Dass ein Fußballspieler auf dem Spielfeld zusammenbricht und notfallmedizinisch behandelt werden muss, ist für mich nicht weiter bemerkenswert. Nichts am professionellen Sport ist gesund und lebensbejahend. Aber dass seine Mannschaft sich während der medizinischen Behandlung um ihren Mitspieler stellen muss, als eine Sichtschutzmauer gegen die bildwütigen Objektive der Journaille und der Tele-Vision; dass so eine Abwehrmauer gegen den Verlust der letzten Fetzen menschlicher Würde auch nur nötig ist und dass man ein solches Dokument der Kälte und Niedertracht live im Fernsehen sehen konnte, das ist bemerkenswert. Möge es jedem Menschen den Ekel vor dem professionellen Sport und vor seiner journalistischen Nutzung als Köder für die Vermarktung von Werbeplätzen dienen, möge der ausgelöste Ekel ungebremst bei seiner Ursache ankommen: Dem contentindustriellen Journalisten, dem Ekel selbst.