Tag Archive: Bibel


Reben

Als der Zeitgenosse die Bibel zitierte¹ und die Jesus zugesprochenen Worte „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ einwarf, antwortete der Vorübergehende lächelnd: „An Jesus hängen sie sich dran, und wenn es nur lange genug gegärt hat, wird man von den Christen besoffen“.

¹Joh 15:5

Einhorn

Neun Mal werden in der Bibel Einhörner erwähnt, aber nicht ein einziges Mal Katzen.

Erlösung vom Schweiß

Für manche bricht die Erlösung schon viel früher aus. Als die Krämer und die Pfaffen den biblischen Fluch „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ (1.Ms,3:19) hörten, empfanden sie das doch als eine etwas zu anstrengende Zumutung und beschlossen deshalb, ihr Brot lieber angesichts des Schweißes anderer Menschen zu essen.

Natur und Bibel

In der Bibel werden an neun Stellen Einhörner erwähnt, aber an keiner Stelle kommen Katzen vor. Mehr muss man zu christlichen Fundamentalisten nicht sagen.

Ans Kreuz mit ihm, lasst Barabbas frei¹!

Lobet die Herren, die mächtigen Mörder der Menschen! Es sind genau die gleichen Leute, die den Friedensnobelpreisträger, Ex-Kriegsherrn, Staatsterroristen und Drohnen-Massenmörder Barack Obama auf einem ev.-luth. Kirchentag reden lassen, die auch einen Jesus aus Nazaret im kollektiven Rausch ihrer dummen Psychen unter lautem Jubel gekreuzigt hätten.

¹siehe Mk. 15, 6-15

Jesus aus Nazaret über TTIP

Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde. Darum, was ihr in der Finsternis saget, das wird man im Licht hören; was ihr redet ins Ohr in den Kammern, das wird man auf den Dächern predigen

Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Lk. 12, 2-3 | Unbiblischer Kontext

Mit Gruß an jene politischen Parteien, die sich selbst als die „christlichen“ bezeichnen…

Jugendschutz

„Es ist doch erstaunlich“, sagte der Vorübergehende, „dass dieses Buch mit seinen expliziten Beschreibungen von Vernichtungskriegen und sexuellem Missbrauch nicht auf dem Index steht, um die Jugendlichen davor zu schützen. Dieses Buch, in dem jemand einen Mob aufhält, indem er seine Töchter zum Vergewaltigt-Werden vor die Tür setzt. Dieses Buch, in dem ein anderer tausende Menschen massakrieren lässt, weil sie eine Skulptur gegossen haben, um anschließend zu sagen, dass man nicht töten solle. Dieses Buch, das hunderte von Aufforderungen enthält, andere Menschen selbst für Persönliches und für Nichtigkeiten totzumachen. Dieses Buch, das Eltern empfiehlt, ihre Kinder mit Gewalt gefügig zu machen. Dieses Buch, das von einem übergeordneten Ideal von Reinheit spricht, das den Mord eines Menschen erforderlich machte. Dieses Buch, das erwiesenermaßen bei seinen Lesern immer wieder zu Exzessen des Mordes und des sexuellen Missbrauches geführt hat, bis auf den heutigen Tag. Ja. Ich meine das blutigste Buch der Menschheitsgeschichte, ich meine die Bibel“.

Das ausgewürgte Obst

Christliche religiöse Fundamentalisten, nachdem sie erst einmal damit begonnen haben, die alten hebräischen Legenden für eine wortwörtliche Wahrheit zu halten, versuchen, den Sündenfall wieder rückgängig zu machen, indem sie sich die „Frucht der Erkenntnis“ nicht schmecken lassen, sondern sie mit aller Gewalt wieder herauswürgen, damit sie auch so richtig bratze dumm sein können. Doch selbst nach dieser energischen Hirntötung — in keinem ihrer Liederbücher findet sich auch nur ein jubilierend Wort des Dankes für den autonomen, planenden und Wege eröffnenden Verstand — sind sie noch nicht so steinhaft bewusstlos, dass sie nicht mehr ihre eigene Sterblichkeit erahnen würden, und deshalb nehmen sie es der Eva so übel, nicht von diesem Unsterblichkeitsbäumchen genascht zu haben, dass ihr Frauenhass in allen ihren geäußerten Gesellschaftsideen greifbar wird.

Aus dem Bibelquiz

Frage: Sollte man Kinder körperlich züchtigen

SOLLTE MAN KINDER KÖRPERLICH ZÜCHTIGEN? Die Bibel zeigt, daß körperliche Züchtigung durchaus angebracht sein kann. Es heißt in Sprüche 23:13,14 ('Einheitsübersetzung'): 'Wenn du ihn schlägst mit dem Stock, wird er nicht sterben. Du ... bewahrst ... sein Leben vor dem Untergang' ('Erwachet', 8.8.1979, S. 28).

Quelle: „Erwachet“ (Publikation der Religionsgemeinschaft „Zeugen Jehovas“), Ausgabe vom 8. Mai 1982, „Kleines Bibelquiz“ auf Seite 32 und „Lösung des Bibelquiz“ auf Seite 28.

Stammbaum und Scheuklappe

Kaum etwas kann schon dem „normalen“, ohne jegliche Sekundärliteratur an seine Lektüre herangehenden Bibelleser so klar machen, dass die Geschichten von Jesus aus Nazaret aus etlichen Quellen zusammengestückelt wurden, wie schon der Anfang des Neuen Testamentes heutiger Bibelausgaben, wie das erste Kapitel des Matthäus-Evangeliums. Dieses beginnt mit einem ellenlangen mythischen Stammbaum Josephs, des Vaters Jesu:

Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte Isaak, Isaak […]

Die trockenen Einzelheiten, die jetzt folgen, gehören nicht zu den Glanzlichtern der Weltliteratur und werden nur noch von 1. Chr 1-9 unterboten. Sie münden in der Feststellung…

[…] Jakob zeugte Joseph, den Mann der Maria, von welcher ist geboren Jesus, der da heißt Christus. Alle Glieder von Abraham bis auf David sind vierzehn Glieder. Von David bis auf die babylonische Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christus sind vierzehn Glieder.

…dass Joseph bei all seinem Dasein als Handwerker (Zimmermann ist eine viel spätere christliche Deutung des Wortes „tektos“) doch von großer Herkunft war, und mit ihm auch Jesus. Und genau diese Feststellung wird gleich anschließend durch die etwas andere Feststellung entwertet, dass Joseph gar nicht der Vater ist:

Die Geburt Jesu Christi geschah aber also. Als Maria seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, erfand sich`s, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist.

Mensch mit ScheuklappenJedes Mal, wenn ich mit einem der vielen Befallenen dieser psychischen Seuche des biblizistischen Fundamentalismus US-amerikanischer Prägung spreche, die sich leider auch hier und auch im Schatten jener großen „Volkskirchen“, die sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit so gern als „aufgeklärt“ geben, mit beinahe der gleichen rasenden Geschwindigkeit wie die Armut auszubreiten scheint; jedes Mal, wenn ich einer dieser Blindseelen als Vorübergehender begegne und mir erzählen lassen muss, was für ein tolles und wahres Buch die Bibel sei, frei von jedem Widerspruch und direktestes Wort Gottes an die Menschen, gemacht, dass man gläubig lese und sein Leben daran ausrichte, fällt mir auf, dass diese Menschen in vielen Jahren Bibel-Lese nicht einmal über solche Offensichtlichkeiten gestolpert sind und in all ihren Veranstaltungen und (meist etwas kitschigen) Büchern wohl niemals darauf hingewiesen werden. In solchen „kleinen“ Ausfällen der Wahrnehmung spiegelt sich jene „Gabe des heiligen Geistes“, die einer braucht, um einen derartigen Weg in den Himmel der eigenen Einlullung stracks und unbeirrt zu beschreiten: Die Scheuklappe.

Für R.

Auswärtiges Denken

Als Noah endlich gelandet ist, baut er Wein an. Er betrinkt sich und liegt dann entblößt im Zelt. In diesem Zustand findet ihn einer seiner drei Söhne — und erzählte es den anderen, die ihn dann zudecken. Und jetzt kommt das Wichtige: Als Noah aufwacht und erfährt, was dieser Sohn ihm „angetan“ hat, wird er zum Sklaven erklärt — und nicht nur er, sondern auch alle seine Nachkommen. Das ist genau das, was der Papst jetzt mit den Missbrauchsopfern auch macht: Betrunken und entblößt hat sich Noah. Aber der, der ihn dabei gesehen hat und es weitererzählt, wird bestraft. Das ist noch immer so! Täter-Opfer-Umkehrung. Da kann man doch nicht sagen, das sei ein tolles Buch, aus dem man einen Verhaltenskodex ableiten solle.

Renée Schröder, zitiert nach Astrodicticum simplex

Die Bibel in Bildern

Jonathan trifft David

Illustration zu 1 Sam 17,57 ff aus einer etwas älteren englischen Bibelausgabe. Der deutsche Text zu diesem Bild liest sich so (1912er Luthertext):

Da nun David wiederkam von der Schlacht des Philisters, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand. Und Saul sprach zu ihm: Wes Sohn bist du, Knabe? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechtes Isai, des Bethlehemiten. Und da er hatte ausgeredet zu Saul, verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigen Herz.

Ach, wie romantisch!