Tag Archive: Droge


Die tägliche Droge

Zeitgenosse: „Hast du heute schon die Nachrichten gesehen?“

Nachtwächter: „Nein, ich nehme grundsätzlich keine das Bewusstsein dämpfenden und manipulierenden Drogen mehr zu mir.“

Werbeanzeigen

Richtung und Garheit (23)

Glauben Sie wirklich, der Mond ist nicht da, außer wenn jemand hinschaut?

Albert Einstein (polemisch zur Quantentheorie)

Mondbesitzer — In Westerkappeln (Westfalen) lebt ein gewisser Martin Jürgens, der Eigentumsrechte am Mond beansprucht. In seinem Besitz ist eine Schenkungsurkunde, ausgestellt und unterschrieben vom preußischen König Friedrich dem Großen. In dieser Urkunde wurden der Familie Jürgens die Rechte am Mond übertragen, und es wurde ferner in aller gebotener Form vom Könige verfügt, dass dieses Eigentum am Mond jeweils auf den jüngsten Sohn weitervererbt werden soll. Auf diese Weise hat der König seinen Dank gegenüber einem besonders beflissenen Schergen Ausdruck verliehen, und natürlich hat sich der manchmal recht zynische Alte Fritz in seinem herrschaftlichen Wahn gar nicht erst die Frage gestellt, wer oder was ihm eigentlich das Recht gibt, den Mond zu verschenken. Hätte der Sprössling des als adlig bezeichneten Großräubertums stattdessen ein Stück Land auf der Erde verschenkt, denn wäre die Familie Jürgens wohl bis heute eine jener privilegierten Familien mit jenem großen Landbesitz, der dauerhaften Reichtum hervorbringt. Denn im Gegensatz zum Verschenken des Mondes stellt bis heute niemand die Gültigkeit einer solchen königlichen Schenkung von irdischem Land in Frage, viele derartige Verfügungen sind bis heute in Kraft, den Erben der Begüngstigten zum Geldquell. Wer es freilich absurd findet, dass jemandem der Mond gehören könnte, wie kann der es nicht wenigstens fragwürdig finden, dass irgendein Mensch Besitzrechte an irdischem Boden hat?

Steine — Das wesentliche Ziel des sowjetischen Raumfahrtprogrammes „Luna“ aus den Sechziger Jahren war es, noch vor den USA eine Probe Mondgestein zur Erde zu befördern. Hierzu wurde eine Proton-Rakete eingesetzt, die mit einem Startgewicht von rund 585 Tonnen eine Nutzlast von etwa 6000 Kilogramm zum Mond befördern konnte. Diese brachte eine Mondsonde in eine Umlaufbahn um den Mond, die mit den Steuertriebwerken der Sonde so angepasst werden sollte, dass der mondnächste Punkt der Bahn über dem geplanten Landegebiet lag. Dieser Punkt sollte der Oberfläche immer näher gebracht werden, und die immer noch hohe Geschwindigkeit sollte dann durch ein kleines Triebwerk reduziert werden, so dass es schließlich zu einer Landung auf dem Mond kommt. Nach der Landung würde die Bodenprobe mittels eines Bohrers entnommen und in die 39 Kilogramm wiegende Rückführkapsel überführt, die dann direkt zur Erde startet und von einem Fallschirm gebremst in der Sowjetunion landet. In dieser Kapsel sind bei planmäßigem Verlauf maximal 200 Gramm Bodenprobe vom Mond. Wer meint, dass dies doch ein recht monströses Projekt zur Gewinnung einiger Steine ist, der übersieht, dass der technische und finanzielle Aufwand der USA mit dem bemannten Apollo-Programm wesentlich höher war. Die Sonde Luna 15 wurde am 13. Juli 1969 gestartet, drei Tage vor dem Start von Apollo 11, die Mission schlug allerdings fehl und die Sonde stürzte unplanmäßig hart auf die Mondoberfläche. Die Apollo-Astronauten der USA in ihrem kleinen Raumschiff sahen sie vor diesem Scheitern noch vorbeiziehen, bevor sie ihre erfolgreiche Mission durchführten und insgesamt 21,6 Kilogramm Bodenproben einsammelten und zur Erde zurückführten. (Mit späteren, erfolgreichen Missionen des Luna-Programmes hat auch die Sowjetunion gut 300 Gramm Mondgestein gewonnen.) Wesentlich günstiger wäre es freilich gewesen, auf der doch recht nahe gelegenen Erde zu suchen, führt doch immer wieder einmal der Einschlag eines Metoriten auf dem Mond dazu, dass lunares Gestein herausgeschlagen und zur Erde befördert wird; dies geschah im Laufe der Jahrmilliarden derart häufig, dass wohl jeder schon einmal einen Stein in der Hand hatte, der vom Mond stammt. Im Jahre 1979 wurde in der Antarktis der erste Meteorit gefunden, der sicher als Mondgestein identifiziert wurde, mit gleicher Sicherheit kennt man heute einige Dutzend derartige Meteoriten. Für eine wissenschaftliche Untersuchung sind sicher als Mondgestein identifizierte Meteroiten sogar wertvoller, da sie mit gleicher Wahrscheinlichkeit aus jeder lunaren Geländeform stammen können und nicht nur die möglicherweise speziellen Verhältnisse eines recht beschränkten Ortes der Probeentnahme widerspiegeln. Vermutlich gab es bei allen Mondprogrammen während des kalten Krieges nur eines, was noch monströser als der technische Aufwand war, und das war die zugehörige Propaganda.

Der Hunger — Bei der Vorstellung hungernder Menschen denkt beinahe jeder Mensch in der BR Deutschland nach allen werbenden Anstrengungen des Spendengewerbes an Afrika, und an die großflächig plakatierten Kinderaugen mit reklamewirksamer Fliege darunter, die zum modernen Ablasshandel rufen. Und in der Tat. Ist die permanente Unterernährung dort oft die Ursache für ein schreckliches Verrecken der davon betroffenen Menschen. An die Zustände in großen und reichen Industrienationen wird hingegen weniger gedacht. Im Jahre 2005 waren in den USA über 10 Millionen Menschen wegen ihrer Armut von permanenter Unterernährung betroffen, und gut 35 Millionen Menschen hatten nicht die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, das ist immerhin ein Achtel der Bevölkerung. Im November 2006 haben die Regierenden der USA dieses Problem „gelöst“, indem sie seitdem in ihren offiziellen Statistiken nicht mehr von klar und deutlich vom Hunger, sondern vorsätzlich verschleiernd von „sehr geringer Nahrungssicherheit“ sprechen, als ob solcher Neusprech etwas an den Tatsachen änderte. Unterdessen wird in den USA immer mehr Mais zu Treibstoff für den Irrsinn der Individualmotorisierung verarbeitet und steht nicht mehr als Nahrungsmittel zur Verfügung, so dass sich im benachbarten Mexiko viele arme Menschen nicht mehr ihre Tortillas leisten können.

U-FOol-ogie — Wenn die Religion das Opium des Volkes (Marx) oder das Opium für das Volk (Lenin) ist, denn ist die gegenwärtig von so genannten Sachbuchautoren in Geld verwandelte UFOlogie mit ihrer parareligiösen Mimikry das LSD des Volkes: Eine stark halluzinogen wirkendes Drogensurrogat für schlichte Gemüter mit zu großer Angst vor richtigen Drogen, das sogar dazu führt, dass sonst recht unauffällige Zeitgenossen den Anblick der Venus für eine persönliche Begegnung mit einem Raumschiff außerirdischer Zivilisationen halten, die ihre hütenden Augen über das Treiben der Menschheit an den Himmel kleben. Da kann man doch gleich den geist- und verantwortungslosen Irrsinn der irdischen Zivilisation weitertreiben, es sind ja mächtige Wesen da, die jederzeit eingreifen können.

Mit fröhlichem Gruß an Werner Walter, CENAP

Über alles wächst Gras

Intellektuell hervorragende Menschen glauben in ihrer großen Mehrheit nicht an die christliche Religion, aber in der Öffentlichkeit und in der Politik halten sie diese Tatsache geheim, weil sie Angst haben, ihr Einkommen zu verlieren.

Bertrand Russell

Fremde Ware — Als ein Mensch, der zwar (wann immer er sich Tabak leisten kann) raucht, aber kaum kifft, kenne ich dennoch die Hanfpflanze sehr genau, während ich kaum etwas über die Tabakpflanze weiß. Denn viele Menschen aus meinem Umfeld wurden durch die Kriminalisierung dieser Pflanze dazu gedrängt, selbst in aller Heimlichkeit ein paar Pflänzchen für ihren Bedarf zu kultivieren, um nicht die überhöhten Schwarzmarktpreise für ein dope von oft zweifelhafter Qualität zu zahlen — zumal dieses Geld auch nicht gerade in die Schaffung ewiger Blumenkraft fließt. In der Folge weiß ich sehr genau und aus direkter Anschauung, wie Hanf aussieht, wie sich seine Blätter und Stängel anfühlen, wie er riecht und wie seine Blüten gebildet sind, dies sind alles Dinge, die ich über den von mir recht regelmäßig konsumierten Tabak nicht weiß. Wie doch das völlig unsinnige Verbot einer Pflanze dazu führen kann, dass der entfremdete, zum Fetisch gewordene Charakter aller gehandelter Ware zum Gegenstand der direkten Erfahrung wird!

Von Gott — Zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit zählt mit Sicherheit der Schlafmohn. Schon aus der Jungsteinzeit (vor rund 8000 Jahren) gibt es archäologisch erschlossene Spuren eines systematischen Anbaus der hübschen Blumen mit ihren lila Blüten; die frühesten bekannten schriftlichen Überlieferungen der Mohnkultur finden sich in 6000 Jahre alten Keilschrifttafeln der Sumerer. Der Mohn hatte auch einen Namen in diesen Tafeln, er war die „Freudenpflanze“. Der getrocknete, milchige Saft, der durch Anritzen der Samenkapsel gewonnen wurde (und der immer noch auf diese Weise gewonnen wird), er war in der Tat eine Freude. Er gewährte dem Schlaflosen Schlaf und dem Kranken Schmerzfreiheit; er wird wohl auch als frühestes bekanntes Narkotikum viele schmerzhafte medizinische Eingriffe erst ermöglicht haben. Kaum abzusehen, wie viele Leben diese Blume während der größten Zeit ihrer zivilisatorischen Verwendung wohl erhalten und wie viele sie wohl erträglich gemacht hat. Gewiss, auch als Droge fand das Opium Verwendung, denn noch verdammte keine lustfeindliche Moral die Freude am Rausch. Im Jahre 214 unserer Zeitrechnung wurde eine Inventur des kaiserlichen Palastes zu Rom erstellt, bei der unter anderem siebzehn Tonnen Opium entdeckt wurden. Beendet wurde die große zivilisatorische Errungenschaft des Opiumbaus erst durch ein Christentum, das jede Krankheit als eine Strafe Gottes betrachtete, die der Mensch hinzunehmen habe — und das deshalb die Anwendung von schmerzstillenden Mitteln zunächst für die eigenen Gläubigen und später für ganze Kulturkreise verbot und das dieses Verbot zunehmend mit staatlicher Gewalt durchsetzen konnte (und es bis heute mit Gewalt durchsetzt). Der einst so freudevolle Saft des Mohnes galt unter der Lebensverachtung dieser Lichtverneiner als ein Werk des Satans, und der Schmerz wurde stattdessen als ein Gesandter Gottes angesehen. Unter Karl dem Großen wurde das einst christliche, später staatsreligiös römische Verbot im Jahre 810 unserer Zeitrechnung erneut zum Gesetz für alle Menschen im hl. römischen Reich deutscher Nation, und es gilt bis heute für alle Menschen, auch für solche, die dem lebensverachtenden Irrsinn der christlichen Religion nicht anhängen. Es gilt selbst für Menschen mit schweren Schmerzen, denn die bürokratischen Anforderungen an die Verschreibung von Morphium zur Bekämpfung schwerer Schmerzen sind in der christlichen Welt derart hoch, dass viele Ärzte den Aufwand scheuen. Wenn heute schwer kranke Menschen unter unzureichend behandelten, höllischen Schmerzen verrecken müssen, denn ist dies direkt auf die kulturellen Wirkungen einer Religion zurückzuführen, die sich selbst in satanischer Schamlosigkeit als eine „Religion der Liebe“ vermarktet. Wer das Opium oder sein heute leichter illegal erhältliches Derivat Heroin unter der Herrschaft dieser „Liebe“ hingegen als Droge benutzt, wird in einem kriminellen und skrupellosen Schwarzmarkt gestoßen und kann noch froh darüber sein, wenn er sich neben dem gewünschten Stoff nur so verhältnismäßig „harmlose“ Substanzen wie Waschmittel in die Vene pumpt und keine wirklich gefährlichen Gifte. Die erbärmliche Verelendung der junkies ist die sich in der „Streckung“ der Droge selbst erfüllende Falschprophetie vom Schlafmohn als Werk des Teufels — und das wirklich Teuflische im Prozess, der über die Gesellschaften abläuft, versteht es immer wieder prächtig, sich als fromm zu tarnen.

Ein Prost auf das Blut des Herrn — Und der Industrielle betete, nachdem er die Zahlen aus dem Controlling mit sichtbarem Gefallen überflogen hatte, voller Dank vor seinen Brauereien und Schnapsbrennereien und sprach: „Mein Herr Jesus, ich danke dir dafür, dass du am Abend deines Todes etwas Alkohol in der Form von Wein getrunken hast und dass du dies auch in die Bibel hast schreiben lassen. Ich danke dir dafür, dass du dafür gesorgt hast, dass der Alkohol in einem zentralen Ritual einer sich auf dich berufenen Religion unverzichtbar geworden ist. Ich danke dir, dass ich deshalb gesellschaftliche Anerkennung, den Schutz des Staates und deiner Kirchen und ein sicheres Einkommen von den ganzen Trinkern habe, und dass ich nicht so ein Krimineller bin wie dieser verkommene, sündige Haschdealer da hinten in der Ecke am Rande der Gesellschaft, verflucht und verknastet sei er.“ Seine Fabriken, der Segen seines Reichtums, sie standen auf einem Berg von Säuferlebern, höher als der Hügel Golgata. Im Geweih des Hirsches, den die Werber auf den Leberkleister drucken lassen, erscheint ein Kreuz, den Pfaffen und Bankern ein Wohlgefallen. Auf der linken Seite des Kreuzes das elende Siechen der vom Suff zerrütteten Familien, auf der rechten Seite das leise Wimmern der verängstigten, für Nichtigkeiten zu Brei geschlagenen Kinder, deren Zukunft schon beendet ist, bevor ein selbstbestimmtes Leben nur begonnen hätte. Im alkoholischen Atem, der die Luft durchsetzt, dünstelt Freitod. Dahinter der Glockenturm, laut in den Abend bimmelnd, weil da einer am Altar steht, der mit neurotischer Sorgfalt und gut geübter Feierlichkeit die Worte abliest, die einen Becher Wein in das Blut Christi verwandeln sollen. Und über alles, über diesen ganzen durch die Jahrhunderte hindurch gepflügten Gottesacker, wächst Gras.

Für „Menne“

Zentraldämpfende Mittel

Die Religion mag einmal das Opium für den größten Teil des Volkes gewesen sein, sie mag dabei neben allgemeiner Sedierung auch zu so manchem kleinen Rausch geführt haben. Das ist vorbei. Heute ist das Fernsehen das Valium für das Volk.