Tag Archive: Ekel


Tönnies

Logo von Tönnies -- Ein lächelndes Schwein, eine lächelnde Kuh und ein lächelndes Rind; die Schwänze von Kuh und Rind sind nach oben gestreckt und formen ein Herz

Ich empfinde tiefe Verachtung, ja, Ekel gegenüber allen diesen lichtscheuen Gestalten aus dem politisch-journalistischen Komplex, die erst dann bemerken, dass es in der industriellen Produktion von Lebensmitteln eine systematische Ausbeutung von Armen und Ausländern unter anachronistisch anmutenden Arbeitsbedingungen gibt, wenn dabei auch mal eine Seuche ausbricht, die in ihrer Gefährlichkeit auch die Besitzenden und Inländer erreichen könnte. Wer von denen geschützt werden soll, die erst jetzt in die Kameras und Mikrofone hinein nach Regulierung schreien, wird im Spiegel dieses Geschehens überdeutlich.

Unterdessen. Läuft der Betrieb einfach weiter. Und einige Bürgersöhne und Bürgertöchter mit kitschegrünem Bambi-Hintergrund oder gelbschwarzem Bananengeschmack fordern massenmedial verstärkt, dass das Fleisch teurer werden muss, weil der Preis ja sofort die Zustände ändert, und denkt doch mal bitte an die armen Tiere. Die Menschen. Sind ihnen dabei genau so gleichgültig wie bei der Einführung von Hartz IV und legalisierter Sklaverei durch Zwangszeitarbeit.

Polizeilicher Ekel vor der BRD

Tweet von @tagesspiegel vom 24. April 2016, 19:12 Uhr: Polizisten ekeln sich vor Unterkunft bei #Obama-Besuch. Kaserne war zuvor Aufnahmeeinrichtung für #Flüchtlinge.

Vom Ekel

Ich wollte, die Menschen würden ihr Verhältnis zu den biologischen Erscheinungen, wie etwa der Defäkation, der Verwesung, den Körpergerüchen, der Schleimabsonderung oder dem langsamen Zerfall eines Menschen schon lange vor seinem Tod entspannen. Und. Ich wollte, sie würden an Stelle dieser recht künstlich ekelbesetzten Tabus einen unüberwindlichen und nach Ausgrenzung strebenden Ekel vor der Lüge, dem Betrug, der Förderung der Dummheit, der kalten Gleichgültigkeit und der Heuchelei der Besitzenden und Nutznießer des gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesses bekommen. Der gesellschaftliche Niedergang, der so viele Leben mit sich reißt. Dekoriert sich radioaktiv lächelnd mit klinisch reinen Kunstbildern des Seins und stinkt bis zum Himmel nach Seife und Deodorant, während er sich auf einem Berg von Leichen entfaltet. Solange so viele Menschen einen größeren Abscheu vor einem Haufen Scheiße als vor diesem mörderischen Mummenschanz haben, wird sich das nicht ändern.