Tag Archive: Apple


Kolonialwaren

Im Vorübergehen an einem Apple Store sagte der Vorübergehende zu seinem Begleiter: „Dass die auch nicht mehr Kolonialwarenläden heißen“…

Werbeanzeigen

Die Watch und das Phone

Sorgsam inszenierte Produktpräsentationen von Apple: Die wohl größte Tupperparty der Welt. Ein Unterschied nur zwischen die teuren und allmedial hochgejubelten gadgets und den Plastikdosen:

[…] aus mehreren Anmerkungen lässt sich jedoch darauf schließen, dass die Uhr jede Nacht aufgeladen werden muss

Die Plastikdosen sind nützlicher als ein gadget für 350 Dollar im klobigen Design, dessen Akku nur einen Tag lang hält und das nur zusammen mit einem ebenfalls hochpreisigen Wischofon mehr kann, als die Uhrzeit anzuzeigen.

Google, Facebook, Apple, Microsoft!

Werte Verantwortliche bei Google, Facebook, Apple und Microsoft¹,

ich habe an euch nur eine einzige, sehr leicht zu formulierende Frage: Wie viele Menschen wurden wegen der Erkenntnisse aus eurer Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika im Rechtsfreien Raum des vorgeblichen „Krieges gegen den Terror“ in Konzentrationslager verbracht, von klandestin vorgehenden Mordsöldnern aus dem Hinterhalt abgeknallt oder zusammen mit anderen Menschen in ihrer Nähe von so genannten „Drohnen“ zerfetzt²?

Bis ihr nachvollziehbar und öffentlich belegt, dass so etwas niemals geschehen ist, sage ich euch nur eines: Ihr seid feige, rückgratlose, verachtenswerte Schreibtischmörder! Für eine Handvoll Dollar verachtet ihr nur allzu willig das Lebensrecht — solche Menschenrechte wie das Recht auf Privatsphäre ignoriert ihr ja schon recht öffentlich — anderer Menschen und nehmt gewisse „Kollateralschäden“ billigend in Kauf.

Und genau als das sollte man euch behandeln.

Als Mörder.

Als ein Pack, das niemand in seiner Nähe haben will.

Ich wünsche mir mit meinem ganzen Sinn eine Zeit, in der ihr für das, was ihr tut und getan habt, zur Rechenschaft gezogen werdet.

Ohne Gruß
Der Nachtwächter

¹Die Liste der Unternehmen ist nicht vollständig und vorsätzlich so gewählt, dass sie in fast jedes Leben hineinragt.

²Ich halte den Begriff „Drohne“ für einen Roboter, der einen bequemen, klinisch sauberen und für den Täter „sicheren“ Mord auf Knopfdruck ermöglicht, für eine üble Beleidigung der Honigbienen. Diese Geräte sollten — so sehr der Neusprech über die Medien auch in jedes Hirn getragen wird — immer als das bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sind: Mordroboter.

Nicht alles wird modern…

Nicht alles wird schon dadurch modern, dass sich im Laufe der Zeit die technischen Möglichkeiten erweitern. Der alte Droschkenunternehmer macht in gewisser Weise immer noch in Droschken und sitzt Tag und Nacht in seinem Taxi; die schlesischen Weber sind inzwischen zu chinesischen Webern an recht ausgefeilten Maschinen geworden, aber kein bisschen satter, gerechter entlohnt oder mit bessserer Aussicht; der Hufschmied wechselt inzwischen flugs angelernt, billig und um die Ecke die Reifen der Autos. Die alten Herrschaftsstrukturen schaffen es mit Leichtigkeit, sich auch unter neuer Technik zu erhalten. Nichts spricht dafür, dass der technische Fortschritt des Internet nicht ebenso in alte Herrschaft gemünzt werden kann; nichts, außer einer jungen Partei mit Hang zum Orange. Was auch. Keinen Mut machen kann, weil die Geschichtsvergessenheit und die Meidung analytischen Betrachtens bei vielen Menschen in dieser Partei besonders ausgeprägt sind. Wer aus bloßer Fortschritts- und Technikverliebtheit schon zu glauben geneigt ist, dass der heutige Taxifahrer doch schon wegen besserer Technik besser dran wäre als der frühere Droschkenelendsselbstständige, der wird sich auch mit Digitaltechnik zufrieden geben, die hübsch aussieht und ein taktiles Bedürfnis befriedigt, aber dabei undurchschaubar bleibt und ihre Nutzer über allerlei künstliche Restriktionen entmündigt, versklavt und ausbeutet. Es passt schon auf eine skurille Weise, dass man auf Fotos von Veranstaltungen der Piratenpartei so auffallend viele Geräte ausmachen kann, auf die ein angebissener Apfel gestempelt wurde: ein Symbol, dass in einer noch gar nicht so lange zurückliegenden Zeit und Gesellschaft den Menschen als Begründung dafür gegeben wurde, dass sie aus dem Paradiese vertrieben worden sind, während sich die fettgefressenen Herrschenden, denen solche Verkündigung in Wirklichkeit diente, ein wahrlich paradiesisches Leben auf Kosten der verdummten Massen erlauben konnten.

Kein Nachruf

Wenn ich überhaupt für jemanden Anteilnahme entwickeln kann, dann für die ungezählten anonymen Opfer, auf deren zerstörter Gesundheit, deren schwindendem Leben und deren miserabler Entlohnung der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmung Apple erblühte. Der Rest ist Apples Reklame und Pressearbeit.

Der Aldi-Kunde

Er stand beim Aldi in der Warteschlange an der Kasse, im Wagen das preiswerte, heute nochmal herabgesetzte Gemüse. Um in der Warteschlange nicht wie die anderen nichts zu tun und den nach input suchenden Blick durch die vielen Selbstbelohnungs-Artikel schweifen zu lassen, die überall an den Kassen der Supermärkte platziert sind, griff er in seine Hemdtasche, holte ein iPhone heraus, handhabte es in einer wenig zweckmäßigen, aber darin doch geübt aussehenden Weise, so dass jeder auch nur beiläufige Betrachter sehen musste, was er da in der Hand hielt und welches Logo darauf zu sehen war; und er telefonierte kurz damit, um anschließend mit flinkem Fingerschubsen einen Blick in seine E-Mail zu werfen. Oh, wie überzeugend er zeigte, dass er mehr hat und deshalb wohl besser ist als alle diese Anderen in dieser Schlange der billigen Einkäufer!

Kaffee, Ei und Pad

Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an…

Der Name iPad für diesen Tablettrechner von Apple ist schon sehr passend. Er erinnert von seinem Klang her an einen anderen, recht erfolgreichen Versuch der Werber, den Menschen für nutzloses Zeug Geld aus der Tasche zu ziehen, an die (von Werbern) so genannten „Kaffee-Pads“. Es ist ja nicht so, dass die Zubereitung der täglichen Droge für die Ermüdeten und Ermatteten eine besondere Schwierigkeit gewesen wäre, aber plötzlich sollte es noch einfacher und noch besser werden. Dafür musste der Depp Mensch, der an so angepriesene Vereinfachungen glaubte, nur eine spezielle Kaffeemaschine erwerben — und außerdem den Kaffee fortan in speziellen, schon portionsweise abgefüllten Wegwerf-Pads kaufen. Diese waren zwar „etwas“ teurer, aber wer auf ein paar psychologisch optimierte Werbefilmchen hereinfällt, die ihm eine riesige Vereinfachung und eine neue Ekstase des Genusses zum täglich Putschwasser versprechen, der merkt auch nicht mehr, wenn das Pfund Kaffee in dieser Darreichungsform auf einmal um die fünfzehn Euro kosten soll. Was ist schon eine Preissteigerung um mehrere hundert Prozent, wenn doch alles besser und einfacher geworden ist? Irgendwann scheint es Mitmensch Denkverweigerer dann doch noch gemerkt zu haben, und zwar vermutlich erst, als das Geld aus unerklärlichen Gründen für andere Genüsse fehlte. Denn auf einmal gab es auch leere Kaffee-Pads, die selbst mit Kaffee aufgefüllt werden konnten, so dass auch der als Vorzug angepriesene Komfort dieser Zubereitungsart dahin war. Macht aber nichts, denn der Angehörige der Zielgruppe „Möchtegern-Hedonist mit geringer Tendenz zur Entwicklung von intellektueller Kapazität“ hat ja schon ordentlich Geld gelegt und sich nebenbei dauerhaft zur Zielgruppe eines recht sinnfreien Angebotes teuren Kaffees gemacht, während der richtige Hedonist sich das Leben versüßt, indem er darauf verzichtet, sein Hirn der Werbung auszusetzen, seinen Kaffee auf die althergebrachte Weise aufbrüht und ganz nebenbei eine Menge Geldes übrig hat, das er sinnvolleren Verwendungen zuführen kann.

Natürlich kann sich der Käufer so einer Pad-Kaffeemaschine dafür wenigstens einreden, dass er etwas Besseres hat. Die Werbung hilft ihm ja auch dabei… 😉

Wie gesagt, ich muss daran denken, wenn ich den Namen iPad für diesen recht krüppligen Tablettrechner von Apple höre. Und ich finde, dass da nicht nur eine Ähnlichkeit in der Bezeichnung vorliegt, mit der die Werber Menschen zu Käufern solchen Tandes machen wollen.

Apple-Fanboys und sonstige Trolle bitte den Kommentarbereich vollgöbeln. So viel Satire, wie von Apple-Anhängern unfreiwillig produziert wird, kann sich der heiterste Satiriker nicht ausdenken…