Tag Archive: Friedhof


Der Eingang zum Friedhof

Eingang zum Friedhof Engesohde, Hannover

Der Eingang zum Friedhof ist nach dem Vorbild des Einganges zur christlichen Kirche gestaltet, damit auch jeder, der Augen zum Sehen hat. Sehe. Um was es in den christlichen Kirchen in Wirklichkeit geht.

Ewige Erinnerung

Zur ewigen Erinnerung an die Angehörigen der USSR und anderer Nationen, Opfer der Nazi-Brutalität, grausam gemordet zu Hannover am 8. April 1945

Ewige Erinnerung? Ein im flugs abgeworfener Kranz neben der vorbeirauschenden Straße, ein paar wehrlose, frechrote Blütenköpfe in den Herbst. In die verkürzte Sonne, in die erbrauenden Blätter, mit Schleiflein vom DGB. Und kein Mensch. Die Menschen sind auf der anderen Seite, am Nordufer des Maschsees beim “Willen zum Aufbau” als frühen Vorläufer des heutigen “Sozial ist, was Arbeit schafft” und des heutigen Hartz-IV-Staates. Dort gibts ja auch Attraktives, dort gibts Tretboote, Pommes und Bratwurst. Der ranzige Duft des Öles aus dem Schnellimbiss beißt auch auf dem Friedhof noch in die Nase.

Auferstehung unerwünscht

Am alten Kirchhof zu Limmer (bei Hannover) ist am Eingang die folgende niederdeutsche Inschrift zu lesen:

Hier lieget use leiwen Olen.
Herr, lat se deck sien befohlen!
Denn wenn se sollden wedder upstahn,
Müßten wi alle von Hus un Hoff gahn.

Dieser Spruch* ist mit großem Abstand das ehrlichste Wort über die Toten, das ich jemals auf einem Friedhof gelesen habe. Die heutige Zeit mit ihrer Todesverdrängung und dem daraus ersprießenden, krampfhaften Pietismus angesichts des Todes lässt solche Ehrlichkeit wohl nicht mehr zu.

* Sinngemäß übertragen: Hier liegen unsere lieben Alten. Herr, sie seien dir befohlen! Denn wenn diese jemals wieder aufstehen, müssten wir ja alle Haus und Hof verlassen.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 703 Followern an