Tag Archive: Bundestagswahl


Ein journalistisch unerreichbares Achtel

„Die vermutlich wichtigste Nachricht dieser Wahl werden euch die Journalisten nicht erzählen, weil es zu sehr in ihr eigenes Tun und Leben hineinragt“, sagte der Vorübergehende in einer kleinen, entsetzten Runde im beflackerten Halbkreis vor dem Fernseher. „Sie besteht darin, dass mindestens ein Achtel der Bevölkerung der BRD, also mindestens 12,5 Prozent, bei seinen politischen Entscheidungen nicht mehr vom Journalismus beeinflusst wird. Denn so viele Menschen haben die AfD gewählt; diese eine Partei, von der in klarer Eindeutigkeit und in einer in meinem bisherigen Dasein noch nie erlebten Einmaligkeit überall in Presse und Glotze abgeraten wurde. Nein, diesen Gedanken kann ein Journalist nicht denken, er ist eine viel zu große narzisstische Kränkung“.

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Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden. Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne als Vizekanzlerin tun

Martin Schulz¹, von der Partei mit einer Hundert-Prozent-Wahlentscheidung gekürter Kanzlerkandidat der SPD

Ein Hauch von 2005 zieht ob dieses vollständigen Realitätsverlustes (sicherlich nicht nur) durch meine Erinnerung. Wer einem völlig von der Wirklichkeit entkoppelten Wahnsinn Macht verleihen will, muss SPD wählen.

¹Ich konnte leider nicht die Quelle verlinken und musste mir mit einem Screenshot behelfen, weil die Frankfurter Allgemeine beschlossen hat, mit ihrer Website die Organisierte Internetkriminalität zu fördern und dazu sogar ihre Leser belügt.

Fad

„So ein Wahlkampf wäre gleich weniger langweilig und viel interessanter“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin im Vorübergehen an den Wahlplakaten, „wenn dort nicht nur ein Angebot unterschiedlicher photoshop-bearbeiteter Gesichter zu vorsätzlich Nichts sagenden Sprüchen, sondern auch ein Angebot unterschiedlicher Ideen zur Gestaltung der sich entwickelnden Gesellschaft zur Wahl stünde. Aber so ist es wie in der DDR, wo der Ausgang der Wahl bereits feststand, bevor die Wahllokale auch nur geöffnet wurden: Vor uns liegen vier weitere Jahre Korruption, Entwicklungsverneinung und Stillstand“.

Annette Schavan

Wer Wahlen gewinnen will, muss sich vom Pöbel wählen lassen, nicht von Gebildeten

T.U.

Die Dissertationen der Besitzenden und der zufällig günstig Geborenen, die es mangels nützlicher Fähigkeiten später so feist und vielfach in die classe politique zieht; sie sind aus der Sicht dieser Menschen nichts als lästige Verwaltungsvorgänge, damit der durch gesellschaftlichen Status zustehende akademische Grad vor den Namen geschrieben werden kann. Und. Sie werden nicht allein dadurch zu wissenschaftlichen Arbeiten, dass diese Verwaltungsvorgänge unter der Mimikry einer Universität stattfinden.

CDU-Wahlplakat Annette Schavan aus dem Jahr 2009: Wir haben die Kraft für gute Bildung

Was sich hinter den photoshopretuschierten Fassaden dieses Geschmeißes verbirgt, die anlässlich jeder Wahl so obszön allgegenwärtig in den öffentlichen Blickraum gestellt werden, dass es bei diesem Anblick auch friedlicheren Menschen zuweilen in der Handfeuerwaffe juckt, zeigt sich leider viel zu selten so deutlich wie bei Frau Dr. Annette Schavan aus der CDU. Diese kann sich jetzt zum Herrn Dr. von und zu aus der CSU und zu Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin aus der FDP gesellen, damit auch noch dem geistblindesten Zeitgenossen klar wird, welcher Schlag Mensch in der kryptokratisch von Lobbyisten gesteuerten Parteienoligarchie der BRD zu Ansehen, Amt und Einfluss kommt. Wieso es in Deutschland so aussieht, wie es eben aussieht, klärt sich bei diesem Haufen Gesichter von alleine, da helfen auch die surrealen Sprechakte der Vasallen von Angela Honnecker nicht mehr:

Gute Nacht, Deutschland!

Das wahre Wahlplakat

Härter arbeiten! Schöner wohnen! Bunter kaufen! Schneller ficken! Früher sterben! Für ein ganzes Leben! Einheitsliste Deutschland! CDUSPDFDPGRÜNETC! ADEP - Asozialistische Deutsche Einheitspartei

So ungefähr sähen Wahlplakate zur kommenden Bundestagswahl aus, wenn auf ihnen nicht ein paar photoshopgeschönte Politstars und an die Reklame für Hundefutter erinnernde Kurzworte, sondern die Wahrheit über die politischen Beglückungsideen stünde.