Tag Archive: Atomisierung


Ein Viertel weniger

„Seltsam“, sagte der Vorübergehende zu seiner Zeitgenossin, „wie leicht sich die Menschen eine dumme Emotion machen lassen, weil ausgerechnet in den Zeitungen der Milliardäre steht, dass Frauen im Durchschnitt ein Viertel weniger als Männer verdienen; und seltsam auch, wie leicht sie darüber vergessen, dass etwa die Pflegekräfte mit ihrem schnell zerstörten Rücken nur einen Bruchteil dessen als Lohn erhalten, was jene selbsternannten Leistungsträger dafür bekommen, dass sie die richtige Kraft-mal-Weg-Arbeit an andere delegieren. Schau dir nur an, wie die contentindustrielle Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf wohlgewählt gesetzte Themen jede möglicherweise wirksame Solidarität an der Wurzel verrotten lässt, und du weißt, wo die Argumentationen des Feminismus nach ihrer bourgeoisen Transformation angekommen sind: Im Manipulationsbaukasten der Ausbeuter“.

Psychiatrie

Die Psychiatrie ist die unheilige Inquisition des „aufgeklärten“ Zeitalters.

Vom Leben im fressenden Nichts

Nun, da wir seit zehn oder fünzehn Jahren im Berufsleben stehen und gerne mal ankommen, sesshaft werden, eine Basis haben möchten, erkennen wir, dass nichts sicher ist. Immer noch nicht. Wir haben keine sicheren Arbeitsplätze. Wir leben von Zeitarbeit und Zeitverträgen, von außertariflichen Regelungen, von immer neuen Einstiegsgehältern – nach jedem Jobwechsel, nachdem wieder einmal ein Zeitvertrag ausgelaufen ist, müssen wir uns bewähren. Viele von uns ziehen oft um, der Arbeit hinterher. Das ist kein Spaß. Das kostet Geld. Geld, das wir gerne ansparen würden, für später, für ein Eigenheim, für unsere Kinder, vielleicht auch nur für eine neue Waschmaschine. Aber noch bedeutsamer: Es kostet uns ein soziales Umfeld, einen sich über Jahre entwickelnden Freundeskreis, eine vertrauensvolle Familie um uns herum. Es kostet uns Zeit – die wir in Zügen und auf der Autobahn verbringen, auf dem Weg zum Partner, zu den Eltern, Großeltern und zu Freunden.

Draußen nur Kännchen: Ergänzende Worte zu den Piraten

Die Einzelnen

Hunderttausende, vielleicht Millionen von Menschen denken und sagen: „Es ist ja schon recht übel, und es wird auch nichts von allein besser, aber einer allein kann doch nichts dagegen machen.“