Tag Archive: Faschismus


Verbergen

Wer sagt: „Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nicht zu befürchten“, meint mit diesen Worten, dass ein Mensch, der sich aus einem Empfinden seiner eigenen Würde heraus der völligen Offenlegung seiner Privat- und Intimsphäre widersetzt, schon bald etwas zu befürchten haben wird.

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No matter how nasty a statement is, censorship is nastier.

Richard Stallman

Irgendwann, in nicht mehr allzuferner Zeit
Werden die von euch erwählten
Mit Amt und Würden wohlgeschmückten
Und reich mit euerm Geld versorgten
Freunde der vorgeschobnen Gerechtigkeit
Mit riesigen Maschinen, die zum Preis
Von nur noch fünf gelösten Welthungerproblemen
In den Weltenraum geschossen wurden
Die Sonne wie mit dickem Sack verdunkeln.
Damit endlich auch die Blinden
Den Sehenden gleichgestellt sind.

Bis dahin freilich
Gibt es „nur“ Genetikquoten,
Kinder in schulischer Gehirnwäsche
Und erzwungene Genderkunstsprache.
Zur leichteren Gewöhnung
An die Sozialgenetik derer
Die nicht für „Rechte“ sich halten
Sondern für „Aufrechte“. Sind sie
Doch ein wohlgetreues Spiegelbild der „Rechten“.

Denn Reflexion hat zweierlei Bedeutung.
Gute Nacht.

Volksschädling 2.0

Die von „toxischer Männlichkeit“ sprechen, dokumentieren allein durch Inmundnahme dieses Wortes, dass sie die gleiche Sprache wie jene auf der scheinbar anderen Seite sprechen, die Menschen als „Volksschädlinge“ bezeichnen. Wehe den mit solchen Wörtern bezeichneten Menschen, wenn einmal entgiftet wird oder die Schädlingsbekämpfung beginnt!

Das Schicksal der Radfahrer

Was für ein seltsames Schicksal diese Radfahrer aber auch haben, dass sie niemals von einem Autofahrer totgefahren, sondern stets nur von einem Auto erfasst werden. In der hirnfickenden Pseudoobjektivität der journalistischen Sprachgebräuche in Presse und Glotze spiegelt und bestärkt sich die eiskalte Menschengruppenverachtung der bürgerlichen Gesellschaft, die immer erst dann als Metastase des Faschismus erkannt und verworfen wird, wenn die verachteten Gruppen nach ihrer Herkunft, Sprache, Kultur oder Genetik benannt werden.

Die Datennackten

Leute, die Gardinen und des Abends Vorhänge vor ihre Fenster ziehen, damit man nicht so leicht in ihr Wahnzimmer hineinschauen kann, aber auf die Datensammlung Facebooks, Googles, Twitters und Konsorten sowie die immer mehr ausgeweitete staatliche Überwachung angesprochen, schnell und ohne jeglichen Umweg ihrer Worte über das Gehirn versichern, dass sie doch nichts zu verbergen hätten; Leute, die sich nicht einen Moment in ihrem Leben daran stören, das börsennotierte Wirtschaftsunternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell mehr über sie, ihre Gedanken, ihre Ängste, ihre Ideen, ihre Vorlieben und ihre Tagesabläufe wissen als der Nachbar, mit dem sie immerhin das gleiche Haus teilen und dem sie doch im Zweifelsfall nicht recht vertrauen würden – kurz: Leute, die mit ihrem täglichen Tun die unablässige Überwachung zur Norm erheben, die sich dabei noch persönlich ermächtigt fühlen, die alles dafür tun, dass jede Form der Privatheit zum Verdachtsmoment oder doch mindestens zur befremdlichen, eigenbrötlerisch anmutenden Verschrobenheit gerät, über die man Witze machen kann, diese Leute sind es, die freiwillig und aktiv mit ihrer gewohnheitsmäßigen Entblößung vor den Borgköniginnen individuumsverneinender Kollektive, welche sich zum tieferen Hohn für dieses Wort als „sozial“ bezeichnen, dafür Sorge tragen, dass der neue Faschismus komme. Dass auf den Selbstentblößungssites dieser Leute in technokratisch-neurotischer Manie jegliche Form oder auch nur Andeutung der körperlichen Nacktheit zensiert wird, ist ebenso ein treffliches Spiegelbild der dort geforderten intellektuellen, psychischen und ästhetischen Nacktheit wie die weitgehende Unempfindlichkeit derartiger Selbstentblößungssites gegenüber hetzerisch die Psyche aufkochenden Lynchmobinhalten ein Spiegelbild des dort geforderten und geförderten, neubourgeoisen Faschismus ist.

Kritiker

„Lass dir nicht und niemals von Journalisten vorgeben, in welcher und wessen Sprache du denkst, denn diese Sprache formt deine Gedanken!“, sagte der Vorübergehende zum Zeitungsleser. „Ich bin kein ‚Freihandelskritiker‘, wie es der Journalist im Brote von Milliardären nennt, aber ich halte Geheimverhandlungen, bei denen etwas herauskommen soll, was nicht ein Handelsabkommen, sondern ein unter Missbrauch von Mechanismen des Völkerrechtes etabliertes wirtschaftliches Geheimgericht fern auch nur der Simulation demokratischer Kontrolle ist, für die Vorbereitung des Faschismus — und Politiker, die so etwas vorantreiben sowie die Journalisten, die ihnen dabei helfen, für Faschisten. Ich bin ein Faschismuskritiker, kein ‚Freihandelskritiker'“.

Bücherverbrennung 2.0

Gar nicht auszudenken, wenn es nach den gemeinsam in den Dunkelkammern der EU-Verwaltungen und so genannten „Volksvertretungen“ abgestimmten Wünschen von Presseverlags-Milliardären und EU-Politbüromitgliedern¹ demnächst ein EU-weit gültiges „Leistungsschutzrecht“ für Presseverleger mit einer zwanzigjährigen Schutzfrist für die „Inhalte“ gibt, diese Inhalte aber wegen des EU-weit gültigen „Rechts auf Vergessenwerden im Internet“ generell nach nur zwei Jahren gelöscht werden müssen (was sicherlich auch für Links, Zitate und Bezugnahmen aller Art gelten wird, auch in Blogs, in Social-Media-Sites, in der Wikipedia). Während in einer auf allen Fronten vorangetriebenen Bücherverbrennung 2.0 das im Internet akkumulierte Wissen der Welt systematisch kriminalisiert und vernichtet wird, sammelt sich das Herrschaftswissen der Herrschenden und Besitzenden in völlig unkontrollierten Überwachungsdatenbanken eines neuartigen staatlich-wirtschaftlichen Komplexes an und wartet im Namen der Sicherheit und der Supergrundrechte auf seinen Einsatz gegen die Überwachten.

¹Die EU-Kommissare sind nicht demokratisch gewählt und verdienen die Bezeichnung „Politbüro“ ohne jede Einschränkung; das EU-Parlament hat keine Initiativrechte und steht damit auf der Stufe einer machtlosen Applaus- und Demokratiesimulationskammer für die scheindemokratische Absegnung der Beglückungsideen ebendieses Politbüros. Wer sich von der real existierenden Europäischen Union an eine „Deutsche Demokratische Republik“ erinnert fühlt, denkt nicht falsch.

Dummes Erwachen

Irgendwann in nicht mehr allzuferner Zukunft wird die politische „Linke“ nach gewohnt langem Schläfchen leicht verkatert und kopfschmerzig in der Idiocracy aufwachen und unwillig feststellen, dass diese von Dummheit, Wissensangst und Einsichtsverneinung beherrschte Gesellschaft in keinem einzigen ihrer Aspekte vom Faschismus zu unterscheiden ist — und was noch viel übler ist: Jene, die trotz dieser Umstände (und der vielfältigen psychisch wirksamen Ablenkungen) noch zu einer Spur Selbstreflexion fähig sind, müssen dann zu ihrer eigenen (und von anderen pathologisierten) Verzweiflung eingestehen, dass die gesamte politische „Linke“ den Weg in die Idiocracy begeistert und aktiv mitgegangen ist, statt ihm zu widerstreben.

Wer als Mensch aus Lust an der leichten Bequemlichkeit und Verantwortungslosigkeit dieser Haltung damit beginnt, mit der Psyche zu „denken“, macht mit allen Konsequenzen den Affenkern seines Daseins zu seinem Sein, statt Mensch zu werden. Eine ganze Gesellschaft, die so tut, ist dazu verdammt, sich in eine Gesellschaft von Affen zu entwickeln. L’enfer, c’est la psyché.

Sei bedingungslos arbeitswillig oder verrecke!

Antikes Schild an einer Haustür in Hannover: Mitglied des Vereins gegen Hausbettelei und Obdachlosigkeit -- Werkheim für Arbeitswillige: Büttnerstraße No. 12

Von den bourgeoisen Auffassungen, die sich einst in solchen Schildern an Haustüren manifestiert haben, bis hin zur gegenwärtigen „Sozialpolitik“ der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC führt ein gerader Weg, der auch völlig unbeirrt durch den Hitlerfaschismus geführt hat. Der Schlachtruf der heutigen Menschenverachter, dieses unsägliche „Sozial ist, was Arbeit schafft“, ist für die gleichen Ohren bestimmt wie „Arbeit macht frei“ — und weder die so in die geistige Umnachtung schreienden Münder noch die auf solche Blutrede ansprechenden Psychen lassen sich nur eine Sekunde lang davon beirren, dass sich das Zeitalter der Arbeit zum Ende neigt, dass absehbar ist, dass sich in recht naher Zukunft eine wesentlich größere Menge Güter mit sehr viel weniger menschlicher Arbeit erzeugen lässt. Nein, stattdessen wird den Menschen, deren Arbeitskraft niemand mehr so bezahlen will, dass sich davon leben lässt, die Schuld für den geringen Marktwert ihrer Arbeitskraft zugeschoben und mit dem amtsmürrisch und niemals als sichernd empfindbar gewährten Dasein im weitgehend rechtlosen Zustand namens „Hartz IV“ abgestraft.

Schatten

„Die Religion“, sagte der Vorübergehende zu seinem Zeitgenossen, „hat den modernen Faschismus nur vorweggeschattet“.

Schreiverstärker

In den auf Quoten, Leserzahlen und damit letztlich auf Einnahmen durch Reklame ausgerichteten Medien der Contentindustrie findet der Demagoge mit seinem sprachlichen Gepolter und dem gezielten Erwecken leicht erhitzbarer Affekte noch die beste Plattform, denn er ist eingängiger, skandalträchtiger, unterhaltsamer und damit verkaufbarer als das langsame, stille, verantwortungsvolle Denken und Abwägen eines Menschen, der nicht gleich schießen will. Sein Geschrei folgt den leeren Worten der Marktschreier und Quacksalber; seine Phrasen sind auch für tumbere Geister als etwas zu erkennen, was den slogans der Werber ähnlich ist; seine Verachtung der Intelligenz ist direktes Spiegelbild des mechanischen Menschenbildes jener, die mit Tricks, hypnotischen Verfahren und leicht erzeugbaren Affektketten aus einem vernunftfähigen Wesen einen dummen Konsumenten machen wollen, der Bestandteil einer leicht steuerbaren Masse ist. Von der Werbung als „Grund“ für das Verbreiten jeglicher Kommunikation, von dem zur geschäftlichen Routine werdenden Gedanken jedes Medienschaffenden, mit welchen Mitteln, Personen und Themen jene Massen erreicht werden, die gegenüber den professionellen Lügnern der Werbebranche schließlich als Preis abgerechnet werden sollen, hin zum totalitären Staat voll von entpolitisierten und fügsamen Menschen ist es ein gerader und geradezu zwangsläufiger Weg.

Gruß an Mathias Döpfner

Vom Denkverbot

Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.

Mark Twain

Einer der billigen und doch wirksamen rhetorischen Kniffe, mit denen die gegenwärtigen Faschisten medial agieren, ist in besonderer Weise widerwärtig. Er besteht darin, dass zum Kalten, Ungeheuren und Unmenschlichen gesagt wird, dass es doch keine Denkverbote geben dürfe, ganz so, als sei die Unmenschlichkeit nur ein kleines Gedankenspiel, so etwas wie eine ferne Phantasie, an der sich so ein Blutredner kurz aufgeilt, sonst ohne weitere Bedeutung. In Wirklichkeit ist es jedoch viel schlimmer, unter dem in dieser Rhetorik geschaffenen Vorwand eines „freien Denkens“ werden noch die übelsten gesellschaftlichen Ideen geäußert, bis hin zum Verhungernlassen der Kinder armer Menschen. Auf dem Hintergrund dieser grellen, laut geäußerten und vom befreundeten Medienapparat dieses Geschmeißes wiedergegebener „Gedanken“ erscheint dann der von der gleichen Clique vorangetriebene, wirkliche Abbau zivilisatorischer Errungenschaften wie ein Segen. Auch hat der so unter dem Banner eines „freien Denkens“ geäußerte Unfug den Vorteil, dass sich die Kräfte des gesellschaftlichen Widerstandes daran abarbeiten und nicht mehr für den wirklichen und wirksamen Widerstand gegen die Relativierung des Lebensrechtes als menschliches Grundrecht zur Verfügung stehen. Wenn sich ein zeitgenössischer Faschist wie der Soziologe und Wirtschaftswisschenschaftler Prof. Gunnar Heinsohn die Brust aufreißt, um seine wohlkalkulierte Kälte in die Welt zu entlassen

Die Kinder von Hartz IV-Empfängern sind minderwertig, sie sind dümmer und fauler als die Kinder von anderen deutschen Müttern und ihre Ausbildungsfähigkeit steht in Frage. Sie werden in Zukunft den hohen Qualifikationsanforderungen der Gesellschaft nicht mehr genügen. Diese Kinder entstammen einer Unterschicht, die sich durch Sozialhilfe immer mehr vergrößert und hemmungslos vermehrt und den Leistungsträgern auf der Tasche liegt. Das ist eine Gefahr für Deutschland. Während sich die Unterschicht so vermehrt, bekommen die deutschen Frauen der Leistungsträger zuwenig Kinder. Der Staat muss also das weitere Kinderkriegen der Unterschicht verhindern, indem man deren Angehörigen die Lebensgrundlage entzieht. Deutschland braucht diese minderwertigen Kinder nicht, sondern es braucht die sozial wertvollen Kinder der Karrierefrauen.

…und zu fordern, dass man die Sozialhilfe doch fortan auf fünf Jahre begrenzen solle, also zu fordern, dass man die Kinder und ihre Mütter mit ihrem in solcher Idee wegen seiner geringen Ausbeutbarkeit als „lebensunwürdig“ gedachten Leben einfach verhungern lasse, denn ist dies keineswegs nur ein kleines Gedankenspiel, sondern ausgesprochen nützlich, um die nächste Stufe des Existenzrechtsabbaus voranzutreiben, der im Vergleich zu solchen „Gedanken“ geradezu lieblich wirken wird.

Welche Denkverbote unter der Forderung, dass es doch „keine Denkverbote“ geben dürfe, dennoch in der BRD bestehen, kann jeder selbst ausprobieren. Einfach öffentlich und nicht anonym anregen, dass man solche Volksverhetzer und Verbrecher gegen die Menschlichkeit wie diese Fäkalmade names Prof. Gunnar Heinsohn (und die vielen anderen, die in vergleichbarer Weise auftreten und von Springers Stürmer Bildzeitung und den seriös verkleideten Kampfblättern für die totalitäre Verwirtschaftung des Lebens eine millionenfache Verstärkung erhalten) doch töten oder auf ähnlich grobe Weise „unschädlich machen“ könnte, um weiteren gesellschaftlichen Schaden durch derartige Ideologien abzuwenden, und schon wird sich an der Handschelle, im Gerichtssaal und an der durch Gitter geatmeten Luft zeigen, an welcher Stelle weiterhin Denkverbote durch den gesamten Apparat des staatlichen Gewaltmonopoles aufrecht erhalten werden, und allein in dieser Tatsache spiegelt sich vortrefflich der Faschismus dieses staatlichen Apparates wider. Zum Töten darf hier nur aufrufen, wer „die Richtigen“ töten lassen will — wer jene Menschen totmachen will, die nicht mehr verwirtschaftbar sind und die deshalb nicht mehr gebraucht werden.

Unter gesellschaftlichen Zuständen, die zur Folge haben, dass skrupellose Verbrecher zu Ansehen, Amt und Ehre kommen, kann es durchaus eine Auszeichnung sein, wenn der Weg eines Menschen in das Gefängnis führt.