Kanone — Der Journalist nennt sein das Produkt seines täglichen Tuns ein Sturmgeschütz der Demokratie, aber in Wirklichkeit ist es eine Gulaschkanone Merkels.

Blickwinkel — „Die Bösen“ denken regelmäßig, dass sie selbst „die Guten“ sind. Selbstbild ist trügerisch.

Unverständnis — „Ich verstehe gar nicht, wie mich diese unterfickten Schabracken für einen Sexisten halten können“, sagte der Sexist.

Jetzt rede ich! — Wer die Redefreiheit dafür in Anspruch nimmt, den Sprechenden mit Lärmen zu übertönen, um ihn zum Schweigen zu bringen, ist ein Feind der Redefreiheit. Das gleiche gilt für den, der zwar leiser ist, aber sich jahrelang darin geübt hat, minutenlang gar nichts zu sagen. Erstere demonstrieren gern, letztere sind jene, gegen die demonstriert wird.

Juristen und Politiker — Sie hocken jahrzehntelang gut alimentiert auf ihren bequemen Stühlen und machen ihre Sicht zum Maß aller Dinge.

Eheliche Pflicht — Wir brauchen mehr Kinder im Land. Da muss man sich zum Sex zwingen. Man kann dabei ja an etwas Schönes denken.

Pferd — Das tote Pferd hat nichts davon, wenn der Reiter absteigt. Nur der Reiter, der wieder vorwärts kommt. Wo tote Pferde geritten werden, hält man die Pferde für wichtiger als den Reiter.

Sehet und schmecket! — Die christliche Liturgie ist so etwas wie ein Bullshitbingo für Rentner.

Der Weg — Verlaufen kann man sich oft, ankommen nur einmal.

Nach Corona — Nach langem, völlig planlosen Verlauf werden sie endlich sagen: „Es verlief alles wie geplant und wir haben eine gute Arbeit gemacht“. Und Journalisten werden es, meinungsstark und merkbefreit, wie sie nun einmal sind, für die Wahrheit halten, als Wahrheit in den journalistischen Produkten vermelden, und jeder, der widerspricht, verbreitet Fake News.

Keine Mangelware — Die Welt ist voller Menschen, die ganz genau wissen, wie andere Menschen zu leben haben.