Category: Allgemein


Genommen

N., gerade 19 Jahre alt, schon weit vorangeschritten auf dem Weg zum Alkoholiker, sagte zum Vorübergehenden mit hörbaren Anteilen von Selbstmitleid: „Covid hat mir meine Jugend geraubt“. Der Vorübergehende. Widersprach nicht.

Esst, was euch schmeckt!

Nach Jahrzehnten meines Lebens, in denen ich lt. einer Vielzahl gleichlautender, alldurchwaltender Stimmen der Lebensmittelindustrie, ihrer Werber und der stinkenden Brüder der Werber, der Journalisten, nicht mehr essen, sondern mich ernähren sollte — und zwar im Nachhall religiöser Askese vorwiegend von nicht so schmackhaftem und oft wenig nahrhaften, aber dafür angeblich „gesundem“ Zeug — freuen mich solche Artikel ganz besonders:

Es fehlt also vollumfänglich an echter Kausalevidenz, was bedeutet: Es gibt keine validen Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen Ernährung und dem Schutz vor Krankheiten. Somit entbehrt die Ernährungsforschung jeglichen Beweises, dass beispielsweise Gemüse unser Herz-Kreislauf-System schützt, „gesunde“ Ernährung Krebs verhindert oder Pommes ungesund sind – und diese Kausalitäten wird es aufgrund der massiven Limitierungen durchführbarer Ernährungsstudien auch niemals geben. Stattdessen benebelt man die Bürger mit „Gesundheitswolken“ ganz schwacher Korrelationen, also einfacher statistischer Zusammenhänge – und suggeriert damit zu wissen, welche Ernährung gesund hält. Doch der Dunstschleier „ökotrophologischer Nebelkerzen“ wird zunehmend durch aktuelle Studien aufgelöst – und hinter dem vernebelten Blick offenbart sich ein klarer Fokus auf die Wahrheit, auf das ökotrophologische Universalcredo: Nichts Genaues weiß man nicht.

Frohes Neues!

Im Jahr 2020 hieß es noch, dass ein digitaler Impfpass und eine Impfpflicht rechtspopulistische Verschwörungstheorien und Fake News seien, an denen man Neonazis und Feinde der Demokratie erkennen kann.

Im Jahr 2021 hieß es dann, dass ein digitaler Impfpass und eine Impfpflicht notwendig und alternativlos seien, um zur Normalität zurückzukehren, und dass man Rechtspopulisten, Neonazis und Feinde der Demokratie daran erkennen könne, dass sie dagegen sind.

Ich hoffe, dass sich die Menschen spätestens im Jahr 2022 nicht mehr so leicht von Vertretern des politisch-journalistischen Komplexes nach den jeweiligen tagespolitischen Beglückungsideen umherstupsen lassen und sich in alledem auch noch für gebildet und informiert halten, während die dumpfsinnige Rohheit ihres Affektes die Wurzel in der dummen, kalten Psyche offenbart. Tatsächlich wünsche ich jedem Menschen Vernunft statt betreuten Denkens, Weisheit statt des Ertrinkens im alles mit sich reißenden Strom der immer wieder neueren Neuigkeiten, und ich wünsche ihnen, dass sie zu handeln beginnen, statt sich immer nur zu verhalten.

Primzahl

Ein kleiner Tipp für den Erhalt der geistigen Gesundheit in schwierigen Zeiten: Wenn dir jemand etwas über Kryptografie erzählen möchte — zum Beispiel, dass verschlüsseln eh keinen Sinn habe, weil alles entschlüsselt wird oder dass Verschlüsselung im Alltag viel zu schwierig anzuwenden sei, aber auch, dass sie völlig problemlos sei oder dass WanzÄpp völlig sicher Ende-zu-Ende-verschlüssele — dann unterbrich ihn so unhöflich, wie du nur kannst und frag ihn, ob er dir mal erklären kann, was eine Primzahl ist.

Wenn dann nicht „Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl, die genau zwei Teiler hat, nämlich eins und sich selbst“ oder eine inhaltlich ähnliche klare und korrekte Definition kommt, dann ignorier alles, was dir dieser Mensch über Kryptografie erzählt! Er hat nicht das geringste vertiefte Wissen, und wahrscheinlich nicht einmal oberflächliche Kenntnisse. Nichts, was er sagt, ist in irgend einer Weise ernstzunehmen. Er ist ahnungslos.

Jemand mit vertieftem Wissen wird vermutlich in diesem Kontext auf den Fundamentalsatz der Arithmetik und seine praktische Bedeutung für die zurzeit praktisch angewandten Public-Key-Krytografie hinweisen.

Nach Möglichkeit ist dies auch bei Journalisten anzuwenden. Nein, nicht „auch“. Gerade bei Journalisten.

Gruß an G.

Schreibs dir auf die Hirntafel, Journalist!

Das Internet wurde nicht für Geschäftsmodelle geschaffen, sondern für Kommunikation und den freien Austausch von Informationen.

Dunkle Wolke

„Nur“ noch neunzig Jahre

Bradley Manning, so vermeldet es die Contentindustrie aus allen Tickern, drohen „nur“ noch neunzig Jahre Gefängnis. So sieht die juristische Milde aus, wenn Kriegsherren und damit Verantwortliche für die noch über das gewöhnliche Gemetzel des Krieges hinausgehenden Kriegsverbrechen einen Friedensnobelpreis verliehen bekommen, während Menschen, die solche Verbrechen an die Öffentlichkeit bringen, wie Verbrecher behandelt werden. Damit es auch noch lange so himmelschreiend ungerecht und menschenverachtend bleibt, verzichten Presse und Glotze auf jeden Hinweis, der mit deutlichem Finger auf diese Absurdität deutet.

Ad personam

Das Richtige wird nicht dadurch falsch, dass die Falschen dafür sind. Und. Das Falsche wird nicht dadurch richtig, dass die Falschen dagegen sind.

Erbloggtes

Erzürntes Abrechnen mit der in zahlreichenEinzelaspekten versagenden FAZ hat Klaus Graf soeben in die Form eines Offenen Briefes an die Herausgeber der FAZ gegossen und zur Weiterverbreitung empfohlen. Angesichts der weit über den Tag hinausreichenden Bedeutung dieses Textes ist nur eine vollständige Wiedergabe des Originals angemessen:

Sehr geehrte Herren,

die Frankfurter Allgemeine Zeitung fordert mich mit Schreiben vom 8. März 2013 auf, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben

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Der innere Verkehrspolizist

Der Vorübergehende sagte zu seinem Zeitgenossen: „Wer heute im Internet freiwillig Geld für den Zugriff auf Musik bezahlt, der steht auch in einer kalten, nieselregnenden Nacht, wenn weit und breit kein Verkehr zu sehen ist fröstelnd und geduldig am Fußgängerüberweg und wartet darauf, dass die Ampel grün wird — nicht, weil es sinnvoll ist, sondern weil er sich den Polizeibeamten verinnerlicht hat und ihm aus sinnloser Angst zuvorkommt. Sämtliche Agitation der Contentindustrie ist bislang nur immer und immer wieder der Versuch gewesen, den Psychen der Menschen solche Angst und einen inneren Polizeibeamten zu implementieren, und das trotz der Dummheit dieses Versuches mit beachtlichem Erfolg.“

Übrigens, Zeitungsmacher…

…übrigens ist Tradition kein Ersatz für ein Geschäftsmodell. Aber wenns um den wirtschaftlichen Erfolg geht, ist ein Geschäftsmodell sehr viel wichtiger als jede Tradition.

Nur, falls ihr es in eurer Parallelgesellschaft immer noch nicht gemerkt habt.

Warten aufs Christkind

Joseph Grünpeck: Das Christuskind straft die Menschheit mit Syphillis, Holzstich, 15. Jahrhundert