Category: Allgemein


Auswärtiges Denken

Wenn der Faschismus nach Amerika kommt, denn wird er in die Flagge gehüllt sein und ein Kreuz tragen.

Sinclair Lewis (1835)

Und jetzt bitte zum Godless Blogger klicken…

„Google Ads“ bei WordPress.com

Liebe Leserinnen, Leser, Interessierte,

heute morgen habe ich beim Überfliegen meiner eigenen, täglichen Bloglektüre im Gentrification Blog lesen müssen, dass die Blogs bei WordPress.com jetzt zumindest teilweise mit Werbung über Google Adsense „angereichert“ werden.

Hierzu gebe ich — für jeden, den es interessiert — die folgende persönliche Erklärung ab:

  1. Ein Aufscheinen von irgendeiner Form der Reklame in diesem Blog ist von mir nicht erwünscht und entspricht auch keiner von mir vorgenommenen Konfiguration. Es handelt sich um eine neue oder mir zumindest bislang noch nicht aufgefallene Maßnahme von Automattic, dem Betreiber von WordPress.com, das Schreiben der Menschen hier zu Geld zu machen. Tatsächlich wird dieses Blog mit seinem sehr speziellen Themenkreis durch die Einblendung von Werbung in jeder nur denkbaren Form entwertet, was jeder Leser leicht durch ein wenig Blättern überprüfen kann. Die Umgestaltung jeder zwischenmenschlichen Kommunikation in einen sozial optimierten Geschäftsvorgang ist Teil jener industriell produzierten, seelischen Kälte, die hier immer wieder benannt, hoffentlich fühlbar gemacht und als etwas von allen Menschen jeden Tag zu Überwindendes angemahnt wird. Hierzu sind die richtigen Fragen zu stellen, damit auch die richtigen Antworten gefunden werden.
  2. Als ich vor dreieinhalb Jahren mit diesem größtenteils harmlosen Blog „Lumières dans la nuit“ begann, war es meine stets erklärte Absicht, für immer werbefrei zu bleiben. Deshalb wurde das Blog anfangs in der BR Deutschland unter der Domain tamagothi.de gehostet und von mir mit einer eigenen Installation der Blogsoftware WordPress betrieben. Unter der Last ständiger juristischer Anfeindungen — die übrigens durchgehend von geschäftstreibenden Personen aus der unmittelbaren räumlichen Nähe des Ihmezentrums zu Hannover ausgingen, was in mir nach und nach ein klares Bild der wirtschaftlichen Methodik eines recht mafioid erscheinenden Heuschrecken-Konzerns Carlyle entstehen ließ, der es für sein in Hannover-Linden geplantes und mittlerweile gescheitertes Geschäft wohl als nachteilhaft empfand, wenn die gnadenlose tristesse dieses Menschenschließfaches im Stil des Brutalismus an vorderster Stelle in Google-Suchergebnissen sichtbar wird* — unter der psychischen Last, die es für einen krebskranken Freund bedeutete, auf dessen Server ich dieses Blog ursprünglich betrieb, mit der widerlichen Wucht deartiger Anfeindungen konfrontiert zu sein; aus meiner wachsenden Unlust heraus, unter diesen Umständen auch nur noch einen einzigen Tag weiterzumachen, schloss ich das ursprüngliche, in Deutschland gehostete Blog. Das hier vorliegende, bei WordPress.com gehostete Blog ist bereits eine emigrierte Version, ein schwer beschädigtes Bloggen auf der Flucht, das ich wenigstens durch Verlagerung in die USA — wo trotz vieler anderer Missstände die Freiheit der Meinungsäußerung nicht nur wie in der Bananenrepublik Deutschland eine unverbindliche Prosa in der Verfassung, sondern eine verbriefte Rechtswirklichkeit für die Menschen ist — vor der eisgierigen Abmahnwillkür und juristischen Stocherei der Besitzenden in der politisch vollkommen gewünschten Rechtsunsicherheit und Kriminalisierung des Internet in der BR Deutschland bewahren wollte.
  3. Mein Lebensstil — ich bin obdachlos und lebe von dem, was mir kampflos gegeben wird, um mich mit ganzer Hingabe auf das zu konzentrieren, was mir nach allen meinen Einsichten wichtig und bedeutsam erscheint, und wenn es mich mein verfluchtes Leben kostet — ermöglicht es mir zurzeit nicht, dieses Blog auf einen anderen Server im Internet zu hosten. Auch wird dieses schon flüchtende, emigrierte Blog keinen weiteren Umzug überstehen und deshalb auch keinen machen. Wenn hier in der kommenden Zeit bei WordPress.com Bedingungen geschaffen werden, die mir den Weiterbetrieb dieses Blogs unmöglich machen, denn wird dieses Blog ersatzlos verschwinden. Es reiht sich dann ein in eine Reihe weiterer Projekte von mir, die sich als für mich undurchführbar erwiesen haben. Meine Kraft ist beschränkt, Geld ist kaum vorhanden, und mein Name ist nicht Sisyphos. Es gibt noch genügend andere, vielleicht weniger sichtbare und nicht primär im Internet beheimatete, von mir betriebene Projekte, welche die freiwerdende schöpferische Kraft völlig aufsaugen werden, bis mir jede Kraft geschwunden ist.
  4. Von seinem ersten Tag an sind die Inhalte dieses Blogs unter Piratenlizenz lizenziert worden, weil es mir eben auf die Kommunikation von Inhalten (das Gegenteil vom leicht verschiebbaren und vermarktbaren content) ankommt und nicht auf die Kontrolle meiner Leser oder eine absurde technische Selbstbestätigung im dummen Selbstzweck der Zugriffsstatistik. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass es eine Reihe mehr oder weniger aktueller und vollständiger Mirrors des gesamten Blogs gibt, die sich aus den RSS-Feeds dieses Blogs gespeist haben. Solange die RSS-Feeds bei WordPress.com werbefrei bleiben, werden auch diese Mirrors werbefreie Versionen meiner Texte enthalten. Ich bitte meine Leser, einfach dort weiterzulesen. Eine Suchmaschine kann eine echte Hilfe sein, auch wenn man dem Wahnsinn der totalitären Verwirtschaftung entkommen will. So lange hier „nur“ Google-Ads (und keine überrumpelnde Gewaltreklame) im Blog eingebunden werden, werde ich noch weitermachen; sobald die erste Reklame im RSS-Feed auftaucht, wird dieses Blog gelöscht.
  5. Die Entscheidung Automattics für Google-Ads zur mechanischen Vergällung der Texte mit Reklame empfinde ich angesichts der intransparenten Sammelwut der Datenkrake Google einfach nur als schrecklich falsch. Ich habe nicht das geringste Interesse daran, dass hier Informationen über recht empfindliche, gesellschaftlich marginalisierte und politisch verfolgte menschliche Netzwerke in die Hände eines Unternehmens fallen, dass sich gegenüber mörderischen Regimes wie etwa dem chinesischen immer wieder als sehr kooperativ in der Auslieferung von Menschen erwiesen hat, wenn nur die Kasse stimmt. Von dieser Entscheidung Automattics sind etliche politische und gesellschaftskritische Blogs aus der Bananenrepublik Deutschland betroffen, die hier eigentlich Schutz vor Verfolgung und Unterdrückung gesucht haben, und die jetzt der unkalkulierbaren geschäftlichen Willkür eines wertneutral um Reibach bemühten Unternehmens ohne jeglichen ethischen Anspruch in seinen Kooperationen mit Unterdrückungsbehörden fragwürdiger und totalitärer Staatsführungen ausgeliefert sind. Dies wirft einen schwarzen Schatten auf die geschäftliche Ethik Automattics, der auch auf andere Angebote dieses Unternehmens fällt, und es ist leicht möglich, dass diese Entscheidung Automattics einige hier bei WordPress.com bloggende Menschen aus der VR China demnächst das Leben kosten wird. Es mag sein, dass Geld nicht stinkt, aber Automattic beginnt sehr unangenehm zu riechen.

Nein, das Jahr 2010 fängt nicht sehr hoffnungsvoll an.

Euer Elias, der Nachtwächter

Nachtrag 13. Januar 2010: Inzwischen hat auch Google Probleme mit der zensierenden Zusammenarbeit mit der VR China, das sei hier als Ergänzung angemerkt. Ob das lediglich wirtschaftlich motiviert ist und keine weiteren Konsequenzen haben wird, oder ob es eine wirkliche Wende ist, das wird die Zukunft zeigen.

*Natürlich lässt sich diese Aussage nicht so hart belegen, dass sich die Indizien zu klaren Beweisen formen würden, so klar auch das aus der Erfahrung entstehende Bild ist, deshalb hier der Konjunktiv.

Der Tod der Lyrik

Wer noch weiß, was ein Gedicht ist, wird schwerlich eine gutbezahlte Stellung als Texter finden.

Theodor W. Adorno, Theorie der Halbbildung

Vermutlich ist die Lyrik die älteste Form künstlerischen sprachlichen Ausdruckes. Sie war keine nutzlose Kunst. Die formale Gestaltung, die Tendenz lyrischer Ausdrucksweise, Begriffe über den Gleichklang und das Metrum miteinader zu verbinden, weist in eine Zeit zurück, in der Menschen keine Schrift zur Verfügung hatten und sich dieser sinnlichen Qualitäten als ein Mittel bedienten, Text zum Erzählen (und zum Zaubern, denn ihre Weltanschauung war magisch) im Gedächtnis zu behalten. Tatsächlich ist solcher Nutzen der Form in der Triviallyrik der Volksweisheiten und Sprichwörter, obwohl im Verklingen begriffen, bis heute vernehmbar:

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
so oft er auch die Wahrheit spricht.

Mit der zunehmenden persönlichen Nutzlosigkeit auswändig verfügbaren Wissens in einer vom Buchdruck und lichtschnellen Medien geprägten Gesellschaft ist der Untergang der Lyrik eine folgerichtige Erscheinung, und der einst vom Hören einer aus dem Alltag sprießenden Lyrik geschulte Feinsinn der Menschen unter den Bedingungen des über die Gesellschaft ablaufenden Prozesses folgt dieser Entwicklung, ohne dass etwas anderes entstanden wäre, den Sinn für sprachliche Harmonie zu schärfen. Was von der einst so bedeutenden Lyrik verblieben ist, das sind die Texte der industriell erstellten und lärmend gewordenen Populärmusik, deren Inhalte zumeist den allgemeinen Mangel an befriedigender Sexualität widerspiegeln. Und. Das als Show eines unterhaltsamen Wettbewerbes dargebotene Marktgeschreie auf so genannten „poetry slams“.

Vom Kopf

Er sagte zu mir: „Ein Außerirdischer, der unser Fernsehprogramm empfängt und sonst nichts über unsere Kultur weiß, der sich also sein ganzes Bild von unserer Kultur aus dem regulären Programm und aus der Werbung zusammenreimen müsste, müsste doch denken, dass das wichtigste äußere Merkmal des sozialen Status eines Menschen die Haare sind. Alle in relevanter Position sichtbaren Personen, alle Nachrichtensprecher und alle Hauptdarsteller der Filme, Fernsehserien und Werbeclips präsentieren sich stets perfekt und oft aufwändig frisiert.“

Ich konnte ihm zur zustimmen. Und ich verstand. Warum unter diesen Umständen dem Inneren des Kopfes so viel weniger Aufmerksamkeit zuteil wird als dem Äußeren des Kopfes.

Die Comedians

Was ist der Unterschied zwischen einem Blog und einer Pizza?
Die Pizza kann eine Familie ernähren.

Das heutige deutsche Wort „Witz“ stammt vom althochdeutschen Worte „wizzan“ ab, das einen ungefähren Bedeutungskreis von „Wissen“ (die Nähe ist noch im heutigen deutschen Wort sichtbar) und „Beobachten“ (vergleiche das englische Wort „witness“) abdeckte. Erst in relativ junger Zeit, in den letzten 200 Jahren, wandelte sich diese Bedeutung, verschob sich von einem Begriff für den wachen und bewussten Geist hin zur Sammelbezeichnung kurzen Ulks, zotiger Bespaßung und verachtungsvoller Geschichtchen von Blondinen, Juden, Schwulen und Mantafahrern. Die so genannten „Comedians“, die als immergecke Frontfressen einer mit industrieller Methodik und hohem Aufwand arbeitsteilig betriebenen Spaßproduktion längst menschliche Abziehbilder, aufgestempelte Warenzeichen einer am Fließband erstellten Unterhaltung und Untenhaltung des wachen Geistes geworden sind, sie bilden schon den tief gelegten Endpunkt der Enthirnung, die vor zwei Jahrhunderten im Bedeutungswandel eines Wortes ihre Schatten voraus warf — und ihnen hinab in die Devolution folgen die vielen Zeitgenossen, die sich jeden Tag von diesen medialen Produkten zurechtstanzen lassen und im kalten Alltag versuchen, auf gleiche Weise „witzig“ zu sein.

Entwurf eines Lizenztextes

Meiner Auffassung nach kommt mit jeder Botschaft, die über das dezentrale Medium des Internet übermittelt wird, auch eine übergeordnete Botschaft, die jeder Mensch wahrnehmen sollte. Diese Botschaft des Internet eröffnet große gesellschaftliche Chancen, die in den politischen und wirtschaftlichen Erörterungen über das Internet regelmäßig übersehen werden.

Die Massenmedien vor dem Zeitalter des Internet verdanken ihre besondere gesellschaftliche Stellung einem Oligopol der Produktionsmittel für die Anfertigung von Informationsträgern. Sie werden zentral herausgegeben, die Mehrzahl der Empfänger kann auf die dargebotenen Informationen und Wertungen keinen Einfluss nehmen. Da dieses Oligopol in besonderer Weise mit politischen Strukturen verflochten ist und wirtschaftlichen Abhängigkeiten unterliegt, werden die zentralmedial dargebotenen Informationen tendenziell zu einer Stütze des herrschenden Systemes. Sie sind konservativ, jeder gesellschaftlichen Entwicklung entgegen gerichtet, die zu einer kulturellen Modernisierung und zur Entwicklung des menschlichen Potenziales unter gewachsenen technischen Möglichkeiten führen könnte. Wie sehr die zunehmende Verblödung vieler Menschen und ihre Unfähigkeit zum verantwortlichen Handeln trotz der gegenwärtigen gesellschaftlichen Anforderungen in diesem gewachsenen medialen Apparat wurzelt, wird durch bloßes Betrachten evident.

Das ist ein Selbstzitat, weil ich mir heute den ganzen Tag lang darüber Gedanken gemacht habe, unter welcher Lizenz ich in Zukunft meine Musik veröffentlichen werde. Das Zitat stammt aus einer schier endlosen Begründung vor den eigentlichen Lizenzbedingungen, die mir aber so gut gefallen haben, dass ich es nicht übers Herz brachte, sie einfach rauszukürzen. (Ich befürchte, dass ich das denn doch einmal tun muss.)

Das ganze Ergebnis meines Nachdenkens befindet sich trotz seiner jetzt schon fürchterlichen Textmenge immer noch in einem eher fragmentarischen Zustand, und inzwischen bin ich so „betriebsblind“ geworden, dass ich sogar anfange, das objektiv wirre Geschreibsel doch „für ganz gut“ zu halten. Um meinen diesbezüglichen Optimismus mal ein wenig zu dämpfen, stelle ich es hier einfach mal in seiner unreifen Form zum freien Download und zum freudigen inhaltlichen Zerreißen durch interessierte Leser zur Verfügung. Vielleicht hat ja sogar jemand genug juristische Kenntnisse, um mir Hinweise auf dringend erforderliche Präzisierungen und „gefährliche“ Formulierungen zu geben — denn in meinem direkten Umfeld ist juristischer Sachverstand nicht vorhanden. 😉

Rechtschreibfehler und Stilblüten dieses Entwurfes sind bei der Duden-Redaktion einzureichen, damit sie in die nächste Reform der deutschen Rechtschreibung eingearbeitet werden können.

So, und jetzt muss ich unbedingt etwas angenehmeres betrachten. Es gibt eine Art von Schreibarbeit, die ich wirklich hasse.

Offener Brief an die DNB

Werte Damen und Herren von der Deutschen Nationalbibliothek,

mit großer Erheiterung habe ich wahrgenommen, dass nun für jede Form der Publikation eine Abgabepflicht bei Ihnen gelte, damit Sie sich das Schaffen der Menschen in Deutschland kostenlos aneignen und es archivieren können. Die diesbezügliche Verordnung des Deutschen Bundestages, dessen Abgeordnete sich ja nicht gerade durch eine besondere Kompetenz in Bezug auf jene Medien auszeichnen, die nicht durch das Aufbringen von Druckerschwärze auf toten Bäumen dupliziert und verbreitet werden, erstreckt sich ausdrücklich auch auf Publikationen im Internet und ist dabei in ihren unklaren Formulierungen die Quelle weiterer Rechtsunsicherheit für alljene, die eine kleine, harmlose Website im Geltungsbereich der Rechtsnormen der BR Deutschland betreiben. Die wenig klärenden Darlegungen von Ihrer Seite erweisen sich ebenfalls als völlig ungeeignet, einen Hauch von Rechtssicherheit bei kleinen und wenig beachteten Internet-Autoren zu schaffen; und die mögliche Geldstrafe von bis zu zehntausend Euro ist für viele Privatmenschen existenzbedrohend genug, um damit das Potenzial in sich zu bergen, vom Betrieb einer Website abzuschrecken. Die Vermutung, dass genau das eine politische Absicht hinter einer solchen Gummiband-Verordnung war, ist für jeden denkenden Beobachter des jüngeren politischen Umganges mit dezentral organisierten Medien unmittelbar auf der Hand liegend.

Auf diesem Hintergrund möchte ich Ihnen gegenüber als freier Mitgestalter des deutschsprachigen Internet die folgenden Klarstellungen machen:

  1. Diese Website „Lumières dans la nuit“ ist ein rein persönliches Archiv der alltäglichen Kälte, das für den größten Teil der Menschen in der BR Deutschland völlig irrelevant ist. Auch andere Websites, an denen ich als Autor mitwirke, sind von eher persönlicher Prägung, archivieren den alltaglichen Wahnsinn und zeichnen sich stets durch die Kombination kultureller Relevanz und gesellschaftlicher Marginalität aus.
  2. Es steht Ihnen — wie jedem anderen Nutzer dieser Site — völlig frei, die Gesamtheit dieser Website durch einen einfachen technischen Prozess auf einem ihrer Computer zu duplizieren. Sie können hierfür geeignete Programme wie GNU wget verwenden, sie können aber auch einfach die Links in der Sitemap abarbeiten. Die beinahe täglichen Aktualisierungen dieser Website stehen Ihnen — wie jedem anderen Nutzer auch — als ungekürzter RSS-Feed zur Verfügung. Wenn Sie sich von dieser einfachen technischen Schnittstelle überfordert fühlen und bei diesem Anliegen kompetente technische Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen gern und jederzeit gegen die marktübliche Entlohnung mit Rat und Tat zur Seite.
  3. Es steht Ihnen — wie jedem anderen Nutzer dieser Site — völlig frei, die Gesamtheit dieser Website unter den Bedingungen der hier erteilten Piratenlizenz beliebig zu verwenden, zu bearbeiten, zu veröffentlichen, zu spiegeln und zu archivieren, solange sie mich für die Inhalte in dieser Site nicht verklagen. Der Zweck dieses Lizenzmodelles bestand gerade darin, eine solche Verwendung durch andere Menschen und Institutionen ohne juristische Unwägbarkeiten zu ermöglichen; ein besonderes Bundesgesetz wäre im meinem Falle für die Verwendung der hier veröffentlichten Inhalte also gar nicht erforderlich gewesen. Tun Sie einfach das, was hunderte anderer, menschlicher Leser und etwa acht Netz-Mirrors unterschiedlicher Abdeckung der Gesamtheit des Inhaltes auch jeden Tag tun, und bedienen Sie sich!
  4. Ich bin nicht bereit, Ihnen eine weitergehende Lizenz zu erteilen oder ihnen eine darüber hinausgehende Nutzungsform dieser Website zu ermöglichen. Eine Rechtsnorm, die so wenig Rechtssicherheit schafft wie diese Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek betrachte ich allein deshalb als unbeachtlich, weil sie beliebiger Willkür in ihrer Interpretation — und damit auch im unterdrückerischen Umgang mit Internet-Autoren — Tür und Tor öffnet und somit allem zuwiderläuft, was ein guter Grund für eine Rechtsnorm wäre. Ich sehe der Zukunft mit großer Gelassenheit entgegen und gehe davon aus, dass dieses offenbar hingepfuschte Gesetzeswerk eben so wenig Bestand bei einer ernsthaften juristischen Prüfung haben wird, wie viele andere in jüngerer Zeit vom Deutschen Bundestage im Zustande offenbarer geistiger Umnachtung in Kraft gesetzte Gesetzeswerke.

Sollten Sie im letzten (vierten) Punkte anderer Auffassung sein, so bitte ich Sie um eine kurze, formlose Mitteilung. Da ich mir aufgrund meiner Lebensumstände keinen Rechtsstreit leisten kann und deshalb auch eine derartige Willkür hinnehmen werde, würde sich aus Ihrer Mitteilung für mich die Konsequenz ergeben, dass ich die Gesamtheit meines Schreibens fortan auf Webservern veröffentliche, die außerhalb des Geltungsbereiches hirnrissiger Gesetze der BRD liegen. Diesen Umzug würde ich mit einer neuen Version meines Lizenztextes begleiten, der allen staatlichen Institutionen der BR Deutschland — und insbesondere der Deutschen Nationalbibliothek — explizit jegliche Nutzung meiner Werke in irgendeiner Form verbietet.

Ein solcher, soeben beschriebener Umzug der Website ist für mich nur mit geringen Kosten und Mühen verbunden und schüfe als Akt der Kulturflucht auch ganz gewiss Zustände, die überhaupt nicht im Sinne des Gesetzgebers liegen — vor allem, wenn auch andere Mitgestalter des deutschsprachigen Internet in vergleichbarer Weise vorgehen. So lange Sie meiner Bitte um eine kurze Mitteilung Ihrer eventuell anderen Auffassung nicht Folge leisten, betrachte ich aus diesem Grunde meine und Ihre Auffassung der gegebenen Situation als hinreichend übereinstimmend und lehne jede eventuelle, zukünftige Anforderung von Ihrer Seite ab, so weit sie über das hinausgeht, was jedem Nutzer dieser Website problemlos möglich ist.

Mit freundlichem Gruß

Elias Schwerdtfeger aka „Der Nachtwächter“

PS: Als Hinweis für jene behördlichen Leser und Mitglieder des Deutschen Bundestages, denen eine Veröffentlichung im Internet noch nicht so vertraut ist, sei hier noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass die farbig markierten Textbestandteile so genannte „Links“ sind, also Verweise auf andere Resourcen im Internet, die durch einfaches Anklicken im Browserfenster betrachtet werden können. Probieren Sie es einfach einmal aus! Sehen Sie, es ist doch gar nicht so schwierig…

Mit Dank an Bio, ohne den ich das Ganze einfach vergessen hätte…

Hinweis an meine Leser

Dass die Site „Rotglut“ hier nicht mehr in der automatisch erstellten Aufbereitung interessanter Blogs und Netzprojekte auftaucht, ist eine Entscheidung, zu der ich gedrängt wurde.

Mein Freund Frank, der mir die Domain tamagothi.de zur kostenlosen Nutzung überlassen hat, erhielt heute den Brief eines Rechtsanwaltes, der (übrigens ohne unmittelbare finanzielle Forderung, aber sehr wohl unter Ankündigung eines möglichen juristischen Verfahrens und unter Setzung einer Frist) dazu aufforderte, diesen Link und diese automatische Aufbereitung zu entfernen. Mir selbst liegt der Brief und sein Wortlaut noch nicht vor, ich habe unter Rücksichtnahme auf Frank reagiert.

Da Frank schwer krank und arm ist, fühlt er sich einem möglichen Rechtsstreit nicht gewachsen. Ich bitte das zu berücksichtigen, wenn hier meine Haltung gegenüber Frank in dieser Sache kritisiert wird.

Das bloggende Hannover

Da der Aggregator für die Blogs aus Hannover jetzt seit drei Wochen nicht mehr funktioniert und ich diesen kleinen Einblick wirklich vermisse, habe ich mich in den letzten Stunden einfach einmal daran gesetzt, einen Ersatz zu schaffen.

Das Resultat dieser Mühen ist ein neues Nebenprojekt: Das bloggende Hannover.

Zurzeit sind noch nicht so viele Blogs darin zusammengefasst, weil ich nicht einfach ungefragt die Texte anderer Menschen übernehmen will. (Allerdings habe ich mir angemaßt, den Dwarslöper völlig ungefragt aufzunehmen, um mein Hackwerk ein bisschen zu testen. Eventuelle Verwünschungen bitte als Kommentar ablegen.)

Wer einen Bezug zu Hannover hat und möchte, dass sein Blog in dieser Zusammenstellung auftaucht, schreibe mir einfach eine kurze Mitteilung. Ich hoffe sehr, dass das, was ich in den letzten Stunden produziert habe, nicht völlig für die Katz war.

Ach ja: Da mich nun wirklich eher eine Minderheit liest, bitte die Information weitergeben.

Ich mag nicht mehr!

Irgendwo scheint dieses ganze SEO-Gesindel aktuelle Listen von Blogs zu finden, in denen Links in Kommentaren nicht durch eine nofollow-Auszeichnung verkrüppelt werden. Und. In solchen Liste taucht auch dieses eher harmlose und unbeachtete Blog auf. Das. Auf Googles tolle Idee technisch entwerteter Links bewusst verzichtet, damit das Internet trotz aller kommerzieller Bestrebungen weiterhin ein Netz bleibt, das Menschen zusammen bringt.

Die Folge einer solchen Auflistung für dieses Blog ist nicht nur ein in letzter Zeit deutlich erhöhtes Spamaufkommen, das auf Seiten der Spammer über automatische Verfahren erstellt und hier dann über ebenfalls automatische Verfahren wieder unschädlich gemacht wird. Ich darf mich auch immer häufiger über völlig echt aussehende Kommentare „freuen“, die sogar einen inhaltlichen Bezug zum kommentierten Text aufweisen, von einem Menschen von Hand geschrieben werden und dennoch in der zugehörigen Angabe der Homepage recht eindeutig zu verstehende Ziele verfolgen, nämlich das Setzen von Links auf kommerziell orientierte Websites, um die Suchmaschinen auf diese Weise zu beeinflussen.

Es ist den Zeitgenossen, die so vorgehen, offenbar völlig gleichgültig, dass dieses Blog völlig bewusst werbefrei ist und das auch bleiben soll. Sie sehen in jeder sich an die kommunikativen Bedürfnisse der Menschen wendenden Möglichkeit nur eine Litfaßsäule für die Anpreisung meist nutzloser Angebote, auf dass die Suchmaschinen auch ja dieses ganze Zeug nach oben spülen, wenn jemand im Netze sucht.

Es ist eben die ganz normale Kälte, die überall dort entsteht, wo aus jeder menschlichen Regung ein sozial optimierter Geschäftsvorgang gemacht werden soll.

Ich bin es heute endgültig Leid geworden, so etwas weiterhin zu dulden. Deshalb steht ab sofort unter dem Kommentarfeld ein hoffentlich unmissverständlicher Hinweis, wie ich fortan verfahren werde:

Hinweise zur Kommentarfunktion: Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und ein trauriges Zeugnis des menschlichen Zerfalls, dass das erwähnt werden muss. Die Möglichkeit der Kommentare ist keine Litfaßsäule, sondern soll den Lesern dienen, sich untereinander und mir mitzuteilen. Dieses Blog ist bewusst werbefrei, und es verzichtet bewusst auf die Verkrüppelung der Links mit der nofollow-Auszeichnung. Wer hier in dümmsten SEO-Gehabe einen Link auf eine offensichtlich kommerzielle, also in erster Linie zum Zwecke der Gewinnerzielung betriebene Site setzt, wird von mir still und ohne weitere Anmerkung gelöscht werden. Im Wiederholungsfall werde ich solche Kommentierer als Spammer behandeln, selbst wenn diese Kommentare von Hand erstellt werden und einen Bezug zu den kommentierten Texten aufweisen.

Es ist wirklich traurig, dass es nicht mehr anders geht.

Aber.

Mein Blog ist keine öffentliche Toilette, worauf jeder einmal scheißen kann. Wenn. Er sein Geschäftchen mit Angeboten machen will, die ihre weitgehende Nutzlosigkeit für die Menschen schon in der angewandten Form des Marketings spiegeln. Wer im Internet Leser bekommen möchte und wer im Netz wirklich verlinkt und gefunden werden will, dem lege ich nahe, es zur Abwechslung einfach mit Inhalten zu versuchen. Denn. Davon haben wir alle etwas.

XaoS: Fraktales Abtauchen

Dies ist — zur Abwechslung einmal — eine Software-Empfehlung für alle, die sich für das Thema „Fraktale“ interessieren, mit dem oft riesigen Funktionsumfang der „großen Programme“ aber eher etwas überfordert sind.

Seinen Ursprung hat das Progamm XaoS in der Linux-Welt, es ist aber mittlerweile (unter anderem) auf Microsoft Windows und MacOS portiert. Auch wirkt die Oberfläche heute entschieden weniger „krude“ als in den früheren Versionen von XaoS. Das Programm kommt mit einer modernen, wenn auch eher schlichten Menüsteuerung daher, so dass ein Neuling nicht vollkommen ratlos vor dem Umfang der Möglichkeiten steht und erstmal ein Stündchen lang Hilfetexte lesen muss. Natürlich sind alle alten Tastaturkommandos unverändert geblieben, so dass schon erfahrene Benutzer der alten Versionen nicht umlernen müssen.

Die Windows-Version von XaoS

Das Programm ist freie Software und wird unter GNU GPL, Version 2, lizensiert.

Es handelt sich bei XaoS nicht um einen Fraktalgenerator, der alles kann; und dies wird von den Entwicklern auch gar nicht angestrebt. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf der Möglichkeit, eine relativ kleine Auswahl besonders beliebter Fraktale auf einfache Weise interaktiv erforschen zu können. Dieses „interaktiv“ meint in XaoS: Es ist auch auf einem relativ schwachen Rechner möglich, in Echtzeit durch einfaches Anklicken mit der Maus in interessierende Bereiche des Fraktals zu zoomen; die Präsentation besteht dabei in einer unglaublich flüssigen Animation. Gerade bei der Mandelbrotmenge ist der Code so hochgradig optimiert, dass auf einem zeitgemäßen Computer auch große Rechentiefen im sechsstelligen Bereich verwendet werden können, wenn dies für gewisse Details einmal nötig erscheint.

Durch eine solche, interaktive Erforschung bekommt man einen wesentlich besseren Eindruck von den grundlegenden Eigenschaften der Fraktale, als es mit einem allgemeiner verwendbaren Programm möglich wäre. Die Selbstähnlichkeit und die Skaleninvarianz der Strukturen werden zu einer unmittelbaren Erfahrung, der Computer lässt seinen Anwender regelrecht in das Fraktal abtauchen. Das Auftauchen ist dabei manchmal gar nicht mehr so einfach… 😉

Aber die interaktive Reproduktion der vertrauten Darstellungen ist längst nicht alles in diesem recht feinen Stück freier Software. Es gibt verschiedene Algorithmen für die Einfärbung des inneren und äußeren Bereiches eines Fraktales, und diese Algorithmen können Strukturen offenbaren, die auch dann noch überraschend sein können, wenn man sich schon etwas länger mit Fraktalen beschäftigt hat. Natürlich ist das freie Rotieren des dargestellten Bereiches im Sichtfenster möglich. Und natürlich kann die komplexe Ebene in verschiedenen Weisen auf das Sichtfenster projiziert werden, um oft überraschende Abbildungen der vertrauten Fraktale zu erhalten. Eine Reihe von Filtern ermöglichen das weitere „Aufhübschen“ der generierten Bilder.

Umfangreiche Tutorials in verschiedenen Sprachen (unter anderem auch in Deutsch) zeigen die Möglichkeiten des Programmes fast vollständig auf. Ein spezielles Tutorial gibt zudem eine erste, mehr an der Anschauung orientierte Einführung in das Thema Fraktale — der einzige schwerverdauliche Satz darin ist die wörtlich wiedergegebene Definition eines Fraktals durch Benoit Mandelbrot, die aber sofort durch unmittelbar anschauliche Beispiele erläutert wird.

Diese Tutorials zeigen eine weitere Stärke von XaoS. Sie laufen nämlich vollständig innerhalb des Programmes. Dies ist möglich, weil XaoS skriptfähig ist. So wird das einfache Erstellen von Präsentationen und Animationen innerhalb von XaoS ermöglicht, die dann später automatisch ablaufen können. Wer eine Veranschaulichung zum Thema erstellen möchte, der könnte für diese Möglichkeit schnell sehr dankbar werden. Aber auch der „Nur-Anwender“ hat von dieser Skriptfähigkeit etwas, da er seine gesamten Aktionen in einer Sitzung vom Computer aufzeichnen lassen kann, um das dabei entstehende Skript vielleicht später einmal nachzubearbeiten und an spezielle Wünsche anzupassen.

Eine Reihe von gut ausgewählten Beispielen gibt einen Eindruck von den recht großen Möglichkeiten dieses relativ kleinen Programmes. Ja, XaoS ist bei all seinem Funktionsumfang und trotz erheblicher Erweiterungen in den letzten Jahren nicht fett geworden. Das ausführbare Programm ist auf den meisten unterstützten Betriebssystemen nicht einmal ein Megabyte groß.

Natürlich gibt es auch Dinge, die in einem „kleinen“ Programm wie Xaos fehlen, ja, fehlen müssen. Zum Beispiel gibt es keine vollwertige Möglichkeit, eigene Fraktalformeln auszuprobieren, der integrierte Formelparser beschränkt sich (noch) auf ein Minimum. Insbesondere sind keine bedingten Berechnungen möglich, es kann nur eine einfache Iterationsfunktion angegeben werden. Im Gegensatz zu den „großen“ Programmen ist die Rechengenauigkeit in XaoS auf den direkt als Fließkomazahl doppelter Genauigkeit darstellbaren Bereich beschränkt, so dass ein beliebig tiefes Hineinzoomen nicht möglich ist. Eine weitere Einschränkung ist das Fehlen einer Möglichkeit, eigene Paletten zu erstellen. An ihre Stelle treten algorithmisch erzeugte Paletten, die allerdings oft erstaunlich hübsch sind.

Kein Nachteil, aber für viele eher ein wenig gewöhnungsbedürftig dürfte die Steuerung mit drei Maustasten sein (bei heutigen Mäusen ist die mittlere Maustaste im Scrollrad integriert), wobei die linke Maustaste hineinzoomt, die mittlere Maustaste den Bildbereich verschiebt und die rechte Maustauste herauszoomt.

Alles weitere über XaoS und die Möglichkeit zum Download gibt es auf der XaoS-Homepage. Wer Linux benutzt, wird jedoch in der Regel einfach das entsprechende Binärpaket seines Distributors einspielen.

Viel Spaß!

Offene Antwort an die Profiwin GmbH

Wenn man eine Website betreibt, bekommt man gelegentlich auch eine Form der Fanpost, die weniger erquicklich ist. So eine Website ist zum Beispiel die von uns gemeinsam betriebene Homepage der White Darkness. An sich sollte man glauben, dass die Selbstdarstellung eines Zusammenschlusses von Künstlern, die völlig bewusst unkommerziell sein und bleiben wollen, auf wenig Interesse bei gewissen Anbietern stößt.

Besitzer der Domain und formell inhaltlich Verantwortlicher für die Website ist Frank Eckert. In dieser Funktion hat er den folgenden Brief der Profiwin GmbH erhalten, der hier offen beantwortet werden soll, um eventuellen anderen Empfängern dieser mutmaßlichen Massenpost klar zu machen, wie wenig wählerisch dieser Anbieter in der Wahl seiner Werbeplätze ist und in wie hohem Maße man dortens bestrebt ist, aus jeder menschlichen Regung im Internet eine Litfaßsäule für Reklame zu machen. Den Absender, den Namen der Unterschrift und die Telefonnummern im Briefe habe ich dabei bewusst unkenntlich gemacht, um einen eventuellen Missbrauch dieser Daten zu vermeiden:

[Absender von mir entfernt]

Herr Frank Eckert
Stoeckener Str. 91
30419 Hannover

Schon im Briefkopf wird bei der Empfängeranschrift deutlich, dass der Absender dieses Briefes nicht darum bemüht war, auch nur einmal einen Blick in das Impressum der Website zu werfen. Denn dort. Ist die „Stoeckener Str.“ natürlich mit einem „ö“ geschrieben. Die Schreibweise dieser Anschrift mit dem „oe“ findet sich in dieser Form nur bei der DENIC eG, der Registrierungsstelle für die .de-Domains. Die DENIC schreibt in ihren Nutzungsbedingungen, die in jeder whois-Abfrage über das Webinterface sichtbar werden, unter anderem die folgende, kaum missverständliche Belehrung:

Die in der whois-Abfrage ersichtlichen Domaindaten sind rechtlich geschützt. Sie dürfen nur zum Zwecke der technischen oder administrativen Notwendigkeiten des Internetbetriebs oder zur Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber bei rechtlichen Problemen genutzt und ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis der DENIC eG weder elektronisch noch in anderer Art gespeichert werden. Insbesondere die Nutzung zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken ist ausdrücklich untersagt.

Auf diesem Hintergrund drängt sich allein bei diesem einen Detail der starke Verdacht auf, dass die Absender dieses Briefes solche „Kleinigkeiten“ wie die Nutzungsbedingungen solcher Daten für unbeachtlich halten, was zumindest für uns selbst dann keine Empfehlung für eine Zusammenarbeit wäre, wenn der Inhalt dieser Zusammenarbeit im Rahmen unserer Absichten erträglich wäre.

Aber. Ich greife vorweg. Deshalb hier endlich der Brief mit meiner direkten Antwort:

Kooperationsanfrage

Sehr geehrter Herr Eckert,

beim Besuch Ihrer Internetseite ist mir aufgefallen, dass Flächen für Werbemittel vorhanden sind. Hier möchte ich ansetzen und Ihnen heute eine Zusammenarbeit im Onlinebereich anbieten.

Werter Absender dieses werblichen Briefes,

beim Lesen Ihres Briefes ist Frank, Mira und mir aufgefallen, dass Sie ganz offensichtlich unsere Website nicht einmal überflogen haben können. Im besten Falle haben sie einen oberflächlichen Blick darauf geworfen, um zu schauen, ob diese Site noch ein paar offene Plätze für Reklame hat. Vielleicht haben Sie dabei festgestellt, dass diese Website vollkommen werbefrei ist. Interessanterweise haben sie sich dann aber nicht die Frage gestellt, ob das mit den auf der gleichen Website offen dargelegten Intentionen dieser Site im Zusammenhange stehen könnte, denn sonst hätten Sie eine solche „Kooperationsanfrage“ gewiss sehr viel vorsichtiger und einfühlsamer formuliert, wenn sie nicht gar in einem Anflug von Einsicht von Ihrem Unterfangen Abstand genommen hätten. In der von Ihnen gewählten Form zeigt eine solche Anfrage jedenfalls ein Maß von Respektlosigkeit und Kälte gegenüber unserem gesamten Werk und Schaffen, das wir in seiner Summe keineswegs als eine Empfehlung für irgendein Miteinander, sondern eher als etwas an der Grenze zur Beleidigung stehendes empfinden.

Dass sich unter diesen Bedingungen jegliche Zusammenarbeit für uns verbietet, sollte Ihnen klar sein. Ich möchte Ihnen aber zudem zu bedenken geben, ob es für Ihre Geschäftstätigkeit nicht besser wäre, wenn Sie Ihre „Partner“ nicht wie Groschenprostituierte in einem Reklamebordell ansprächen, sondern als Menschen achten würden.

Die Profiwin GmbH ist seit vielen Jahren am Markt etabliert und zahlt hohe Vergütungen für Werbeplätze. Branchenweit bekommen wir Bestätigung für unsere absolute Zuverlässigkeit und Transparenz.

Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mir durchaus die Mühe gemacht, mich mit Ihrer Webpräsenz zu befassen, um einen Einblick in Ihre Geschäftstätigkeiten zu erhalten. Diese erscheinen mir nicht nur persönlich ein wenig „windig“, das Bewerben eines solchen kostenpflichtigen Angebotes der automatischen Eintragung in verschiedene, kostenlose Gewinnspiele auf unserer Website würde auch unsere gesamte Internetarbeit und unsere Glaubwürdigkeit als freie Künstlergruppe entwerten.

Darüber hinaus finde ich es sehr erstaunlich, dass sie „hohe Vergütungen“ für eine derartige Werbung auf einer Website von lokalem Charakter zu zahlen beabsichtigen, die in der Regel — also außerhalb gewisser Veranstaltungen mit einem übrigens immer exquisit nichtkommerziellen Gepräge — weniger als dreißig Besucher am Tag hat. Das will einfach nicht zu einem Unternehmen passen, das schon seit Jahren gut am Markte etabliert sein will, es wirkt eher wie das hilflose Ringen um jeden nur möglichen Werbeplatz. Auch das empfinde ich keineswegs als eine Empfehlung, aber dafür fügt es sich für mich zwanglos in den Kontext ihrer im Briefe deutlich werdenden Bestrebungen und in der von Ihnen gewählten Form des geschäftlichen Auftretens. Dass sie darüber hinaus durch die Schreibweise von Franks Anschrift in diesem Brief den Eindruck erwecken, in ihrem Ringen um Werbeflächen im Internet auch die Daten der DENIC eG entgegen der dort geltenden Nutzungsbedingungen zu verwenden bzw. solcherart Daten von einem zwielichtigen Adresshändler zu erwerben, vervollständigt meinen Eindruck, der schon ohne dieses Detail nicht vorteilhaft für sie war.

Zögern Sie bitte nicht, sich mit mir für eine gewinnbringende Kooperation in Verbindung zu setzen. Ich freue mich bereits jetzt sehr darauf, mit Ihnen persönlich in den nächsten Tagen über unser Angebot zu sprechen.

Für einen schnellen und direkten Kontakt erreichen Sie mich unter Tel. 03375-xxx xx-xx

Mit freundlichen Grüßen

[Name von mir entfernt]

Sie werden sicherlich verstehen können, dass ich unter diesen Umständen nicht zögere, Ihren Brief dem Papierkorb zu überantworten.

Hochachtungsvoll

Elias Schwerdtfeger
(Nach Diktat verreist)