Tag Archive: Datensammlung


Personalisierung

Ob diese ganzen Menschen, die keinerlei Probleme mit ihrer privatwirtschaftlichen Überwachung und großen Datensammlungen für die optimierte Auslieferung personalisierter Reklame zu haben scheinen und die ihre idiotische Gleichgültigkeit in der Burg eines „Ich habe doch nichts zu verbergen“ inappellabel machen, wohl immer noch so gleichgültig sein werden, wenn sie in einer nicht mehr allzufernen Zeit auch personalisierte Preise bezahlen müssen?

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Die Sicherheitsbehörden

Es sind genau die gleichen Sicherheitsbehörden, die erwiesenermaßen unfähig sind, ein Dokument für seine Veröffentlichung so zu schwärzen, dass es nicht mehr lesbar ist, die sämtliche durch Unrechts-Überwachungsgesetze eingesammelten Daten aller Menschen in der BRD vor Missbrauch (jenseits des staatlichen Missbrauches) „schützen“. Dass deshalb diese unerfreuliche Liste demnächst um besonders unerfreuliche Vorfälle wachsen wird, ist genau so sicher wie das Gejammere der Betroffenen, die politische Parteien wegen der Zusicherung von „Sicherheit“ durch Abschaffung von Grundrechten und Ausweitung der ständigen, anlasslosen Totalüberwachung aller Menschen wählen. Jammert nicht, denn ihr seid gewarnt gewesen!

Rohstoffe des 21. Jahrhunderts

Hier müssen wir jetzt aufpassen, dass der Datenschutz nicht die Oberhand über die wirtschaftliche Verarbeitung gewinnt

Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin

Der wahre Rohstoff des 21. Jahrhunderts ist übrigens durch freudigen Gebrauch funktionsfähig gehaltene Hirnmasse. Je mehr davon vorhanden ist, desto weniger von Überwachungsstaaten und Trackingunternehmen gleichermaßen klandestin wie gewaltsam in die Privatsphäre vorangetriebene Datenbergwerke gibt es allerdings im Leben des Hirnträgers. Nur ein Dummkopf glaubt daran, dass seine Privatsphäre geschützt sei, weil informationelle Selbstbestimmung in den Status eines Grundrechtes erhoben wurde; nur ein Idiot hält die Datenschutzversprechungen aus der Reklame von haftungsbefreiten wirtschaftlichen Unternehmen für bare Münze und freut sich über die damit verbundene Bequemlichkeit und Denkvermeidung.

„Big Data“

Daten sind die Tulpen des frühen Informationszeitalters.

Big Data

Die Reaktion der Gierigen und Dummen darauf, dass sie die Nadel im Heuhaufen so oft nicht gefunden haben, ist es, einfach größere Heuhaufen aufzuhäufen, um mehr Nadel im Haufen zu haben.

Big Data

Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevolkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.

Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.

Holger Bleich in der c’t 17/2015 — Editorial: Nichts zu verbergen?

E-Book

Wenn du nur modern genug in das Buch hineinschaust, dann schaut das Buch in dich zurück.

Big Data

„Big Data“ for nations and companies is small privacy for human beings.

Schlaf weiter, alles ist sicher!

Der gleiche Staat, der es nicht einmal hinbekommt, die Kommunikation der Bundeskanzlerin und der Regierungsmitglieder abzusichern, erzählt den Bewohnern seines Staatsgebietes, dass er eine wirksame Absicherung bei den so genannten „elektronischen Krankenakten“ hinbekäme. Wers glaubt, wird selig vor Dummheit.

Schlüsse aus gesammelten Daten

Wenn Google oder Facebook sich täuschen und uns eine irrelevante Werbung anbieten, die auf einer Fehleinschätzung unserer Gewohnheiten beruht, führt das allenfalls zu leichtem Unbehagen. Wenn NSA oder CIA sich täuschen, führt das zu einem Drohnenangriff (und wenn Sie Glück haben, zu einer Fahrt ohne Rückfahrschein nach Guantánamo)

Quelle: Frankfurter Allgemeine — Big Data: Warum man das Silicon Valley hassen darf

Aus einem Propagandahandbuch der BRD

In der Bewertung der meisten Menschen überwiegen emotionale Aspekte gegenüber rationaler Argumentation. […] Aus diesem Grunde müssen wir rationale Argumente emotional aufladen. Dabei müssen wir durch unsere Sprache Negativassoziationen vermeiden

Zitiert nach netzpolitik.org — und aus ganz alltäglichem Augen- und Ohrenschein vermutet, dass diese so trefflich beschriebene Herangehensweise sehr viel häufiger bewusst angewendet wird, um Menschen emotional und psychisch zu manipulieren. Wo der Verstand verkümmern gemacht wird und die tierhaft-mechanische Psyche zum Eigenlichen des Menschen erhoben wird, da hat der Demagoge, der professionelle Lügner¹ oder ein vergleichbarer Menschenfeind leichtes Spiel.

¹Werber und PR-Leute sind professionelle, also für diese Tätigkeit (oft recht hoch) bezahlte, Lügner.

Datenschutz

Wohl gehört will es sein. Ausgerechnet jene Politiker, die gar nicht genug Überwachung und polizeiliche wie geheimdienstliche Totalverdatung ihrer Bürger haben können, fordern dann mehr gesetzlich erzwungenen Datenschutz, wenn es um Google, Facebook und andere kommerzielle Anbieter geht. Sie belegen damit, dass es ihnen beim Datenschutz gar nicht um ein sinnvolles Bürgerrecht zum Schutz der Privatsphäre geht, sondern um eine Art staatliches Monopol aufs Datensammeln über sowie darauf basierendes automatisches Bewerten und Behandeln von Menschen, gar nicht so unähnlich dem Leistungsschutzrecht für die Presse.