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Bildung

Die Bildung der Menschen zeigt sich darin, wie sie sich streiten.

Bildung

Gut gebildete Menschen erkennt man nicht daran, dass sie einfache Dinge in einem Schwall unangemessen komplizierter Ausdrucksweisen zu verbergen wissen, sondern daran, dass sie komplizierte Dinge einfach und klar erklären können, ohne sie unangemessen zu vereinfachen. In diesem Sinne ist vieles vom geforderten Textausstoß eines Studenten in der BRD ein Zeichen schlechter Bildung, und viel zu viele Opfer dieses Lehrbetriebes, vor allem aus den so genannten Geisteswissenschaften, legen den einmal versauten Stil ihr ganzes Leben nicht mehr ab, bis dahin gehend, dass sie Lehrbücher für die nächste Generation Studenten in größtmöglicher Weitschwafeligkeit und Aufgedunsenheit verfassen, damit sich auch niemals etwas daran bessere.

Unter gut gebildeten Menschen entsteht auch nur selten eine neue Religion…

Die Sinnfrage der Bildung

Warum sollte überhaupt noch jemand zur Schule oder gar auf eine Hochschule gehen, wenn sämtliche politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger, sämtliche Journalisten und der größte Teil der Bevölkerung sich weigern, auf Argumente von naturwissenschaftlich gebildeten Menschen zu hören? Die Bildung ist längst tot und verwest verachtet vor sich hin, an ihre Stelle ist längst die Ideologie getreten und die lyssenkoistische Mimikry der Wissenschaft getreten, und ihre Stimme trieft aus allen Kanälen und allen Entscheidungen.

Bildungsmaske

Gefragt, wie ein Vortrag gewesen sei, antwortete der Vorübergehende: „Der Redner war gebildet und geübt genug, um sich kaum anmerken zu lassen, wie wenig er wusste“.

Lesen und schreiben

„Hören und sprechen, lesen und schreiben zu können ist für Menschen sehr nützlich, denn es hilft, festgehaltene Gedanken anderer Menschen wahrzunehmen und eigene Gedanken mitzuteilen“, sagte der Vorübergehende zu seinem Feind, dem Lehrer. Und. Er setzte fort: „Aber denen, die niemals gelernt haben, selbst zu lernen und zu denken, nützt es gar nichts. Diese tragen mit der an sich nützlichen Kulturtechnik nur die für sie produzierten Belanglosigkeiten, Befehle, Fehlinformationen, Ängste, Durchhalteparolen und Vergewisserungen der individuellen Ohnmacht weiter, bis sie allesamt im Schall ihres eigenen Chores dermaßen fest daran glauben, dass es sich dabei um jedem Menschen bekannte Tatsachen handele, dass daraus schließlich Tatsachen werden. Eine Bildung, die nicht die Fähigkeit und Lust zum Lernen und zum Denken vermittelt, ist eine Bildung, die Sklaven nur noch etwas nützlicher machen soll“.

Bildungssichtbarkeit

Es gibt kaum eine Situation, in der Bildung oder ihr Fehlen so deutlich sichtbar wird, wie in einer Meinungsverschiedenheit zwischen Menschen: Je mehr Bildung, desto weniger Gebrüll.

Klassisches Werk

„Es ist ein klassisches Werk in deutscher Sprache“, sagte der Vorübergehende mit einem breiten Grinsen, „es wird allgemein gelobt und gern empfohlen, aber es wird niemals gelesen“.

Gebildete

Mir ekelt vor diesem tintenklecksenden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen!

Friedrich Schiller, aus „Die Räuber“

„Aus der Sicht dessen, was das deutsche Bürgertum als ‚Bildung‘ bezeichnet, bin ich völlig ungebildet“, sagte der Vorübergehende zu seinem eingeschüchterten Zeitgenossen mit Minderwertigkeitskomplex, „denn als ‚gebildet‘ wird nur bezeichnet, wer seit Jahrtausenden tote Sprachen beherrscht, sich regelmäßig seit Jahrhunderten überholte Kulturleistugen wie etwa eine Oper anschaut und der Gesamtheit der gegenwärtigen Kultur einschließlich der Wissenschaft mit tiefer Skepsis, wenn nicht gar mit Verachtung entgegentritt. Der ‚Gebildete‘ kann lateinische Sprichwörter von sich geben, ist aber ein mathematischer Analphabet ohne tiefere Kenntnisse wissenschaftlicher Methodik; er betet die Vergangenheit an und ist voll des wortreichen Lobes für die Leistungen der Alten, während die Vorgänge in einem Computer für ihn ein von Aberglauben und Magie umsponnenes Mysterium sind und stets bleiben. Und. Er kann in dieser Verblendung jeden Menschen verachten und als Dummkopf verunglimpfen, der als Vorübergehender seine Sinne auf die Gegenwart ausrichtet, so dass sein Interesse, Wissen und Können lebenspraktische Bedeutung hat“.

Bildung

Bildung zeigt sich darin, dass ein Mensch in den Erscheinungen und Ereignissen Ähnlichkeiten und Gleichartigkeiten erkennen kann, die über der wahrgenommenen Unmittelbarkeit Muster und Strukturen formen. Wer dumm oder unwissend geblieben ist, glaubt zwar, immer wieder etwas Neues zu erleben, versteht aber aus all seinem Erleben heraus nichts und hat deshalb auch kaum Möglichkeiten des Ausdrucks seines Erlebens oder gar der selbstverantwortlichen Gestaltung seines Lebens.

Brüstendes Eingeständnis

Ich brauchte weniger als fünf Minuten, um zu erfahren, dass er Soziologie studiert hatte, denn er hielt es wie ein Veganer und erzählte es mir völlig anlass- und kontextlos. Auch ansonsten sprach er auffällig, mit einer Sprache, die zwar reich an unnötigen Fremdwörtern, aber dafür arm an erkennbarem Aussagewillen war. Alles an seinem kurzen Auftritt in meinem Leben brüstete sich mit Bildung und belegte in dieser Geste, wie wenig von dieser Bildung er wohl in Wirklich- und Wirksamkeit haben wird…

Buchbild

Solange Menschen in allerlei künstlerischer und propagandistischer Illustration das Lesen eines Buches oder ein Buch als Symbol der Bildung verwenden, solange sind sie noch nicht im Internet angekommen, solange sind sie noch so unreflektiert konservativ, dass sie sich im Vergangenen verwurzeln wollen und diese Wurzel am liebsten auch anderen aufzwängen… es ist schon von realsatirischem Reiz und lächerlich, dass jene, die für die Bildung in die Bresche zu springen vorgeben, dabei so offensichtlich und offen sichtbar den Fortschritt ablehnen. Von dieser Haltung zum Biblizismus religiöser Idioten ist es nur noch ein kleiner Weg.

Bildung 2.0 im Smartzeitalter

Es gibt immer mehr und auch leider immer mehr einflussreiche Menschen, die glauben, dass Word, Excel und Powerpoint als „Bildung“ völlig ausreichend sind und dass sich der gesamte „Informatikunterricht“ an der Schule deshalb auf die Bedienung dieser drei Anwendungen beschränken sollte. Weil Word alle Rechtschreibfehler korrigiert, Excel alles Wichtige ausrechnen kann und Powerpoint dann die anderen Menschen mit effektvoll aufbereiteten dürren Fakten und Argumenten verblenden kann.