Tag Archive: EU


Es sich einfach nur anzuschauen…

Es sich anzuschauen, wie und mit welchen lügenvollen Worten der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2012 (die Europäische Union) sich verweigert, jemandem Schutz zu gewähren, der vor den Häschern des Friedensnobelpreisträgers des Jahres 2009 (Barack Obama) auf der Flucht ist, sagt mehr über dieses ganze absurde Theater als jeder langatmige Text.

Werbeanzeigen

Falsche Zeit

Sagt die Europäische Union zum Flüchtling auf dem Mittelmeer: „Sie kommen aber gerade sehr ungünstig. Wir sind ja immer noch damit beschäftigt, unseren Friedensnobelpreis zu feiern“.

Krieg

Wenn der Krieg von Frankreich um die Vorherrschaft in einer ehemaligen Kolonie und gegen Religioten mit nichtchristlicher Religion geführt wird, ist dieser von Staats wegen betriebene Terrorismus für die Presse und die Stimmen im flackernden Volksempfänger kein Krieg mehr, sondern nur ein „militärisches Engagement“, das sich „gegen den islamischen Terrorismus“ richtet. Wie engagiert doch in diesem Neusprech die staatliche Gewaltdrohung und -anwendung klingt! Man könnte beim Klang dieses Wortes beinahe an eine Bürgerinitiative für einen Kinderspielplatz denken…

Verdoppelte Rotationsgeschwindigkeit

[…] och en del åt den som har verkat mest eller best för folkens förbrödrande och avskaffande eller minskning av stående arméer samt bildande och spridande av fredskongresser […]

Wenn in achtundfünfzig Tagen unter dem dabei so üblichen pseudofrommen Getue und Gesäusel die Nobelpreise verliehen werden, wird sich Alfred Nobel gleich zwei Mal im Grabe umdrehen. Das erste Mal, wenn der von ihm niemals gestiftete und nicht einmal leise angedachte Nobelpreis für Bullshit Wirtschaftswissenschaften verliehen wird¹, und zum zweiten Mal, wenn der Nobelpreis für Frieden an ein staatsähnliches Gebilde verliehen wird, dessen Waffen an allen Fronten mitmetzeln und dessen Soldaten überall dabei sind, wo das Blut zum Himmel schreit. Die Europäsische Union kann sich stolz in einer Reihe mit dem Mörder Jassir Arafat und dem Kriegsherrn Barack Obama aufstellen. Und während in der so ausgezeichneten Europäischen Union die Banken „gerettet“ und die Menschen fallengelassen werden, können wir uns alle an die Wort des Preisstifters erinnern:

Ich bin besonders der Ansicht, dass große ererbte Vermögen ein Unglück sind, die das Menschengeschlecht nur in Apathie führen.

Unterdessen versuchen schon jeden Tag unter Lebensgefahr mit oft abenteuerlichen Schiffen übers Mittelmehr Afrikaner nach Europa zu kommen, die der EU zu gern zum Nobelpreis gratulieren würden, aber immer an den Friedensicherern namens Frontex scheitern. Ganz jemand anders, „Mutter“ Theresa, die den verarmten Sterbenden immer wieder eine Schmerztherapie verweigerte, damit sie im Verrecken eine größere Nähe zu ihrem unsichtbaren Freund Jesus Christus verspüren, wurde übrigens auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Gut möglich, dass sie zum heimlichen Vorbild der Sozialpolitik in Europa wird.

Nachtrag: Bitte in „Mein Wa(h)renhaus“ weiterlesen: Meine persönliche Dankesrede für den Friedensnobelpreis 2012

¹Wie üblich und wie bis jetzt in jedem Jahr wird von den agenturzentral gleichgekämmten contentindustriellen Nachrichtenprodukten mit keinem Wort und nicht einmal einer Andeutung darauf hingewiesen werden, dass dieser „Nobelpreis“ keiner ist.

Dauerhafter Rettungsschirm

EU-Finanzminister gründen dauerhaften Rettungsschirm ESM

Das Wort vom „dauerhaften Rettungsschirm“ sagt schon sehr deutlich, dass der freie Fall von der classe politique als Normalfall betrachtet wird — und das, was unter einem Rettungsschirm verstanden wird, zeigt ebenso deutlich, welcher Minderheit von Menschen zerschmetternder Aufprall auf dem Boden verhindert werden soll und welcher Mehrzahl der Menschen zerschmetternder Aufprall auf dem Boden stattdessen billigend in Kauf genommen wird.

Europäischer Pfannenschlag

Wo ist nur mein Freund geblieben? -- Wenn Freunde einfach so in die Pfanne gehauen werden, damit satte Freundchen noch etwas mehr zu fressen haben - so wie dies zurzeit mit einigen Staaten in der Europäischen Union geschieht, weil ein paar Großbanken sich empfindlich verzockt haben - dann wird zwangsläufig der Tag kommen, an dem man sich umschaut und feststellt, dass auf einmal etwas fehlt -- Solidarität mit Menschen, nicht mit Banken

„Selbstmord“ nennen es die Bauchrednerpüppchen der Banken (Folker Hellmeyer, Bremer Landesbank) und sprechen davon, dass das gesamte „Rettungspaket“ nun wieder in Frage steht (Benjamin Schröder, Commerzbank) und dass die Geduld der Staatengemeinschaft jetzt aufgebraucht sei (Christoph Weil, Commerzbank).

Was treibt ihnen so harte Worte in den Mund? Es sind die Pläne des griechischen Regierungschefs Giorgos Andrea Papandreou, über das so genannte „Rettungspaket“ eine Volksabstimmung durchführen zu lassen; einfach mal die Menschen zu fragen, die von den kommenden Maßnahmen am stärksten betroffen sind. Dies weniger, um damit eine „demokratische“ Legitimation zu erhalten, sondern eher, um die eigene Position zu stärken. Herr Papandreou scheint sich recht sicher zu sein, dass eine breit angelegte Kampagne, in der die Probleme der Herrschenden und Besitzenden in Ängste und Sorgen der ganzen Bevölkerung umgewandelt werden, schon das richtige Ergebnis hervorbringen wird — mit Kampagnen hat man in der classe politique ja Erfahrungen. Auf der Seite der Banken, die von diesen so genannten „Rettungspaket“ am stärksten profitieren werden, ist man sich offensichtlich weniger sicher und scheint eine sehr genaue Vorstellung davon zu haben, welches Ergebnis herauskommen würde, wenn man die Menschen nur einmal befragte. In dieser Vorstellung, die sich in solchen manipulativen Suizidmetaphern und in der ätzväterlichen Rede vom „gerissenen Geduldsfaden“ niederschlägt, spiegelt sich wiederum sehr genau die Demokratiefeindlichkeit und Menschenverachtung des gesamten Bankenbetriebes. Wenn zusätzlich ein Wochenmagazin wie „Der Spiegel“, das ja zu gern ganze Seiten seiner Printausgabe für die Vierfarbdrucklügen der großen Kreditinstitute zur Verfügung stellt und allein damit über jeden Verdacht der Unabhängigkeit erhaben ist, auf seiner Webpräsenz gleich zur Wahl ohne Alternative aufruft…

VOTE! Drohende Staatskrise - Primier Papadreou lässt die Bevölkerung über das EU-Rettungspaket abstimmen? Kann Griechenland danach noch der Euro-Zone angehören?

…passt das nur zu prächtig in diese Chuzpe.

Nachtrag: Bei „Print Würgt“ weiterlesen

Ausschuss

Dem Worte „Ausschuss“ haftet doch ein heiterer Doppelsinn an, den man beim Lesen von Meldungen nicht vergessen sollte. Etwa, wenn so eine Ausschussware wie Dr. Silvana Koch-Mehrin — eine überführte wissenschaftliche Betrügerin mit einem Charakter ähnlich einem Hochstapler, die ihren akademischen Titel mit einer nachweislich abgeschriebenen und damit gefälschten wissenschaftlichen Arbeit „erworben“ hat — in Anerkennung dieser „Leistung“ nicht etwa die verdiente Ächtung erfährt, sondern zum Vollmitgleid des europäischen Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie befördert wird.

Der Ausschuss ist zuständig für: […] die Forschungspolitik der Union, einschließlich Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse

Wenn diese Frau, die nachgewiesenermaßen den Wissenschaftsbetrieb vor allem als eine für sie nützliche und schmückende Titelmühle betrachtet hat, nun für die Bildungs- und Wissenschaftspolitik der Europäischen Union zuständig ist, denn ist das nur folgerichtig und steht in einer großen Kontinuität des jeden Tag zwar nicht so direkt, aber dennoch immerfort in Wort und Tat geäußerten, allgemeinen „Wir machen, was wir wollen, und ihr könnt uns alle mal am Arsche lecken“ der classe politique und der ParlamentArier.

Und morgen schon werden die offenen Freunde und Begünstiger der Plagiatoren wieder mitten in die Kamera und das contentindustrielle Mikrofon, das Auge und Ohr der Welt, vom Schutz des geistigen Eigentums faseln und allerlei Zensur und Technikverhinderung in Gesetzeskraft zu setzen versuchen. Mit heiterem Gruß aus Alzheim — und einem mitschwingenden, aber doch niemals direkt geäußerten „Ihr könnt uns alle mal am Arsche lecken“. Während immer wieder von der Politikverdrossenheit der Menschen gesprochen wird, sind es diese Politiker und ihre mafiös wirkenden Wahlvereine (so genannte „Parteien“), die für den Verdruss sorgen.

Kleiner Hinweis am Rande: Es gibt da eine zwar nutzlose, aber doch den Widerspruch dokumentierende Petition für einen Rücktritt dieser Hochstaplerin.

Der eine Tag

Zeitgenosse: Heute ist der Europäische Datenschutztag.

Nachtwächter: Das passt ja zur Europäischen Union, dass sich der Datenschutz auf einen einzigen Tag im Jahr beschränken soll…

Richtung und Garheit

Die Bewohner der Venus besaßen eine hochentwickelte Kultur; aber alle die vorzüglichen Konstrukteure und Baumeister unter ihnen hatten sich und ihr ungeheures Können in den Dienst der Vernichtung gestellt. Eine solche Gemeinschaft von Lebewesen musste sich früher oder später gegen sich selbst kehren.

aus „Die Astronauten“ von Stanisław Lem

Landschaftsschmutz — Vor dem Bereich ein grünes, dreieckiges, mit der Spitze nach unten weisendes Schild mit dem Piktogramm einer Eule, das diesen Bereich als ein „Landschaftsschutzgebiet“ ausweist. Inmitten der Gruppe von Weiden ein Weiher, ganz bedeckt mit grünen, schleimigen Schlieren, teilweise schon braun werdend. Durchbrochen diese schmiere Schicht zuweilen nur vom Blubbern überriechender Blasen, die aus dem gärenden Schlamm aufsteigen. Fische. Schwimmen teilweise skelettiert auf dem Rücken. Die Luft schwanger vom Gestank. Nicht einmal die Krähen wollen hier ein leichtes Essen aus dem Wasser erpicken. Daneben, nur durch einen Streifen Weidenholz getrennt, der überdüngte Acker, dem. Dieses Sterben mit seinen bei der Bewässerung ausgespülten Nährstoffen gedankt ist. Auf dem Acker töfft die Maschine vor sich hin, bringt mit brennendem Diesel die Ernte ein. Es ist eine gute Ernte. Wie viel Prozent von dieser Ernte wohl unter den Bedingungen der gegenwärtigen EU-Agrarpolitik vernichtet wird, um die künstlichen Preise eines künstlichen Marktes auf dem politisch gewünschten Niveau zu halten?

Wegzehrung — Nichts erfreut im spätsommerlichen Vorübergehen so sehr, wie die vielen, nun brach liegenden Flächen, die einst kleine, von Menschen genutzte Gärten waren. Während die dummgläubigen Mitmenschen ihr konsumistisches Mantra „Man kriegt doch nichts geschenkt“ im Hirne und im Herzen tragen und sich mit solchem Credo hinter der Glotze und dem Versandhauskatalog verschanzen, hängen längst vergessene Bäumchen voll von köstlichen Äpfeln, Zwetschgen und Mirabellen. Nicht einmal in Griffhöhe sind sie abgepflückt, und die Würmer und Wespen lassen mehr als genug für den Vorübergehenden übrig. Und. Am Boden fault das vor sich hin, was niemand mehr isst, weil es nicht käuflich, preislos und damit in der verqueren Logik der Jetztzeit „minderwertig“ ist. Nur die unvermeidlichen Bauchschmerzen trüben die satte Freude eines solchen Tages.

Himmelsdreck — Wie beeindruckt die Bewohner der großen Städte doch immer sind, wenn sie in einer klaren, dunstfreien Nacht einmal die fünf Handvoll helleren Lichter des gestirnten Himmels erblicken können. Und. Wie wenig sie davon wissen, wie schön der kalte Nachthimmel wirklich aussieht, weil sie es noch nie in ihrem Leben gesehen haben. Das künstliche Licht in den Straßen und den Leuchtreklamen hat längst die Sterne vom Himmel geholt, selbst das Firmament ist beschädigt.

Feuerwerk — Es gibt in Hannover im Jahreslauf derart viele Feuerwerke, dass man dieser Verwandlung von Geld in Knallen, Blitzen und Leuchten schon überdrüssig werden kann. Je dröger das Leben der Menschen ist, desto stärker müssen die Reize dosiert werden, die diese Menschen daran hindern, die Leere ihres eigenen Lebens zu erfühlen.

Achtung Auge! — Die größte psychische Gefahr, die sich mit dem Medium Fernsehen verbindet, ist es, dass die Menschen glauben, die darin dargebotenen Shows seien Wahrheiten, die sie mit eigenem Auge erblickt hätten. Das Spiegelbild der hingeflimmerten 25 schrillen und bunten Bilder ist das objektive Grau, dessen dämmerende Einsicht und gleichzeitige Hinnahme sich in der Redensart vom „grauen Alltag“ Gehör verschafft.

Gotteslästerung

In jedem Gesetz, dass eine so genannte „Gotteslästerung“ unter Strafe stellt — interessanterweise ist damit niemals die Anmaßung eines Papstes oder die Verfütterung einer in Gott verwandelten Oblate in christlichen Kirchen gemeint, sondern immer nur die Kritik an solchem Unfug — in jedem solchen Gesetz schwingt überdeutlich zum höheren Spotte Gottes das Eingeständnis mit, dass Gott nicht für sich selbst streiten könne, dass er vielmehr, offenbar ein wenig schwächlich geworden, der besonderen Hilfe der im Staate monopolisierten Gewalt bedürfe. Angesichts der von den Gläubigen vertretenen Annahme, dass die unfassbare Gesamtheit der „Schöpfung“ von Gott in scheinbarer Mühelosigkeit in ein paar Tagen hingeschöpft wurde, dass Gott gar als majestätischer Herr über Leben und Tod anzusehen sei, spiegelt sich in diesem juristischen Schutz Gottes die von den Herrschenden für sicher erachtete Nichtexistenz Gottes wider. Und in diesem Spiegelbild zeigt sich ebenso überdeutlich, dass der Gottesbegriff nur ein Instrument der Herrschaft ist, ein psychologisches Werkzeug, mit dem die Menschen stumm und gefügig gemacht werden sollen. Wenn es einen eifersüchtigen Gott gäbe, der die Lästerung nicht hinnimmt, denn würde auf Herrschende, die solche Gesetze veranlassen, öfter einmal ein bisschen gutes, altes Feuer herunterregnen — so wäre Friede bei Gott und bei den Bedrückten allgemeines Wohlgefallen.

Mit einem derartigen Gesetz steht die Republik Irland — immerhin ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union — endlich nicht mehr nur alphabetisch in der Nähe einer repressiven Theokratie wie der Islamischen Republik Iran, sondern auch in der Willkür des zu Recht erklärten Unterdrückens anders gläubiger Menschen.

Freies System unerwünscht

Am heutigen Wahltag wollte ich mich als unheilbar Fernsehverdrossener doch einmal aus der Wahlberichterstattung der ARD „informieren“ und war eigentlich ganz froh darüber, dass dort angeblich ein Live-Stream der Sendung zur Verfügung steht. Aber was ich sah, als ich dieses Angebot nun endlich zum ersten Mal nutzen wollte — ich habe sonst wirklich Besseres mit meiner beschränkten Lebenszeit zu tun — das löste bei mir eine Mischung aus Frust und Erheiterung aus:

Auf Ihrem System steht kein Plugin zur Verfügung, mit dem der Clip abgespielt werden kann. Zum Abspielen dieses Clips fehlt Ihnen das "Windows Media" Plugin. Dieses können sie hier herunterladen.

Das ist ja „nett“, dass ich das Plugin herunterladen kann. Allerdings gibt es dieses Plugin für mein freies Betriebssystem nicht. Und was ich daraus gelernt habe, das ist eine hervorragende Realsatire, wenn man es sich in seinem wörtlichen Klang auf der Zunge zergehen lässt: Wer im quasi-staatlichen Fernsehen der BR Deutschland die Berichterstattung zu einer Wahl verfolgen will, der kann hierfür eben kein freies System verwenden.