Hoffnung bedeutet, bis zum Tod fest und angstvoll genug davon überzeugt zu sein, dass man nur geduldig auf eine Erlösung warten müsse, während aussichtslose, unerträgliche, grausame Zustände noch ein paar Tage, Monate oder Jahre einfach so weitergehen, ohne dass man ihnen auch nur vernehmbar widerspräche oder gar etwas dagegen täte. Viele Hoffende verschränken schließlich sogar ihre Hände zum Gebet und murmeln vor sich hin, damit sie überhaupt nicht mehr handeln und reden können; anderen genügt das Ankreuzen von Wahlzetteln, damit jemand anders so für sie handeln und leben mag, wie sie es gern hätten; wieder andere glauben an Ideologien und ihre Versprechungen einer wunderschönen und paradiesischen Zukunft. Wer die Hoffnung aufgibt, beginnt den Weg in die Freiheit zu gehen — und nimmt es mit Humor, wenn von den Hoffenden in ihren selbst angelegten Fesseln nichts als Beleidigung, Beschimpfung und schließlich sogar gewaltbereiter Feindschaft kommen, denn all dieses ist nur Spiegelbild jener fürchterlichen Angst, die in die Hoffnung führt.