lebenswirklichkeit abgehobene Zeitung auch zu überfliegen, denn gibt es darin zum Frühling nur zwei Meldungen. Nämlich. Dass wir sofort wieder Angst haben sollen vor den ganz besonders vielen Zecken und dass wir uns besser impfen lassen sollten. Und. Dass es schwere Zeiten für Pollenallergiker werden — bezeichnenderweise auf der gleichen Seite wie das Evangelium der Werbung für das Mittelchen dagegen.

*Ich betrachte das recht künstliche Werbewort „handy“ als ein deutsches Wort und passe es deshalb ebenso an die deutsche Phonetik an wie dies im Falle von „Büro“ (bureau), „Keks“ (cakes) oder „Streik“ (strike) schon lange üblich ist. Wer sich daran stört, sollte eher froh darüber sein, dass ich nicht „Quasselfunke“ schreibe.

Hallo Frühling!

Was bin ich froh darüber, dass es draußen endlich etwas anderes als Kälte, Schnee und Eis gibt. Besseres Wetter und ein bisschen Wärme machen sogar ein trübes Leben erträglicher.