Das Dogma gibt es nicht nur in der neurotischen Religion, sondern auch in der nicht minder wahnhaften politischen Ideologie, nur, dass es dort meist nicht als Dogma bezeichnet wird. Es handelt sich aber in beiden Fällen um ein striktes, mit starken sozialen Sanktionen durchgesetztes Verbot, bestimmte Gedanken zu denken oder gar auszudrücken. Die Sanktionen, um diese religiös oder ideologisch geforderte Spartendummheit gegen Zweifler, Denkende und Fragende durchzusetzen, können bei starker gesellschaftlicher Dominanz eines Dogmas bis zum Mord gehen, sei es ein Lynchmord, sei es eine Hinrichtung.

Es gibt keine guten Dogmen. Es gibt nur dumme Dogmen. Jedes Dogma muss bekämpft werden, mit Intelligenz und ätzender Ironie bekämpft werden, damit es überwunden werden kann.

Das eine Dogma, dessen Überwindung inzwischen eine existenzielle Aufgabe der gesamten Menschheit geworden ist, ist das kapitalistisch-ideologische und offen antimathematische Dogma von der Forderung unbegrenzten Wachstums auf Grundlage begrenzter Ressourcen und auf begrenztem Raum.