Tag Archive: Bildung


Bildung und Wettbewerb

Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zu dieser Lähmung des sozialen Bewusstseins von Individuen […] Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen.

Albert Einstein

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Bildung

Die Grünen haben ihre Wahlplakate in den öffentlichen Blickraum gestellt, und neben dem erwartungsgemäßen ideologischen Dummschwatz ist sehr viel von „Jobs“ und von „Bildung“ die Rede. Dieser Schwerpunkt auf Bildung spiegelt trefflich die Tatsache wider, dass diese Partei beinahe nur noch aus Pädagogen zu bestehen scheint, die Politik vor allem als Fortsetzung ihrer Parallelwelt des zwangsschulischen Bildungssystems sehen — und zu dieser schulmeisterlichen Selbstüberschätzung passt auch, dass darunter noch der Text „Aus der Krise hilft nur Grün“ gestempelt wird. In wie weit eine (wünschenswerte, aber innerhalb des bestehenden Schulsystemes nicht erzielbare) Verbesserung der Bildung nun allerdings dazu führen soll, dass plötzlich wieder ein Bedarf der Wirtschaftsunternehmen an Arbeitskräften bestehen soll, bleibt eine Frage, die von den platten Parolen nicht beantwortet wird.

Was an der Schule gelehrt wird

Wir müssen auf der Schule Sozialkunde und politische Wissenschaft lehren. Aber müssen wir das? Nein, da ist kein Müssen, denn es ist eine harter Fakt, dass wir in der Schule gar nicht Politik und Sozialkunde lehren können! Der Lehrer, der es versuchte, er sähe sich bald ohne Schüler, ohne einen Cent in der Tasche auf der Straße, wenn nicht sogar auf der Anklagebank, wo er sich verteidigen müsste, während eine gestelzte Anklageschrift wegen seines Aufruhrs gegen die Ausbeuter gegen ihn stünde. Unsere Schulen lehren die Moral eines Adels, der durch das Geschäftssystem verdorben ist; und sie erheben diese militärischen Eroberer, diese Raubritter und diese Großverdiener zu Vorbildern des Ruhmes und des Erfolges.

George Bernhard Shaw, Back to Methuselah (1921)