Alles Große, Erhebene, Wunderbare in der Geschichte der menschlichen Kultur entstand nur, weil gewisse Menschen aus reiner Lust an diesem Tun mehr getan haben, als sie in ihrer Lebenssituation hätten tun müssen. Aber alljenes, das nicht in erster Linie groß ist, aber aller Menschen Alltag erleichtert und ihnen mühsame Arbeit erspart, entstand aus der anderen, nur scheinbar entgegengesetzten psychischen Strebung heraus, aus der so oft verunglimpften und doch kulturell so fruchtbaren Faulheit. Die wirklich großen Menschen sind immer jene gewesen, die allzu genau um ihre eigenen Schranken wussten und sich nicht in süßen narzisstischen Tagträumen eingebildeter Allmacht verloren; die es — entgegen allem Unverständnis und aller Kritik ihrer Zeitgenossen — verstanden, bei den leidigen Tätigkeit kreativ faul zu sein, um aus ihrer Lust heraus kreativ tätig zu sein. Sie waren jene, die ihr Hirn nicht nur wie eine lächerliche Krone auf ihrer Evolution trugen, sondern es auch benutzten.