Tag Archive: Fehler


Vergesst „Zensursula“!

Die Partei, die Partei, die hat immer recht […]

Louis Fürnberg, Lied der Partei

Die starke Konzentration der Aufmerksamkeit vieler Blogger und frisch politisierter Menschen auf die Person Ursula von der Leyens ist ein Fehler, der in eine Sackgasse führt. Diese Frau erfüllt nur die ihr zugedachte Funktion, sie zieht dabei auch durchaus in geplanter Weise den berechtigten Missmut jener Menschen auf sich, die den politischen Betrug der Internet-Zensur als solchen erkennen und vom politischen Kindesmissbrauch zur Einführung einer Zensur-Infrastruktur angewidert sind.

Es ist kein besonderes Anzeichen von Intelligenz, in die Falle zu tappen, die einen gestellt wurde. Ursula von der Leyen ist austauschbar. Ich bin mir sogar sehr sicher, dass wir am Ende dieses Jahres immer noch eine Frau als Bundeskanzler, einen homosexuellen Mann als Außenminister und keine Frau von der Leyen mehr in irgendeinem Ministeramt haben werden — und wäre über jede andere Entwicklung eher angenehm überrascht. Natürlich wird man „Zensursula“ angemessen alimentieren, etwa mit einem gutdotierten Posten in der EU-Verwaltung; sie hat ihre Aufgabe doch wirklich gut erfüllt. Wenn jemand an die Internet-Zensur in der BR Deutschland denkt, denn denkt er jetzt an Ursula von der Leyen. Und. Es ist eine sichere Wette, dass ein Kabinett ohne Frau von der Leyen nichts an den Zensurgesetzen ändern wird, die sich mit dem Namen von der Leyen verbinden. Genau so. Ist es geplant. Und genau so. Wird es durchgeführt. Wer darauf wie ein pawlowscher Hund mit mechanischem Speichelfluss reagiert, der reagiert genau so, wie es in der Verfolgung der Pläne gewünscht ist. Einem Hunde hat er nur voraus, dass er sich dabei noch einbildet, politisches Bewusstsein zu haben.

Doch diese Frau von der Leyen — über deren Chrakter ich allein deshalb nichts schreiben werde, weil mein Vorrat an unflätigen Wörtern zu beschränkt dazu ist — kann kein Gesetz „machen“. Das kann nur eine Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Und diese stimmen in ihrer Mehrzahl so ab, wie es ihnen von ihrer Fraktionsspitze „nahe gelegt“ wird — die meisten Abgeordneten verfügen außerhalb ihres jeweilgen Fachgebietes über keinen besonderen Sachverstand, sind aber stark von den Führungsstrukturen ihrer Parteien abhängig, wenn sie noch einmal auf eine Landesliste kommen wollen. Diese Struktur der Parteimacht führt dazu, dass ein relativ kleiner Kreis von Menschen großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen kann und eine nur kleine Beobachtung der politischen Praxis zeigt, dass dieser relativ kleine Kreis von Menschen das auch tut.

Das Internet-Zensurgesetz ist nicht das Gesetz von „Zensursula“. Es ist das Gesetz von Angela Merkel, Franz Müntefering, Horst Seehofer und einen kleinen Kreis weiterer Personen, die mit ihrem Einfluss dafür sorgen konnten, dass die Internetzensur in der BR Deutschland zum Gesetz wird. Und zwar nur aus dem einen Grund, dass dieses Gesetz ihren politischen Gestaltungsideen entspricht.

Wie schon gesagt, Ursula von der Leyen ist austauschbar. Vorher musste der gemeingefährliche politische Amokläufer Wolfgang Schäuble unter den Bedingungen einer lediglich medial inszenierten Terrorgefahr für einen ähnlichen Zweck herhalten, und nachdem sich die phobische Wirkung dieses Schreckgespenstes verflüchtigte, musste mit Hilfe einer sich gern als Mutter präsentierenden Frau der ebenfalls nur inszenierte Massenmarkt für käuflichen Kindesmissbrauch herhalten, um die Menschen in der BR Deutschland mit Angst und wohlgesteuerter Empörung gefügig zu machen.

Richtet eure Aufmerksamkeit nicht auf diese medial inszenierten Personen und glaubt, die Fehlentwicklung könnte überwunden werden, wenn diese Personen überwunden werden! Richtet eure Aufmerksamkeit auf die Strukturen, die überwunden werden müssen! Und lasst euch nicht davon abhalten! Und vor allem: Beginnt damit, zu agieren, statt in der gewünschten Weise zu reagieren, wenn ihr wirklich den Staat verhindern wollt, der zurzeit in der BR Deutschland errichtet werden soll!

Ende des Alarmrufes in die Nacht.

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Der Rechtschreibfeler

Ein Rechtschreibfeler im Internet ist ein Hinweis darauf, dass man sich im Internet befindet. Diese ganzen Feler sind die Patina, die sich im Netz über die geschriebene Sprache legt.

Es gibt Menschen, die das völlig anders sehen. Diese sind vor allem Deutschleerer, Pädanten und Hochschätzer der etablirrten Medien. Sie halten die Feler für Fehler, die korrigiert werden müssen. In einigen Nischen des Internet bildet sich zuweilen eine richtige Rechtschreibpolizei, deren Beamte aus eigener Vollmacht und Neurose heraus nichts anderes zu tun scheinen, als jeglichen Text nach solchen Felern abzusuchen, um sie als Fehler zu brandmarken. Doch das alles tut dem Rechtschreibfeler keinen Abbruch, es wertet ihn sogar auf, da er doch benötigt wird, um dieser Menschen Selbstgefühl zu stärken. Gäbe es nicht mehr genug Feler, diese Menschen produzierten gewiss selbst welche.

Der Rechtschreibfeler ist scharf abzugrenzen vom Vertippwer. Beim gewöhnlichen Vertippwer liegt kein Feler in der Auffassung von der richtigen Schreibweise vor, sondern nur eine meist temporäre Unzulänglichkeit der manuellen Befähigung in der Bedienung einer Tastatur. Dabnei werden manchmal zwei Tasten gleichzeitig getroffen, so dass ein überschüssiger Buchstabe entsteht; manchmal werden die Tatsen in der falschen Reihenfolge getroffen, so dass es zu einem Buchtsabendreher kommt; manchal wird eine Taste nicht richtig getroffen, so dass ein Bucstabe fehlt; und manchmal wird anstelle der gewünschten Tastw die benachbartw Tastw getroffen, so dass ein völlig falscher Bucnstabe erscheint. Auf solche Weise entsteht auch manchmal der so genannte „technische Dativ“, der seine Ursache darin hat, dass die Tastem „N“ und „M“ benachbart sind. Dumme Mitglieder der Rechtschreibpolizei sehen darin übrigens regelmäßig eine Grammatikschwäche. Intelligente Schreiber können dem aber entgegenhalten, dass ein solcher Vertippwer allein deshalb beim flüchtigem Korrekturlesen nicht auffällt, weil die Flexionsendungen in der deutschem Sprache gar keine Bedeutung transportieren, sondern nur eine sprachliche Etikette sind.

Im Gegensatz zu diesen Vertippwern, die allesamt einer mangelnden Fertigkeit der Hand geschuldet sind, ist der Rechtschreibfeler eine Schreibweise, die genau so erscheint, wie sie vom Schreiber gewünscht ist. Die Ursache dieses Felers ist eine felerhafte Repräsentation des geschriebenen Wortes im Gehirne des Autoren. Deshalb ist das Aufdecken solcher Feler auch immer dann sehr beliebt, wenn jemandem andere Argumente gegen das Geschriebene ausgehen, deutet doch der Feler im Text darauf hin, dass Feler im Kopfe seines Schreibers sind. Folglich könnte man doch auch den gesamten Gedaknen als fehlerhaft betrachten.

Dort, wo sich die Menschen um die Feler anderer Menschen nicht so sehr kümmern, versteht man sich recht gut, indem man einfach bei der Sache bleibt. Wenn die Rechtschreibung für den Inhalt des Geschriebenen wesentlich wäre, denn könnten sich die User vieler deutscher Webforen gar nicht mehr verstehen, von den Chattern ganz zu schweigen. Die leicht zu machende Beobachtung, dass sie sich bei allen Felern und übrigens auch Vertippwern gut genug verstehen, um sich oft prächtig streiten zu können, zeigt die weitgehende Unwichtigkeit einer felerfreien Schreiweise, es sei denn, es kommt durch einen Feler oder Vertippwer zur Veränderung des Sinngehaltes.

Jeder dieser richtigen Feler deutet auf Defekte der Orthographie hin. Die vihlfachen Auszeichnungen der Kürrze ohder Länge eines Vokahles sind im Deutschen eine unerschöpfliche Quelle für solche Feler, unmittelbar gefolgt von jenen Lauten, die durch ferschiedene Zeichen schriphtlich representirt verden können. Eine dritte Ursache führ Feler nehben der uneinheitlichen Wokaldehnung und der Eksistenz homohfohner Zaichen ist der Standart stimmhafter Konsonanten der gesprochenen deutschen Sprache, im Ausklank zu stimmlosen Varianten verhärtet zu werden. Wenn man jeden Tag sieht, welche Feler von diesen orthographischen Defekten gefördert werden, wundert man sich nur noch darüber, dass einige Menschen fast felerfrai schreyben können. Dahinter muss ein langes und hartes Training stecken…

Das Streben nach einer felerfreien Schreibweise freilich, es stammt aus einer anderen Zeit, die noch kein lichtschnelles Medium wie das Internet kannte. Es stammt aus einer Zeit, in der ruhig und hastlos und ohne den druckvollen Selbstzweck der Aktualität geschrieben werden konnte. In dieser nun vergangenen Zeit hatten auch nur wenige Menschen durch den Besitz von Produktionsmitteln das Privileg, textuelle Information in Form der Presse und der gedruckten Literatur an eine breitere Öffentlichkeit zu bringen, und diese Verleger suchten sich ihre Schreiber aus einer Vielzahl der Bewerber sowohl nach qualitativen und weltanschaulichen, aber eben auch nach strikt formalen Kriterien aus. Wer nicht jahrelang den Duden inhaliert hatte, der hatte keine Chance, in diesen — zum Glück vergangenen — Zeiten in der Journaille unterzukommen, um mit seinem Schreiben allgemein rezipiert zu werden. Und das formal korrekte und politisch gewünschte Schreiben dieser Menschen wurde noch einmal Korrektur gelesen. Natürlich kam es dennoch zu gelegentlichen Felern, aber diese wurden durchgängig als Fehler betrachtet.

Mit dem allgemein verfügbaren Internet ist die Möglichkeit zur Veröffentlichung von Texten kein Privileg einer Minderheit mehr. Und deshalb kann auch nicht mehr eine Minderheit die Defekte der deutschen Orthographie pflegen, indem sie versucht, lediglich felerfreie Texte zu veröffentlichen. vielmehr beginnen die menschen in deutschland jetzt damit, sich ihre geschriebene sprache zurückzuholen und von den fesseln antiquirter konwentionen zu befreien. hierzu gehört auch der hank zur allgemeinen kleinschreibung im chat, in webforen, in persönlich gefärpten mails und auch in fielen blogs.

Ein Feler, der immer wieder gemacht wird, hat gute Chancen, zur Regel zu werden. Viele Menschen schreiben heute im Internet die deutsche Sprache schon so, wie sie in einigen Generationen gedruckt werden wird. Die ganzen Vertippwer, die beim schnellen Schreiben entstehen, werden natürlich auch in Zukunft als unrichtig gelten, aber diese ganzen Feler, die heute schon von vielen Menschen gemacht werden, sie sind die Regeln der Zukunft. Und wer in dieser Zukunft jemandem anders seine Fehler vorhält, muss sich dann wohl diesen Rechtschreibfeler korrigieren lassen.

Vom Lob und vom Fehler

Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.

Wladimir Iljitsch Lenin

Die alfabetische Sortierung

Wir müssen den alten Römern ja wirklich dankbar für ihr Alfabet sein. Diese zweihalb Handvoll Symbole, die einfach in eine bestimmte, recht willkürliche Reihenfolge gebracht wurden, ermöglichen uns heute eine einfache Anordnung des gesamten Vokabulares in einer eindeutigen Reihenfolge. Man möchte gar nicht darüber nachdenken, wie umständlich die Benutzung eines Telefonbuches oder eines anderen Nachschlagewerkes in China sein wird und wieviel Übung und Mühe das Nachschlagen wohl dort erfordert, wo das logographische Schriftsystem nicht mit diesem kleinen, uns im Alltag wohlvertrauten Vorzug ausgestattet ist.

Aber die alten Römer sprachen leider eine Sprache, die nur wenig verschiedene vokalische Phoneme kannte, und deshalb genügten ihnen beim Schreiben fünf Vokalzeichen: „A“, „E“, „I“, „O“ und „U“. Dort, wo man als späte Nachwirkung der militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vorherrschaft des imperium romanum das lateinische Alfabet auch für die lokalen Sprachen übernahm, reichte dieser Zeichenvorrat für Vokale oft nicht hin. Die Engländer haben sich beholfen, indem sie unter ausschließlicher Benutzung dieser fünf Zeichen eine irreguläre Orthografie entwickelten, die für jeden Lernenden eine Qual ist (an der niederländischen Sprache kann man übrigens ein Beispiel dafür sehen, dass sich dieses Problem in besserer Weise lösen lässt), die meisten anderen Sprachräume in Europa haben einen Wust von Sonderzeichen entwickelt, um den lokalen Vokalreichtum auf die lateinische Schrift abzubilden.

So auch die Schreiber des Deutschen mit ihren fröhlichen Pünktchen über den Vokalen, den Umlauten.

Für die Verarbeitung textueller Information mit Computern waren diese Sonderzeichen schon immer ein Albtraum. In der Anfangszeit waren solche Zeichen gar nicht im ASCII-Zeichensatz vorgesehen, und beim Schreiben loeste man dieses Problem durch Aufloesung der spezifisch deutschen Zeichen in jene Diphthonge, die urspruenglich einmal zu den heutigen Zeichen gefuehrt haben — ja, das ist lange her. Später wurde zum Glück alles besser, zwar nicht in der deutschen Rechtschreibung, wohl aber in der Verarbeitung deutschen Textes mit einem Computer.

Inzwischen ist beinahe jedes Rechnersystem Unicode-fähig, so dass sich der Zeichenvorrat beinahe sämtlicher Sprachen dieser Welt damit erfassen lässt. Aber etwas vom alten Chaos schimmert immer wieder durch, zum Beispiel auch, wenn WordPress die Links in der Blogroll alfabetisch sortiert und dabei auf die nicht recht nachvollziehbare Idee kommt…

Ein Ü liegt also alphabetisch zwischen A und B...

…dass der deutsche Umlaut „Ü“ weder einem „U“ noch der Entsprechung „UE“ gleichzusetzen ist, sondern in der Reihenfolge zwischen dem „A“ und dem „B“ erscheint.

Ach ja, willkommen in der Blogroll, überlebt! 😉