Tag Archive: Architektur


Rastplatz (16)

Sitzgelegenheit vor dem HannoverServiceCenter am Schützenplatz.

Sitzbänke vor dem gerade erst neu gebauten HannoverServiceCenter in Hannover, die von einem dafür mit städtischen Mitteln sicherlich recht gut bezahlten Menschen vorsätzlich so entworfen oder ausgewählt wurden, dass man sich weder beim Sitzen anlehnen noch darauf legen kann, damit sie auch ja nicht von obdachlosen Menschen benutzt werden können. Für diese gibt es ja schließlich den Boden, der ist Dreck gewohnt…

Architektur

Ein Verwaltungsgebäude in Hannover (Waterlooplatz, frühere Bezirksregierung)

Gefragt, warum er so selten Menschen und so häufig Gebäude fotografiere, sagte der Vorübergehende: „Die Menschen gehen vorüber, und es sei ihr Recht, Vorübergehende zu sein, ohne dass man sie in ihren Vorübergehen auf Bildern festhält. Die Architektur hingegen, sie wird von Herrschenden und Besitzenden klotzmächtig in den öffentlichen Blickraum gestellt, transportiert die kalten, gierigen, faschistischen und menschenverachtenden Ideen ihrer Bauherren und ist vorsätzlich dafür gemacht, auf Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dem Raum für das menschliche Miteinander einen Stempel aufzudrücken, unter dessen Last sich noch jeder gebückt hat. Gern nehme ich diese Architektur auf, um sie gegen die Abstumpfung durch den immer wieder gleichen Sinnesreiz als das zu zeigen, was sie ist, damit sie auch möglichst oft als das gesehen werde, was sie ist“.

Galeria Kaufhof

Fassade der 'Galeria Kaufhof' in der hannöverschen Innenstadt: kalt und hässlich

Ein fester Bunker ist euer Gott

Bugenhagenkirche in der hannöverschen Südstadt -- mit dem Liebreiz eines Luftschutzbunkers

In diesem „wunderschönen“ Sakralbau hört man gewiss keinen Knall mehr. 😀

Bau und Abend

In seiner Stimmung unbeschreibliches Foto trister Zweckarchitektur im Abendlicht.

Friedhof

Die Schule ist der Friedhof des Geistes. Das ist ihr Zweck. Dafür wird sie gebaut. Dafür wird sie betrieben.

Schule

Detail eines Schulgebäudes: Fenster mit 'neckischen Dekorationen'

Kaum etwas macht die objektive Tristesse der Kinderbeschulung so beschämend sichtbar und hoffnungslos fühlbar wie die Architektur der Gebäude, in denen diese vermittelt wird.

Baum, Schlauch und Beton

Ein kleiner, im Licht des Frühlings intensiv grüner Baum vor einer riesigen, abweisend aussehenden Betonwand; über einen starken Zweig des Baumes ist ein Schlauch gehängt.

Es kümmert den Baum nicht, dass die fensterlose Finsternis der Architektur von keinem Licht durchdrungen werden kann. Wie ein Mahnmal der objektiven Dürre hält er einen Schlauch, der Trost will ja gepflegt sein.

Der Architekt

Ich hätte niemals gedacht, dass die Leute so aggressiv wären. Als Architekt kommen mir Zweifel, wenn ich heute darüber nachdenke. Ich meine, wir hätten diesen Job beenden sollen. Es ist ein Job, von dem ich mir wünsche, dass ich ihn nicht gemacht hätte.

Minoru Yamasaki, Architekt von Pruitt-Igoe und der Zwillingstürme des World Trade Centers, im Jahr 1965 über seine Arbeit.

Sprengel Doom Hannover

Sprengelmuseum Hannover, mit Elementen aus Doom verziert

Sprengelmuseum Hannover, mit Elementen aus Doom verziert

Sprengelmuseum Hannover, mit Elementen aus Doom verziert

Die Architektur des Spregelmuseums zu Hannover erinnert zumindest mich recht stark an die Gestaltung einiger Level in Doom, nur dass (noch) keine Waffen und keine Munition herumliegen. Die Spielhandlung von Doom ist, dass menschliche Siedlungen auf den Marsmonden Phobos und Daimos nach missglückten Teleportations-Experimenten von Kreaturen aus der Hölle übernommen wurden, und dieser Hintergrund passt schon gut zur Architektur mit ihren nur notdürftig dekorierten Säulen und Außenmauern im Stil des Brutalismus, die zwar zu ihrer Zeit sehr modern wirkten, aber nach dem Ende dieser Mode ihren menschen- und lebensverachtenden Charakter nackt in die Welt zeigen. Nicht anders werden übrigens in zehn bis zwanzig Jahren die heute modernen, nicht minder kalten und feinden Bauten wirken, mit denen Architekten im Auftrag einer besitzenden Minderheit den öffentlichen Blickraum zuklotzen.

Das Abendlicht verlor

Ein besonders abstoßendes und kaltes Beispiel einer Fassade im Stil des 20. Jahrhunderts

Wo manifest Nekrophile Architekten werden und den öffentlichen Raum gestalten, da hat am Ergebnis solchen Strebens selbst das wärmste Abendlicht keine Chance gegen all das alldurchgreifend Kalte.

Türen

Eingang der Nebenstelle der Deutschen Bundesbank in Hannover am Georgsplatz 5

Diese Türen, die dafür gemacht sind, dem Eintretenden psychologisch zu verkleinern, ihn noch vor jedem menschlichen Kontakt deutlich spüren zu lassen, dass er im Vergleich zu jenen, die sich in diesem Bau repräsentieren, ein unbeachtliches Nichts ist; diese Türen, die so typisch sind für die Architektur der Paläste, der Kirchen, der Banken.